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Domme

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Domme
Domme (Frankreich)
Domme (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Domme Villefranche-du-Périgord
Koordinaten 44° 48′ N, 1° 13′ OKoordinaten: 44° 48′ N, 1° 13′ O
Höhe 60–303 m
Fläche 24,91 km²
Einwohner 906 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 36 Einw./km²
Postleitzahl 24250
INSEE-Code
Website www.domme.fr

Domme im Morgennebel

Domme (Aussprache [dɔm], okzitanisch Doma) ist eine französische Gemeinde mit 906 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Dommois und Dommoises genannt.

Im Mittelalter als Bastide auf einem 250 Meter hohen Felsvorsprung über der Dordogne erbaut, gilt es heute als eines der schönsten Dörfer Frankreichs im Verband Les plus beaux villages de France[1] und ist ein großer touristischer Anziehungspunkt in der Region des Périgord noir. Domme wird auch als „Akropolis des Périgord“ bezeichnet.

Die Gemeinde erhielt 2025 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.[2]

Blick auf das Tal der Dordogne von Domme aus gesehen
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Domme liegt etwa 57 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 10 Kilometer südlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 58 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac am südöstlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich am Südufer der Dordogne und wird außerdem entwässert vom Flüsschen Courrégude sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Domme liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[3] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist abseits der Schwemmebene der Dordogne und eine nahezu baumlose Fläche rund um den Flugplatz Sarlat-Domme eine bewaldete Hügellandschaft auf. Der topografisch höchste Punkt mit 303 m Höhe befindet sich auf einer Hochebene südöstlich des Zentrums westlich des Flugplatzes Sarlat-Domme, der niedrigste Punkt ist mit 60 m im äußersten Westen beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum der Gemeinde liegt oberhalb des Dordogne-Tals auf einem Felssporn auf etwa 213 m Höhe.

Rund 55 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 37 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 5 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 4 % auf Binnengewässer.[4]

Domme wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

La Roque-Gageac Vitrac Carsac-Aillac
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Groléjac
Cénac-et-Saint-Julien Nabirat

Natürliche und technologische Risiken

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Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Domme

Naturrisiken manifestieren sich in Domme neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1993, 1996, 1997, 1999, 2000, 2001 und 2021 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet bis auf Teile der Schwemmebene der Dordogne und rund um den Flugplatz besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[5]

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.[6]

Es gibt zwei Datierungsreihen für den Namen von Domme, die zwei früheren Teile des Dorfes entsprechen. Die erste verweist auf die frühere Burg, die von Simon de Montfort im Jahre 1215 zerstört wurde. Belegt sind Doma (1214), dann Castrum de Doma Vetera (deutsch Burg von Dome Vieille) in 1283 und Dome in 1374. Die letzte Schreibweise war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gebräuchlich. Der andere Teil von Domme auf dem Felssporn steht im Zusammenhang mit der Bastide. Schriftlich festgehalten wurden Mons de Doma in 1280, Castrum de Monte Domae in 1283 und Dosme in 1334.

Domme kommt von einem gallischen Wort °duma (deutsch Berg, Gebirge), was zur geografischen Lage passt. Jedoch könnte Domme auch vom okzitanischen doma (deutsch Kuppel) stammen, das das spätlateinische doma aufgreift, das eine Dachterrasse bezeichnet, und bezieht diese Bedeutung aus dem altgriechischen dôma, auch mit der Bedeutung Hausname. Es erscheint schwierig, eine der beiden Lösungen zu präferieren, weil die eine wie die andere die Form des Standorts beschreiben.[7]

Porte des Tours von außen

Bastide (von okzitanisch bastir ‚bauen‘) ist die Bezeichnung für die im Mittelalter in unbebauter Landschaft gegründeten und in einem Zug erbauten Städte und Dörfer im Gegensatz zu über längere Zeiträume „gewachsenen“ Ortschaften.

Anlass der Erbauung

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Der Wechsel der Herrschaftszugehörigkeit Süd- und Westfrankreichs zur englischen Krone durch eheliche Verbindungen der Königshäuser im Jahr 1152 hatte zu kriegerischen Streitigkeiten geführt. Die neuen Grenzen, teilweise identisch mit dem Verlauf der Dordogne, erforderten neue militärische Strategien. Neben der Besetzung gegenüberliegender Burgen entstanden auf beiden Seiten zwischen 1229 und 1373 rund 400 befestigte „künstliche“ Siedlungen, die Bastiden, die der Bevölkerung der Umgebung Schutz vor Raubüberfällen und Kriegen bieten sollten.

Die Grobstruktur des mittelalterlichen Domme weicht von dem bastide-typischen Städtebaumuster ab, das eine konsequent rechtwinklige und schachbrettartige Straßenausrichtung vorsieht, wie ebenso die Einfassung in Form eines gleichmäßigen Rechtecks mit einer Wehrmauer, Wehrtürmen und -toren. Offensichtlich war bei der Standortwahl die exponierte Lage auf einer die Landschaft und das Tal der Dordogne überragenden Erhebung von so großer Bedeutung, dass auf den strengen Grundriss des Ortsplans verzichtet wurde.

Stattdessen findet man in Domme einen trapezförmigen Ortsplan mit polygonal zueinander verlaufenden Straßen, bedingt durch unregelmäßige geographische Höhenprofile. Auch bei der Errichtung der Stadtmauer gab es so gut wie keinen geradlinigen Verlauf. Vielmehr weisen die erst 1310 begonnenen Arbeiten an den Befestigungsanlagen, 27 Jahre nach der Gründung, auf extreme Schwierigkeiten mit deren Konstruktion hin.

Eine weitere Besonderheit ist der nach Westen hin fast spitz zulaufende Ortsgrundriss, der sich vermutlich auf den Standort der alten Burgfeste orientiert, zu der man eine bauliche Verbindung schaffen wollte.

Von nachteiliger Bedeutung bei der Befestigung des Dorfs erwies sich, dass auf der nach Norden zum Tal der Dordogne weisenden Seite des Dorfs auf eine Festungsmauer verzichtet wurde, da man glaubte, die steilen Felswände seien für Angreifer unüberwindbar.

Der Standort ist seit prähistorischer Zeit besiedelt. In einer natürlichen Höhle des Caudon-Felsens wurden Keramikscherben aus der späten Bronzezeit entdeckt. Auch eine Schale mit Deckel und eine mit Graphit bemalte Scherbe aus der frühen Eisenzeit wurden freigelegt. Die Martine-Höhle, die sich unterhalb des heutigen befestigten Dorfs befindet, birgt ebenfalls Schätze aus der Jungsteinzeit.[8]

Haus des Münzprägers an der Place de la Rode

Die Entstehungsgeschichte der Bastide Domme steht im Zusammenhang mit der schon vorher am Westrand des Plateaus gelegenen Burgfeste Domme-Vieille aus dem 11. und 12. Jahrhundert. So wurde die östliche Seite des Plateaus auf Veranlassung König Philipp III. des Kühnen 1281 durch dessen Seneschall Simon de Melun erworben, während die Burg selbst im Besitz des Bischofs von Sarlat blieb.

Die Gründung der Bastide Domme erfolgte 1281 durch Philipp den Kühnen zur effektiveren Kontrolle des Dordogne-Tals. Gleichzeitig sollten damit mögliche Ausdehnungsabsichten englischer Siedler in der Gascogne abgewendet werden.

Die königliche französische Bastide Domme wurde mit zahlreichen Privilegien ausgestattet, darunter dem Recht zur Prägung eigener Münzen, der Benennung eigener Konsuln, der Einrichtung einer öffentlichen Verwaltung und lokalen Gerichtsbarkeit sowie zahlreichen Steuerbefreiungen.

Von 1307 bis 1318 hielt man im Stadttor Porte des Tours 70 Ritter des Templerordens als Gefangene.

Markthalle von Süden

Im Hundertjährigen Krieg

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Trotz oder gerade wegen seiner militärstrategisch günstigen Lage wurde die Bastide Domme oftmals Gegenstand anglo-gascognischer Expansionsbestrebungen im Aquitanien des Hundertjährigen Krieges, in dem Domme oftmals Schauplatz intensiver Kämpfe war. So wechselte das Dorf seit 1347 mehrmals zwischen Franzosen und Engländern den Besitz. In den Kriegswirren gründeten 1375 die Augustiner in Domme ein Priorat. 1417 wurde das Dorf von den Engländern eingenommen, die es dann fast zwanzig Jahre lang besetzt hielten. In dieser Zeit wurde die königliche Burgfeste unwiederbringlich zerstört.

Erst 1438 wurde die Bastide definitiv französisch. Laut Bevölkerungserhebungen des lokalen Klerus sank die Zahl der Gemeindemitglieder der Bastide durch die Kriegsfolgen in dieser langen Zeit von annähernd 1000 auf knapp 100 Personen. Das Verlassen der Bastide war auf Befehl des Seneschalls des Périgord unter Androhung der Enteignung streng verboten.

Religionskriege

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Domme, Kirche in der Nordecke des Marktplatzes

Nach Beendigung des Hundertjährigen Krieges widersetzte sich die Bastide Domme im Vorfeld der Religionskriege als streng katholische Gemeinde vehement hugenottischem Einfluss, deren plündernde Horden auch durch das Périgord zogen. So gelang es schließlich 1588 nach sechzehnjähriger Belagerung dem protestantischen Kapitän Geoffroy de Vivans in einem nächtlichen Überraschungscoup mit dreißig Gefährten den flussseitigen Steilhang an der Nordseite der Bastide zu erklimmen, seinem Belagerungsheer die Stadttore zu öffnen und unbemerkt in das Dorf einzudringen. Die Felsklippen hatte man im Vertrauen auf deren natürliche Verteidigungswirkung unbefestigt gelassen.

Geoffroy de Vivans verschanzte sich in der Bastide und richtete in ihr für vier Jahre eine Garnison ein. Er ließ das Augustiner-Priorat und das Kirchengebäude abbrennen und führte den protestantischen Glauben ein.

Die Eskalation der konfessionellen Auseinandersetzungen im Lande und die wachsenden Erfolge der Katholiken, vor allem im Périgord, zwangen Geoffroy 1592 zum Verkauf der in Schutt und Asche liegenden Bastide gegen eine Zahlung von 40.000 Livres an die Katholiken.

Wehrerker am Stadttor

Nach Aufräumung und weitgehender Wiederherstellung von Domme florierte im 17. Jahrhundert wieder der Weinbau. Die erfolgreichen Märkte des Dorfs waren bald in der ganzen Region bekannt.

Aus dieser Zeit stammt auch die Markthalle. Die zerstörte Kirche wurde damals ebenfalls neu errichtet und erhielt im 19. Jahrhundert das jetzige Portal und den Glockenturm.

Bevölkerungsentwicklung

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Domme: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
1.990
1800
  
1.898
1806
  
1.823
1821
  
1.960
1831
  
2.075
1836
  
1.994
1841
  
1.768
1846
  
2.096
1851
  
2.115
1856
  
2.044
1861
  
1.996
1866
  
2.000
1872
  
1.846
1876
  
1.823
1881
  
1.702
1886
  
1.640
1891
  
1.635
1896
  
1.562
1901
  
1.424
1906
  
1.547
1911
  
1.411
1921
  
1.220
1926
  
1.163
1931
  
1.092
1936
  
1.141
1946
  
1.110
1954
  
949
1962
  
855
1968
  
876
1975
  
891
1982
  
910
1990
  
1.030
1999
  
987
2006
  
1.036
2013
  
961
2020
  
907
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

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Die mittelalterliche Stadtmauer (frz. Remparts) ist in fast vollständiger Länge erhalten und teilweise durch einen inneren Wallrundgang, der promenade des remparts, zugänglich. Der südliche Teil des Dorfs wird auch heute noch über drei Tore erschlossen. Sie ist seit 1943 als Monument historique klassifiziert.

Graffiti von Tempelrittern in der Porte des Tours

Das spitzbogige Tor ist heute nur ein einfacher Durchlass in der Stadtmauer in westlicher Richtung, war aber einst durch ein Fallgatter verschlossen.

Porte de la Combe

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Der nach Süden gerichtete Torturm ist mit einem spitzbogigen Tordurchlass mit Fallgatter ausgestattet. Das Mauerwerk des im Grundriss rechteckigen Gebäudes ragt noch deutlich über den Bogenscheitel des Tors empor. Die beidseitig anschließenden Stadtmauern weisen unmittelbar neben dem Torturm größere Schießscharten auf.

Porte des Tours

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Das am besten erhaltene Stadttor, gleichzeitig das Wahrzeichen Dommes, bezieht seinen Namen von den beiden flankierenden Türmen, außenseitig im Grundriss halbkreisförmig gerundet, stadtseitig plan hochgeführt, mit wuchtig wirkendem Bossenmauerwerk bekleidet. Diese Wachtürme wurden gegen Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag von Philipp dem Schönen errichtet. Zwischen 1307 und 1318 hielt man in deren Untergeschossen siebzig Ritter des aufgelösten Templerordens gefangen. Sie haben an den Wänden zahlreiche Graffiti hinterlassen. Die Türme wurden auch danach noch lange als Gefängnisse benutzt. An der beidseitig anschließenden Stadtmauer sieht man auf den Außenseiten die Erker von mittelalterlichen Latrinen, in Art von Maschikulis. Auf den klobigen Mauerwerkstümpfen waren einst mit Schiefer eingedeckte Dachaufbauten aufgesetzt.

Place de la Halle

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Markthalle und Haus des Gouverneurs an der Place de la Halle

Auf dem Platz steht die nach ihr benannte Markthalle aus dem 17. Jahrhundert, mit Arkaden auf einer Längsseite aus wuchtigen runden Steinpfeilern. Sie ist seit 1942 als Monument historique eingeschrieben. Unter den Arkaden befindet sich der Abgang zur Grotte, einer Tropfsteinhöhle. Die Höhlen dienten der Bevölkerung von Domme im Hundertjährigen Krieg und in den Religionskriegen als Zufluchtsstätte. Gegenüber der Markthalle befindet sich das Maison de Gouverneur aus dem 16. Jahrhundert. In der nördlichen Platzecke steht der 1622 wiedererrichtete Bau der Kirche, die nach der Eroberung Dommes durch den Hugenotten Vivans teilweise zerstört worden war. Portal und Glockenturm wurden erst 1837 vollendet.

Geschäft an der Place de la Rode

Von der nördlichen Promenade auf Höhe der Steilfelsen von Domme, der promenade des falaises, oder der Aussichtsterrasse La Barre überblickt man das Tal der Dordogne im Westen bis Beynac und im Osten bis zum Cingle de Montfort. Die Promenade ist wegen ihres einzigartigen, je nach Tages- und Jahreszeit wechselnden Panoramas ein stark besuchter und beliebter Aussichtspunkt.

Rue des Consuls

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Ungefähr auf halber Straßenlänge ist das alte Rathaus in einem Gebäude aus dem 13. Jahrhundert untergebracht. Hier befand sich einst das Gericht des Seneschalls. Daran erinnert vor allem ein Verlies, in das man durch ein Gitter im Boden hineinblicken kann.

Place de la Rode

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Die Place de la Rode diente im Mittelalter als Richtplatz. Die Namensherkunft (ròda okzitanisch für Rad) verrät, dass hier zum Tode Verurteilte durch Rädern hingerichtet wurden. An dem Platz steht außerdem das mit gotischen Fenstern versehene Maison du Batteur de Monnaie, das Haus des Münzprägers.

Die Grande Rue ist von zahlreichen Geschäften gesäumt, die lokale Spezialitäten des Périgord Noir anbieten. Das Haus an der Ecke zur Rue Geoffroy-de-Vivans besitzt fein gearbeitete Fensterkreuze aus der Renaissance.

Kapelle des früheren Augustinerklosters

Rue de la Chapelle

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In dieser Straße findet man die Überreste des früheren Augustinerklosters mit einer Kapelle und Resten eines gotischen Kreuzgangs. Der genaue Zeitpunkt der Gründung des Klosters ist nicht bekannt, es existierte jedoch bereits in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts. Die Augustiner wurden von Geoffroy de Vivans, dem Anführer der Protestanten, der das Kloster 1589 niederbrannte, als er die Stadt Domme einnahm, vertrieben und dort erst 1617 wieder angesiedelt. Im folgenden Jahr wurde dort eine Schule gegründet, die Lesen, Schreiben, Rechnen und die Grundlagen der lateinischen Sprache lehrte. Als die Mönchsorden während der Revolution aufgelöst wurden, wurden die Gebäude und Nebengebäude des Klosters verkauft. Das Kloster nahm ein großes Rechteck ein. Von diesem Ensemble sind nur noch die Kapelle und ein auf alten Fundamenten wiederaufgebautes Gebäude erhalten. Die Kapelle ist seit 1971 als Monument historique eingeschrieben.[13]

Musée d’Art et Traditions populaires

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Schloss Caudon

Schloss und Park Caudon

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Unter dem Erstem Kaiserreich von Jacques de Maleville, Anwalt, Senator und einem der Verfasser des Code civil, erbautes Schloss. Die Nebengebäude und die Orangerie wurden einige Jahre später von seinem Sohn gebaut und der Park angelegt. Um 1835 wurde das Schloss von seinem Enkel Lucien, Senator und Landschaftsmaler, um ein Stockwerk erhöht und mit zwei Pavillons ergänzt. Das Schloss besteht aus einem großen rechteckigen Hauptgebäude, das von zwei niedrigen Seitenpavillons flankiert wird. Das Ganze ist mit Schieferdächern gedeckt. Gärten wurden parallel zum Bau des Schlosses angelegt und umfassen einen Gemüse-Obst-Garten und einen durch einen Buchsbaumgarten getrennten Park. Die Orangerie diente dem Maler Lucien de Maleville (1881–1964) als Werkstatt. Zunächst wurden nur Fassaden und Dächer im Jahre 1998 als Monument historique eingeschrieben, im Jahre 2015 schließlich die Gesamtheit der Schlossanlage.[14]

Monolithische Kapelle
Dolmen von Giversac

Monolithische Kapelle und gallorömischer Friedhof in Caudon

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Der Überlieferung nach ist Caudon einer der ersten evangelisierten Orte im Périgord. Dort wurden schon immer Gottesdienste gefeiert. Es handelt sich um eine Höhle, deren Gewölbe durch ein Kreuzgratgewölbe verstärkt wurde. Ein Bleiglasfenster und eine Tür erhellen es. Der Friedhof, der mehrere in den Fels gehauene Gräber in Form eines menschlichen Körpers sowie eine Grabnische umfasst, erstreckt sich bis zur Apsis und zur linken Seite der Kapelle. Es folgt der Unebenheit und Form des Gesteins. Kapelle, Friedhof und angrenzende Parzelle mit Überresten sind seit 1948 als Monument historique eingeschrieben.[15]

Dolmen von Giversac

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Der Dolmen aus der Jungsteinzeit ist seit 1962 als Monument historique eingeschrieben.[16]

In der Nähe von Domme soll sich ein nach ihr benannter Standort der angeblichen französischen Lauschorganisation „Frenchelon“ befinden.

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[17]

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 348 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Domme erwerbstätig, entsprechend 76,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,7 %) etwas höher war als bei den Frauen (76,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 42 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (79). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 21,5 % (2016) auf 12,1 % (2022).[18]

Branchen und Betriebe

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151 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Domme wirtschaftlich aktiv:[18]

Branche
Anzahl %
Gesamt 151
Fertigung, Bergbau und andere Industrien 10 6,6 %
Baugewerbe 14 9,3 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 67 44,4 %
Information und Kommunikation 1 0,7 %
Immobilien 13 8,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 24 15,9 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln 10 6,6 %
Andere Dienstleistungen 12 7,9 %

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[19] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 19 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 62,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 505 Hektar im Jahre 1988 auf 447 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 14,4 Hektar signifikant auf 34,4 Hektar.[20][21][22]

Der 84 Kilometer lange Fernwanderweg GR 64 von der Brücke über die Ouysse (Département Lot) nach Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil durchquert das Gemeindegebiet.[23]

Domme liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Domme mit Sarlat-la-Canéda.[24]

  • Susanne Böttcher (Hrsg.): Périgord, Dordogne, Limousin. (= Der Grüne Reiseführer.) Travel-House-Media, München 2006, ISBN 3-8342-8995-7.
  • Thorsten Droste: Périgord und Atlantikküste. Kunst und Natur im Tal der Dordogne und an der Côte d’Argent von Bordeaux bis Biarritz (= DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer.). 9. Auflage. Dumont, Köln 1989, ISBN 3-7701-1197-4.
  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Domme – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Domme auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. Domme. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  3. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  4. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  5. Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  6. Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  7. Siehe Tanet, Hordé, Seiten 132–133
  8. Domme (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  9. Notice Communale Domme. EHESS, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  10. Populations légales 2006 Commune de Domme (24152). INSEE, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  11. Populations légales 2013 Commune de Domme (24152). INSEE, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  12. Populations légales 2020 Commune de Domme (24152). INSEE, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  13. Abbaye in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  14. Château et parc de Caudon in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  15. Chapelle monolithe de Caudon, cimetière gallo-romain et parcelle voisine A 1981 contenant des vestiges in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  16. Dolmen de Giverzac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  17. École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  18. a b Dossier complet Commune de Domme (24152). INSEE, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  19. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  20. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Domme. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  21. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  22. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  23. GR®64 - Du pont sur l'Ouysse (Lot) aux Eyzies-de-Tayac-Sireuil (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).
  24. Cars régionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 30. Januar 2026 (französisch).