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Audrix

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Audrix
Audrics
Audrix (Frankreich)
Audrix (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Vallée de l’Homme
Koordinaten 44° 53′ N, 0° 57′ OKoordinaten: 44° 53′ N, 0° 57′ O
Höhe 60–242 m
Fläche 6,22 km²
Einwohner 272 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 24260
INSEE-Code
Website www.commune-audrix.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)

Audrix (Aussprache [oˈdʁiks], okzitanisch Audrics) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit 272 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2022) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Einwohner werden Audrixois und Audrixoises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Audrix liegt etwa 38 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 56 Kilometer südwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 21 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne, liegt oberhalb des linken Ufers der Vézère, besitzt aber kein ständiges Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Audrix liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1]

Die Gemeinde liegt auf einer hügeligen, bewaldeten Hochebene, die durch das Tal der Vézère von Nordwesten bis Norden begrenzt wird. Das Gelände steigt von Nord nach Süd nach und nach bis zu Erhebungen von 242 m Höhe an. Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 60 m im Norden an einer Stelle, die der Vézère am nächsten kommt. Der Ortskern befindet sich auf etwa 227 m Meereshöhe.

Etwa 57 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 42 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, etwa 1 % entfällt auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Audrix wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Le Bugue Campagne
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Saint-Chamassy Coux et Bigaroque-Mouzens
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Audrix

Naturrisiken manifestieren sich in Audrix als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Beim nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten zur Vorbeugung von Waldbränden.[3] Wie die Risikokarte zeigt, ist Audrix im südlichen Teil seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

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Audrix besaß einst einen Adelssitz eines Lehens in der Kastellanei Limeuil. Das Gebiet war seit der gallorömischen Zeit besiedelt. Das Toponym erschien in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der Form Audris nach der Errichtung der befestigten Kirche. Er taucht auch in einer latinisierten Schreibweise im 14. Jahrhundert, Audricum (1382), auf. Der Name der Gemeinde hat seinen Ursprung im Namen Audricus, einer Person aus germanischer Herkunft.[5]

Audrix war eines der sieben Erzpriestertümer des Bistums Sarlat, die 1318 von Raymond de Roquecorn, dem ersten Bischof dieser Stadt, gegründet wurden. Dieses Erzpriestertum umfasste acht Pfarreien. Audrix wurde im Verlauf des Hundertjährigen Krieges abwechselnd von den Franzosen und den Engländern besetzt.

Bevölkerungsentwicklung

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Audrix: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
321
1800
  
292
1806
  
262
1821
  
411
1831
  
424
1836
  
412
1841
  
410
1846
  
451
1851
  
502
1856
  
325
1861
  
429
1866
  
366
1872
  
296
1876
  
289
1881
  
319
1886
  
242
1891
  
233
1896
  
187
1901
  
203
1906
  
210
1911
  
197
1921
  
130
1926
  
142
1931
  
142
1936
  
145
1946
  
140
1954
  
134
1962
  
122
1968
  
116
1975
  
120
1982
  
130
1990
  
180
1999
  
238
2006
  
280
2013
  
288
2020
  
263
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8][9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 250 und 500 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang geführt, der sich jedoch wegen des zunehmenden Tourismus in der Region seit den 1960er Jahren wieder in ein deutliches Wachstum verkehrt hat.[10]

Sehenswürdigkeiten

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  • Die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens ist ein einschiffiger romanischer Bau des 12./13. Jahrhunderts mit einer halbrunden, aus Bruchsteinen errichteten Apsis, auf die im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) ein polygonal gebrochenes und auch zu Verteidigungszwecken genutztes Glockengeschoss aufgesetzt wurde. Die äußerst schmucklose Fassade wird von einem Rechteckgiebel überhöht; ein kleines Rundfenster belichtet das mit einer hölzernen Flachdecke bedeckte Kirchenschiff, welches sowohl einen Eingang im Westen als auch auf der Südseite hat. Im Inneren sind Spuren mittelalterlicher Fresken zu finden, die vom künstlerischen Reichtum dieser Zeit zeugen. Der Kirchenbau ist seit 1973 als Monument historique eingeschrieben.[10]
  • Eine kleine spätmittelalterliche Markthalle (halle) auf hölzernen Stützen befindet sich im Ortszentrum.
  • Die Tropfsteinhöhle Gouffre de Proumeyssac (44° 53′ 28″ N, 0° 56′ 7″ O) ist eine seit dem 18. Jahrhundert bekannte natürliche Höhle und war umgeben von gruseligen Legenden. Es wurde auch „Teufelsloch“ genannt und war mit geheimnisvollen Flammen und das Verschwinden von Reisenden, die Opfer von Banditen wurden, verbunden. Bei mehreren Gelegenheiten war die Öffnung verstopft, aber die Zeit hat es unweigerlich wieder geöffnet. Im Jahr 1907 wurde die Schlucht auf Wunsch des Besitzers Pierre Frances erstmals von Gabriel Galou erforscht. Er entdeckte einen spektakulären unterirdischen Raum und markierte damit den Beginn des unterirdischen Tourismus in Proumeyssac. Die ersten Touren wurden mit Gondeln durchgeführt, und schrittweise wurden Verbesserungen vorgenommen: Beleuchtung, Sicherheit und der Bau eines 112 Meter langen Tunnels für den Fußgängerzugang. Während der Arbeiten wurden menschliche und tierische Knochen sowie Bronzemünzen von König Franz I. ausgegraben, die heute im Höhlenmuseum ausgestellt sind. Wissenschaftler vermuten die Existenz eines noch größeren Hohlraums unter der Höhle, doch bisher konnte dieser durch keine Erkundung freigelegt werden. In der stark kalkhaltigen Atmosphäre der Höhle ist ein Gestell mit verschiedenen Tongefäßen zu sehen, welche binnen Jahresfrist eine petrifizierte Oberfläche erhalten und an Touristen verkauft werden.

Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde: Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden; Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Felder und Weiden, aber auch Walnuss-, Esskastanien- und Obstbäume die Region. Auch Trüffel und Gänseleberpastete zählen zu den regionalen Produkten. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 115 Personen in Audrix erwerbstätig, entsprechend 42,3 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 11 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (16).[11]

Branchen und Betriebe

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39 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Audrix wirtschaftlich aktiv:[11]

Branche
Anzahl %
Gesamt 39
Fertigung, Bergbau und andere Industrien 5 12,8 %
Baugewerbe 9 23,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 9 23,1 %
Information und Kommunikation 2 5,1 %
Finanzen und Versicherungen 1 2,6 %
Immobilien 1 2,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 6 15,4 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln 4 10,3 %
Andere Dienstleistungen 2 5,1 %

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 12 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000, erhöhte sich auf 18 im Jahr 2010 und sank schließlich auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 83 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verminderte sich von 275 Hektar im Jahre 1988 auf 49 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22,9 Hektar auf 24,4 Hektar.[13][14][15]

Audrix liegt fernab von größeren Verkehrsachsen und ist nur über eine nachgeordnete Departementsstraße und lokale Landstraßen erreichbar.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Audrix – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  4. Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  5. Tanet, Hordé, Seite 34
  6. Notice Communale Audrix. EHESS, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  7. Populations légales 2006 Commune d’Audrix (24015). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2013 Commune d’Audrix (24015). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2020 Commune d’Audrix (24015). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  10. a b Église Saint-Pierre, Audrix in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  11. a b Dossier complet Commune d’Audrix (24015). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Audrix. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).