Nachdem der Bau des Abfangjägers North American XF-108 aus Kostengründen gestoppt worden war, gelang es Lockheed, die Air Force für einen aus der A-12 abgeleiteten Mach-3-Abfangjäger zu interessieren. Das Flugzeug war als Ersatz für die Convair F-106 Delta Dart vorgesehen. Nachdem die CIA vor Kostenüberläufen beim A-12-Programm stand, entschied sich die Air Force, drei Maschinen in der Konfiguration für einen Abfangjäger fertigstellen zu lassen. Am 7. August 1963 flog die erste YF-12. Ein Kauf von 93 weiter modifizierten YF-12B wurde 1965 aber von Verteidigungsminister Robert McNamara gestoppt. Neben Kostengründen wurde auch angeführt, dass die Sowjetunion ohnehin keine Bomber besaß, die derart schnelle Abfangjäger rechtfertigen würden.
Während 5 Jahren, von 1959 bis 1964, blieb das gesamte Programm geheim, und selbst die Einsatzkategorie des Musters blieb verborgen. Im Wahljahr 1964 wurde die Entwicklung, damals als A-11 bezeichnet,[2] der Öffentlichkeit offenbart, wobei sich Präsident und Verteidigungsminister bei der Rolle des Flugzeugs widersprachen: Am 29. Februar 1964 stellte Präsident Johnson das Flugzeug als Langstreckenjäger vor. Danach wurde erneut ein Geheimnisschleier gezogen, nur um kurze Zeit später die vollkommen neue Version SR-71 als strategischen Aufklärer zu präsentieren. Am 30. September wiederum wurde die Jagdversion nun unter ihrem Namen YF-12A vorgestellt. Im Dezember 1964 meldete das Fachmagazin Interavia, dass bis dato 8 der Abfangjägerversion gebaut worden seien und weitere zwölf bestellt.[3]
Die YF-12 war im Wesentlichen eine A-12, besaß ebenfalls einen Rumpf, der hauptsächlich aus Titan bestand und als Triebwerk zwei Pratt & Whitney J58, die die YF-12 auf Geschwindigkeiten von über Mach3 beschleunigen konnten. Vor allem bezüglich der Ausstattung wurde die YF-12 gegenüber der OXCART aber verändert. So wurde die Nase modifiziert, um ein Radar vom Typ Hughes AN/ASG-18 aufnehmen zu können, außerdem wurden die Kamerabuchten zu Raketenbuchten umfunktioniert. Jede YF-12 konnte drei Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-47 Falcon mit sich führen.
Mit dem dritten Prototyp der YF-12A (Article 1003, AFSN 60-6936)[4] wurden am 1. Mai 1965 bei vier Flügen von der Edwards AFB aus folgende Rekorde aufgestellt: Geschwindigkeiten auf Rundkursen über 500 km (2644,596 km/h) und 1000 km (2718,006 km/h) durch Major Walter F. Daniel,[5][6] Geschwindigkeit über einen geraden Kurs von 15/25 km (3331,507 km/h) und erreichte Höhe im Horizontalflug 24.462,596 m durch Colonel Robert L. Stephens.[7][8] Die Rekorde auf den 500- und 1000-km-Rundkursen wurden zwei Jahre später (Oktober 1967) von Je-266 gebrochen, die zwei anderen Rekorde von der SR-71 (28. Juli 1976).
↑Amerikas schnellstes und meistdiskutiertes Militärflugzeug: YF-12A, Interavia Nr. 12/1964, S. 1806
↑Dave Butt:YF-12A 60-6936.In:Online Magazin for Aviation Enthusiasts Airforce/Military/Tribute.Photorecon.net,12.Juli 2014,abgerufen am 13.Dezember 2019(englisch).
↑Fédération Aéronautique Internationale:Record: Walter F. Daniel (USA).Eintrag zur erzielten Geschwindigkeit eines Fluggerätes der Klasse C über einen geschlossenen Kurs von 500 km; C1 (Landplanes).World Air Sports Federation der FAI,10.Oktober 2017,abgerufen am 12.Dezember 2019(englisch).
↑Fédération Aéronautique Internationale:Record: Walter F. Daniel (USA).Eintrag zur erzielten Geschwindigkeit eines Fluggerätes der Klasse C über einen geschlossenen Kurs von 1000 km; C1 (Landplanes).World Air Sports Federation der FAI,10.Oktober 2017,abgerufen am 12.Dezember 2019(englisch).
↑Fédération Aéronautique Internationale:Record: R.L. Stephens (USA).Eintrag zur erzielten Geschwindigkeit eines Fluggerätes der Klasse C über einen Kurs von 15/25 km; C1 (Landplanes).World Air Sports Federation der FAI,10.Oktober 2017,abgerufen am 12.Dezember 2019(englisch).