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Der Blauhai (Carcharhinus glaucus, Synonym: Prionace glauca) gehört innerhalb der Haie (Selachii) zur Familie der Requiemhaie (Carcharhinidae). Seinen Namen verdankt er der auffälligen dunkel- bis leuchtendblauen Färbung der Körperoberseite. Mit einer Körperlänge von meist etwa 2,5 bis 3 Metern und maximal rund 4 Metern gehört er zu den größeren Vertretern seiner Familie, charakteristisch sind sein sehr schlanker Körper und die langen, schmalen Brustflossen.
Der Blauhai ist nahezu weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren verbreitet und gehört neben dem Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus longimanus) und dem Seidenhai (Carcharhinus falciformis) zu den am weitesten verbreiteten Hochseehaien. Die Art hält sich überwiegend im offenen Meer auf und unternimmt weiträumige Wanderungen, bei denen einzelne Tiere mehrere tausend Kilometer zurücklegen können. Er ist ein Jäger und ernährt sich vor allem von Schwarmfischen und Kopffüßern, erbeutet jedoch zahlreiche andere Fische und Wirbellose, zudem frisst er Aas und Abfälle. Die Art ist lebendgebärend und kann mit teilweise mehr als 100 Jungtieren außergewöhnlich große Würfe hervorbringen. Die Junghaie ernähren sich im Uterus des Muttertieres über einen Dottersack, der sich zu einer Dottersack-Plazenta entwickelt. Der Blauhai gehört zu den weltweit am häufigsten gefangenen und auch verarbeiteten Haiarten, wobei er auch in der EU ein wichtiger Speisefisch ist.
Die Doppeltgänger ist eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann. Sie entstand Ende Juni oder Anfang Juli 1821 und wurde im Herbst desselben Jahres im Almanach Feierstunden mit einer Vordatierung auf das Jahr 1822 veröffentlicht.
Die Erzählung war ursprünglich als Teil des fragmentarisch gebliebenen Romans des Freiherrn von Vieren konzipiert, den Hoffmann mit Adelbert von Chamisso, Julius Eduard Hitzig und Karl Wilhelm Salice-Contessa plante.
Während der Doppelgänger in anderen Texten Hoffmanns als Mittel zur Darstellung psychologischer Verwirrungszustände oder als atmosphärisches Beiwerk dient, stehen in der Erzählung das Phänomen selbst und die Frage im Mittelpunkt, was es für zwei junge Männer bedeutet, mit einem Ebenbild konfrontiert zu sein.
In der Literaturwissenschaft zählten Die Doppeltgänger lange Zeit zu den am wenigsten geschätzten und nicht selten schroff abgelehnten Werken Hoffmanns. Die überwiegend negativen Bewertungen fanden jedoch auch differenziertere Beurteilungen, wenngleich die wenigen Ansätze zu einer neuen Sichtweise nichts an der nach wie vor geltenden Geringschätzung der Erzählung durch die literaturwissenschaftliche Forschung änderten.
Hans-Joachim Richard „Jochen“ Mass (* 30. September 1946 in Dorfen; † 4. Mai 2025 in Cannes, Frankreich) war ein deutscher Automobilrennfahrer. Er gehörte zu den international profiliertesten Motorsportlern des Landes und war lange Zeit der letzte deutsche Formel-1-Sieger. Mass begann seine Karriere Ende der 1960er-Jahre mit Bergrennen in den Mittelgebirgen um Mannheim, bei denen er mit Unterstützung seines damaligen Arbeitgebers Helmut Hähn in Alfa-Romeo-Wagen startete. 1970 wurde er Werksfahrer bei Ford Deutschland in Köln und erzielte in den Folgejahren bei weltweiten Tourenwagenrennen Erfolge, darunter 1971 als Gewinner der Deutschen Automobil-Rundstrecken-Meisterschaft (DARM) sowie 1972 als Tourenwagen-Europameister und Gesamtsieger des 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps. Parallel dazu stieg er schnell durch die Monoposto-Nachwuchsklassen Formel Super V, Formel 3 und Formel 2 bis in die Automobil-Weltmeisterschaft (seit 1981 Formel-1-Weltmeisterschaft) auf und debütierte dort im Sommer 1973 für Surtees. Von 1974 bis 1977 fuhr er für McLaren und gewann 1975 einen Grand Prix. Nach unbefriedigenden Jahren bei unterfinanzierten Teams wie ATS, Arrows und RAM Racing wechselte er im Spätsommer 1982 vollständig zu den Sportwagen, wo er schon seit 1976 als Werksfahrer für Porsche bei diversen Langstreckenrennen angetreten war und bis Mitte der 1980er-Jahre zahlreiche Läufe gewann, darunter 1987 das 12-Stunden-Rennen von Sebring. 1984 und 1985 startete Mass zudem bei der Rallye Dakar und nahm 1986 am International Race of Champions (IROC) teil.
Stephen Grover Cleveland (* 18. März 1837 in Caldwell, New Jersey; † 24. Juni 1908 in Princeton, New Jersey) war ein amerikanischer Politiker, der von 1885 bis 1889 als 22. und von 1893 bis 1897 als 24. Präsident der Vereinigten Staaten amtierte.
Cleveland stammte aus eher bescheidenen Verhältnissen; sein Vater war Prediger in der Presbyterianischen Kirche. Nach einer kurzzeitigen Beschäftigung als Lehrer in einer Blindenschule in New York City verließ Cleveland 1855 auf der Suche nach einer beruflichen Zukunft die Familie und begann unter der Protektion eines Onkels die Anwaltslehre in Buffalo. Nach der Zulassung vor Gericht 1859 schlug er bald für die Demokratische Partei eine Ämterlaufbahn im Erie County ein und wurde unter anderem Stellvertreter des District Attorney. Nach einer mehrjährigen Anwaltstätigkeit wurde Cleveland 1870 zum Sheriff des Erie County gewählt.
Der als integer geltende und das „Beutesystem“ eingrenzende Cleveland wurde 1881 zum Bürgermeister von Buffalo gewählt und im Jahr darauf zum Gouverneur von New York. Im Juli 1884 folgte schließlich die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Mit seinem Sieg gegen James G. Blaine in einem der schmutzigsten Wahlkämpfe der Geschichte der Vereinigten Staaten – Cleveland wurde in einer Schmähkampagne eine uneheliche Vaterschaft unterstellt – beendete er die jahrzehntelange Herrschaft der Republikaner über das Weiße Haus und wurde erster gewählter Präsident der Demokraten seit James Buchanan.
Frontispiz und Titelblatt von John Tolands antikatholischem Traktat Hypatia: Or the History of a most beautiful, most vertuous, most learned, and every way accomplish’d Lady