Zum Inhalt springen

Journiac

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Journiac
Jornhac
Journiac (Frankreich)
Journiac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée de l’Homme
Gemeindeverband Vallée de l’Homme
Koordinaten 44° 58′ N,  53′ OKoordinaten: 44° 58′ N,  53′ O
Höhe 85–254 m
Fläche 18,88 km²
Einwohner 496 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km²
Postleitzahl 24260
INSEE-Code
Website www.journiac.fr

Journiac – Ortsansicht

Journiac (Aussprache [ʒuʁˈnjak], okzitanisch Jornhac) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 496 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Journiacois und Journiacoises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Journiac liegt etwa 28 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 27 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 34 Kilometer ostnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet wird entwässert vom Ruisseau de Ladouch (oder Ruisseau de Journiac), der hier entspringt.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Journiac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen meist über 200 m. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 254 m Höhe im Nordwesten zwischen den Lieu-dits la Plantade und le Souquier, der tiefste Punkt mit 85 m Höhe im äußersten Süden beim Austritt des Ruisseau de Ladouch aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Tal des Ruisseau de Ladouch auf etwa 124 m Höhe.

Rund 56 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 44 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt.[2]

Journiac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Val de Louyre et Caudeau Saint-Félix-de-Reillac-et-Mortemart Mauzens-et-Miremont
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Savignac-de-Miremont
Saint-Avit-de-Vialard Le Bugue

Natürliche und technologische Risiken

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Journiac

Naturrisiken manifestieren sich in Journiac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände.

Durch den großen Anteil von Waldflächen ist die Gemeinde stark gefährdet in Bezug auf Waldbrände. Deshalb besteht im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Viertel des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko bildet einen verschmutzten oder potenziell verschmutzten Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Es handelt sich hierbei um die kommunale Mülldeponie.[4]

Etymologie und Geschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Dorfes erschien in der Schreibweise Jornhac ein Jahrhundert später als die Errichtung seiner Kirche im 12. Jahrhundert. Dann ist der Name verbunden mit einer Burg in Castrum de Jornacho, erwähnt im Jahr 1370, und in einer anderen, latinisierten Form, Jornhacum, in 1382. Er setzt einen gallorömischen Personennamen, Juronius, fort, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Juroniacum, Anwesen des Juronius).[5]

Überreste aus gallorömischer Zeit scheinen eine menschliche Besiedlung seit Beginn unserer Zeitrechnung zu bestätigen. Die leicht zugänglichen Wasserquellen der Flüsse erklären die Wahl dieses Standorts. Darüber hinaus wurde beim Lieu-dit La Simonie in der Nähe der Römerstraße zwischen Vesunna (Périgueux) und Divona Cadurcorum (Cahors) ein früheres Oppidum (befestigte Siedlung) entdeckt. Luftaufnahmen enthüllten zudem die Überreste einer römischen Villa bei la Plantade.

Das Dorf Journiac erlebte im Laufe der Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dies spiegelt sich insbesondere im Bau der Kirche im 12. Jahrhundert wider. Die gewaltsamen Ereignisse, die die Region in den folgenden Jahrhunderten heimsuchten, veranlassten die Bewohner, die Kirche als Zufluchtsort im Falle eines Angriffs zu befestigen. Im Hundertjährigen Krieg wurde sie jedoch niedergebrannt, bevor sie wieder aufgebaut wurde. Im 16. Jahrhundert blieb die Region von den Hugenottenkriegen (1562–1598) nicht verschont, in denen Katholiken und Protestanten aufeinanderprallten. Während der Französischen Revolution wurde die Pfarrei Journiac zur Gemeinde Journiac.[6]

Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte Journiac die Lasserre-Gruppe, eine Gruppe der Geheimarmee unter der Führung von Maurice Lasserre.[7]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Journiac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
850
1800
 
793
1806
 
668
1821
 
902
1831
 
936
1836
 
909
1841
 
888
1846
 
901
1851
 
940
1856
 
926
1861
 
906
1866
 
900
1872
 
829
1876
 
805
1881
 
795
1886
 
783
1891
 
732
1896
 
672
1901
 
604
1906
 
619
1911
 
611
1921
 
520
1926
 
510
1931
 
487
1936
 
444
1946
 
422
1954
 
362
1962
 
338
1968
 
309
1975
 
276
1982
 
305
1990
 
345
1999
 
365
2006
 
399
2013
 
451
2020
 
455
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Die Pfarrkirche Saint-Saturnin war ursprünglich ein einschiffiger romanischer Bau, von dem nur die flachschließende Apsis erhalten ist. Das wehrhafte wirkende Untergeschoss des Turms wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Im 17. oder 18. Jahrhundert erhielt die Kirche zwei Seitenschiffe, eine neue Portalzone mit einer aufgeblendeten Fächerrosette als oberem Abschluss sowie ein Glockengeschoss auf dem Turm.
  • Das alte und das neue Rathaus sind durch eine Fachwerkbrücke untereinander verbunden und bilden ein hübsches Ensemble.
  • Am Ortsrand befindet sich ein überdachter Waschplatz.

Erwerbstätigkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2022 waren 220 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Journiac erwerbstätig, entsprechend 75,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (74,5 %) niedriger war als bei den Frauen (75,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 28 Personen im Jahr 2022 mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2016 (13). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 6,6 % (2016) nur auf 12,5 % (2022). Insbesondere bei den 15- bis 24-Jährigen stieg die Arbeitslosenquote von 15,4 % auf 40,3 %.[10]

Branchen und Betriebe

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

45 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Journiac wirtschaftlich aktiv:[10]

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien511,1 %
Baugewerbe817,8 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1022,2 %
Immobilien24,4 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten920,0 %
Andere Dienstleistungen1124,4 %
Gesamt45

Journiac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Walnussöls des Périgord.[11]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 32 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, stieg auf 25 im Jahr 2010 und sank auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 62,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 705 Hektar im Jahre 1988 auf 630 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 22 Hektar auf 52,5 Hektar.[13][14][15]

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac über Périgueux aus Norden kommend nach Fumel im Süden führt, durchquert das Zentrum der Gemeinde. Die Departementsstraße D 32 kreuzt die d 710 im nördlichen Gemeindegebiet. Sie führt im Westen nach Val de Louyre et Caudeau, im Osten nach Mauzens-et-Miremont. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Journiac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 2020, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  4. Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seite 183
  6. Journiac (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Maquis, forces françaises de l’intérieur (französisch) (Memento vom 9. Dezember 2016 im Internet Archive)
  8. Notice Communale Journiac. EHESS, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  9. Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 28. April 2026
  10. 1 2 Dossier complet Commune de Journiac (24217). INSEE, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Journiac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. April 2026 (französisch).