Larzac
| Larzac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède | |
| Koordinaten | 44° 45′ N, 1° 1′ O | |
| Höhe | 103–245 m | |
| Fläche | 6,78 km² | |
| Einwohner | 145 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 21 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24170 | |
| INSEE-Code | 24230 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Larzac (Aussprache [laʁˈzak], okzitanisch Larzac) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 145 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Larzacois und Larzacoises genannt.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Larzac liegt etwa 54 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 23 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 43 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac im Südosten des Départements in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Nauze, dem Flüsschen Beuze, das es im Nordosten begrenzt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Larzac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine reichlich bewaldete Hügellandschaft, die durch die Täler der Nauze und ihrer Nebenflüsse eingeschnitten wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Süden hin zu und übersteigt 200 m. Der topografisch höchste Punkt liegt im äußersten Südosten mit 245 m Höhe an der Grenze zu den Nachbargemeinden Sainte-Foy-de-Belvès und Salles-de-Belvès. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordwesten mit 103 m Höhe beim Austritt der Nauze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum bei der Ortskirche liegt oberhalb des Nauze-Tals auf etwa 140 m Höhe.
Rund 67 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 33 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen, genutzt.[2]
Larzac wird von folgenden drei Gemeinden umgeben:
| Pays de Belvès | ||
| Sainte-Foy-de-Belvès | ||
| Salles-de-Belvès |
Natürliche Risiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Naturrisiken manifestieren sich in Larzac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Nauze
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Die Gemeinde ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes ist in seiner heutigen Schreibweise im 13. Jahrhundert belegt, später in latinisierter Form als Larzacum im Jahr 1372. Er führt einen gallorömischen Personennamen, Larisaeus, fort, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Im Lateinischen bedeutet dieser Name „(Einwohner) von Larisa“ im griechischen Thessalien.[5]
Der Standort ist seit prähistorischer Zeit besiedelt, wie Funde von Spuren altsteinzeitlicher Siedlungen und eine Markierung auf Terra Sigillata, einer in der gallorömischen Zeit verwendeten Keramiktechnik, belegen.
Die ergiebigste archäologische Epoche in Bezug auf Larzac ist jedoch das Mittelalter. 1999 wurde an der Fundstätte Farguette-Basse eine bedeutende Reihe mittelalterlicher Silos entdeckt, die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammen. Diese Silos enthalten interessante Artefakte und wurden wahrscheinlich innerhalb oder am Rande eines Ackerlandes angelegt. Es ist anzunehmen, dass sich in der Nähe Wohnhäuser befanden.
Das Gebiet ist zudem reich an Cluzeaus (Erdhöhlen) und Höhlenwohnungen. Letztere weisen Graffiti auf, die insbesondere mit den Höhlen von Pechgardou und Larzac in Verbindung stehen.[6]
Von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zur Französischen Revolution war die Pfarrei Larzac mit 12 weiteren Pfarrgemeinden Teil der ausgedehnten Kastellanei Belvès, deren Lehnsherr der Erzbischof von Bordeaux war.[7]
In Larzac befindet sich außerdem der erste große gebogene Eisenbahnviadukt Frankreichs aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.[6]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Larzac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 293 | |||
| 1800 | 213 | |||
| 1806 | 321 | |||
| 1821 | 274 | |||
| 1831 | 274 | |||
| 1836 | 301 | |||
| 1841 | 276 | |||
| 1846 | 318 | |||
| 1851 | 275 | |||
| 1856 | 262 | |||
| 1861 | 326 | |||
| 1866 | 339 | |||
| 1872 | 341 | |||
| 1876 | 312 | |||
| 1881 | 303 | |||
| 1886 | 287 | |||
| 1891 | 274 | |||
| 1896 | 243 | |||
| 1901 | 225 | |||
| 1906 | 204 | |||
| 1911 | 200 | |||
| 1921 | 161 | |||
| 1926 | 150 | |||
| 1931 | 153 | |||
| 1936 | 145 | |||
| 1946 | 131 | |||
| 1954 | 130 | |||
| 1962 | 137 | |||
| 1968 | 105 | |||
| 1975 | 106 | |||
| 1982 | 117 | |||
| 1990 | 105 | |||
| 1999 | 115 | |||
| 2006 | 134 | |||
| 2013 | 134 | |||
| 2020 | 148 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die der heiligen Maria Magdalena geweihte Pfarrkirche Église Sainte-Magdeleine ist ein einschiffiger romanischer Bau des ausgehenden 12. und frühen 13. Jahrhunderts. Die beim Bau verwendeten Steine sind halbwegs exakt behauen und im Verband vermauert. Die halbrunde Apsis hatte nur drei kleine und schmale Fenster; die später eingebauten Fenster des Langhauses sind dagegen etwas größer, gelaibt und zeigen im Spitzbogen einfaches gotisches Maßwerk: sie sind aber ansonsten ebenfalls ohne jegliche Begleitzier (Profile, Säulchen etc.). Auf der Südseite findet sich ein schlichtes Rundbogenportal. In der im 15. Jahrhundert insgesamt mit deutlich besser bearbeiteten Steinen neugestalteten Westfassade befinden sich ein spätgotisches Portal und ein Rundfenster mit Fischblasenmaßwerk, welche von mächtigen Strebepfeilern gerahmt werden. Die Fassade schließt nach oben mit einem dreigeteilten rechteckigen Glockengiebel (clocher mur) ab. Der Kirchenbau wurde bereits im Jahr 1913 als Monument historique klassifiziert.[10]
- Ein Bauernhaus etwa einen Kilometer östlich des Ortes (44° 44′ 59″ N, 1° 1′ 8″ O) wurde in den 1990er Jahren zu einem buddhistischen Zen-Heiligtum (Ho Sho Ji = ‚erleuchteter Gipfel‘) mit einem japanischen Steingarten umgestaltet.
- Der Viaduc de Larzac (44° 44′ 58″ N, 1° 0′ 28″ O) ist mit 21 Bögen ca. 321 m lang. Es wurde 1863 nördlich des Ortes errichtet und führt die eingleisige Bahnstrecke Niversac–Agen in einer leichten Kurve. Ursprünglich war die Strecke zweigleisig; das zweite Gleis wurde 1943 von deutschen Soldaten demontiert.
- Kirche Sainte-Magdeleine (Apsis und Nordseite)
- Ho-Sho-Ji-Tempel
- Viaduc de Larzac
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 72 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Larzac erwerbstätig, entsprechend 84,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (81,3 %) niedriger war als bei den Frauen (87,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 10 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (13). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 18,2 % (2016) auf 14,3 % (2022).[11]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]17 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Larzac wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Baugewerbe | 3 | 17,6 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 35,3 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 5,9 % |
| Immobilien | 1 | 5,9 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 3 | 17,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 3 | 17,6 % |
| Gesamt | 17 |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Larzac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 10 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, sank auf 5 im Jahr 2010 und auf 4 im Jahr 2020, ein Rückgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 160 Hektar im Jahre 1988 auf 94 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 16 Hektar auf 23,5 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac über Périgueux aus Norden kommend über Salles-de-Belvès nach Fumel im Süden führt, wird am Zentrum vorbeigeführt. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Parallel zur D 710 verläuft die Bahnstrecke Niversac–Agen durch das Gemeindegebiet ohne Haltepunkt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Larzac, Kirche Sainte-Madeleine – Fotos + Infos ( vom 25. Oktober 2020 im Internet Archive) (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 194
- 1 2 Larzac (französisch) ( vom 13. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Vicomte de Gourgues: Gourgues-Dictionnaire topographique de la France. guyenne.fr, 23. Januar 2012, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Larzac. EHESS, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 14. Mai 2026
- ↑ Église Sainte-Madeleine, Larzac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- 1 2 Dossier complet - Commune de Larzac (24230). INSEE, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Larzac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 14. Mai 2026 (französisch).
