Lockheed C-130
| Lockheed C-130 Hercules | ||||
|---|---|---|---|---|
Eine C-130E des 43. Transportgeschwaders der USAF | ||||
| Typ | Militärischer Transporter | |||
| Entwurfsland | ||||
| Hersteller | Lockheed Corporation | |||
| Erstflug | 23. August 1954 | |||
| Indienststellung | Dezember 1956 | |||
| Produktionszeit | Seit 1956 in Serienproduktion | |||
| Stückzahl | 2.700 (Stand: Juni 2024)[1] | |||
| Mission | Muster |
|---|---|
| Taktischer Lufttransport | C-130A, C-130B, C-130E, C-130H, C-130J / C-130J-30 |
| Luftbetankung | KC-130B, KC-130F, KC-130H, HC-130H(N), HC-130N, HC-130P, KC-130R, KC-130T, KC-130J, Hercules C1K |
| Kommandozentrale | EC-130E (ABCCC) Commando Solo, EC-130G, EC-130Q |
| Seeaufklärer | C-130H-NP, PC-130H |
| Spezialeinsätze | MC-130E Combat Talon I, MC-130H Combat Talon II, MC-130P Combat Shadow, MC-130W Combat Spear, MC-130J Combat Shadow II |
| Such- und Rettung (SAR) | SC-130B, HC-130B, HC-130E, HA-130H, HC-130H(N), HC-130N, HC-130P, HC-130J |
| VIP-Transport | VC-130B, VC-130H |
| Aufklärer | RC-130A, RC-130B |
| Fliegendes Krankenhaus | C-130E (AEH) |
| Arktis-/Antarktisversorgung | C-130BL, C-130D, LC-130F, C-130D, LC-130H, LC-130R, LC-130J |
| Gefechtsfeldabriegelung / Schlachtflugzeug | AC-130A, AC-130E, AC-130H, AC-130U, AC-130W, AC-130J |
| Drohnenkontrolle | GC-130A, DC-130A, DC-130E, DC-130H |
| Elektronische Kampfführung | EC-130E(CL), EC-130 (RR), EC-130H Compass Call, EC-130J |
| Raumfahrt/Raketen-Unterstützungsmission Laserwaffe | JC-130A, JC-130B, NC-130H |
| Test | NC-130A, NC-130B, JC-130E, NC-130E, JC-130H, RC-130S |
| Wettererforschung | WC-130B, WC-130E, WC-130H, WC-130J, Hercules W2 |
Basisvarianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]YC-130 (Model L-082)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die beiden Prototypen waren die einzigen in Burbank gebauten. Sie hatten keine äußeren Zusatztanks und wurden durch Triebwerke des Typs Allison T56-A-1 mit Dreiblattpropellern angetrieben.[7][8]
C-130A/D (Model L-182)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die C-130A war als Basisvariante mit Triebwerken des Typs T56-A-1A oder T56-A-9 ausgestattet. Die ersten 27 Maschinen hatten noch ein kleineres Radom mit einer flacheren, als römische Nase (roman nose) bezeichneten Verkleidung. Später wurde das größere Radom nachgerüstet. Ab 1978 wurden Vierblattpropeller verwendet.
C-130B/F (Model L-282)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die C-130B war für größere Reichweite mit zusätzlichen Treibstofftanks im Flügelkasten ausgerüstet, weshalb sie auf die Zusatztanks verzichtete. Als Turboprop-Triebwerk wurde das stärkere T56-A-7 mit dem Hamilton-Standard-Vierblattpropeller verwendet.
C-130E (Model L-282-4B)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die bereits 1961 ausgelieferte C-130E war strukturell verstärkt worden, um 8 Tonnen mehr Treibstoff und 10 Tonnen mehr Fracht über den Ozean transportieren zu können. Hierzu wurden auch die leistungsstärkeren T56-A-7A-Triebwerke verwendet. Weiter wurden wieder die externen Treibstofftanks montiert.
C-130H (Model L-382C/T)
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Die C-130H war eine Weiterentwicklung der C-130E und dient zum Teil noch heute bei der Air National Guard und der Air Force Reserve. Ihr Erstflug fand am 19. November 1964 statt. Diese zuerst nach Neuseeland ausgelieferte Version der C-130 wurde zu einem großen Exporterfolg. Die abgebildete Maschine im seit Mitte der 1990er-Jahre gebräuchlichen dunkelgrauen Anstrich versah ihren Dienst 1996 bei der 180th Airlift Squadron (139th Airlift Wing) und war in St. Joseph/Missouri stationiert.
Im Rahmen des Avionics Modernization Program (AMP) soll bei etwa 220 C-130H die veraltete Avionik ersetzt und auf einen etwa dem der C-130J entsprechenden Stand gebracht werden. Dafür liefert Boeing entsprechende Umrüstsätze, die ein Glascockpit mit sechs 15×20-cm-Bildschirmen und zwei Head-up-Displays von Rockwell-Collins, ein ACR-210-Funkgerät und ein Satellitenkommunikationssystem SAT-2000, neue Missionsrechner und einige weitere modernisierte Systeme umfassen. Der Erstflug einer entsprechend umgerüsteten Maschine startete am 19. September 2006, wobei der Umbau 20 Monate gedauert hatte. Streitpunkt bei dem Programm sind die Kosten in Höhe von etwa 1,5 Mrd. US-Dollar, so dass sich der Beginn des Modernisierungsprogrammes auf 2012 verzögert.[9]
C-130K
Die Exportversionen der H-Baureihe für die Royal Air Force wurden als C-130K bezeichnet. Die Basisbaureihe war die Hercules C.1, von der aus die britischen Exemplare verschiedentlich umgerüstet wurden. Die Version Hercules W.2 umfasste ein einziges Flugzeug zur Wetterbeobachtung des britischen Wetterdienstes und bei den Hercules C.3 war der Rumpf verlängert worden. Unterbaureihen waren die Tankerversion Hercules C.1K, die Hercules C.1P mit einem Positionierungssystem und die Hercules C.3A für Spezialeinsätze. Darüber hinaus erhielten die meisten Exemplare noch während oder im Anschluss an den Falklandkrieg einen Luftbetankungsstutzen. Die Außerdienststellung des Typs ist für Dezember 2012 geplant.
C-130J (Model L-382U/V)
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Die C-130J ist die bisher jüngste Weiterentwicklung der C-130 und die einzige Version, die derzeit gebaut wird. Trotz der geringen äußeren Unterschiede zu den bisherigen Varianten ist sie das Ergebnis einer umfassenden Modernisierung, die vor allem das Cockpit und die Triebwerke umfasste. Die zunächst auf Eigeninitiative von Lockheed Martin modernisierte Variante der C-130 unterscheidet sich durch digitale Avionik mit Glascockpit (vier Bildschirme + Head-Up-Display), FADEC für die Allison-AE2100D3-Triebwerke mit 3425 kW Leistung und sechsblättrige Luftschrauben R391 aus Verbundwerkstoffen vom Ausgangsmuster. Darüber hinaus wurde der Laderaum mit einem enhanced cargo handling system (dt.: verbessertes Beladungssystem) ausgerüstet, das es der Besatzung über Fernbedienung ermöglicht, die Unterflurwinschen zu bedienen und den variablen Ladeboden von Palettenrollen auf Flachboden umzustellen. Die Höchstgeschwindigkeit erhöht sich auf etwa 650 km/h und die Reichweite auf 3300 km (6435 km bei WC-130J). Wesentlich ist auch die Verbesserung der Steigleistung auf 5500 m von 29 Minuten bei der 130H auf 17 Minuten bei der 130J. Infolge dieser Verbesserungen hat sich die Leistungsfähigkeit der C-130J gegenüber ihren Vorgängern bei der Reichweite um 40 %, bei der Höchstgeschwindigkeit um 21 % erhöht.
Der Erstflug fand am 5. April 1996 statt und die Zulassung wurde 1998 erteilt. Daneben existiert mit der C-130J-30 eine um fünf Meter verlängerte Version mit der werksinternen Bezeichnung Model 382V. Sie weist eine Frachtraumlänge von 17 m statt 12,5 m auf. Am 7. April 2009 wurde die erste C-130J in Deutschland auf der Ramstein Air Base stationiert. Die RAF bestellte analog der C-130H bzw. K Exemplare mit verlängertem Rumpf (Hercules C.4, 15 Stück) und solche mit Standardrumpf (Hercules C.5, 10 Stück).
Am 5. Dezember 2013 wurde als 300. Exemplar der J-Version, eine MC-130J Kommando II, an die amerikanische Luftwaffe ausgeliefert.[10] Die C-130J wird in Blocks immer wieder mit verbesserten Blöcken produziert. Der III. Mehrjahresvertrag über 50 Exemplare plus sechs Optionen in verschiedenen Spezialversionen wurde Ende 2019 abgeschlossen.[11]
L-100 (Model 382B)
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Die Lockheed L-100 Hercules ist die zivile Version des erfolgreichen C-130E-Militärtransportflugzeugs von Lockheed. Sie verzichtet im Vergleich zu den Militärvariante C-130E auf sämtliche militärische Navigations- und Kommunikationsausrüstung. Der Erstflug erfolgte 1964. Von der L-100, die mit verlängertem Rumpf auch in der Versionen L-100-20 (Model 382C) und L-100-30 (Model 382G) gefertigt wurde, wurden bis 1992 insgesamt 115 Maschinen ausgeliefert, einige davon auch an Luftwaffen.
Der Hersteller hat in Eigeninitiative eine zivile Variante, die LM-100J (Model 382J), vorgeschlagen, da bei der Zulassung durch die Air Force bereits zivile Zulassungskriterien einbezogen wurden. Der Rollout der ersten LM-100J erfolgte am 9. Februar 2017,[12] der Erstflug folgte am 27. Mai 2017 von der Dobbins Air Reserve Base in Marietta.[13]
Spezialvarianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]AC-130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- AC-130A/H Spectre
- Bei der AC-130 handelt es sich um ein sogenanntes Gunship der U.S. Air Force, das im Zuge des Vietnamkrieges entwickelt und eingesetzt wurde. Die ersten Versionen waren umgebaute C-130-Transporter, die mit M134-Miniguns und M61-Gatlinggeschützen ausgestattet wurden.
- AC-130U Spooky II
- Die in den 1990er-Jahren produzierten AC-130U sind dagegen komplett neugebaut und auch mit schweren 105-mm-M102-Haubitzen ausgestattet (die bei den älteren Maschinen nachträglich eingebaut worden sind). Sie wurden bis 2020 außer Dienst gestellt.
- AC-130J Ghostrider
- Die neueste Variante AC-130J lief von 2015 bis 2022 zu[14], sie basiert auf der Super Hercules; 37 Stück gebaut[15]
EC-130/E-130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- EC-130H/J Compass Call
- Für die elektronischen Kampfführung wurden Maschinen des Typs EC-130 Compass Call eingesetzt. Die ursprüngliche Variante in der Version EC-130H wurde später durch die EC-130J auf Super-Hercules Basis abgelöst. Neben Aufklärungsvarianten existiert eine Modifikation, die speziell für ECM- oder Stör-Aufgaben ausgestattet ist. Bei dieser Version sind Richtantennen in die Tragflächen integriert, die quer zur Flugrichtung senden und empfangen können. Einsatzszenario war beispielsweise, parallel versetzt hinter der Front fliegend gegnerischen Funkverkehr zu stören.
- EC-130Q TACAMO
- Die US Navy betrieb eine Flotte EC-130Q TACAMO (Take Charge and Move Out). Die Version diente als Gefechtsleitplattform, speziell zum Übertragen von Statusmeldungen der strategischen und taktischen U-Boote der US-Marine. Sie wurden später durch die Boeing E-6 abgelöst.
- E-130J Phoenix II
- Die E-6 werden ihrerseits durch TACAMO-Flugzeuge auf Basis der Super-Hercules, der E-130J Phoenix II abgelöst.[16] Die Rückbesinnung auf einen Flugzeugtyp mit vermeintlich geringeren Leistungsparametern erfolgt nicht zuletzt durch die Option die Flugzeuge auch von rudimentär ausgerüsteten Flugfeldern zu betreiben.[17]
HC-130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- HC-130H/N/P Combat King
- Die HC-130 wurde speziell für Missionen zur Rettung abgestürzter Piloten entwickelt. Hierfür wurde sie mit einem speziellen Bug- und Rumpfradar sowie vier Unterflügel-Zusatztanks für eine größere Reichweite ausgestattet. Eine Hauptaufgabe beinhaltet zudem die Luftbetankung von mitfliegenden Rettungshubschraubern. Die abgebildete Maschine ist im European-I-Sichtschutz bemalt und war bei der 304th Rescue Squadron (939th Rescue Wing) in Portland (Oregon) stationiert.
- HC-130J Combat King II
- Der Erstflug der HC-130J der USCG fand 2003 statt, jene der USAF fand am 29. Juli 2010 bei Lockheed Martin in Marietta (Georgia) statt. Die HC-130J basiert auf der HC-130H in Kombination mit dem Rumpf der C-130J Super Hercules. Im Bug befindet sich ein EL/M-2022(V)3-Mehrzweckradar und darunter ein kreiselstabilisierter Sensor-Drehturm mit Wärmebild- und Tageslicht-Digitalfilmkamera (FLIR) des Typs Star SAFIRE III. Weiter sind im Bugrumpf zwei aerodynamisch verdeckte Doppel-Täuschkörperwerfer Bar AN/ALE-47 montiert. Die USAF-Variante hat in den rumpfnäheren Unterflügelstationen je einen weiteren Täuschkörperwerfer installiert. An Heck und Rumpf sind Radar- und Raketenanflugswarnsensoren installiert. Zusätzlich zu den beiden Standard-Zusatztanks sind an zwei zusätzlichen Unterflügelstationen Korb-Luftbetankungsbehälter Sargant-Fletcher zur Luftbetankung von Hubschraubern mitführbar. Damit verlängert sich die maximale Flugzeit auf 21 Stunden. Bei solchen Such- und Rettungsflügen können über die Rampe auch mitgeführte Hilfspakete, Rettungsinseln oder Schlauchboote mit Fallschirmen abgeworfen werden. Der USAF wurde die erste Maschine am 24. September 2011 auf der Davis-Monthan AFB der USAF übergeben[18]; Beschaffung von 37 Stück für die USAF geplant, sechs Stück hat die USCG ab 2003 erhalten.
KC-130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der KC-130 handelt es sich um die Tankerversion der Hercules. Eingesetzt wird diese Version vor allem vom US Marine Corps (USMC), da sie über einzigartige Fähigkeiten für Betankungen von Hubschraubern verfügen – größere Tankflugzeuge wie die KC-10 Extender können zwar die für Jets benötigten großen Mengen Treibstoff liefern, sind für die Betankung von Hubschraubern aber zu schnell.
LC-130/C-130D
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Speziell für Starts und Landungen in arktischen Zonen wurden C-130A der USAF zu C-130D modifiziert. Sie besaß daher unter anderem mit dem Fahrwerk fest verbundene Kufen. Die USN ließ für denselben Zweck KC-130F und KC-130R gleich modifizieren.
Die LC-130R stand 1990 in Diensten der U.S. Navy’s Antarctic Development Squadron Six und war in Point Mugu (Kalifornien) stationiert. Sie versorgte die US-amerikanische Amundsen-Scott-Südpolstation.
Heute bedient sie die amerikanischen Stationen auf dem Grönland-Eisschild. Zur Startunterstützung (JATO) können am Heck acht Feststoffraketen montiert werden.
MC-130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- MC-130E/H Combat Talon/Combat Talon II
- Ursprüngliche Versionen für die luftgestützte Verbringung von Spezialeinsatzkommandos und deren Fortbewegungsmitteln ins Kampfgebiet.
- MC-130P Combat Shadow
- Modernisierte Ausführung für Spezialeinsätze
- MC-130W Combat Shadow/DragonSpear
- Bei der MC-130W handelt es sich um seit 2006 als Interimslösung für Spezialeinsätze umgerüstete C-130H. Wie alle C-130 der MC-Serie sind sie bislang nicht bewaffnet, verfügen aber über spezielle Avionik und auch über Fähigkeiten zur Luftbetankung. Zwei MC-130W wurden zur Unterstützung der humanitären Hilfe nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti für nicht näher genannte Aufgaben eingesetzt. Das United States Special Operations Command (SOCOM) arbeitet an einem Programm, das zum Ziel hat, die MC-130W Combat Spear mit weitgehend denselben Modifikationen wie im Programm Harvest Hawk (siehe: Lockheed KC-130) vorgesehen auszustatten. Das SOCOM hat sich für die 30-mm-Waffe M44 Bushmaster II entschieden (siehe auch AC-130W).
- MC-130J Commando II
- Der Erstflug der auf der KC-130J basierenden MC-130J (anfangs als Combat Shadow II bezeichnet) für Spezialeinsätze fand im April 2011 statt. Sie besitzt eine verstärkte Flügelwurzel für strapaziöse Tiefflüge und eine Universal Serial Refueling Receptacle Slipway Installation (UARRSI; eine Bucht oberhalb des Cockpits für die Luftbetankung). Im Bug befindet sich ein Mehrzweckradar und darunter ein kreiselstabilisierter Sensor-Drehturm mit Infrarotbild- (Forward Looking Infrared; FLIR) und Tageslicht-Digitalfilmkamera des Typs Raytheon AN/AAS-52. Für die Kommunikation werden digitalisierte Satellitenfunkgeräte mit zusätzlichen Antennen zur Übertragung von Sprach- und Datennachrichten verwendet. An Heck und Rumpf sind Radar- und Raketenanflugswarnsensoren installiert. Die Heckklappe wurde mit stärkeren Hydrauliksystemen und Windbarrieren versehen, damit die Rampe auch noch bei 463 km/h (250 kt) geöffnet werden kann. Zusätzlich zu den beiden Standard-Zusatztanks sind an zwei zusätzlichen Unterflügelstationen Korb-Luftbetankungsbehälter Sargant-Fletcher zur Luftbetankung von Jets und Hubschraubern mitführbar. Damit verlängert sich die maximale Flugzeit auf 21 Stunden. Bei solchen Such- und Rettungsflügen können über die Rampe auch mitgeführte Geländewagen oder Schlauchboote mit Fallschirmen abgeworfen werden. Zur Selbstverteidigung wurden im Bug pro Seite je ein zusätzlicher Düppelwerfer installiert. Zur Kommunikation mit dem Lademeister ist ein viertes Intercom-Funkgerät installiert. Zur Versorgung von Spezialeinheiten am Boden sind 60-Hz-Steckdosen neben den Täuschkörperwerfern frontal installiert. Zur Minimierung der Sichtbarkeit wurde die Verkabelung eines weniger sichtbaren Formationsflug-Kollisionswarnlichtes (Beacon) im Seitenleitwerk eingerichtet. Im Rumpf ist ein zusätzliches Regal mit lebenserhaltenden Geräten wie AED im Vorderrumpf platziert. Zum Einbau von modernen DIRCM ist alles vorverkabelt beidseits der Rampe und im Heckausleger. Der Lademeister und eine weitere Person können an den Hecktüren auf an den Türen angebauten Sitzen die Umgebung beobachten.
- Sie löste die MC-130E und MC-130P ab[19]; 64 Exemplare gebaut.[20]
WC-130 Weatherbird
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- WC-130B, WC-130E, WC-130H, WC-130J
- Spezialversion des US-amerikanischen Air Weather Service zur Wetteraufklärung
Anzahl der produzierten Maschinen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nicht enthalten sind Versionen, die durch Umrüstung bereits gelieferter Flugzeuge entstanden (gesamt: 2468 Maschinen).
YC-130: 2; C-130A: 204; RC-130A: 15; C-130B: 156; HC-130B: 12; WC-130: 5; C-130D: 12; C-130E: 486; EC-130E: 1; C-130F: 7; KC-130F: 46; LC-130F: 4; C-130G: 4; C-130H: 690; C-130H-30: 56; HC-130H: 87; HC-130H-7: 11; HC-130H(N): 6; C-130HMP: 4; KC-130H: 22; LC-130H: 7; MC-130E: 18; MC-130H: 24; MC-130P: 28; MC-130W: 12; C-130J: ca. 120; C-130K: 66; HC-130N: 15; KC-130R: 14; LC-130R: 6; EC-130Q: 18; C-130T: 20; KC-130T: 26; KC-130T-30: 2; AC-130U: 13; L-100: 118.
Davon sind 1442 noch im aktiven Dienst, der Rest ist eingelagert, verschrottet oder dient Ausbildungszwecken (Stand 2015).[21]
Nutzer
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Außer bei den US-Streitkräften war oder ist die C-130 Hercules in über 80 Staaten im Einsatz. Hier wurden auch zivile Betreiber der L-100 und Käufer von gebrauchten Maschinen berücksichtigt:
Stationierungsorte in Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im deutschen Sprachraum gab/gibt es insgesamt drei Flugplätze, die C-130-Staffeln beherberg(t)en:
Österreich, Luftstreitkräfte- Fliegerhorst Vogler (Hörsching), seit März 2003, C-130K (Lufttransportstaffel)
Vereinigte Staaten, United States Air Forces in Europe- Rhein-Main Air Base, Juni 1958 bis Juni 1973, C-130A/B-II, Wechsel zur B-Baureihe 1971/1972 (7406th Operations Squadron), Oktober 1977 bis September 1994, C-130E (37th Airlift Squadron)
- Ramstein Air Base, seit Oktober 1994, C130E/J, Wechsel zur J-Baureihe 2009/2010 (37th Airlift Squadron)
Zwar kein Stationierungsort, aber fast täglich von der britischen Royal Air Force angeflogen, war in den Jahrzehnten vor ihrer Schließung die frühere RAF Station Gütersloh.
Deutschland und Frankreich betreiben insgesamt fünf C-130J-30 und fünf KC-130J in der deutsch-französischen Lufttransportstaffel Rhein / Rhin in Évreux, wobei Deutschland jeweils drei Maschinen stellt. Die vier französischen Flugzeuge wurden 2018 bis 2020 ausgeliefert, die deutschen 2022 bis 2024.[23]
Neben diesen Basen waren oder sind C-130 in Europa unter anderem auf folgenden Stützpunkten stationiert: Melsbroek (Belgien), Aalborg und Værløse (Dänemark, geschlossen seit dem 1. April 2004), in Frankreich Orléans-Bricy (Armée de l’air), Elefsína (Griechenland), Pisa (Italien), Eindhoven (Niederlande), Gardermoen (Norwegen), Powidz (Polen), Montijo (Portugal), Otopeni (Rumänien), Såtenäs (Schweden), in Spanien Morón (USMC) und Saragossa (Ejército del Aire) sowie im Vereinigten Königreich Brize Norton, Fairford, Lyneham und Thorney Island (alle RAF) sowie Mildenhall (USAF).
Zwischenfälle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der jahrzehntelangen Einsatzgeschichte der Hercules kam es zu hunderten von Totalverlusten verschiedener Art.[24] Es gab, inklusive der zivilen Varianten, mindestens 381 Flugzeugverluste mit über 3782 Toten.[25]
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kenngröße | C-130A[2] | C-130H | C-130J-30 | L-100-20[2] |
|---|---|---|---|---|
| Besatzung | 4 | 5 | 3 | |
| Länge | 29,79 m | 34,36 m | 32,33 m | |
| Spannweite | 40,41 m | |||
| Höhe | 11,66 m | 11,68 m | 11,84 m | 11,66 m |
| Frachtraumabmessung |
|
| ||
| Flügelfläche | 162,12 m² | |||
| Flügelstreckung | 10,07 | |||
| Tragflächenbelastung |
|
| ||
| Leermasse | 28.575 kg | 34.274 kg | 35.965 kg | 34.300 kg |
| normale Startmasse | k. A. | 70.305 kg | ||
| max. Startmasse | 56.335 kg | 70.308 kg | 79.378 kg | 70.308 kg (L-100-30) |
| max. Zuladung | 16.600 kg | 20.412 kg | 21.625 kg | 20.940 kg |
| Antrieb | 4 × Allison-T56-A-1A-Propellerturbinen | 4 × Allison-T56-A-15-Propellerturbinen | 4 × Rolls-Royce-Allison-AE-2100-D3-Propellerturbinen, FADEC | 4 × Allison-T56-A-15-Propellerturbinen |
| Leistung | 4 × 2793 kW | 4 × 3160 kW / 4240 WPS | 4 × 3458 kW / 4640 WPS | 4 × 3160 kW |
| Propeller | anfänglich: Curtiss-Wright Turboelectric, 3-Blatt | Aeroproducts, 4-Blatt | Dowty Aerospace R391, 6-Blatt, Durchmesser 4,11 m[26][27] | |
| Höchstgeschwindigkeit | 592 km/h | 671 km/h | ||
| Marschgeschwindigkeit | 573 km/h | 540 km/h | 643 km/h | 571 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 10.365 m | 8.077 m | 9.315 m | |
| max. Steigrate | 8,6 m/s | 9,3 m/s | 10,7 m/s | 9,3 m/s |
| Reichweite |
|
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| Startrollstrecke | 1093 m (bei max. Startmasse) | 953 m (bei normaler Startmasse) | ||
| Bordbewaffnung | – | – | – | |
Außenlasten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die C-130 ist als taktischer Transporter für die Beförderung von rund 20 Tonnen im Frachtraum ausgelegt. Je nach Mission kann sie jedoch auch an Außenlaststationen verschiedene Behälter und Zusatztanks mitführen.
Einsatzmittel bis zu 12.000 kg an zwei bis vier Außenlaststationen unter den beiden Tragflächen
Drohnen
- 4 × Zieldarstellungsdrohnen BQM-34S Firebee
Zusatzbehälter
- 2 × Unterflügel-Zusatztank für je 5150 Liter Kerosin
- 2 × Unterflügel-Korb-Luftbetankungsbehälter Cobham/Sargant-Fletcher 48-000-4862
Selbstschutzsysteme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Selbstverteidigungssystem Therma ALQ-213 steuert folgende Sensoren und Effektoren:
Aktiv
- 6 × Täuschkörperwerfer BAe AN/ALE-47 (Electro Chaff-Flare Dispenser System) mit je 30 Täuschkörpern (36 mm oder 147 mm Breite, beispielsweise RR-129-Düppel-Patronen oder MJU-8/B-Hitzefackeln). Im Bug hinter dem Bugfahrwerk sind beidseitig je zwei und im Heck unter dem Heckleitwerk zwei Täuschkörperwerfer installiert.
- 2 × Elektronik-Störsender Northrop-Grumman AN/ALQ-162
- 1 × Infrarottäusch-Behälter AN/ALQ-157
Passiv
- 4 × Flugkörperwarnsensor BAe AN/AAR-47A(V)2 (Missile Approach Warning System mit IR-, Laser- und UV-Sensor)
- 4 × Radarwarnsensoren BAE Systems AN/ALR-56M
- 2 × Racal MIR-2 Mk.2 „Orange Blossom“, Behälter zur elektronischen Überwachung per Radarwarnsystem
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- C-130T Hercules des U.S. Marine Corps (Begleitflugzeug der „Blue Angels“) beim JATO-Start
- MC-130 der U.S. Air Force stößt Flares aus
- C-130J Super Hercules in der Waschanlage
- Brownout einer HC-130 auf unbefestigter Piste
- Eine Palette beim Abwurf aus einer Lockheed Hercules C-130
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- C-130J Super Hercules. In: Lockheed Martin. (englisch).
- Hurricane Hunters Einsatz der WC-130 (englisch)
- Lockheed-Broschüre zur C-130J ( vom 9. August 2011 im Internet Archive; PDF, 2,9 MB) (englisch)
- Informationen zu L-100 beim Betreiber Lynden Air Cargo (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Avianews.ch: Livraison du 2'700 ème C-130!.
- 1 2 3 C-130 Hercules – Flugzeuge bis ins kleinste Detail. In: Flug Revue. März 2010, S. 47–52.
- ↑ Historic Herc: Lockheed Martin Delivers 2,500th C-130. In: Proven Newsletter. Lockheed Martin, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2016; abgerufen am 11. August 2025 (englisch).
- ↑ U.S. Air Force Fact Sheets > C-130 Hercules. ( vom 14. September 2014 im Internet Archive) In: af.mil, 1. September 2003. Abgerufen am 14. April 2024 (englisch).
- ↑ Stefan Beutelsbacher: Atomare Apokalypse? Dieses Flugzeug sendet das entscheidende Signal. In: Die Welt. 16. April 2022 (welt.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).
- ↑ Lockheeds Amphibienprojekt. Flug-Revue, Januar 1975, S. 48–50.
- ↑ Peter C. Smith: Lockheed C-130 Hercules, Airlife Publishing Ltd 2001.
- ↑ René J. Francillon: Lockheed Aircraft since 1913. Putnam Aeronautical Books, London 1987, ISBN 0-85177-805-4, S. 355–368.
- ↑ Flug Revue Oktober 2010, S. 55–56, Neues Cockpit für alte Hercules.
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