Cladech
| Cladech | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède | |
| Koordinaten | 44° 49′ N, 1° 4′ O | |
| Höhe | 94–268 m | |
| Fläche | 5,49 km² | |
| Einwohner | 86 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 16 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24170 | |
| INSEE-Code | 24122 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Cladech (Aussprache [klaˈdɛʃ], okzitanisch Cladech) ist eine französische Gemeinde mit 86 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Cladéchois und Cladéchoises genannt.
Geografie
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Cladech liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 14 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 46 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Neufond, das sie im Süden abschnittsweise begrenzt, vom Flüsschen Antinol, das sie im Osten abschnittsweise begrenzt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cladech liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Das Gemeindegebiet befindet sich auf der Causse de Daglan, südwestlich von Daglan, zwischen Saint-Cyprien, Domme und Villefranche-du-Périgord, einem weitläufigen, zerklüfteten Gebiet mit zahlreichen Kalksteinfazies, das hauptsächlich aus Trockengrasland, Steppen und im Winter laublosen Wäldern besteht. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen, die für bestimmte aus dem Känozoikum datieren, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief von Cladech zeigt eine hügelige Landschaft oberhalb der Dordogne, die im Westen und im Osten des Gemeindegebiets bewaldet ist und durch die Täler der Flüsse Neufond und Antinol markant eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen zum Zentrum des Gemeindegebiets zu. Der topografisch höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt mit 268 m Höhe unweit südlich des Dorfzentrums, der tiefste Punkt im äußersten Nordosten beim Austritt des Antinol aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum befindet sich auf etwa 250 m Höhe.
Rund 53 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen, genutzt, rund 45 % sind bewaldet, rund 2 % entfallen auf Gebiete mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Cladech wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
| Allas-les-Mines | ||
| Saint-Germain-de-Belvès | Veyrines-de-Domme | |
| Carves |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Cladech als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Im nahezu gesamten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets, außer in der Mitte und im Nordosten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Cladech der Zone 2 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein moderates Radonpotenzial besteht, jedoch bestimmte geologische Faktoren den Radoneintrag in Gebäuden begünstigen können.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erstmalige Erwähnungen des Dorfnamens erfolgten in verschiedenen Formen im 13. Jahrhundert: Clidochs, Cludois, Cludoih, dann Cludech (1269) und Claduch (1293). Die moderne Schreibweise erschien am Ende des 15. Jahrhunderts in der latinisierteren Form Cladechium (1491). Der Name kommt von einem Wort des Spätlateins, clodicium, einer Variante von clausium, das ein mit Hecken umzäuntes Feld bezeichnet. Es ist eine Ableitung des Verbs claudere oder cludere (deutsch schließen, versperren), das dem Französischen das Wort clore (deutsch schließen, einfrieden) und dem Okzitanischen das Wort claure gegeben hat, wo regional ein Landgut als clausa bezeichnet wird.[5]
Seine beherrschende Lage und die zahlreichen Wälder machen Cladech zu einem sehr attraktiven Ort. Es ist seit gallorömischer Zeit besiedelt, wie archäologische Funde belegen.
Cladech wurde schon sehr früh, lange vor den Nachbarorten Beynac und Castelnaud, zu einer Kastellanei erhoben. Es verfügt über mehrere Herrenhäuser und Taubenschläge, die vom Einfluss des Orts unter dem Ancien Régime zeugen. In Cladech befinden sich alte Steinbrüche und Braunkohlegruben.[6]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Cladech: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 286 | |||
| 1800 | 344 | |||
| 1806 | 308 | |||
| 1821 | 277 | |||
| 1831 | 270 | |||
| 1836 | 296 | |||
| 1841 | 305 | |||
| 1846 | 312 | |||
| 1851 | 290 | |||
| 1856 | 300 | |||
| 1861 | 330 | |||
| 1866 | 275 | |||
| 1872 | 280 | |||
| 1876 | 296 | |||
| 1881 | 302 | |||
| 1886 | 259 | |||
| 1891 | 247 | |||
| 1896 | 226 | |||
| 1901 | 221 | |||
| 1906 | 205 | |||
| 1911 | 203 | |||
| 1921 | 199 | |||
| 1926 | 165 | |||
| 1931 | 147 | |||
| 1936 | 145 | |||
| 1946 | 224 | |||
| 1954 | 135 | |||
| 1962 | 118 | |||
| 1968 | 115 | |||
| 1975 | 91 | |||
| 1982 | 96 | |||
| 1990 | 81 | |||
| 1999 | 84 | |||
| 2006 | 87 | |||
| 2013 | 93 | |||
| 2020 | 103 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Sainte-Radegonde aus dem 13. Jahrhundert
- Das Schloss Cladech wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Das Anwesen verfügt über zwei quadratische Türme und einen Taubenschlag. Es war einst das Lehen der Familie Rousset de Saint-Pardoux.[11]
- Das Herrenhaus in Cadech stammt aus dem 17. Jahrhundert
-
Kirche Sainte-Radegonde
-
Herrenhaus
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 43 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Cladech erwerbstätig, entsprechend 76,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse.[12]
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 12 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, stieg auf 13 im Jahr 2000, sank auf 6 im Jahr 2010 und auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 83,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 277 Hektar im Jahre 1988 auf 98 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 23,1 Hektar auf 49 Hektar.[14][15][16]
Fernwanderweg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 84 Kilometer lange Fernwanderweg GR 64 von der Brücke über die Ouysse (Département Lot) nach Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil durchquert das Gemeindegebiet im Nordosten auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometer.[17]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cladech liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 53/D 50 durchquert das südliche Gemeindegebiet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 110
- ↑ Cladech (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Cladech. EHESS, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Cladech (24122). INSEE, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Cladech (24122). INSEE, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Cladech (24122). INSEE, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Château de Cladech (Dordogne). chateau-fort-manoir-chateau.eu, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier complet Commune de Cladech (24122). INSEE, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Cladech. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ GR®64 - Du pont sur l'Ouysse (Lot) aux Eyzies-de-Tayac-Sireuil (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
