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Orliac

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Orliac
Orlhac
Orliac (Frankreich)
Orliac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Domme Villefranche-du-Périgord
Koordinaten 44° 43′ N, 1° 4′ OKoordinaten: 44° 43′ N, 1° 4′ O
Höhe 139–305 m
Fläche 10,54 km²
Einwohner 43 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 4 Einw./km²
Postleitzahl 24170
INSEE-Code

Orliac – Ortsbild

Orliac (Aussprache [ɔʁˈljak], okzitanisch Orlhac) ist eine französische Gemeinde mit 43 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Orliacois und Orliacoises genannt.

Die Gemeinde erhielt 2026 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.[1]

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Orliac liegt etwa 59 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 23 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 48 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac im Südosten des Départements in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne und wird entwässert von dem Flüsschen Beuze und verschiedenen kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Orliac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[2] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Orliac erstreckt sich über eine bewaldete Hügellandschaft mit Erhebungen über 300 m Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit 305 m Höhe befindet sich im Südosten in der Nähe des Lieu-dit la Bourre. Der niedrigste Punkt ist mit 139 m im äußersten Norden beim Austritt der Beuze aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Dorfzentrum liegt auf etwa 232 m Höhe.

Rund 79 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 21 % werden landwirtschaftlich genutzt (Stand: 2018).[3]

Orliac wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Doissat
Sainte-Foy-de-Belvès Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Mazeyrolles Prats-du-Périgord

Natürliche Risiken

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Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Orliac

Naturrisiken manifestieren sich in Orliac als

  • Waldbrände
  • Bodensetzungen
  • Bodenbewegungen

Da das Gemeindegebiet in großen Teilen mit Wald bedeckt ist, besteht im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4] Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.[5][6]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet zu 90 % von einer mittleren, vereinzelt starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitale Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt.[7]

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Orliac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürze anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.[8]

Etymologie und Geschichte

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Das Gebiet von Orliac war in der gallorömischen Zeit besiedelt. Die mit Schieferplatten gedeckte romanische Kirche mit Tonnengewölbe stammt aus der Zeit vor der ersten Erwähnung des Dorfnamens. Die Form Orlhac ist im 13. Jahrhundert belegt, gefolgt von den latinisierten Formen Orlhacum im Jahr 1364 und Orliacum im Jahr 1372, wobei die Buchstabenkombinationen -lh- und -li- gleich ausgesprochen werden. ´Die einzelne Schreibweise Dourlhac im Jahr 1555 entspricht (d’) Ourlhac. Orliac stammt von einem gallorömischen Personennamen, Orillius, gefolgt vom Suffix .acum, der zweifellos vom lateinischen Aurelius kommt.[9]

Im Mittelalter waren die Häuser von Orliac um die im 12. Jahrhundert erbaute Kirche herum angeordnet. Im Laufe der Jahrhunderte war das Dorf von Ackerbau und Viehzucht geprägt.

Das Dorf Orliac zeichnete sich im Jahr 2000 durch den Gewinn der Rubans du Patrimoine (deutsch Bänder des Kulturerbes) aus, einer jährlichen Auszeichnung, die nur an drei Gemeinden in Frankreich verliehen wird. Es belohnt die Qualität der Restaurierung des architektonischen Erbes des Dorfes.[10]

Bevölkerungsentwicklung

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Orliac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
348
1800
  
316
1806
  
317
1821
  
327
1831
  
376
1836
  
366
1841
  
347
1846
  
357
1851
  
374
1856
  
417
1861
  
384
1866
  
342
1872
  
217
1876
  
213
1881
  
232
1886
  
253
1891
  
230
1896
  
220
1901
  
213
1906
  
185
1911
  
170
1921
  
147
1926
  
144
1931
  
134
1936
  
121
1946
  
138
1954
  
111
1962
  
80
1968
  
73
1975
  
87
1982
  
77
1990
  
72
1999
  
51
2006
  
50
2013
  
61
2020
  
49
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[11] INSEE ab 2006[12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Pfarrkirche Saint-Matthieu

Sehenswürdigkeiten

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  • Der Dorfplatz und die angrenzenden Gassen mit ihren alten Häusern sind außergewöhnlich sehenswert.
  • Der Ursprung der Pfarrkirche Saint-Matthieu reicht mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurück. Den Kern des Bauwerks bildet ein ehemaliger Wachturm mit außergewöhnlich dicken Mauern aus nur wenig behauenen Bruchsteinen; in diesen wurde die flach schließende Apsis mit drei schießschartenartigen Fenstern integriert. Im 13. Jahrhundert wurde das hohe, aber nahezu fensterlose Kirchenschiff angebaut. Die schmucklose Fassade erhielt im 17. Jahrhundert ein Portal im Stil der Renaissance bzw. des Frühbarock. Der ungewöhnliche Kirchenbau ist seit 1951 als Monument historique eingeschrieben.[13]
  • Ganz in der Nähe befindet sich ein Taubenhaus.
  • Eine mittelalterlich anmutende, auf Holzstützen ruhende Markt- und Versammlungshalle steht am Ortsrand. Sie wurde erst im Jahr 1990 erbaut.
  • Unmittelbar daneben befindet sich ein Brunnen mit einer neuzeitlichen Skulptur (La Vie) des italienischen Bildhauers Giovanni Carosi.

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2023 waren 20 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Orliac erwerbstätig, entsprechend 71,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (76,5 %) bedeutend höher war als bei den Frauen (66,7 %).[14]

Orliac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[15]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 5 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 68,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 229 Hektar im Jahre 1988 auf 148 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg beträchtlich von 14,3 Hektar auf 29,6 Hektar.[17][18][19]

Orliac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Orliac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Orliac. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  2. ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  3. ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  4. ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken (französisch) (Memento vom 19. September 2026 im Internet Archive)
  5. ↑ Plans de Protection des Forêts Contre les Incendies (französisch) (Memento vom 8. September 2025 im Internet Archive)
  6. ↑ Plans Départementaux et Inter-Départementaux de Protection des Forêts contre les Incendies (französisch) (Memento vom 14. Juli 2026 im Internet Archive)
  7. ↑ Retrait-gonflement des argiles dans la construction. Ministerium für ökologischen Wandel, Regionalplanung, Verkehr, Stadt und Wohnen, 9. April 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  8. ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität und internationale Verhandlungen über Klima und Natur, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  9. ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 253
  10. ↑ Orliac (französisch) (Memento vom 14. September 2016 im Internet Archive)
  11. ↑ Notice Communale Orliac. EHESS, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  12. ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 15. Oktober 2026
  13. ↑ Église Saint-Matthieu, Orliac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  14. ↑ Dossier complet - Commune d’Orliac (24313). INSEE, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  15. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  16. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  17. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Orliac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  18. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).
  19. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Oktober 2026 (französisch).