Blue Angels
| Blue Angels | |||
|---|---|---|---|
| Land: | |||
| Derzeit verwendeter Flugzeugtyp: | Boeing F/A-18E/F Super Hornet | ||
| Sponsor: | United States Navy | ||
| Basis-Flugplatz: | Naval Air Station Pensacola | ||
| Flugplatz im Winter: | Naval Air Facility El Centro | ||
| Gründung: | 24. April 1946 | ||
| Farben: | Blue Angel Blau, Insignia Gelb | ||
| Weblink: | www.blueangels.navy.mil | ||
| Ab | Bis | Flugzeug | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Juni 1946 | August 1946 | Grumman F6F Hellcat | |
| August 1946 | Ende 1949 | Grumman F8F Bearcat | |
| Anfang 1950 | Ende 1954 | Grumman F9F-2 und F9F-5 Panther | erster Jet |
| Anfang 1955 | Mitte 1957 | Grumman F9F-8 Cougar | verbesserte Panther mit Pfeilflügeln |
| Mitte 1957 | Ende 1969 | Grumman F11F-1 Tiger | erstes Überschall-Flugzeug |
| Anfang 1970 | Ende 1974 | McDonnell Douglas F-4J Phantom II | größtes Flugzeug |
| Anfang 1975 | Ende 1986 | McDonnell Douglas A-4F Skyhawk II | kleinste Maschine |
| November 1986 | November 2020 | McDonnell Douglas F/A-18A/B Hornet | Dienstrekord, 34 Jahre im Einsatz |
| Anfang 2021 | Boeing F/A-18E/F Super Hornet |
Die Staffel besitzt zwölf Jets, davon zehn einsitzige F/A-18A, die in der Show eingesetzt werden und zwei zweisitzige F/A-18B, die für VIP-Flüge verwendet werden.
Sämtliche Jets sind für die Verwendung in der Staffel nur gering verändert: Neben dem Ausbau der M61-Vulcan-Maschinenkanone um Platz für einen Paraffinöltank zu schaffen, wurde die Funktion des Steuerknüppels verbessert, um damit die Kontrolle während des Überkopffluges zu optimieren. Das Paraffinöl wird verwendet, um eine erkennbare Rauchspur hinter den Flugzeugen zu erzeugen. Hierzu wird das Paraffinöl in die laufenden Triebwerke eingespritzt. Dies erleichtert den Zuschauern die Verfolgung der Flugwege und erhöht für die Piloten die Sicherheit, die so besser die Position eines sich nähernden Flugzeugs erkennen können.
Jedes der Flugzeuge besitzt noch den Fanghaken für die Landung auf Flugzeugträgern und ist auch ansonsten grundsätzlich kampftauglich. Nach kleineren Umbauarbeiten sowie einer neuen Lackierung könnte jeder Jet innerhalb von 72 Stunden im Kampfeinsatz verwendet werden. Am 4. November 2020 flogen die Blue Angels die letzte Vorführung mit den F/A-18A und -B Versionen. Ab der Saison 2021 sind sie mit F/A-18 Super Hornets ausgestattet.[6][7]
Transportflugzeuge
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Für den Transport der Bodencrew sowie von Ersatzteilen zu den Flugshows unterhalten die Blue Angels außerdem ein Transportflugzeug. Ab der Gründung der Staffel war dies eine Douglas C-54 Skymaster, die 1968 von einer Lockheed C-121 Constellation abgelöst wurde. Ende 1970 wurde mit der Lockheed C-130 Hercules das noch heute verwendete Transportflugzeug an die Staffel übergeben. Dabei ist anzumerken, dass das Flugzeug offiziell nicht zur US Navy gehört, sondern zum Marine Corps.
Die C-130, die den Spitznamen Fat Albert (nach Bill Cosbys gleichnamiger Zeichentrickserie) trägt, nimmt heute teilweise an der Show teil, wofür ihr bis Mitte November 2009 JATO-Raketen anmontiert wurden. Diese Raketen für einen jet assisted take off erlaubten dem Flugzeug den Start auf Pisten, die nur rund 800 Meter lang sein müssen. Die Fat Albert hob dabei nach weniger als 500 Metern ab und erreichte innerhalb kürzester Zeit eine Höhe von über 300 Metern. Da die verwendeten JATO-Raketen nicht mehr produziert werden, mussten die JATO-Starts der Fat Albert zum Ende der Saison 2009 aus dem Flugprogramm gestrichen werden[8][9]. Nach eigenen Aussagen arbeitet die US Navy bereits an einem Ersatz für die spektakulären JATO-Starts[10].
Lackierung
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Die Flugzeuge der Blue Angels sind in den offiziellen Farben der US Navy gestrichen; sie sind blau grundiert mit goldenen Markierungen. Unter beiden Flügeln prangt der Schriftzug „US Navy“, auf den Seiten ist unter dem Cockpit „Blue Angels“ zu lesen, außerdem die Insigne der Staffel zu sehen. Bei der Gründung der Staffel wurden sämtliche goldenen Lackierungen mit echtem Blattgold verziert[11]. Das Seitenleitwerk zeigt die Nummer des Flugzeuges innerhalb der Staffel.
Die Fat Albert ist blau-weiß grundiert mit goldenen Markierungen und trägt den Schriftzug „United States Marines“. Das Wappen prangt hier auf dem Seitenleitwerk.
Der Wappenschild in seiner gegenwärtigen Form ist diagonal geteilt, oben rechts blau, unten links gold. Im blauen Teil sind vier Flugzeugsilhouetten in Form der F-18 auf weißem Grund zu sehen, frühere Wappen trugen hier den Umriss der jeweils aktuellen Flugzeuge. Im goldenen Teil ist das Wappen des Naval Air Training Command eingearbeitet.
Personal
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Piloten
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Jeder Pilot der Blue Angels ist ein Mitglied der US Navy oder des US Marine Corps. Jeder Offizier, der qualifiziert für Trägerlandungen ist, kann sich bei den Angels bewerben. Als Grundvoraussetzung wird dabei „Karriereorientiertheit“ angegeben. Für die Piloten auf den Flugzeugen Zwei bis Sieben sind mindestens 1250 Flugstunden auf Jets nötig. Die Vergabe dieser Positionen an Bewerber erfolgt mittels Wahl durch die restlichen Piloten, die einstimmig ausfallen muss. Eine Dienstperiode bei den Angels dauert zwei Jahre und wird nicht extra besoldet. Der Pilot der Nummer Eins, also der Kommandierende Offizier, wird hingegen vom Chief of Naval Air Training nominiert, dafür sind über 3000 Stunden Flugerfahrung sowie ein Kommando über eine Jetstaffel nötig. Das Transportflugzeug der Staffel wird grundsätzlich nur von Marines geflogen, auf der Fat Albert werden drei Offiziere und fünf Mannschaftsdienstgrade eingesetzt. Die beiden Piloten müssen als aircraft commander qualifiziert sein und mindestens 1200 Flugstunden aufweisen.
Bisher sind 232 Piloten bei den Blue Angels geflogen, das Durchschnittsalter lag bei 33 Jahren. Durch Unfälle bei den Blues sind bisher 25 Piloten ums Leben gekommen. Der letzte tödliche Absturz ereignete sich am 2. Juni 2016, als die Nummer sechs bei einer Flugshow in Smyrna aus bisher ungeklärten Gründen abstürzte. Der Pilot Captain Jeff Kuss kam dabei ums Leben. Einen Ersatzpiloten für erkrankte fliegende Mitglieder der Staffel gibt es nicht, da dieser nicht genug Gelegenheit bekommen könnte, mit der Crew zu trainieren. Bei Erkrankung bleibt eine Position der Staffel leer, lediglich, wenn Nummer Eins ausfällt, bleibt die ganze Staffel am Boden.
Die Piloten tragen im Gegensatz zu Kampfpiloten keinen Anti-g-Anzug, der auch bei hohen G-Werten ein Absacken des Blutes in die Beine und das Abdomen verhindert. Eine solche Hose „flattert“ beim Aufblasen so stark, dass sie kleine Schläge auf den Steuerknüppel abgibt, der sich zwischen den Beinen des Piloten befindet. Stattdessen trainieren die Angels ihre Bauchmuskeln entsprechend.
Bodencrew
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Neben den neun fliegenden Offizieren sind weitere sieben am Boden tätig. Unter diesen befinden sich die Verantwortlichen für Public Affairs, Nachschub, Verwaltung, Koordination und Wartung, ein Kommentator, der den Zuschauern die Manöver der Staffel ankündigt, sowie ein Flugarzt. Die Offiziere sind teils für zwei, teils für drei Jahre bei den Blue Angels.
Außerdem arbeiten rund 110 Mannschaftsdienstgrade bei den Blue Angels, von denen jeweils rund 45 die Staffel zu einer Flugshow begleiten. Die Mannschaften werden von ihren Vorgesetzten in der Flotte vorgeschlagen und können sich dann dem Auswahlprozess der Blue Angels stellen, der aus Gesprächen mit dem Offizier des jeweiligen Ressorts besteht. Sie bleiben drei Jahre bei der Staffel.
Der Altersdurchschnitt liegt bei 26 Jahren. Im Gegensatz zu den Piloten, bei denen bis 2022 nur in der Fat Albert Frauen flogen, werden am Boden bereits seit 1968 weibliche Offiziere und Mannschaften eingesetzt. 2007 waren 15 Staffelmitglieder weiblich.[5]
Show
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorbereitungen
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Die Flugsaison der Angels geht von März bis November. In dieser Zeit fliegt die Staffel jedes Jahr rund 70 Flugshows auf ca. 35 Veranstaltungen.[5] Neben den Flugshows, die heutzutage von bis zu 15 Millionen[5] Menschen jährlich live angesehen werden, stehen für die Flugzeugführer aber auch soziale Termine an. Dabei besuchen die Piloten pro Jahr rund 50.000 Kinder etwa in Krankenhäusern und Schulen. In der Zeit von Anfang Dezember bis Anfang März halten sich die Piloten zum Wintertraining auf der Naval Air Facility in El Centro, Kalifornien auf. Dabei muss jeder Pilot 120 Flüge absolvieren.
Im September jedes Jahres können sich die Veranstalter von Flugshows beim Department of Defense (DoD) auf einen Auftritt der Blue Angels für die nächste Saison bewerben. Dies geschieht regelmäßig hundertfach. Das DoD trifft daraufhin bereits eine Vorauswahl, sortiert zu kleine Veranstaltungen oder ungeeignete Flugplätze aus. Neben diesen Kriterien muss auch darauf geachtet werden, dass das Kunstflugteam der United States Air Force, die Thunderbirds, und die Blue Angels nicht beide innerhalb eines Radius von 150 Kilometer auftreten, um keine Konkurrenz zwischen den Teams zu erzeugen und so den Rekrutierungsauftrag zu unterminieren. Die restlichen Bewerbungen werden an den Kommandanten der Blue Angels weitergegeben, der daraufhin mit der Staffel einen Reiseplan erstellt, der jedes Jahr Anfang Dezember bekannt gegeben wird.
Ablauf
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Während die Begleitcrew mit der Fat Albert zu einer Veranstaltung fliegt, werden die Jets von den Piloten selbst dorthin gesteuert.
Die Flugshow selbst läuft immer nach einem fest geplanten, aber wetterabhängigen Muster ab. Dazu muss eine horizontale Sichtweite von mindestens drei Seemeilen (5,5 Kilometer) vom Mittelpunkt des Flugfeldes gegeben sein. Für das komplette Programm ist außerdem eine Wolkenuntergrenze von mindestens 8000 Fuß (rund 2,5 Kilometer) nötig. Reduzierte Programme benötigen 3500 Fuß (rund 1 Kilometer) beziehungsweise, als absolutes Minimum 1500 Fuß (rund 500 Meter). Außerdem ist eine Teilnahme der Fat Albert möglich. Wenn das Transportflugzeug teilnimmt, ist es der Anreißer der Show, hebt JATO-unterstützt ab, fliegt eine Bahn über den Flugplatz und setzt wieder auf.

Die Hornets starten erst daraufhin, aufgeteilt in die zwei Gruppen. Die vier zuerst startenden Kampfflugzeuge bilden eine Karo- („Diamond“)-Formation, die beiden anderen sind die Solos. Diese beiden Gruppen fliegen abwechselnd ihre Manöver. Die Show beginnt mit einem Überflug der Diamonds in extrem enger Formation, wie sie von keinem anderen Kunstflugteam geflogen wird. Hierbei sind Flügelspitze und Cockpithaube zweier Flugzeuge nur jeweils 18 Zoll (45 Zentimeter) voneinander entfernt. Das erste Manöver der Solos ist der so genannte Opposing Knife-Edge Pass; die beiden Flugzeuge fliegen im Tiefflug direkt aufeinander zu, um sich im Abstand von nur wenigen Metern zu passieren. Daraufhin folgen mehrere Arten von Rollen und Loopings. Mit dem Sneak Pass erreicht ein Solo dann, in nur rund 50 Fuß (15 Meter, ist die geringste Höhe der Show) über der Startbahn, die höchste Geschwindigkeit der Show, fast 700 Knoten, direkt unterhalb der Schallgeschwindigkeit. Nur kurze Zeit später erreichen die Solos schließlich mit gerade 125 Knoten (230 Kilometer pro Stunde) die niedrigste Geschwindigkeit. Im Section High-Alpha Pass zeigen die Nasen der Hornets um 45° in den Himmel, während die Flugzeuge „auf dem Schwanz balancieren“. Im Anschluss fliegen alle sechs Angels erstmals zusammen eine Rolle in der Delta-Formation, bevor die Diamonds die „Fleur-de-Lis“ fliegen, die „Signatur“ der Formation. Nachdem sich die sechs Flugzeuge in der Folge in alle Richtungen verstreut haben drehen sie wieder auf den Mittelpunkt des Flugfeldes ein, den sie in der Höhe gestaffelt gleichzeitig überfliegen. Nach einem erneuten Überflug des Platzes im Delta brechen die Angels einzeln weg und fliegen zur Landung ein.
Auf den Veranstaltungen gibt es außerdem ein Rahmenprogramm, so steht eine zweisitzige F/A-18B am Boden bereit, ein Pilot der Staffel steht Zuschauern Rede und Antwort. Außerdem haben einige lokale Medienvertreter die Gelegenheit, in dem hinteren Sitz ein reduziertes Programm mitzuerleben.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert K. Wilcox: First Blue: The Story of World War II Ace Butch Voris and the Creation of the Blue Angels. Thomas Dunne Books, New York City 2004, ISBN 978-0-312-32249-6 (englisch).
- Nicholas A. Veronico: Blue Angels: 50 Years of Precision Flight. Motorbooks International, St. Paul, Minnesota 1996, ISBN 978-0-7603-0138-8 (englisch).
- Nicholas A. Veronico: The Blue Angels: A Fly-By History: Sixty Years of Aerial Excellence. Motorbooks International, St. Paul, Minnesota 2005, ISBN 978-0-7603-2216-1 (englisch).
- Luigino Caliaro: Akrobaten der Lüfte. Die Kunstflugteams der Welt. Krone Verlag, Lünen 2006, ISBN 978-1-4054-7905-9.
- Manfred Leihse, ARTISTEN AM HIMMEL. Die Geschichte der Kunstflugstaffeln 1921 bis Heute. Motorbuchverlag 1973, ISBN 3-87943-283-X, Seiten 139–143.
Film
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im IMAX-Film The Magic of Flight sind neben der Entwicklung der Fliegerei auch eindrucksvolle Flugszenen der Blue Angels Hauptbestandteil.[12] Auch existiert eine DVD-Ausgabe dieses Filmes in Englisch.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website (englisch)
- Private Seite über die Blue Angels [ vom 1. Februar 2009 im Internet Archive] (englisch)
- Videoaufnahmen der Show im RealMedia-Format (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Patrick Zwerger: Umstieg auf Super Hornet: Blue Angels verabschieden alte F/A-18. In: flugrevue.de. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 6. November 2020, abgerufen am 21. August 2021.
- ↑ Robert K. Wilcox 2004, Seite 3.
- ↑ Interview mit Strumpf, auf pbs.org, Public Broadcasting Service – PBS (englisch).
- ↑ Erste Pilotin für die Blue Angels. In: Flug Revue. 19. Juli 2022, abgerufen am 3. Juni 2023.
- 1 2 3 4 Übersicht über die geflogenen Modelle. USN Blue Angels, abgerufen am 31. Januar 2022.
- ↑ New in 2021: Blue Angels to start flying F/A-18 Super Hornets. In: NavyTimes. Abgerufen am 14. November 2021 (englisch).
- ↑ Blue Angels celebrate 75th season with new ride. In: Boeing. Abgerufen am 14. November 2021.
- ↑ Fat Albert JATO Launches to End this Season. In: airshows.aero. International Council of Air Shows, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 10. Januar 2012; abgerufen am 8. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Jeff Rhodes: Bert’s Last Blast – End Of JATO. In: codeonemagazine.com. 23. April 2010, abgerufen am 8. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Nov. 14 is final JATO for popular Fat Albert. In: navytimes.com. NavyTimes, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2012; abgerufen am 8. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Nicholas A. Veronico 1996, Seite 14.
- ↑ Der Traum vom Fliegen – Originaltitel: The Magic of Flight. Internet Movie Database, abgerufen am 8. Dezember 2024.






