Aubas
| Aubas Aubàs | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée de l’Homme | |
| Gemeindeverband | Vallée de l’Homme | |
| Koordinaten | 45° 5′ N, 1° 12′ O | |
| Höhe | 68–255 m | |
| Fläche | 17,53 km² | |
| Einwohner | 614 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 35 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24290 | |
| INSEE-Code | 24014 | |
| Website | www.aubas.fr | |
Schloss Sauvebœuf | ||
Aubas (Aussprache [oˈbas], okzitanisch Aubàs) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit 614 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Einwohner werden Aubasins und Aubasines genannt.
Geografie
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Aubas liegt etwa 39 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 28 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 22 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und liegt am linken Ufer der Vézère.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Aubas liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1]
Die Gemeinde ist Teil einer hügeligen, bewaldeten Landschaft, die sich nur vereinzelt um Flurtäler und eine Vielzahl von Lichtungen aller Größenordnungen öffnet. Der topographisch höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 255 m im Südosten nahe dem Weiler La Vignolle der Nachbargemeinde Coly-Saint-Amand, der tiefste Punkt liegt mit 68 m im Südwesten am Austritt der Vézère aus dem Gemeindeareal. Der Ortskern befindet sich auf etwa 77 m Meereshöhe nur wenig über dem Niveau der Vézère.
Etwa 48 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 44 % werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 5 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation, etwa 3 % auf bebaute Flächen.[2]
Aubas wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Auriac-du-Périgord La Bachellerie |
Les Farges | Condat-sur-Vézère | ||
| Montignac-Lascaux | Coly-Saint-Amand | |||
| Aubas: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 600 | |||
| 1800 | 605 | |||
| 1806 | 565 | |||
| 1821 | 629 | |||
| 1831 | 663 | |||
| 1836 | 677 | |||
| 1841 | 649 | |||
| 1846 | 654 | |||
| 1851 | 685 | |||
| 1856 | 690 | |||
| 1861 | 673 | |||
| 1866 | 617 | |||
| 1872 | 542 | |||
| 1876 | 578 | |||
| 1881 | 604 | |||
| 1886 | 591 | |||
| 1891 | 560 | |||
| 1896 | 547 | |||
| 1901 | 519 | |||
| 1906 | 525 | |||
| 1911 | 515 | |||
| 1921 | 482 | |||
| 1926 | 503 | |||
| 1931 | 456 | |||
| 1936 | 506 | |||
| 1946 | 385 | |||
| 1954 | 346 | |||
| 1962 | 363 | |||
| 1968 | 348 | |||
| 1975 | 348 | |||
| 1982 | 395 | |||
| 1990 | 458 | |||
| 1999 | 488 | |||
| 2006 | 587 | |||
| 2013 | 634 | |||
| 2020 | 617 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 550 und 700 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang geführt, der sich jedoch wegen des zunehmenden Tourismus in der Region seit den 1960er Jahren wieder in ein deutliches Wachstum verkehrt hat.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Kirche Saint-Cyr et Sainte-Julitte ist ein einschiffiger romanischer Bau des 12. Jahrhunderts mit einer rechteckigen Apsis. Die eher schmucklose Fassade wird von einem Glockengiebel (clocher mur) überhöht. Auf der Südseite wurde im 15. Jahrhundert eine gotische Kapelle angebaut. Der Kirchenbau ist seit 1970 als Monument historique eingeschrieben.[11]
- Das Schloss Sauvebœuf ist ein zweigeschossiger und ursprünglich dreiflügeliger Bau des 17. Jahrhunderts; an den erhaltenen Wohntrakt wurde später ein Wirtschaftstrakt angebaut. Sehenswert ist auch der runde Taubenturm. Der Schlossbau ist seit 1987 in Teilen und seit 2009 zur Gänze als Monument historique eingeschrieben.[12] Der Name Sauvebœuf, zusammengesetzt aus den beiden Wörtern Sauve und bœuf, könnte sich von saouvestous (isoliert, verlassen) und „bos“ (Wald) ableiten. Somit könnte der Name einem „bewaldeten und verlassenen Ort“ entsprechen. Das Schloss wurde im gleichen Stil wie der Palais du Luxembourg in Paris erbaut und besteht aus einem weitläufigen, langgestreckten Hauptgebäude, das von Pavillons mit Gaubendächern eingerahmt wird und den Fluss Vézère überblickt. Das erste Schloss wurde im 14. Jahrhundert von der Familie de Ferrières in der Nähe einer Furt der Vézère an der Straße von Montignac nach Terrasson erbaut. Im Jahr 1600 ließ Jehan III. de Ferrière es im Renaissancestil renovieren. Es wurde 1633 auf Befehl Richelieus zerstört, als Strafe für ein Duell seines Besitzers. Das Schloss wurde 1636–1637 dank der Intervention von Marie de Hautefort bei König Ludwig XIII. wiederaufgebaut. Nach seiner Heirat mit Marie Geneviève de Vassan, der Witwe des Marquis de Sauvebœuf, ging es in den Besitz von Victor Riqueti de Mirabeau über. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss umfassend restauriert. Bis 1975 wurde es in ein Landgut umgewandelt und danach verlassen, bis es 1987 von Claude Douce erworben wurde. 2013 öffnete Douce sein Schloss der Öffentlichkeit und es birgt ein großes Privatmuseum, das unter anderem eine umfangreiche Sammlung prähistorischer Objekte beherbergt.[13]
- Das Schloss Brégedelle stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
- Kirche Saint-Cyr et Sainte-Julitte
- Kapitelle am Eingangsportal der Kirche
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aubas verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[14]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde: Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden; Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Felder, aber auch Walnuss-, Edelkastanien- und Obstbäume die Region. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.
Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 271 Personen in Aubas erwerbstätig, entsprechend 44,1 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 18 im Jahr 2022 sehr viel niedriger als im Jahr 2016 (40).[15]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]50 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Aubas wirtschaftlich aktiv:[15]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 50 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 5 | 10,0 % |
| Baugewerbe | 13 | 26,0 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 7 | 14,0 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 4,0 % |
| Immobilien | 5 | 10,0 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 10 | 20,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 3 | 6,0 % |
| Andere Dienstleistungen | 5 | 10,0 % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 31 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 22 im Jahr 2000, erhöhte sich leicht auf 23 im Jahr 2010 und sank schließlich auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 58 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verminderte sich von 683 Hektar im Jahre 1988 auf 512 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22 Hektar auf 39,4 Hektar.[17][18][19]
Fernwanderwege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 27 Kilometer lange Fernwanderweg GR 641 von Montignac-Lascaux nach Terrasson-Lavilledieu verläuft auf einem kurzen Abschnitt entlang der südlichen Gemeindegrenze.[20]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 704 herabgestufte ehemalige Route nationale 704, die von Limoges über Condat-sur-Vézère im Norden kommend nach Sarlat-la-Canéda über Montignac-Lascaux im Süden führt, durchquert die Gemeinde. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden Aubas mit weiteren Nachbargemeinden.
Busse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Aubas mit Saint-Léon-sur-Vézère über Montignac-Lascaux, mit Nadillac und mit Brive-la-Gaillarde.[21]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seite 33
- ↑ Pagazani Xavier: Présentation de la commune d'Aubas. Region Nouvelle-Aquitaine, 2013, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Notice Communale Aubas. EHESS, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune d’Aubas (24014). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune d’AAubas (24014). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune d’AAubas (24014). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Église Saint-Cyr et Sainte-Julitte, Aubas in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Château de Sauvebœuf, Aubas in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Le château de Sauvebœuf. Gemeinde Aubas, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- 1 2 Dossier complet Commune d’Aubas (24014). INSEE, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Aubas. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ GR®461 De Montignac-Lascaux à Terrasson-Lavilledieu (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).
- ↑ Regionallinien Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 4. September 2025 (französisch).

