Doissat
| Doissat Doissac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède | |
| Koordinaten | 44° 44′ N, 1° 4′ O | |
| Höhe | 131–323 m | |
| Fläche | 15,30 km² | |
| Einwohner | 99 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 6 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24170 | |
| INSEE-Code | 24151 | |
| Website | www.doissat.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Doissat (Aussprache [dwaˈsa], okzitanisch Doissac) ist eine französische Gemeinde mit 99 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Südosten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Doissacois und Doissacoises genannt.
Geografie
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Doissat liegt etwa 57 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 21 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 43 Kilometer nordwestlich von Cahors in der Région naturelle des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet erstreckt sich zum größten Teil im Einzugsgebiet der Dordogne, in einem kleineren Teil im Süden im Einzugsgebiet der Garonne. Es wird entwässert vom Céou, von den Flüsschen Beuze, Gaugeard, Lécadou und Merdalou, vom Ruisseau de Trompette sowie von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Doissat liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine größtenteils bewaldete Hügellandschaft auf, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird, nach Westen hin mit über 260 m höheren Erhebungen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 323 m Höhe in der Nähe des Lieu-dit Bosredon. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordwesten mit 131 m Höhe beim Austritt der Beuze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 242 m Höhe.
Rund 64 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 36 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt.[2]
Doissat wird von folgenden acht Gemeinden umgeben:
| Pays de Belvès | Grives | Saint-Laurent-la-Vallée |
| Sainte-Foy-de-Belvès | Saint-Pompon | |
| Orliac | Prats-du-Périgord | Besse |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Doissat neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 85 % des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr, im Norden vereinzelt von einer großen Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über die Erwähnung der Kirche erschien in der Mitte des 11. Jahrhunderts der Name des Dorfes als Sanctus Hilarius de Doissac (1053). Der Name variiert kaum im Laufe der Jahrhunderte. Er ist in den latinisierten Formen Doychacum (1365) und Doyssacum (1372) belegt, in der Folge in der Schreibweise Doyssac im Jahr 1620. Er kommt vom Namen einer gallorömischen Person Doccius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Docciacum, Anwesen des Doccius). Die Verschiebung von -ac nach -at erfolgte in jüngerer Zeit und ist oft im Bereich der okzitanischen Sprache in dem Maße anzutreffen, wo der finale Konsonant nicht mehr ausgesprochen wird.[5]
Der Ort ist seit gallorömischer Zeit besiedelt, wie Funde von Wegen, Bronzegegenständen und Gräbern belegen.
Die Geschichte von Doissat ist weitgehend unbekannt. Man geht jedoch davon aus, dass das Dorf, wie benachbarte Orte, unter den Verwüstungen des Hundertjährigen Krieges und der Hugenottenkriege litt. Die Ruinen eines Schlosses, das einst dem hugenottischen Hauptmann Geoffroy de Vivans gehörte, sind noch heute zu sehen.[6]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Doissat: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 417 | |||
| 1800 | 530 | |||
| 1806 | 538 | |||
| 1821 | 556 | |||
| 1831 | 572 | |||
| 1836 | 618 | |||
| 1841 | 617 | |||
| 1846 | 637 | |||
| 1851 | 640 | |||
| 1856 | 609 | |||
| 1861 | 564 | |||
| 1866 | 533 | |||
| 1872 | 503 | |||
| 1876 | 505 | |||
| 1881 | 502 | |||
| 1886 | 502 | |||
| 1891 | 503 | |||
| 1896 | 459 | |||
| 1901 | 404 | |||
| 1906 | 388 | |||
| 1911 | 345 | |||
| 1921 | 279 | |||
| 1926 | 255 | |||
| 1931 | 232 | |||
| 1936 | 209 | |||
| 1946 | 209 | |||
| 1954 | 174 | |||
| 1962 | 154 | |||
| 1968 | 153 | |||
| 1975 | 137 | |||
| 1982 | 127 | |||
| 1990 | 125 | |||
| 1999 | 127 | |||
| 2006 | 118 | |||
| 2013 | 121 | |||
| 2020 | 102 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die im Jahr 1869 eingeweihte Pfarrkirche Saint-Hilaire ist dem heiligen Hilarius von Poitiers geweiht. Sie beherbergt eine Gemäldekopie des 19. Jahrhunderts nach Raffael (Der Erzengel Michael wirft den Drachen nieder).
- Auf den Ruinen eines Herrenhauses, das im 15. Jahrhundert durch Heirat an die Familie Ségur Doyssac und später an die Familie Caumont Berbiguières gelangt war, errichtete der berühmte hugenottische Hauptmann Geoffroy de Vivans zwischen 1580 und 1585 ein Schloss. Die Steine dafür verwendete er aus zwei Kirchen, die er abgerissen hatte. Beschreibung, Grundriss und Ansichten des Schlosses sind in einem Buch von Geneviève de La Verrie-Vivant und Richard de Boysson festgehalten, was den Verlust dieses prächtigen Ensembles aus Pavillons, Wohnräumen, Türmen, Wassergräben, Torhäusern, Gärten und Brunnen umso bedauerlicher macht. Denn 1794 nutzte Lakanal, nachdem er die Einrichtung des Schlosses an sich genommen hatte, diese als Abrissunternehmer, um sein eigenes Haus einzurichten. Ohne die Thermidorianische Reaktion, die den Abriss stoppte, wäre die Anlage unweigerlich vollständig zerstört worden. So sind heute noch einige Erdwälle, ein Turm, ein Flügel, Gewölbekeller und zwei Pavillons (einer davon mit einer Grabinschrift aus dem 17. Jahrhundert) zu sehen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein kleines Schloss auf den Ruinen des alten errichtet.[11]
- Das Herrenhaus Dieudet stammt aus dem 15. Jahrhundert.
- Das Herrenhaus Mondiol, bestehend aus einem Hauptgebäude aus dem 16. Jahrhundert, das von einem Turm flankiert wird, war nacheinander der Lehenssitz zweier bedeutender Familien der Region.
-
Pfarrkirche Saint-Hilaire
-
Pavillon des Schlosses Doissat
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 52 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Doissat erwerbstätig, entsprechend 79,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,1 %) niedriger war als bei den Frauen (81,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 11 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (8). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 16,0 % (2016) auf 20,8 % (2022). Dabei stieg die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen von 0 % auf 33,3 %[12]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]14 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Doissat wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 14 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 14,3 % |
| Baugewerbe | 1 | 7,1 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 5 | 35,7 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 7,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 5 | 35,7 % |
Im Jahr 2021 wurde in der Gemeinde ein Unternehmen gegründet, das sich auf die Produktion von Drohnen und die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Drohnen in den Bereichen audiovisuelle Medien, Landwirtschaft und Technik spezialisiert hat.[13]
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 16 im Jahr 2000, stieg auf 20 im Jahr 2010 und sank auf 5 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 72,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 453 Hektar im Jahre 1988 auf 148 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 25,2 Hektar auf 29,6 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Doissat liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 54 verläuft entlang der südwestlichen Gemeindegrenze und führt im Nordwesten nach Pays de Belvès, im Südosten in Richtung Besse. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 131
- ↑ Doissat (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Doissat. EHESS, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Doissat (24151). INSEE, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Doissat (24151). INSEE, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Doissat (24151). INSEE, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Château de Doissat (Dordogne). chateau-fort-manoir-chateau.eu, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de Doissat (24151). INSEE, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Aurélien CARRER. Drone Intec, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Doissat. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 29. Januar 2026 (französisch).
