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Prostatakrebs

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Klassifikation nach ICD-10
C61 Bösartige Neubildung der Prostata
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
2C82 Bösartige Neubildungen der Prostata
2C82.0 Adenokarzinom der Prostata
2C82.Y Sonstige näher bezeichnete bösartige Neubildungen der Prostata
2C82.Z Bösartige Neubildungen der Prostata, nicht näher bezeichnet
ICD-11: EnglischDeutsch (Entwurf)

Der Prostatakrebs oder das Prostatakarzinom (PCa) ist eine bösartige Tumorerkrankung und geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) aus. In Deutschland ist das Prostatakarzinom beim Mann der häufigste bösartige Tumor und nach Lungenkrebs die häufigste Tumorlokalisation aller Krebssterbefälle.[1]

Die Erkrankung ist im Frühstadium symptomlos. Im fortgeschrittenen Stadium können Beschwerden wie Blasenentleerungsstörungen, Knochenschmerzen und später Gewichtsverlust und Blutarmut auftreten. Wird die Diagnose erst gestellt, wenn bereits Symptome aufgetreten sind, hat häufig schon eine Metastasierung stattgefunden, vorrangig in die lokalen Lymphknoten oder in das Skelett (Knochenmetastasen).

Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur möglich, wenn das entartete Gewebe die Organgrenzen noch nicht überschritten hat und keine Metastasen vorliegen. Da es in der Regel erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu Beschwerden kommt, wird in Deutschland eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung für Männer über 45 Jahren (ab dem 41. Lebensjahr für Männer mit positiver Familienanamnese) angeboten, um die Krebsdiagnose möglichst früh in einem noch heilbaren Stadium zu stellen.

Das Prostatakarzinom tritt überwiegend bei älteren Männern auf, die eine Symptomatik vielfach nicht mehr erleben würden. So hat sich seit zirka Anfang dieses Jahrtausends das »aktive Beobachten« (siehe unten) als brauchbares Konzept für Männer entwickelt, die sich (zumindest zunächst) keiner invasiven Therapie unterziehen möchten. Die Entscheidung zur Behandlung ist schwierig und vom Einzelfall abhängig. Therapeutische Optionen sind die Operation mit kompletter Entfernung der Prostata (Prostatektomie), die Strahlentherapie, die Hormontherapie und in manchen Fällen die Chemotherapie.

Prostatakrebs ist auch bei Tieren beschrieben; unter den Haustieren ist er beim Hund am häufigsten.

Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse aller männlichen Säugetiere einschließlich des Menschen. Sie liegt beim Menschen unterhalb der Harnblase und umkleidet die Harnröhre bis zum Beckenboden. Sie ähnelt in Größe und Form einer Kastanie. An ihrer Rückseite grenzt die Prostata an den Mastdarm (Rectum). Deswegen kann sie von dort aus mit dem Finger teilweise ertastet und eingeschränkt beurteilt werden. Aufgabe der Prostata ist die Abgabe eines Sekrets, das zusammen mit dem der Bläschendrüse, der Bulbourethraldrüse und den aus dem Hoden stammenden Samenzellen das Sperma bildet. Wachstum und Funktion der Vorsteherdrüse werden vorwiegend vom Geschlechtshormon Testosteron gesteuert.

Verlauf der Sterblichkeit (Ordinate in Todesfälle pro 100.000 Einwohner) beim Prostatakrebs in Abhängigkeit vom Alter (Abszisse)

Das Prostatakarzinom ist in Deutschland die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung des Mannes und steht nach dem Bronchialkarzinom an zweiter Stelle bei den krebsbedingten Todesursachen der Männer. Rund 25 Prozent aller bei Männern jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen betreffen die Prostata.[2] Das entspricht einer altersstandardisierten Inzidenzrate von etwa 99,1 auf 100.000 männliche Personen.[3] Nach einer aktuellen Statistik erkranken in Deutschland 2018 jährlich ca. 65.000 Männer neu an Prostatakrebs.[3] Die beobachtbare, vermeintlich starke Zunahme in den letzten Jahrzehnten ist eher auf verbesserte diagnostische Methoden und eine allgemein höhere Lebenserwartung zurückzuführen als auf eine tatsächliche Zunahme der Fallzahlen.

Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2016 2018
Jährliche Neuerkrankungen
in Deutschland[3]
16.800 21.600 27.500 35.400 44.800 58.780 65.200

Die jährliche Mortalität (Gesamtzahl der Todesfälle) liegt um 15.000.[3] Nach einer Übersichtsstudie von 2015 stieg die Rate von „schlafendem“ (latentem) Prostatakrebs bei der Autopsie von Personen, die durch andere Ursachen gestorben waren, von 5 % in der Altersgruppe bis 30 Jahre auf 59 % in der Altersgruppe ab 80 Jahre.[4] Eine ähnliche Übersichtsstudie, ebenfalls von 2015, zeigte auf einer etwas abweichenden Datengrundlage denselben Trend.[5]

Es gibt starke geographische und ethnische Unterschiede in der Häufigkeit: Männer schwarzafrikanischen Ursprungs haben die höchste Inzidenzrate, am niedrigsten ist sie bei Asiaten.[6] Auszüge aus nationalen Krebsregistern aus der Zeit bis 1980 erbrachten, dass die altersstandardisierte Erkrankungsrate mit etwa 100/100.000 Personen in Deutschland und Österreich in den letzten 20 Jahren relativ stabil war, sie aber in vielen europäischen Ländern auf das 2-3 fache angestiegen war, namentlich in Litauen um das achtfache[7]. Im gleichen Zeitraum nahm die Mortalität in den meisten europäischen Ländern (außer in einigen osteuropäischen Ländern) langsam ab und lag im Mittel zwischen 23 und 35 pro 100.000 Personen. Die Autoren der Analyse führen diesen Anstieg der Inzidenz auf eine Überdiagnostik durch ein anlassloses PSA-Screening zurück[7].

Die Daten für die weltweiten Erkrankungsraten sind nicht zuverlässig, da sie zum Teil auf Schätzungen beruhen und die diagnostischen Möglichkeiten in den einzelnen Regionen sehr differieren. Die auf Daten der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) beruhende Erhebung GLOBOCAN gibt für das Jahr 2002 insgesamt knapp 680.000 Neuerkrankungen und etwa 220.000 Todesfälle an. Hiernach ist die jährliche Inzidenzrate in Zentralasien mit weniger als 3/100.000 Einwohner am niedrigsten, die höchste ist auf dem nordamerikanischen Kontinent mit über 160/100.000 Einwohner zu verzeichnen.[8]

Risikofaktoren und protektive Faktoren

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Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter. Das zeigen epidemiologische Untersuchungen des Zentrums für Krebsregisterdaten. In der Altersgruppe 45-49 Jahre kommt es in Deutschland bei 100.000 Männern zu 17,3 Neuerkrankungen pro Jahr. In der Altersgruppe 70-74 Jahre sind es 653,7.[9.1]

Die Ursache der Erkrankung ist bisher weitgehend unbekannt. Die genetische Disposition spielt bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle (familiäre Häufung). Daher gelten Männer, deren Väter oder Brüder Prostatakrebs hatten, als Risikopatienten mit etwa doppeltem Erkrankungsrisiko.[10] Das gilt insbesondere, wenn die Vorerkrankten bereits in jungen Jahren betroffen waren.[9.1] Nun konnte auch in einer Studie gezeigt werden, dass dem beim jungen Mann auftretenden Adenokarzinom der Prostata eine andere Pathophysiologie zugrunde liegt. Es zeigte sich, dass der testosteronbindende Androgenrezeptor eine erhöhte Aktivität aufweist, wodurch eine ganze Reihe von Genen verändert und die Entstehung eines Karzinoms erleichtert wird.[11] Männer mit familiärem Risiko sollen ab 45 Jahren, Männer mit pathologischen Genvarianten sollen ab dem Alter von 40 Jahren auf eine Frühuntersuchung angesprochen werden.[9.2]

Die Leitlinienautoren sahen 2025 keine eindeutigen Belege für eine Beeinflussung des Risikos speziell für Prostatakrebs durch die Ernährung. Vielmehr wird eine allgemein gesunde Lebensführung empfohlen. Man unterstützt die Punkte, die auch in der US-amerikanischen Leitlinie aufgeführt werden:[9.1]

  • normales Körpergewicht (Vermeiden einer Adipositas)
  • körperliche Aktivität (mindestens 30 Minuten am Tag, 5 mal pro Woche)
  • gesunde Ernährung mt Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost, wenig rotes Fleisch
  • wenig Alkohol (maximal 2 Drinks pro Tag)

Diese Empfehlung erfolgt in dem Bewusstsein, dass eine Lebensführung, die das Risiko für das Prostatakarzinom senken soll, auch das gesundheitliche Gesamtrisiko senken soll. Für weitere Ernährungsempfehlungen reicht die Datenlage nicht aus.[9.1]

Es konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass die Sterilisation (Vasektomie) das Erkrankungsrisiko erhöht.[12]

Nach einer 2003 veröffentlichten Studie soll häufiges Ejakulieren in jüngeren Jahren das Erkrankungsrisiko senken.[13] Australische Wissenschaftler verglichen Daten zu Sexualpraktiken von 1079 Prostatakrebs-Patienten mit denen von 1259 gesunden Männern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Ihr Ergebnis: Zwanzigjährige, die öfter als viermal pro Woche ejakulieren, senken ihr Risiko für den Prostatakrebs um ein Drittel. Methodisch ist hierbei das Ursache-Wirkungs-Verhältnis nicht geklärt; es könnte sein, dass Männer mit einem gesunden, leistungsfähigen Genitaltrakt öfter ejakulieren und die Gesundheit der Genitalien die eigentliche Ursache ist, weshalb sie später auch nicht so häufig erkranken. Im Gegensatz dazu hatten frühere Studien häufige Sexualkontakte mit einem deutlich erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Zusammenhang gebracht. Dies könnte jedoch, nach Ansicht der australischen Forscher, durch die höhere Infektionsgefahr bedingt sein. Betrachtet man die Zahl der Ejakulationen insgesamt, so hätten diese einen schützenden Effekt, weil durch die häufige Bildung von Samenflüssigkeit krebserregende Substanzen aus der Prostata herausgeschwemmt werden. Auch würden die Prostatazellen auf diese Art zum Ausreifen angeregt, was sie für Karzinogene weniger anfällig machen könnte. Eine 2016 veröffentlichte Studie (Datenbasis über 30.000 Männer) zieht ebenfalls den Schluss, dass das Erkrankungsrisiko mit steigender Ejakulationsfrequenz sinkt.[14] Die Autoren räumen aber auch ein, dass sexuell aktive Männer möglicherweise seltener zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, so dass potentielle Erkrankungen in dieser Untersuchungsgruppe häufiger unentdeckt bleiben. Für ein gesenktes Erkrankungsrisiko werden verschiedene physiologische Gründe vorgeschlagen. So kann häufiges Ejakulieren die Funktion und Teilungsgeschwindigkeit der randständigen Epithelzellen beeinflussen, so dass eine frühe Tumorgenese behindert wird.

Testosteronbehandlung

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Man kann davon ausgehen, dass eine Behandlung mit Testosteron ein vorbestehendes Prostatakarzinom im Wachstum beschleunigt. Deshalb soll vor einer Testosteronbehandlung ein Prostatakarzinom mittels PSA-Wertbestimmung und digital-rektaler Untersuchung ausgeschlossen werden.[9.1]

Molekularbiologische Aspekte des Prostatakarzinoms

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Wie allen Neoplasien liegt auch dem Prostatakarzinom letztlich die irreversible Veränderung des Erbgutes einer einzigen Zelle zugrunde. Alle Krebszellen sind Abkömmlinge (Klone) dieser Zelle. Verkomplizierend kommt hinzu, dass sich deren Erbgut weiter verändert, da die physiologischen Vorgänge, die DNA-Schäden reparieren oder mutierte normale Körperzellen absterben lassen würden (Apoptose), in Krebszellen nicht zum Tragen kommen. Mit der Zeit entwickelt sich daher ein Mosaik aus Zellen mit unterschiedlich stark verändertem Genom. Klinisch entspricht dem ein inhomogenes Erscheinungsbild des Tumors und ein zunehmendes „Bösartigerwerden“ über die Jahre.

Anders als viele andere epitheliale Malignome hat das Prostatakarzinom keine typische Adenom-Karzinom-Sequenz und auch kein spezifisches Mutationsmuster. Stattdessen kommen sehr heterogene genomische Veränderungen in Form von Punktmutationen an verschiedenen Stellen, Verlusten von Allelen oder ganzen Chromosomen und bisweilen zusätzlich Polyploidie vor. Häufig sind jedoch in einem späteren (metastasierten) Stadium zumindest auch klassische Tumorsuppressorgene wie TP53 von Deletionen oder Mutationen betroffen. Eine wichtige Rolle scheinen Veränderungen des den Androgenrezeptor codierenden Gens zu spielen. Derzeit sind mindestens 17 genetisch verschiedene Zelllinien des Prostatakarzinoms bekannt.[15]

Für Träger einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation besteht ein erhöhtes Risiko für das Entstehen von Prostatakrebs.[16]

In frühen Stadien ist Prostatakrebs nahezu immer symptomlos. Hauptbeschwerden ergeben sich beim fortgeschrittenen Karzinom aus der Blockade des Harnabflusses und bestehen somit in Störungen der Miktion (Urinieren). Möglich sind ein verzögerter Beginn, eine verlängerte Miktion mit schwachem Strahl, Nachtropfen oder die Unterbrechung des Harnstrahls während des Wasserlassens. Oft bleibt Restharn in der Blase zurück. Irritative Beschwerden sind vermehrter oder überwiegend nächtlich auftretender Harndrang (Nykturie), häufiges Lassen geringer Urinmengen (Pollakisurie), erschwertes Wasserlassen (Dysurie) oder Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie). Durch Druckschädigung von Nerven des Kreuzbeinbereichs kann es zu Erektionsstörungen kommen. Sichtbares Blut im Urin (Hämaturie) oder Ejakulat (Hämatospermie) ist hingegen selten.

Beschwerden können im fortgeschrittenen Stadium mit Metastasierung auch primär durch die Metastasen entstehen, während das Prostatakarzinom klinisch stumm bleibt (okkultes Karzinom). Am häufigsten sind hier Schmerzen der Wirbelsäule und des Beckens. Bei starker metastatischer Durchsetzung kann es zu spontanen Knochenbrüchen ohne Trauma, sogenannten pathologischen Frakturen, kommen. Da häufig die Wirbelsäule die erste Aussaatstrecke bildet, sind komplexe neurologische Ausfälle durch Rückenmarksverletzung wie Querschnittsyndrome oder das Cauda-equina-Syndrom nicht selten. Lymphknotenmetastasen können zu Lymphödemen der Beine oder des Hodensacks führen. Insgesamt stellen jedoch Knochenmetastasen für die meisten Patienten die vorherrschende Manifestation der Erkrankung dar und sind auch die hauptsächliche Ursache für die Morbidität und Mortalität des Prostatakarzinoms.[17]

Fortgeschritten metastasierte Tumoren führen in der Regel auch zu Allgemeinsymptomen wie Anämie und ungewolltem Gewichtsverlust.

Maßnahmen zur Früherkennung können Prostatakrebs nicht verhindern. Sie dienen vielmehr dazu, Tumore in einem frühen Stadium zu erkennen und die Sterblichkeit zu vermindern. Dabei ist zu beachten, dass durch die Feststellung der Diagnose in einem früheren Stadium sich automatisch die Überlebenszeit verlängert, auch wenn der Todeszeitpunkt der gleiche ist. Früherkennung kann bei 3 von 1000 Männern den Tod durch Prostatakrebs verhindern. Ob dadurch auch die Gesamtsterblichkeit dieser 1000 Männer geringer ist, kann nicht nachgewiesen werden.[9.2]

Männer ab einem Alter von 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren, die eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, sollen ergebnisoffen über Vor- und Nachteile beraten werden. Denjenigen, die nach dieser Beratung eine Untersuchung wünschen, soll eine Bestimmung des PSA-Wertes angeboten werden.

Das Abtasten der Prostata über den Enddarm und der transrektale Ultraschall werden in der Früherkennung nicht mehr als geeignete Maßnahme angesehen. Ist der PSA-Wert auffällig, soll zur weiteren Diagnostik eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden.[9.2] Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft -Stand Oktober 2025- die Möglichkeit, über die Krankenkassen ein Früherkennungsprogramm mit beiden Maßnahmen anzubieten. Ein Ergebnis ist im Oktober 2027 zu erwarten.[18]

Die im Oktober 2025 veröffentlichte European Study of Prostate Cancer Screening (finanziert durch die Dutch Cancer Society) beobachtete Nutzen und Risiko des PSA-Screenings über einen Zeitraum von 23 Jahren. Die Autoren bewerteten das PSA-Screening grundsätzlich positiv: Das Risiko, an Prostatakrebs zu versterben war in der Screening-Gruppe um 13 % niedriger als in der Kontrollgruppe. Die negativen Auswirkungen des PSA-Screenings hätten sich über den Beobachtungszeitraum verringert. Für die Zukunft solle ein risikoorientierter Zugang die Überdiagnostik vermindern, ohne die Vorteile des PSA-Screenings zu verlieren.[19] Für die Kalkulation des Risikos können die Faktoren Alter, familiäre Belastung und genetische Prädisposition herangezogen werden.[9.2] Patienten haben die Möglichkeit, ihr Risiko selbst einzustufen. Dazu steht ein Prostata-Risikokalkulator im Internet zur Verfügung.[20]

In der Zwischenzeit bieten noch viele Arztpraxen die Früherkennung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an.

Stellungnahmen von Institutionen im Gesundheitswesen zur Früherkennung des Prostatakarzinoms

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Der IGeL-Monitor des MD Bund (Medizinischer Dienst Bund) geht 2012 (2017 aktualisiert) davon aus, dass pro Mann, der durch die Früherkennung vor dem Tode bewahrt würde, 30 Männer die Diagnose Prostatakarzinom und die Folgen dieser Diagnose in Kauf nehmen müssen. Wichtig sei jedoch, dass jeder Mann den Nutzen und den Schaden selbst bewertet.[21]

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nahm im Juni 2025 zu dem, in der aktuellen S3-Leitlinie Prostatakarzinom betrachteten Thema Früherkennung, wie folgt Stellung:

„Angesichts der problematischen PSA-Testung gilt es nicht, möglichst breit zu testen und möglichst viel zu finden. Um das Nutzen-Schaden-Verhältnis zu optimieren, sollte die Diagnostik (wie in Skandinavien) gemäß individueller informierter Entscheidung mit dem Blick auf Alter, Intervalle und Grenzwerte so fokussiert werden, dass klinisch signifikanter Prostatakrebs gefunden werden kann.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen[22]

Die Deutsche Krebshilfe fasst im Oktober 2023 zusammen:

Die rektale Untersuchung ist zur Frühdiagnose nicht geeignet.

Die Bestimmung des PSA-Wertes bietet vor- und Nachteile. Im mittleren Lebensalter (45-54 Jahre) habe der PSA-Wert eine hohe Vorhersagekraft, im weiteren Verlauf des Lebens einen Prostatakrebs (PK) zu entwickeln. Um die Aussagekraft des PSA-Wert im späteren Lebensalter zu erläutern dient eine Gegenüberstellung von Männern mit PSA-Test und ohne:

Im Verlauf von 21 Jahren haben 1000 Männer im Alter von 55-69 Jahren mit und ohne regelmäßige Bestimmung des PSA-Wertes folgende Ergebnisse
Diagnose PK Diagnose Metastasen Tod durch PK
ohne PSA 97 25 15
mit PSA 155 17 11

Durch eine regelmäßige Bestimmung des PSA-Wertes ergibt sich also häufiger eine Krebsdiagnose, auch bei Männern, die nie Beschwerden durch einen PK bekommen und irgendwann an etwas anderem versterben. Weil mehr PK entdeckt werden, werden auch mehr operiert, es gibt weniger PK-Metastasen und es sterben weniger Männer an PK. Die Deutsche Krebshilfe weist -wie auch die anderen Institutionen- darauf hin, dass jeder Patient die Vor- und Nachteile der Früherkennung nach entsprechender Information selbst bewerten muss. Die daraus resultierende Entscheidung ist von den behandelnden Ärzten zu respektieren.[23]

Diagnostik Prostatakarzinom, vereinfacht nach S3-Leitlinie Prostatakarzinom 8.1 vom August 2025[9.3]
Osteolytische Knochenmetastase in HWK 2 eines metastasierten Prostata-Karzinoms in der F-18-Cholin PET-CT
Osteoplastische Knochenmetastase im Hüftgelenk in der F-18-Cholin PET-CT; Knochenmetastasen des Prostata-Karzinoms sind meist osteoplastisch, d. h. knochenaufbauend

Die Diagnostik bei Männern ohne Krankheitsverdacht entspricht einer Früherkennungsuntersuchung und beginnt mit der Bestimmung des PSA-Wertes im Blut.[9.2]

Die Tastuntersuchung der Prostata vom Enddarm aus (digital-rektale Untersuchung) ist wenig aussagekräftig und wird nicht mehr empfohlen.[9.2]

Bildgebende Verfahren

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Bei Männern mit einem PSA-Wert über 3 ng/ml, mit erhöhtem Risikoprofil, oder mit klinischem Verdacht auf einen Prostatakrebs wird eine Magnetresonanztomografie durchgeführt. Findet sich hierbei ein Herdbefund, kann die Dignität durch weitere Blut- und Urinuntersuchungen genauer ermittelt werden. Sogenannte Biomarker wie PCA3 erlauben eine genauere Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Befunden.[9.4] Erhärtet sich dabei der Krankheitsverdacht, erfolgt die Stanzbiopsie der Prostata entweder vom Enddarm oder vom Damm aus, um Material für eine feingewebliche Untersuchung zu gewinnen.[9.3] Wird ein Prostatakarzinom in einem frühen Stadium festgestellt, sind keine weiteren bildgebenden Verfahren erforderlich. Eine Metastasierung ist dann sehr unwahrscheinlich.[9.5] Ist der Tumor schon weiter fortgeschritten, muss von einer Metastasierung in der Körper ausgegangen werden. Um dies zu beurteilen, ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die am besten geeignete Untersuchungsmethode.[9.5]

Nach dem MRT kann schon die Diagnose eines Tumors in der Prostata gestellt und die Stadienbestimmung (s. u.) vorgenommen werden. Beweisend für ein Karzinom ist aber letztlich erst der Nachweis von Krebszellen in einer bioptisch entnommenen Gewebeprobe. Die Biopsie wird perineal oder transrektal durchgeführt. Um den fraglichen Herd zu treffen, ist eine gleichzeitige Bildgebung notwendig. Dabei kann eine KI-gestützte Ultraschallortung hilfreich sein. Andere Untersuchungsmethoden unter Verwendung von Ultraschall haben keinen Stellenwert mehr.[9.6] Es werden mit einer Hohlnadel insgesamt 10–12 Gewebeproben entnommen. Zur Verminderung des Infektionsrisikos wird prophylaktisch ein Antibiotikum verabreicht. Die Biopsie erfolgt in lokaler Infiltrationsanaesthesie.[9.7]

Ein Pathologe begutachtet das Prostatagewebe und stellt seine Diagnose (s. u.).

Diagnostik zur Stadienbestimmung bei nachgewiesener Erkrankung

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Nachdem die Diagnose Prostatakrebs gesichert ist, wird dessen Ausdehnung untersucht. Dabei sind die Größe des Tumors, eventuell befallende regionale Lymphknoten und Metastasen von Interesse. Je nach Befund erfolgt dann die Stadieneinteilung nach dem System der internationalen Vereinigung gegen den Krebs (UICC) mittels der TNM-Klassifikation.[9.8] Die Bestimmung der Tumorgröße (T-Kategorie) erfolgt mittels digitaler-rektaler Untersuchung und Magnetresonanztomografie (MRT). Ist der Tumor klein, ist eine Metastasierung sehr unwahrscheinlich und eine weitere Bildgebung nicht erforderlich.[9.8] Bei großen Tumoren wird für die Suche nach Metastasen die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) eingesetzt.[9.8]

Staging (TNM-System)

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Bei der Beurteilung des Tumorstadiums nach dem TNM-System werden Größe und örtliche Ausdehnung des Prostatatumors (T), Lymphknotenbefall (N, von engl. node ‚Knoten‘) und Metastasen (M) berücksichtigt. Die Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung des Primärtumors (T1–T4), das Vorliegen von befallenen Lymphknoten (N0–N1) sowie das Vorhandensein und die Verteilung von Fernmetastasen (M0-M1c).

Ein recht guter Prädiktor für die Entdifferenzierung, die lokale Invasion der Nachbarorgane und die Wahrscheinlichkeit der Fernmetastasierung ist auch die Tumorgröße. Die „Schwelle der Kurabilität“, also die Größe des Tumors, bis zu welcher man eine Behandlung mit der Zielsetzung der Heilung (kurative Behandlung) als möglich erachtet, wird bei 4 cm³ angesetzt. Ist diese Schwelle überschritten, so ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Jedoch können durchaus auch kleinere Tumoren bereits metastasiert sein und sich somit einer kurativen Behandlung entziehen.[24]

TNM-Klassifikation[25]
Stadium Beschreibung
Tx Es kann keine Aussage zur Ausdehnung des Primärtumors getroffen werden.
T1 Der Tumor ist klein und nicht tastbar. Er wird zufällig im Rahmen einer Prostataoperation wegen Prostatavergrößerung oder erhöhter PSA-Werte gefunden (Inzidentaltumor).
T1a Der Tumor befällt höchstens 5 % des Gewebes.
T1b Der Tumor befällt mehr als 5 % des Gewebes.
T1c Der Tumor wurde durch eine Nadelbiopsie diagnostiziert.
T2 Der Tumor liegt noch innerhalb der Prostatakapsel.
T2a Der Tumor befällt höchstens 50 % eines Seitenlappens.
T2b Der Tumor befällt mehr als 50 % eines Seitenlappens.
T2c Der Tumor befällt beide Seitenlappen.
T3 Der Tumor hat sich über die Prostatakapsel hinaus ausgebreitet; eine Ausdehnung in die Prostataspitze oder in die Prostatakapsel (aber nicht darüber hinaus) wird nicht als T3-, sondern als T2-Tumor gewertet.
T3a Der Tumor hat sich über die Prostatakapsel ausgebreitet, ohne die Samenblasen zu befallen.
T3b Der Tumor hat sich über die Prostatakapsel ausgebreitet und befällt die Samenblasen.
T4 Der Tumor hat Nachbarstrukturen befallen (infiltriert) oder ist fixiert (unverschieblich).
Nx Es kann keine Aussage zu regionären Lymphknotenmetastasen getroffen werden.
N0 Keine Metastasen in den regionären Lymphknoten.
N1 Metastasen in den regionären Lymphknoten.
M0 Keine Fernmetastasen nachweisbar.
M1 Der Tumor hat Fernmetastasen gebildet.
M1a Metastasen in anderen Lymphknoten (nichtregionale Lymphknoten).
M1b Metastasen in den Knochen.
M1c Metastasen in anderen Organen und/oder Strukturen.

An der Einordnung in das TNM-Schema orientiert sich die Behandlung. Auch die Prognose kann unter Hinzuziehung weiterer Parameter abgeschätzt werden.

Ein anderes Schema der Stadieneinteilung ist das nach Whitmore-Jewett (modifiziert nach Hopkins). Hier werden die Grade A (mikroskopisches Karzinom, praktisch immer inzidentiell – entspricht T1), B (makroskopisch, auf die Prostata begrenzt – entspricht T2); C (organüberschreitend, auf das kleine Becken begrenzt – entspricht T3/4M0) und D (mit Fernmetastasen – entspricht T1–4M1) unterschieden. Dieses Schema wird im angloamerikanischen Raum bevorzugt, ist aber in Deutschland nicht üblich.

Pathologie und Histopathologie

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Stanzbiopsien und Operationspräparate werden von einem Pathologen untersucht.

Makroskopische Pathologie

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Schnitt durch eine Prostata mit Adenokarzinom (links) HE-Färbung

Makroskopisch (mit bloßem Auge) erscheint das Karzinom meist gelb oder weißlich, relativ homogen und unscharf begrenzt. Mehrheitlich geht es von den Epithelien der peripheren Drüsenanteile aus, zu etwa 85 % in den hinteren (rektalen) Anteilen der Vorsteherdrüse und breitet sich in den äußeren Zonen des Organs aus. Zur Verlegung der Harnröhre mit Beschwerden des Harnlassens kommt es daher erst spät, meist nachdem die Organkapsel schon durchbrochen wurde.

Ausgedehnte Karzinome der Stadien T3/T4 können die Samenblasen, die Harnblase, den Beckenboden oder das Rektum infiltrieren. Die Metastasierung ist zunächst lymphogen (über die Lymphbahnen) in die ortständigen Lymphknoten. Häufig erfolgt später eine hämatogene Aussaat (über die Blutbahn). Typisch sind Knochenmetastasen in Becken, Kreuzbein und Lendenwirbelsäule, Oberschenkelknochen, Brustwirbelsäule und Rippen. So ist bei 80 % bis 90 % der Patienten mit einem metastasierenden Prostatakarzinom das Achsenskelett (Wirbelsäule, Becken und Strukturen, die am Rumpf oder nahe am Rumpf gelegen sind) betroffen.[17] Diese sind fast immer osteoblastisch (knochenbildend). Fernmetastasen in Lunge und Leber durch hämatogene Aussaat (über den Blutkreislauf) sind seltener.[26]

Mikroskopische Pathologie

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97 % aller Prostatatumoren sind Adenokarzinome, das heißt, sie entstehen aus entarteten Drüsenzellen. Ein Übergangsstadium zum manifesten Krebs wird als prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN) bezeichnet und entspricht einem Carcinoma in situ. Beim eigentlichen Karzinom kommen verschiedene histopathologische Wachstumsmuster vor, auch gleichzeitig nebeneinander: glandulär beziehungsweise azinär (drüsenartig), kribriform (siebartig) und solide. Das Ausmaß der Entdifferenzierung ist Grundlage des Gradings. 40–50 % der Tumoren liegen bei Diagnosestellung multifokal vor.[24]

Die Nicht-Adenokarzinome (weniger als drei Prozent) sind meist urothelialer Herkunft, leiten sich also aus dem Übergangsgewebe der Harnröhre oder -blase ab (siehe Blasenkrebs). Äußerst selten sind Sarkome (Leiomyosarkom, Fibrosarkom, Rhabdomyosarkom) des Stromas beim Erwachsenen. Bei Kindern sind Rhabdomyosarkome die häufigste Form des Prostatakrebses, werden aber nicht wie bei erwachsenen Patienten als Prostatakarzinom aufgefasst, sondern als Weichteilsarkom.[27][28]

Tumorgrad und Gleason-Score

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Bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes werden die biologischen Eigenschaften des Tumors genauer bestimmt und seine Bösartigkeit ermittelt. So beschreibt ein besonderes Einordnungsschema (G: Histopathologisches Grading), wie stark sich die Tumorzellen mikroskopisch von normalen, „ausgereiften“ Zellen unterscheiden.

Zum Grading des Prostatakarzinoms wird entsprechend der S3-Leitlinien zur Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms der Gleason-Score verwendet.[29] Dabei wird nach dem histologischen Bild in der Stanzbiopsie das am schlechtesten differenzierte und das am häufigsten vorkommende Tumorgewebe mit Punktwerten zwischen 1 und 5 (zusammen also zwischen 2 und 10) bewertet und addiert. Bei einer bereits erfolgten Operation wird der häufigste und der am zweithäufigsten vorkommende Gleason-Grad in der gesamten Prostata addiert. Die beiden addierten Gleason-Grade müssen in der richtigen Reihenfolge und in der Stanzbiopsie in Prozent (des Gesamttumors und des gesamten gewonnenen Gewebes) angegeben werden. Ein Gleason-Score 3+4 stellt einen besser differenzierten Grad dar, als Gleason-Score 4+3, obwohl die Summe gleich ist. Ihre Summe wird in der Stanzbiopsie demnach anders interpretiert als im Operationspräparat. Eine Besonderheit ist, dass die Gleason-Grade 1 und 2 in der Stanzbiopsie nicht diagnostiziert werden können.[30]

Der Gleason-Score ist neben der Tumorgröße, dem Vorliegen von Lymphknoten- und Fernmetastasen (TNM-Klassifikation) ein wichtiger Prognosefaktor. Ein Gleason-Score kann nur bei Vorliegen eines nicht vorbehandelten Adenokarzinoms der Prostata erstellt werden, für Urothelkarzinome und neuroendokrine Tumoren wird ein anderes Grading-System benutzt.[29]

Die Internationale Gesellschaft für Urologische Pathologie (ISUP) teilt Prostatakarzinome nach ihrer mutmaßlichen Aggressivität und Wachstumsgeschwindigkeit in Zusammenschau mit dem Gleason-Score in fünf Gruppen ein:[31][32]

ISUP-Gruppe 1: Gleason-Score 6, der Tumor wächst langsam und ist auf die Prostata beschränkt

ISUP-Gruppe 2: Gleason-Score 3+4, der Tumor wächst langsam, Metastasen sind unwahrscheinlich

ISUP-Gruppe 3: Gleason-Score 4+3, der Tumor wächst mäßig und ist nicht mehr auf die Prostata beschränkt

ISUP-Gruppe 4: Gleason-Score 8, der Tumor wächst schnell, Fernmetastasen wahrscheinlich

ISUP-Gruppe 5: Gleason-Score 9+10, der Tumor wächst sehr schnell, Fernmetastasen sehr wahrscheinlich

Beurteilung der Prognose

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Wichtigste Faktoren für die Einschätzung der Prognose sind das Tumorstadium nach TNM-Klassifikation, der PSA-Blutwert, die Differenzierung des Tumors nach dem Gleason-Score, beziehungsweise die ISUP-Gruppe und im Fall einer Operation die Beurteilung der Resektionsränder im Hinblick auf die Freiheit von Tumorzellen (Frage der vollständigen Resektion).[9.9]

Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom profitieren eventuell von einer humangenetischen Untersuchung auf das Vorhandensein von BRCA-Mutationen (Brustkrebsgen-Mutationen). In diesem Fall käme eine Therapie mit PARP-Inhibitoren in Frage.[9.9]

Die Empfehlung zu bestimmten Therapieoptionen richtet sich nach dem Tumorstadium (TNM-System) und dem Risikoprofil (ISUP-Gruppe, Alter, Begleiterkrankungen). Strategien mit der Absicht einer Heilung (kurativ) und solche ohne diese Absicht (palliativ) stehen je nach Situation zur Verfügung. Bei der Eröffnung der Therapieoptionen und insbesondere während einer palliativen Therapie bedarf der Patient einer besonders intensiven Beratung und Betreuung. Die Entscheidung des Patienten für oder gegen eine Option ist stets zu respektieren.[9.10]

Aktive Überwachung, Strahlentherapie oder Operation: Ergebnisse der britischen ProtecT-Studie

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Bis vor Kurzem war nicht eindeutig geklärt, ob Operation oder Strahlentherapie als gleichwertig anzusehen sind; es gab keinen direkten Vergleich beider Therapieverfahren. Ferner war unklar, ob eine Behandlung (egal welche) einen Vorteil gegenüber der aktiven Überwachung erbringt. Die in Deutschland zu dieser Frage durchgeführte PREFERE-Studie wurde im Herbst 2016 geschlossen. Fast zeitgleich wurde aber eine britische Studie veröffentlicht (sog. ProtecT-Studie), in der drei Methoden miteinander verglichen wurden, nämlich aktive Überwachung, Operation und Strahlentherapie (Bestrahlung von außen mit Linearbeschleuniger, kombiniert mit sechsmonatiger antihormoneller Therapie).

Wichtige Ergebnisse der ProtecT-Studie sind:

  1. Aktive Überwachung ist möglich. Es gibt in den ersten zehn Jahren nach Diagnose keine erhöhte Todesrate.
  2. Allerdings traten bei Patienten, die zunächst nur überwacht und nicht sofort behandelt wurden, vermehrt Metastasen auf. Da dies längerfristig nachteilig ist, sollte man eine Therapie bei jüngeren Patienten und/oder bei Tumoren mit Risikokonstellation prüfen.
  3. In der Patientengruppe, die zunächst nur aktiv überwacht wurde, musste man innerhalb von zehn Jahren dann doch die Hälfte der Patienten mit Bestrahlung oder Operation behandeln, weil die Krebserkrankung messbar vorangeschritten war. Bei aktiver Überwachung gilt also bezüglich einer weiteren Behandlung: aufgeschoben, aber nicht endgültig aufgehoben.
  4. Ein wichtiges Ergebnis betrifft den Vergleich von Operation und Strahlentherapie. Beide Verfahren waren hinsichtlich der Beherrschung der Tumorerkrankung gleich gut (im Trend war die Bestrahlung sogar etwas besser). Beide Therapieverfahren wurden gut vertragen; die Nebenwirkungen waren bei Strahlentherapie aber deutlich geringer als bei Operation, obwohl die Bestrahlung noch nicht mit heute üblichen präziseren Bestrahlungstechniken durchgeführt wurde.

Die beiden Originalpublikationen der Studie,[33] eine Zusammenfassung der österreichischen Cochrane,[34] ein Kommentar aus dem New England Journal of Medicine[35] sowie eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie[36] sind frei verfügbar. Die Aussagen gelten nur für Patienten mit den entsprechenden Kriterien, insbesondere einem Tumor mit weniger aggressiver Einstufung.

Weitere Ergebnisse zur Frage, welche Behandlungsmethode die besten Erfolgsaussichten bietet, stammen aus der 2012 publizierten sogenannten „Grimm-Studie“. In dieser Metaanalyse wurden anhand der Daten von ca. 52.000 Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom 11 Methoden (operative Verfahren, Bestrahlungsmethoden, HiFu usw.) untersucht und verglichen. Die besten Ergebnisse bei allen drei Risikogruppen lieferte stets ein Bestrahlungsverfahren. Den ausgeprägtesten Vorteil in Bezug auf die langjährige Tumorkontrolle zeigte die Bestrahlung im Vergleich zur Operation bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakrebs.[37]

Bei lokal begrenztem Prostatakarzinom (T1/2) und guter Konstitution ist die radikale (vollständige) Operation der Prostata, bei der Prostata, Samenbläschen und die regionalen Lymphknoten entfernt werden, eine traditionelle Methode. Diese so genannte „radikale Prostatektomie“ (RPE) kann auf vier unterschiedliche Arten durchgeführt werden:

  • als retropubische radikale Prostatektomie (RRP)
  • als radikale perineale Prostatektomie (RPP) durch Schnitt am Damm (zwischen After und Hodensack)
  • minimalinvasiv – laparoskopisch
  • roboterassistiert (RARP)

RRP wird vom Bauch aus durchgeführt, RPP wird extraperitoneal, also ohne Eröffnung der Bauchhöhle, ausgeführt. Die RPP ist weniger zeitaufwändig und mit geringeren Blutungen verbunden als die RRP, aber der Zugang ist relativ schmal. Ein Nachteil ist die fehlende Entfernung der Beckenlymphknoten bei der RPP, so dass ein zweiter Eingriff mittels laparoskopischer pelviner (auf das Becken bezogener) Lymphadenektomie manchmal notwendig ist. Einzelne Zentren haben Techniken publiziert, welche die Lymphknotenentfernung ermöglichen.[38]

Bei der minimalinvasiven Methode wird mittels Bauchspiegelungstechnik über einige kleine Schnitte die Prostata operiert. Vorteil im Vergleich zur „offenen“ Operation ist hier vor allem der zumeist geringere Blutverlust und die kleinen Wunden.

Eine Weiterentwicklung der „minimalinvasiven“ Technik ist die roboterassistierte Prostatektomie. Hier wird mit Hilfe eines Operationsroboters die laparoskopische Technik durchgeführt. Der Roboter wird dabei vom Operateur mittels einer speziellen Konsole fernbedient und führt keine eigenständigen Bewegungen aus. Vorteil für den Operateur gegenüber der Standard-Laparoskopie ist hierbei die nahezu uneingeschränkte Beweglichkeit der Instrumente, die hervorragende Sicht (dreidimensional über ein Doppel-Optik-System) und die Feinheit der Bewegung, da der Roboter etwa das natürliche Zittern der Hand ausgleicht. Nachteil der Robotertechnik gegenüber der „Standard-Laparoskopie“ sind die vergleichsweise hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten für das Krankenhaus, so dass in Deutschland bisher nur wenige Zentren auf diese Technik zurückgreifen können, bei einigen Abteilungen wird eine private Zuzahlung zur Deckung der Materialkosten verlangt, da die Krankenkassen diese derzeit nicht übernehmen. Eine Verbesserung der Operationsergebnisse durch die Robotertechnik konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.

Gelingt es bei der Operation, den Tumor vollständig zu entfernen, ist eine Heilung möglich, und die Prognose für ein Langzeitüberleben (fünf Jahre oder mehr) liegt zwischen 80 und 90 Prozent. Gemäß der weltweit größten urologischen Studie (52.000 Patienten) zur Behandlung des lokalisierten Prostatakrebses ist die Operation bei Patienten mit geringem oder mittlerem Risiko der Bestrahlung nach fünf Jahren im Ergebnis geringgradig unterlegen. Den größten Vorteil zeigte die Bestrahlung im Vergleich zur Operation insbesondere bei Patienten, die ein hohes Risiko haben, Metastasen zu entwickeln.[37]

Das Risiko, an der Operation oder ihren Folgen zu versterben, beträgt etwa 1,5 Prozent.[39] Ein relevantes Risiko der Operation ist in erster Linie die Gefahr der langfristigen Harninkontinenz und beträgt je nach Studie zwischen 2 und 40 Prozent.[40] So benötigten etwa in einer britischen Studie aus dem Jahr 2006 27,8 % der Patienten täglich bis zu eine Einlage.[41]

Zum Verlust der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion) in Folge einer Verletzung der Nervi cavernosi (Äste der parasympathischen Beckeninnervation) kommt es in etwa 80 % der Fälle.[42] Ein trockener Orgasmus ist meist weiterhin möglich[43], eine Studie zeigt, dass 71 % der operierten Männer orgasmusfähig waren.[44] Verletzungen des Nervus obturatorius, die im Rahmen der Lymphknotenentfernung auftreten können, oder des Rektums sind selten. In fünf bis 20 Prozent der Fälle kommt es, bedingt durch die Lymphknotenentfernung, zu einer Lymphozele. Als Spätfolge tritt in etwa 32 % der Fälle eine Verengung der Verbindungsstelle zwischen Harnröhre und Blase (Anastomose) auf, die so genannte Anastomosenstriktur.[39]

Etliche Zentren bieten eine „nerverhaltende“ Operationsmethode (nach Patrick Craig Walsh) an, bei der die kavernösen Nerven, die in unmittelbarer Lagebeziehung zur Prostata verlaufen, geschont werden. Das Risiko der postoperativen erektilen Dysfunktion kann damit auf zehn Prozent (bei jungen Patienten), bis 50 % (bei älteren Patienten) gesenkt werden, der Erfolg ist aber signifikant von der Erfahrung des Operateurs abhängig. Zudem birgt die Technik das Risiko einer zu wenig radikalen Ausräumung des Tumors. Es erhöht sich damit das langfristige Risiko eines Lokalrezidives.

Die Art der angewandten Operationsmethode scheint keinen signifikanten Einfluss auf die onkologischen Ergebnisse (Überlebensrate, rezidivfreies Überleben etc.) des Eingriffs zu haben, vielmehr scheint die jeweilige Erfahrung des einzelnen Operateurs ausschlaggebend zu sein.

Strahlentherapie (Radiatio)

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Ein Linearbeschleuniger, wie er bei der externen (perkutanen) Strahlentherapie zum Einsatz kommt.

Eine gleichwertige und nebenwirkungsärmere Alternative zur Operation ist bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit niedrigen und mittleren Risikofaktoren (siehe Prognosefaktoren) die alleinige Strahlentherapie. In einer Vergleichsstudie[45] wurden über 1600 Patienten entweder mit radikaler Operation, perkutaner Strahlentherapie oder einer abwartenden Strategie behandelt. Nach einer Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren ergab sich kein Vorteil einer Methode bezüglich des krebsspezifischen Überlebens, also der Wahrscheinlichkeit, am Prostatakrebs zu versterben. In der Behandlungsgruppe mit abwartender Strategie zeigte sich eine Verdopplung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fernabsiedlungen (Metastasen). Hinsichtlich der für Patienten wichtigsten Nebenwirkungen Inkontinenz und sexueller Funktion (Potenz) resultierte die Prostataoperation häufiger in einer signifikanten Verschlechterung beider Funktionen. Die Strahlentherapie zeigte signifikant häufiger Darmnebenwirkungen. Bezüglich der Lebensqualität ergaben sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen.[46]

Die Strahlentherapie ist für verschiedene Gruppen von Patienten anwendbar, etwa nach Wiederauftreten eines operierten Tumors, bei metastasierten Tumoren oder auch als Konkurrenzmethode zur Operation. Sie erfolgt entweder von außen (perkutane Strahlentherapie) oder durch „Spickung“ (Brachytherapie) (von griechisch brachýs = nah) der Prostata mit radioaktivem Material. Die perkutane Bestrahlung wird mittels Linearbeschleuniger durchgeführt. Bei der Brachytherapie unterscheidet man zwischen der Implantation von „Seeds“ (radioaktiven Partikeln kurzer Halbwertszeit, auch „Low-Dose-Rate Brachytherapy“, LDR-Brachytherapie genannt) und dem „Afterloading“ („High-Dose-Rate Brachytherapy“, HDR-Brachytherapie), wobei für eine (mit einem speziellen Planungsprogramm über PC) vorausberechnete Zeit eine radioaktive Quelle in Hohlnadeln, die in dem zu bestrahlenden kranken Gewebe stecken, eingeführt und anschließend wieder entfernt werden. Die HDR-Brachytherapie kann sowohl mit der perkutanen Bestrahlung kombiniert als auch als alleinige Monotherapie angewandt werden. Die LDR-Brachytherapie („Seeds“) kann nicht mit anderen Formen der Bestrahlung kombiniert werden; diese Therapie stellt eine direkte Alternative zur Operation dar. Vorteile der Bestrahlung sind der Wegfall des OP-Risikos und die Möglichkeit einer ambulanten Behandlung. Nachteile sind Nebenwirkungen wie zeitweiliger Durchfall und Verdauungsstörungen.[47][48] Im Rahmen einer Metaanalyse wurde der Einfluss der Brachytherapie alleine oder in Kombination mit perkutaner Bestrahlung in Bezug auf das tumorfreie Überleben als allen anderen damit verglichenen Methoden als überlegen bewertet. Ziel dieser sogenannten „Grimm-Studie“, die 2012 publiziert wurde, war der Vergleich aller damals gängigen Behandlungsmethoden des nicht metastasierten Prostatakarzinomes. Die besten Ergebnisse bei allen drei Risikogruppen wurden jeweils durch die Brachytherapie alleine oder in Kombination erbracht. Den ausgeprägtesten Vorteil in Bezug auf die langjährige Tumorkontrolle zeigte die kombinierte Brachytherapie im Vergleich zur Operation bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakrebs.[37] Kritisiert wurde die Studie dafür, dass neue Verfahren wie zum Beispiel die dosiseskalierte perkutane Bestrahlung[49] oder hypofraktionierte Protonentherapie,[50] die mittlerweile zumindest äquivalente Ergebnisse erbrachten, nicht in die Metaanalyse aufgenommen wurde. Um den Stellenwert der Operation im direkten Vergleich mit Bestrahlungsverfahren erneut zu ermitteln, wurde 2013 die sogenannte „PREFERE“-Studie aufgelegt,[51] die 2016 jedoch abgebrochen werden musste.

Bei einer geringen Zahl von Patienten treten nach Strahlentherapie eines Prostatakarzinoms bleibende Schädigungen von Darm (Radioproktitis, Radiocolitis) und Harnblase (Radiocystitis) auf. Auch ein Verlust der Gliedsteife (erektile Dysfunktion) sowie eine Störung der Schließmuskelfunktion des Afters oder der Harnblase ist bei wenigen Patienten nach Bestrahlung eines Prostatakarzinoms beobachtet worden.[52][53] Die Strahlenbelastung angrenzender Organe kann durch den Einsatz sogenannter Goldmarker gesenkt werden, so dass auch das Risiko von Nebenwirkungen reduziert wird. Diese vor Beginn der Strahlentherapie in der Prostata abgelegten drei „Seeds“ erlauben es, die Prostata bei jeder Bestrahlungssitzung indirekt zu lokalisieren (sogenannte Image Guided Radio Therapy, IGRT), so dass eine gezieltere Bestrahlung mit einem geringeren „Sicherheitssaum“ möglich ist. Hierbei handelt es sich bisher jedoch um eine individuelle Gesundheitsleistung.

Ein neues Therapieverfahren ist die Hochpräzisionsbestrahlung der Prostata. Dabei wird die gesamte Strahlendosis in nur fünf Behandlungssitzungen über einen Zeitraum von etwa anderthalb Wochen verabreicht. Die US-Fachgesellschaft für Strahlentherapie (ASTRO) sieht diese Methode bereits als eine Alternative zu den Standardverfahren an.[54] In Deutschland wird diese Therapie aktuell in einer vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigten klinischen Studie an den Universitätskliniken Kiel, Lübeck, Rostock und Frankfurt angeboten und mit dem Bestrahlungsroboter Cyberknife (in Kooperation mit Saphir Radiochirurgie) durchgeführt.[55][56]

Wenn zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine Absiedelung in andere Organe stattgefunden hat, ist die Erkrankung meist nicht mehr heilbar. Durch Strahlentherapie kann hier jedoch zumindest die Ausbreitung des Krebses verzögert werden. Hier findet vor allem die Bestrahlung von Knochenmetastasen ihre Anwendung, die gefährdete Knochenbezirke stabilisiert und somit erheblich zur Mobilität und Schmerzfreiheit bei Patienten mit metastasierten Tumoren beiträgt.

Protonentherapie

Eine neue Form der Strahlentherapie ist die Behandlung mit Protonen. Hierbei nützt man das physikalische Phänomen des bragg peak, bei der die Strahlenenergie nur an einer vorbestimmten Stelle im Körper abgegeben wird. Der Vorteil der Protonentherapie liegt in der Genauigkeit wirksam den Krebsherd zu behandeln und dennoch dicht angrenzendes gesundes Gewebe zu schonen. Im März 2014 wurden erstmals 5-Jahres-Langzeitergebnisse der Protonenbestrahlung bei Prostatakrebs publiziert. Insgesamt wurden in den drei hier zusammengefassten Studien 211 Patienten mit nicht-metastasierten Prostatakrebs mit Protonen behandelt und über einen Zeitraum von durchschnittlich über 5 Jahren (5,2 Jahre) nachbeobachtet. Die Tumorkontroll-Rate nach fünf Jahren (cPFS) betrug bei Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko und mit mittlerem Risiko jeweils 99 %, bei Prostatakarzinom mit hohem Risiko 76 %. Die Rate an schweren Nebenwirkungen gemäß internationaler Einteilungsrichtlinie CTCAE Version 3.0 (bzw. aktueller Version 4.0) lag am Darm (zum Beispiel Blutung des Enddarmes) bei 1 % (0,5 %), am Harntrakt (zum Beispiel Inkontinenz) bei 5,4 % (1 %).[50]

Prostata-Rektum-Hydrogel-Abstandshalter

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Die Kernspintomografie zeigt einen Hydrogel-Abstandshalter, durch den das Rektum während der Strahlentherapie von der Prostata weggedrückt wird.

Bei Prostatakrebs ist eine Strahlentherapie, die entweder in Form einer Brachytherapie oder externen Strahlentherapie durchgeführt wird, eine der am häufigsten gewählten Behandlungsmethoden.

Obwohl die Strahlentherapie bei Prostatakrebserkrankungen im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden bessere Erfolge zeigt, birgt die Verletzung des Rektums durch die Bestrahlung (strahleninduzierte Proktitis) eine Gefahr, da sich das Rektum unmittelbar hinter der Prostata befindet. Die durch Strahlen ausgelöste Schädigung des Rektums kann zu Durchfall, rektalem Druck, zur Schleimhautproduktion und zu Blutungen führen. Bis zum Auftreten dieser Symptome kann es sechs bis zwölf Monate dauern. Die Symptome können jedoch zu jedem Zeitpunkt bis zu 30 Jahren nach der Bestrahlungstherapie auftreten.[57][58]

Eine aufkommende Strategie zur Minderung dieser rektalen Schädigung ist die Platzierung eines Abstandshalters zwischen diesen beiden Strukturen, wodurch das Rektum auf wirkungsvolle Art und Weise vom hochdosierten Strahlenfeld weggedrückt wird. Forschern war es möglich, diese Abstandshalter herzustellen, indem sie verschiedene Materialien in dem potenziellen Raum zwischen der Prostata und dem Rektum platzierten.

Die Injektion von Hyaluronsäure in den Raum zwischen Prostata und Rektum führte zu einem zusätzlichen Raum von mehr als einem Zentimeter ohne Beschwerden durch Tenesmen oder das Gefühl einer rektalen Füllung. Bei Patienten, die mit Hyaluronsäure behandelt wurden, traten im Vergleich zu Patienten, die keinen Abstandshalter aus Hyaluronsäure erhalten hatten, bei proktoskopischen Untersuchungen deutlich seltener rektale Schleimhautbeschädigungen (5 % vs. 36 %, p = 0,002) und keine makroskopischen rektalen Blutungen (0 % vs. 12 %, p = 0,047) auf.[59] Eine ähnliche Studie wurde mittels Collageninjektionen in den gleichen Raum durchgeführt. Mit dieser Methode schuf man einen Raum von durchschnittlich 1,1 cm zwischen der Prostata und dem anterioren Rektum, was zu einer mehr als 50-prozentigen Minderung der rektalen Strahlungsdosis während der Strahlentherapie an der Prostata führte.[60]

Forscher bewerteten einen absorbierbaren Ballon, der in den Raum zwischen Prostata und Rektum eingesetzt wurde, und ermittelten einen beinahe zwei Zentimeter großen Raum mit einer errechneten Reduktion der rektalen Bestrahlung.[61] Untersuchungen von in gleichem Raum injiziertem, absorbierbarem Hydrogel (das sich derzeit in den USA in der Phase der klinischen Erprobung befindet), resultierten in einem zusätzlichen Raum von einem Zentimeter mit einer Minderung der rektalen Strahlung (V70) von 60 %.[62][63]

Obwohl sich die Prostata-Rektum-Abstandshalter noch in der Phase der klinischen Erprobung befinden, besteht ein vielversprechendes Potenzial dahingehend, dass sie nicht nur zur Minderung unbeabsichtigter rektaler Strahlenaussetzung und der daraus resultierenden Komplikationen beitragen, sondern außerdem höhere Dosierungen bei der Strahlentherapie von Krebspatienten ermöglichen. Somit kann die Überlebensrate der Patienten verbessert werden.[64] Zusätzlich kann durch eine höhere Dosierung pro Behandlung eine vollständige Behandlung mit weniger Arztbesuchen realisiert werden, was zum einen angenehmer für den Patienten ist und zum anderen zu erheblichen Einsparungen der medizinischen Kosten führt.[65]

Im Gegensatz zu den USA, in denen sich das Hydrogel noch in der klinischen Erprobung befindet, ist das Hydrogel in Europa bereits CE-zertifiziert und in einigen Ländern auf dem Markt erhältlich.

Hochintensiver fokussierter Ultraschall

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Ein seit 1996 in Deutschland angewandtes Verfahren ist der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU). Die Methode beruht darauf, dass die gesamte Prostata vom Enddarm aus mit gerichteten Ultraschallwellen erhitzt und das Karzinom damit zerstört wird. Dazu wird der Schallkopf in das Rektum eingeführt. Die Behandlung erfolgt in einer Sitzung, der Krankenhausaufenthalt beträgt nur drei bis fünf Tage. In mehreren Studien mit Nachbeobachtungszeiten von mittlerweile bis zu zehn Jahren wurden die Effektivität und die Sicherheit des Verfahrens nachgewiesen. Die HIFU-Therapie wird von mehr als 30 Zentren in Deutschland angewandt, die Behandlungskosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des DRG-Systems übernommen. Das Verfahren ist sowohl kurativ als auch palliativ einsetzbar. Im Gegensatz zu strahlentherapeutischen Verfahren ist es im Rezidivfall wiederholbar, es stellt also keine „therapeutische Sackgasse“ dar. Aufgrund der geringen Belastung für den Patienten eignet sich HIFU besonders auch für ältere Patienten sowie für die Patienten, die neben dem Krebs noch an weiteren schweren Erkrankungen leiden. Nach der aktuellen S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom (Version 2.0, 1. Aktualisierung 09.2011) ist allerdings die „… HIFU-Therapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ein experimentelles Verfahren. Die HIFU-Therapie soll nur im Rahmen von prospektiven Studien angewendet werden.“

Therapie mit HIFU wird seit August 2017 erstmals auch in Österreich, am Klinikum Wels, angeboten.[66]

Die Hormontherapie, die auch als Androgen-Deprivations-Therapie bezeichnet wird, basiert auf der meist vorhandenen Abhängigkeit des Prostatakarzinoms vom Testosteron. Sie wird eingesetzt als palliative Therapie bei metastasierten Tumoren oder ergänzend zu anderen Therapiemaßnahmen wie zum Beispiel einer Strahlentherapie. Eine Hormontherapie in Form eines Hormonentzuges kann als (meist reversible) chemische Kastration durch Gabe von GnRH-Agonisten oder -Antagonisten durchgeführt werden. Ziel ist es, den Testosteronspiegel auf unter 50 ng/dl abzusenken. Da das Prostatakarzinom meist stark testosteronabhängig ist, kommt es bei beiden Verfahren meist zu einem deutlichen Rückgang bzw. Stillstand der Krankheit, so dass der Patient oft über Jahre keine karzinombedingten Beschwerden hat. Bei der chemischen Kastration mittels GnRH-Agonisten kann ein sogenanntes Flare-up-Phänomen entstehen, ein kurzzeitig stark beschleunigter Krankheitsverlauf, bedingt durch einen kurzzeitigen Anstieg des Testosterons. Dieser kann durch die kurzzeitige Gabe von Antiandrogenen wie Cyproteronacetat unterbunden werden, was insbesondere bei ausgeprägter Metastasierung zu empfehlen ist. Aktuelle Studiendaten liefern Hinweise darauf, dass die Therapieoptionen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen sorgfältig abgewogen werden sollten. Darüber hinaus gibt es Studien, die gezeigt haben, dass GnRH-Antagonisten gegenüber den GnRH-Agonisten mit einem deutlich geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einhergehen.[67][68]

Als Nebenwirkungen bei beiden Kastrationsverfahren kommt es meist zu Testosteronmangelsymptomen, unter anderem kann es zu Hitzewallungen, zu depressiven Zuständen, zu Anämie, Muskelabbau und als Langzeitwirkung zu Osteoporose kommen, wobei bei Orchiektomie sowohl die psychischen Belastungen durch die irreversible chirurgische Kastration als auch die Osteoporose durch das nicht gleichzeitig supprimierte Hormon LH stärker in Erscheinung treten. Außerdem kommt es zur erektilen Dysfunktion, die meist als nicht allzu schlimm empfunden wird, da auch die Libido nachlässt. Um diese therapiebedingten Nebenwirkungen zu minimieren, kann bei einigen Patienten die intermittierende Hormonblockade (intermittierende Androgendeprivation) zur Anwendung kommen, das heißt, therapiefreie Intervalle werden bewusst eingeplant.[69][70] Eine weitere Alternative für ausgesuchte Patienten ist die alleinige Gabe eines Antiandrogens. Im Laufe der Therapie kann eine Kastrationsresistenz des Prostatakarzinomes eintreten, das heißt, trotz eines auf unter 50 ng/dl unterdrückten Testosterons kommt es zu einem Fortschreiten der Erkrankung.

Der unkritische Einsatz der Hormontherapie als alleinige Therapie des lokalisierten, also nicht metastasierten Prostatakarzinoms führt nicht zu einer Lebensverlängerung.[71]

Die Chemotherapie galt beim Prostatakrebs lange als wenig wirksam. Einige Patienten (responder) mit metastasiertem Prostatakarzinom können jedoch von einer Chemotherapie profitieren. Die Ansprechrate liegt bei etwa 20 %. Zumeist hat die Chemotherapie ihren Platz bei der Behandlung des Tumorrezidivs und versagender Hormontherapie (sogenanntes kastrationsresistentes Prostatakarzinom). Auch sie ist bisher rein palliativ. Angewendete Therapeutika sind Cyclophosphamid, Doxorubicin (Adriamycin), 5-Fluoruracil, Suramin und andere; für diese konnte jedoch bisher kein Überlebensvorteil gezeigt werden. In einer 2004 in der renommierten Zeitschrift The New England Journal of Medicine publizierten Arbeit konnte erstmals ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil von median 2,5 Monaten für diejenigen Patienten nachgewiesen werden, welche alle drei Wochen das Medikament Docetaxel erhielten.[72] Eine erstmals 2014 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology. (ASCO) in Chicago vorgestellte, 2015 ebenfalls im New England Journal of Medicine. publizierte Studie zeigte auch bei Patienten mit einem metastasierten, hormonsensitiven Prostatakrebs einen Überlebensvorteil durch eine frühzeitige Docetaxel-Chemotherapie.[73]

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland neue Medikamente zugelassen, die in Phase-III-Studien gute Erfolge für Patienten mit fortgeschrittenem kastrationsrefraktären Prostatakarzinomen auch nach Gabe einer Docetaxel-basierten Chemotherapie zeigten: Cabazitaxel (Handelsname Jevtana), zugelassen am 17. März 2011 sowie Abirateron (Zytiga), zugelassen am 5. September 2011. Weitere Medikamente sind aktuell in Entwicklung. Enzalutamid wurde im Juni 2013 unter dem Handelsnamen Xtandi in Europa zugelassen.[74][75] Sowohl Enzalutamid als auch Abirateron sind inzwischen auch zur Anwendung vor einer Chemotherapie im kastrationsresistenten Stadium zugelassen.

Streng genommen handelt es sich bei diesen beiden Medikamenten nicht um Chemotherapeutika, sondern um Präparate mit einer antiandrogenen Wirkung, also eine Form der Hormontherapie.

Palliativtherapie

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Im fortgeschrittenen Stadium, das keine kurative (heilende) Behandlung mehr erlaubt, können dennoch medizinische Maßnahmen die Beschwerden lindern und die Lebensqualität auf einem passablen Niveau halten. Bisphosphonate wie Zoledronsäure haben sich als wirksam erwiesen, um osteoporotische Veränderungen im Zuge der antiandrogenen Therapie ebenso wie durch Skelettmetastasen hervorgerufene Frakturen zu reduzieren.[76] Zur Linderung der Knochenschmerzen werden Opioide wie Morphin oder Oxycodon eingesetzt. Durch die äußere Bestrahlung von Knochenmetastasen können ebenfalls für einige Zeit die Schmerzen reduziert werden. Die Injektion bestimmter Radioisotope wie Strontium-89, Phosphor-32, Samarium-153 oder Radium-223 (Alpharadin, Xofigo),[77] die sich in stoffwechselaktiven Knochenmetastasen anreichern, hat einen ähnlichen Effekt (siehe Radionuklidtherapie von Knochenmetastasen).

Aktives Beobachten

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Unter bestimmten Umständen kann eine Strategie des „aktiven Beobachtens“ (engl. active surveillance) in Betracht kommen.[78] Daneben kommt watchful waiting, „Beobachten und Abwarten“, zur Anwendung. Definitionsgemäß hat Active Surveillance bei ansonsten gesunden und für eine kurative Therapie geeigneten Patienten das Ziel, unter genauer Überwachung einschließlich regelmäßiger Kontrollbiopsien die rechtzeitige kurative Behandlung bis zu einem Zeitpunkt aufzuschieben, an dem sich möglicherweise die Tumorbiologie oder der Wunsch des Patienten ändern. Als sekundäre Behandlung wird dann in den meisten Fällen die radikale Prostatektomie gewählt (48 %). Demgegenüber werden Patienten unter Watchful Waiting erst bei einer symptomatischen Progression palliativ behandelt.

Faktoren, die aktives Beobachten sinnvoll erscheinen lassen, sind beispielsweise das Alter des Patienten, der sonstige Gesundheitszustand und der mit Methoden der DNA-Zytometrie gemessene so genannte Ploidiegrad, ein Kennwert für die chromosomale Veränderung der Krebszellen, der auch gut als Verlaufskontrolle geeignet ist. Die DNA-Zytometrie ist eine sehr preiswerte Methode, die von den Krankenkassen bezahlt wird, und aus allen Arten von Biopsien (Stanzbiopsie und nebenwirkungsarmer Feinnadel-Aspirationsbiopsie, kurz FNAB) gemacht werden kann. Die einfachste Methode der Verlaufskontrolle ist die regelmäßige Ermittlung der PSA-Verdopplungszeit.

Patienten, die eine Perspektive des aktiven Beobachtens verfolgen, versuchen, das Fortschreiten eines Karzinoms aktiv, beispielsweise durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, zu verlangsamen. Von ärztlicher Seite werden diese Bestrebungen teils sehr kritisch beobachtet und als „Vabanquespiel“ bezeichnet, andererseits aber auch unterstützt, um eine so genannte Übertherapie zu vermeiden.

Die Patienten, die sich für die Methode des active surveillance entscheiden, wägen Nebenwirkungen und Nutzen einer frühzeitigen, invasiven Therapie (OP, Bestrahlung) ab. Durch aktives Beobachten unter Aufsicht eines Arztes können immer noch rechtzeitig kurative Schritte unternommen werden, wenn diese aufgrund eines Fortschreitens der Krankheit nötig werden sollten. Ein Review von Weißbach und Altwein (2009) kommt zu folgender Schlussfolgerung: 88 gesichtete Studien zum active surveillance belegen konsistent hohe tumorspezifische Überlebensraten (99–100 %) bei Behandlung durch aktives Beobachten.[79] Alle sieben recherchierten Leitlinien zur Behandlung des Prostatakarzinoms seit 2006 erwähnen in ihren Empfehlungen das aktive Beobachten als Therapieoption für PCa mit geringem Progressionsrisiko. Das National Institute for Health and Clinical Excellence (in Großbritannien) empfiehlt in diesem Fall sogar ausschließlich „active surveillance“ als Behandlungsstrategie.[80]

Die Prognose beim aktiven Beobachten kann unter geeigneten Umständen derjenigen unter den üblichen Therapien entsprechen, ohne dass die Nebenwirkungen der anderen Prostatakrebsbehandlungen in Kauf genommen werden müssen. Wenn diese Strategie erfolgreich ist, verstirbt der Patient mit und nicht an seinem Karzinom.

Photodynamische Therapie

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In der S3-Leitlinie von 2025 wird die Photodynamische Therapie (vaskulär-gezielte photodynamische Therapie, VDT) als einzige fokale (nur am Tumor wirkende) Therapie bezeichnet, für die Vergleichsstudien mit dem aktiven Beobachten (active Surveillance) vorliegen. In diesen Studien erscheint die VDT dem aktiven Beobachten überlegen zu sein.[9.11] Der für die VDT erforderliche Wirkstoff Padeliporfin ist in Deutschland zugelassen.[81] In der Zulassung wird die Anwendung auf spezielle Krankheitsstadien beschränkt.[82]

Das Wirkprinzip beruht darauf, dass die Substanz Padeliporfin über eine Infusion in den Körper eingebracht wird. Sie führt bei gleichzeitiger Einwirkung von Licht mit einer bestimmten Wellenlänge zum Absterben von Körpergewebe. Nach der Infusion wird der Tumor mit Laserlicht bestrahlt, das Tumorgewebe stirbt ab.[9.12]

Experimentelle Verfahren

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Bei diesen Therapieverfahren liegen keine ausreichenden Wirkungsnachweise vor. Das Gleiche gilt für den Nachweis der Sicherheit. Die Kosten der Behandlung werden aus diesem Grund nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Therapeutische Hyperthermie

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In der Erprobungsphase befindet sich noch die therapeutische Hyperthermie („Nanotherapie“).[83]

Irreversible Elektroporation

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Mit der Technologie der irreversiblen Elektroporation (IRE) ist eine nicht-thermische, gewebeselektive Ablation bei Prostatakarzinomen möglich. IRE kann dabei sowohl fokal als auch großflächig eingesetzt werden. Potentiell sind aufgrund der intrinsischen Gewebeselektivität der Technik Potenzerhalt und Kontinenzerhalt sehr wahrscheinlich. Auch kann IRE potentiell bei komplizierten Rezidiven – selbst nach radikalen Prostatektomien und Strahlentherapien – eingesetzt werden. Nekrose tritt physikalisch bedingt nicht auf, wodurch auch keine Schmerzen oder intraprostatäre Vernarbungen oder Entzündungen zu erwarten sind.[84] Die erste Studie bezüglich des Einsatzes von IRE für die Prostata stammt aus dem Jahr 2007.[85] Somit ist das Verfahren noch sehr neu. Es existieren dafür noch keine Langzeitdaten. Auch die Anzahl verfügbarer Studien diesbezüglich ist bisher dünn. Prostatakrebsbehandlungen mit IRE werden in Deutschland von Universitätskliniken und einem Privatinstitut durchgeführt und weiterentwickelt.[86] In der S3-Leitlinie Prostatakarzinom vom August 2025 wird von der IRE als Therapieform abgeraten. Die Datenlage reicht nicht für eine Empfehlung aus.[9.11]

Ein neuer therapeutischer Ansatz ist die „Impfung“ mit antigenpräsentierenden Zellen, die mit einem rekombinanten Fusionsprotein (PA2024) beladen werden und die körpereigene Immunantwort stimulieren. Versuche finden derzeit mit einigem Erfolg bei Patienten mit androgen-unabhängigem Prostatakarzinom statt. Diese Patienten konnten bisher nur schwer behandelt werden, da sie auf eine Hormontherapie nicht ansprechen. Die meist gut verträgliche immuntherapeutische Behandlung (Krebsimmuntherapie) führte im Rahmen der Studien zu signifikanten Remissionen und zur Verlängerung der Überlebenszeit.[87] Diese Behandlung ist in Deutschland noch nicht zugelassen.

Ein Nutzen sogenannter Phytohormone aus Soja lässt sich nicht belegen, auch isoliert gegebene sekundäre Pflanzenstoffe zeigen keine Wirksamkeit. Fachgesellschaften warnen auch vor Beispielen in der Werbung, deren Wirksamkeit nicht belegt ist (zum Beispiel Lycopin aus Tomaten).[88]

Gegenstand zahlreicher Studien ist Granatapfelsaft, dieser ist der am besten untersuchte Pflanzenstoff bei Prostatakrebs.[89] So sollen die darin enthaltenen phytochemischen Pflanzenstoffe wirksam bei der Senkung des oxidativen Stresses und bei der Modulierung von Entzündungswegen sein.[90] Zudem üben die enthaltenen Substanzen in Zellkultur einen inhibitorischen Effekt auf das Tumorwachstum aus.[91] Im Mittelpunkt steht die Auswertung des PSA-Wertes (prostataspezifisches Antigen), das als zentraler Marker für einen möglichen Therapieerfolg gewertet wird. Die Ergebnisse zahlreicher Studien sind uneinheitlich, es fehlen verlässliche Überlebensdaten.[89] Außerdem ist nicht bekannt, ob sich ein möglicher positiver Einfluss auf den PSA-Wert auf den Tumor auswirkt. Die Datenlage ist zu begrenzt, um Aussagen über eine mögliche Therapieform (als Ergänzung oder als Ersatz für die die klassische Therapieform) zu treffen.[88] Ein pauschaler Gebrauch von Granatapfelprodukten bei Patienten mit Prostatakarzinom wird nicht empfohlen. Jedoch ist die Einnahme von Granatapfelsaft nebenwirkungsarm.[91]

Nach den „Patientenleitlinien“ sind Nachuntersuchungen wie folgt vorzunehmen: Im ersten und zweiten Jahr alle drei Monate; im dritten und vierten Jahr alle sechs Monate und ab dem fünften Jahr jährlich. Dies umfasst vor allem regelmäßige Kontrollen des PSA-Wertes. Bildgebende Verfahren werden nur bei entsprechendem klinischem Verdacht auf ein Tumorrezidiv oder eine Krankheitsprogression eingesetzt.

Prognose und Auswirkungen auf die Lebenserwartung

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Die Prognose des Prostatakarzinoms ist für eine bösartige Geschwulst beziehungsweise eine Krebserkrankung relativ günstig. Zumindest im lokalisierten Stadium (es wird hier auch illustrierend vom „Haustierkrebs“ gesprochen) ist die Lebenserwartung kaum verkürzt. Man nimmt an, dass letztlich weniger als ein Fünftel der an Prostatakrebs Erkrankten auch an ihm versterben, also die Letalität weniger als 20 % beträgt. Grund hierfür ist die späte Manifestation und die zu diesem Zeitpunkt meist bestehende Komorbidität. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass im lokalisierten Stadium die Prognose beim Zuwarten (siehe dazu den Abschnitt „Aktives Beobachten“) nicht schlechter ist als bei sofortiger Therapie.[92] Die hohe Mortalität ist somit vor allem auf die auffallend hohe Prävalenz im höheren Lebensalter zurückzuführen.

Das diagnosespezifische Fünfjahresüberleben nach Diagnosestellung liegt bei Tumoren, die auf die Drüse begrenzt sind, bei 80 bis 99 %.[93] Bei gestreuten Tumoren liegt dieser Wert jedoch mit etwa 30 % deutlich niedriger.[94] Die Aussicht auf Heilung (also darauf, alle Krebszellen zu zerstören) ist nur bei nicht metastasierten Karzinomen gegeben und dort unter aggressiver Therapie recht gut: Auf die Prostata begrenzte Karzinome können zu fast 90 %, die Organkapsel überschreitende zu etwa 50 % definitiv geheilt werden. Bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom liegt die Heilungschance bei etwa 70 %.[95] Zur genaueren Abschätzung der Prognose dienen die so genannten Partin-Tabellen,[96] bei denen eine Kombination aus PSA-Wert, Gleason-Score und T-Stadium zur Prognoseeinschätzung herangezogen wird.

Die hier gemachten Aussagen gelten für das Adenokarzinom der Prostata. Die seltenen neuroendokrinen und kleinzelligen Prostatakarzinome haben eine deutlich schlechtere Prognose mit einer Überlebenszeit von durchschnittlich einem Jahr.

Der älteste bisher nachgewiesene Fall eines metastasierten Prostatakarzinoms wurde anhand von typischen Knochenveränderungen bei einem 2700 Jahre alten Skelett eines Skythen-Fürsten in Sibirien diagnostiziert. Entdecker waren Forscher der Georg-August-Universität Göttingen um Michael Schultz.[97]

Die Vorsteherdrüse wurde zuerst von dem venezianischen Anatom Niccolò Massa im Jahr 1536 beschrieben. Die erste Illustration veröffentlichte Andreas Vesalius zwei Jahre später. Trotzdem war das Prostatakarzinom bis 1853 unbekannt.[98] Aufgrund der schlechten diagnostischen Optionen und der geringeren allgemeinen Lebenserwartung galt es im 19. Jahrhundert als seltene Krankheit. Die ersten Orchiektomien waren schon um 1890 versucht worden, allerdings mit bescheidenem Erfolg. Die ersten operativen Eingriffe an der Drüse selbst zielten auf Verbesserung des Wasserlassens bei Harnröhrenobstruktion. So wurde die erste radikale Prostatektomie 1904 von Hugh Young im Johns Hopkins Hospital durchgeführt.[99] Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die palliative transurethrale Resektion (via Harnröhre) zur Behebung der Harnröhrenobstruktion eingeführt. Die radikale retropubische Prostatektomie wurde 1983 von Patrick Craig Walsh entwickelt.

1941 veröffentlichte Charles Brenton Huggins seine Studienergebnisse, in denen er (chemisch gekoppelte) Estrogene einsetzte, um bei Patienten mit inoperablem Karzinom die Testosteron-Produktion zu hemmen.[100] Die Entdeckung dieser „chemischen Kastration“ brachte ihm 1966 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ein.

Die Strahlentherapie wurde im frühen 20. Jahrhundert entwickelt und bestand zunächst aus der Einpflanzung von Radium-Implantaten. Die perkutane Bestrahlung wurde seit Mitte des Jahrhunderts durchgeführt. Die erste Beschreibung der Brachytherapie stammt aus dem Jahr 1983.

Veterinärmedizin

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Eine athymische Maus mit einem implantierten humanen Prostatakarzinom (LNCaP-Zelllinie)

Bei Haustieren sind Prostatatumoren wesentlich seltener zu finden als beim Menschen. Bei Katzen sind bisher nur fünf Fälle dieser Erkrankung beschrieben worden. Am relativ häufigsten erkranken Hunde. Hier sind etwa 0,2–0,6 % aller Neubildungen Tumoren der Prostata. Unter den Neoplasien der männlichen Harn- und Geschlechtsorgane beim Hund liegt der Anteil bei sechs Prozent. Bevorzugt erkranken Hunde mittelgroßer bis großer Rassen mit einem Altersdurchschnitt von acht bis zehn Jahren. Eine Kastration bewirkt keinen Rückgang der Erkrankungshäufigkeit; es gibt vielmehr Hinweise, dass die Erkrankung bei kastrierten Rüden häufiger auftritt.[101] Die Erkrankung ist differentialdiagnostisch vor allem von der wesentlich häufiger auftretenden gutartigen Prostatavergrößerung des Hundes abzugrenzen. Ein Tumor der Prostata ist beim Hund fast immer eine bösartige Neubildung, in den meisten Fällen handelt es sich wie beim Menschen um Adenokarzinome. Kastrierte Rüden weisen dagegen bei etwa 50 % der Fälle undifferenzierte Karzinome auf. Als weitere bösartige Neoplasien sind Plattenepithelkarzinome, Übergangsepithelkarzinome und Leiomyosarkome sporadisch beschrieben worden. Lediglich Einzelfälle stellen gutartige Fibrome, Adenome oder Leiomyome dar. Entsprechend ihrem aggressiven Charakter liegen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung in 70 bis 80 % der Fälle bereits Metastasen vor. Die Verschleppung der Tumorzellen erfolgt über die Lymphbahn und betrifft in 66 % der Fälle die Lunge. Dieser Verlauf scheint bei kastrierten Rüden häufiger zu sein als bei intakten. Außerdem sind von Metastasen die Lymphknoten im Beckenbereich sowie Leber, Milz, Herz, Nieren, entferntere Lymphknoten, Knochen und die Nebennieren betroffen.

Sonografische Darstellung eines Prostatakarzinoms bei einem Hund. Von Pfeilen markierte Gebiete erhöhter Echogenität kennzeichnen das tumoröse Gewebe. Z-Prostatazysten

Das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung ist variabel. Kotabsatzstörungen wie Tenesmus oder Obstipation treten wesentlich häufiger als Beschwerden bei der Miktion auf. Die Neubildung kann Schmerzsymptome im Bereich der Hinterhand hervorrufen, die bei Metastasierung in die Wirbelsäule hinein sogar als Lähmungen imponieren können. Auf rektale Palpation treten in einigen Fällen Schmerzhaftigkeiten auf. Eine Vergrößerung des Organs ist jedoch nicht in allen Fällen nachweisbar. Im Urin lassen sich in zwei Dritteln der Fälle Anzeichen für eine Entzündung oder eine Einblutung nachweisen. Tumorzellen selbst werden hier allerdings nur selten gefunden. Eine Verwendung der humanmedizinischen Marker Saure Phosphatase und Prostataspezifisches Antigen ist umstritten, zumal die humanmedizinischen Tests beim Hund nicht angewendet werden können.

Im Röntgenbild können bei Metastasierung in den betroffenen Organen häufig Veränderungen nachgewiesen werden. Die Prostata selbst ist häufig vergrößert und weist Verkalkungsherde auf. Im Ultraschall ist neben einer Vergrößerung des Organs häufig eine erhöhte Echogenität und in einigen Fällen das Vorhandensein von Zysten nachweisbar. Die definitive Diagnose erfolgt mittels einer transabdominalen oder transrektalen Prostatabiopsie und anschließender pathohistologischer Untersuchung. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Durchführung einer Kathetersaugbiopsie, bei welcher mittels eines Harnröhrenkatheters aus dem Bereich der Prostata Zellen angesaugt werden.

Da die meisten Hunde mit einem Tumor der Prostata erst beim Vorliegen von Metastasen vorgestellt werden, ist die Prognose in den meisten Fällen von vornherein ungünstig. Früherkennungsmaßnahmen wie zum Beispiel PSA-Tests werden gegenwärtig noch nicht angeboten. Die mittlere Überlebenszeit nach Diagnosestellung liegt bei drei Monaten. Eine chirurgische Entfernung der Prostata ist durch die meist große Ausdehnung des Tumors oft nicht möglich. Bei intakten Rüden wird die Überlebenszeit auch durch eine Kastration oder die Gabe von Antiandrogenen nicht verbessert. Auch verschiedentlich getestete Chemotherapieprotokolle oder Strahlentherapien verbesserten die Prognose nicht nachweislich.

Leitlinien

Fachbücher

  • Emil A. Tanagho, Jack W. McAninch: Smith’s General Urology. 17. Auflage. Mcgraw-Hill Professional, 2008, ISBN 978-0-07-145737-8.
  • Oliver W. Hakenberg: Prostatakarzinom. In: Hans-Ulrich Schmelz et al. (Hrsg.): Facharztwissen Urologie: Differenzierte Diagnostik und Therapie. 3. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-44942-0, S. 219–262, doi:10.1007/978-3-642-44942-0_23.

Zeitschriftenbeiträge

  • Lothar Weißbach, Jens Altwein: Aktive Überwachung oder aktive Therapie beim lokalen Prostatakarzinom? In: Dtsch. Ärztebl. Int. Nr. 106 (22), 2009, S. 371–376 (Artikel).
  • D. G. Bostwick et al.: Human prostate cancer risk factors. In: Cancer, November 2004, Band 101, Nummer 10, Supplement, S. 2371–2490. doi:10.1002/cncr.20408. PMID 15495199. (Review).
Commons: Adenokarzinom der Prostata – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Prostatakrebs – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Krebs in Deutschland für 2019/2020. (PDF) Robert Koch Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten, 2023, abgerufen am 20. Februar 2024.
  2. Krebsrate und Krebs-Sterberate in Deutschland. Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, 22. Dezember 2023, abgerufen am 22. November 2025.
  3. a b c d Prostatakrebs (Prostatakarzinom). In: Zentrum für Krebsregisterdaten. 29. November 2021, abgerufen am 22. Dezember 2021.
  4. K. J. Bell, C. Del Mar, G. Wright, J. Dickinson, P. Glasziou: Prevalence of incidental prostate cancer: A systematic review of autopsy studies. In: International Journal of Cancer. Band 137, Nummer 7, Oktober 2015, S. 1749–1757, doi:10.1002/ijc.29538. PMID 25821151, PMC 4682465 (freier Volltext) (Review).
  5. J. L. Jahn, E. L. Giovannucci, M. J. Stampfer: The high prevalence of undiagnosed prostate cancer at autopsy: implications for epidemiology and treatment of prostate cancer in the Prostate-specific Antigen-era. In: International Journal of Cancer, Dezember 2015, Band 137, Nummer 12, S. 2795–2802, doi:10.1002/ijc.29408. PMID 25557753, PMC 4485977 (freier Volltext) (Review).
  6. Prostata. (PDF) Krebs in Deutschland für 2017/2018. In: Zentrum für Krebsregisterdaten. RKI, 2021, S. 106–109, abgerufen am 22. Dezember 2021.
  7. a b Salvatore Vaccarella et al.: Prostate cancer incidence and mortality in Europe and implications for screening activities: population based study. In: BMJ. 386:e077738, 2024.
  8. GLOBOCAN – Estimated cancer Incidence, Mortality, Prevalence and Disability-adjusted life years (DALYs). International Agency for Research on Cancer, Datenbankabfragen.
  9. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Version 8.1. AWMF, August 2025, abgerufen am 19. November 2025.
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    2. a b c d e f S.40-52
    3. a b S.53
    4. S.64
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    6. S.57-58
    7. S.76-77
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  10. G. D. Steinberg et al.: Family history and the risk of prostate cancer. In: The Prostate. Band 17, Nummer 4, 1990, S. 337–347. PMID 2251225.
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  12. M. A. Khan, A. W. Partin: Vasectomy and prostate cancer. In: Reviews in urology. Band 6, Nummer 1, 2004, S. 46–47. PMID 16985574. PMC 1472683 (freier Volltext).
  13. G. G. Giles et al.: Sexual factors and prostate cancer. In: BJU International. 92, 2003, S. 211–216. PMID 12887469. doi:10.1046/j.1464-410X.2003.04319.x
  14. Jennifer R. Rider et al.: Ejaculation Frequency and Risk of Prostate Cancer: Updated Results with an Additional Decade of Follow-up. In: European Urology. Band 70, Nr. 6, 1. Dezember 2016, S. 974–982, doi:10.1016/j.eururo.2016.03.027, PMID 27033442.
  15. A. van Bokhoven et al.: Molecular characterization of human prostate carcinoma cell lines. In: The Prostate. Band 57, Nummer 3, November 2003, S. 205–225, doi:10.1002/pros.10290. PMID 14518029.
  16. Prostatakarzinom: BRCA-Mutationen mit ungünstiger Prognose assoziiert. Auf: aerzteblatt.de
    BRCA-Mutation beim Prostatakrebs – Konsequenzen für Therapie und Vorsorge. Auf: lebenmitkrebs.ch
    BRCA-Netzwerk: Prostatakrebs.
  17. a b A. B. Apolo, N. Pandit-Taskar, M. J. Morris: Novel tracers and their development for the imaging of metastatic prostate cancer. In: Journal of nuclear medicine. Band 49, Nummer 12, Dezember 2008, S. 2031–2041, doi:10.2967/jnumed.108.050658. PMID 18997047. (Review).
  18. Früherkennung von Prostatakrebs: G-BA prüft risikoabhängiges Angebot. Abgerufen am 19. November 2025.
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  21. IGeL Monitor - PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs. Medizinischer Dienst Bund, abgerufen am 5. Dezember 2025.
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  24. a b Ronald J. Zagoria, Glenn A. Tung: Genitourinary Radiology. Mosby, St. Louis 1997.
  25. Johanna Heuveling: Prostatakrebs – Klassifikation des Krankheitsstadiums. In: DKG. 20. August 2021, abgerufen am 6. August 2022.
  26. Ursus-Nikolaus Riede, Hans-Eckart Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart 1999, ISBN 3-13-683304-X.
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  30. Vgl. dazu auch die Internetseite prostapath.org (Memento vom 28. März 2010 im Internet Archive) Gleason Schule – Intraduktale Prostatakarzinome; PCa-Varianten; Gleason Grading in Stanzbiopsien; Reproduzierbarkeit und Korrelation. Abgerufen am 9. Februar 2012.
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  33. F. C. Hamdy et al.: 10-Year Outcomes after Monitoring, Surgery, or Radiotherapy for Localized Prostate Cancer. In: The New England Journal of Medicine. Band 375, Nummer 15, 10 2016, S. 1415–1424, doi:10.1056/NEJMoa1606220. PMID 27626136.
  34. Prostatakrebs: Abwarten statt eingreifen. Medizin Transparent, 15. Januar 2018; abgerufen am 16. März 2018.
  35. Jenny L. Donovan, Freddie C. Hamdy, J. Athene Lane, Malcolm Mason, Chris Metcalfe: Patient-Reported Outcomes after Monitoring, Surgery, or Radiotherapy for Prostate Cancer. In: The New England Journal of Medicine. Band 375, Nr. 15, 13. Oktober 2016, S. 1425–1437, doi:10.1056/NEJMoa1606221, PMID 27626365, PMC 5134995 (freier Volltext).
  36. Langzeitstudie zum Prostatakrebs zeigt: Patienten profitieren von früher Behandlung – Bestrahlung ebenso effektiv wie Operation, aber schonender. Degro, abgerufen am 12. April 2017.
  37. a b c P. Grimm et al.: Comparative analysis of prostate-specific antigen free survival outcomes for patients with low, intermediate and high risk prostate cancer treatment by radical therapy. Results from the Prostate Cancer Results Study Group. In: BJU international. Band 109, Supplement 1, Februar 2012, S. 22–29. doi:10.1111/j.1464-410X.2011.10827.x. PMID 22239226. (Review). praxis-margareten.at (PDF, Volltext)
  38. H. Keller, J. Lehmann, J. Beier: Radical perineal prostatectomy and simultaneous extended pelvic lymph node dissection via the same incision. In: European urology. Band 52, Nummer 2, August 2007, S. 384–388, doi:10.1016/j.eururo.2006.09.045. PMID 17084507.
  39. a b P. J. Davidson, D. van den Ouden, F. H. Schroeder: Radical prostatectomy: prospective assessment of mortality and morbidity. In: European urology. Band 29, Nummer 2, 1996, S. 168–173. PMID 8647142.
  40. Brian McGlynn et al.: Management of urinary incontinence following radical prostatectomy. In: Urologic Nursing. Band 24, Nr. 6, Dezember 2004, S. 475–482, 515, PMID 15658733.
  41. E. Sacco, T. Prayer-Galetti, F. Pinto, S. Fracalanza, G. Betto, F. Pagano, W. Artibani: Urinary incontinence after radical prostatectomy: incidence by definition, risk factors and temporal trend in a large series with a long-term follow-up. In: BJU international. Band 97, Nummer 6, Juni 2006, S. 1234–1241, doi:10.1111/j.1464-410X.2006.06185.x. PMID 16686718.
  42. Mechanismus der Erektion auf www.urologielehrbuch.de
  43. Das Leben ohne Prostata. In: Helios Magazin. 4. März 2021, abgerufen am 28. Juni 2021.
  44. Ist Harnverlust beim Orgasmus häufig? In: Ärzte Zeitung. Springer Medizin Verlag, 31. Dezember 2013, abgerufen am 28. Juni 2021.
  45. Freddie C. Hamdy, Jenny L. Donovan, J. Athene Lane, Malcolm Mason, Chris Metcalfe: 10-Year Outcomes after Monitoring, Surgery, or Radiotherapy for Localized Prostate Cancer. In: The New England Journal of Medicine. Band 375, Nr. 15, 13. Oktober 2016, ISSN 1533-4406, S. 1415–1424, doi:10.1056/NEJMoa1606220, PMID 27626136.
  46. J. L. Donovan, F. C. Hamdy, J. A. Lane, M. Mason, C. Metcalfe: Patient-Reported Outcomes after Monitoring, Surgery, or Radiotherapy for Prostate Cancer. In: The New England journal of medicine. Band 375, Nr. 15, 13. Oktober 2016, ISSN 0028-4793, S. 1425–1437, doi:10.1056/NEJMoa1606221, PMID 27626365, PMC 5134995 (freier Volltext).
  47. C. M. Yablon et al.: Complications of prostate cancer treatment: spectrum of imaging findings. In: Radiographics. Band 24, Supplement 1, Oktober 2004, S. S181–S194. doi:10.1148/rg.24si045502. PMID 15486240. (Review).
  48. R. S. Kushwaha et al.: Physiologic changes of the anorectum after pelvic radiotherapy for the treatment of prostate and bladder cancer. In: Diseases of the Colon and Rectum. Band 46, Nummer 9, September 2003, S. 1182–1188, doi:10.1007/s10350-004-6712-0. PMID 12972961.
  49. D. E. Spratt et al.: Long-term survival and toxicity in patients treated with high-dose intensity modulated radiation therapy for localized prostate cancer. In: Int J Radiat Oncol Biol Phys. 85(3), 1. März 2013, S. 686–692. doi:10.1016/j.ijrobp.2012.05.023. Epub 2012 Jul 12.
  50. a b N. P. Mendenhall et al.: Five-year outcomes from 3 prospective trials of image-guided proton therapy for prostate cancer. In: International journal of radiation oncology, biology, physics. Band 88, Nummer 3, März 2014, S. 596–602, doi:10.1016/j.ijrobp.2013.11.007. PMID 24521677.
  51. Großstudie PREFERE bewertet Therapien. In: Aktuel Urol. 44(02), 2013, S. 105, doi:10.1055/s-0033-1343926
  52. G. S. Merrick, W. M. Butler: Rectal function following permanent prostate brachytherapy. In: The West Virginia medical journal. Band 100, Nummer 1, Januar–Februar 2004, S. 18–20. PMID 15119492.
  53. G. M. Duchesne et al.: Outcome, morbidity, and prognostic factors in post-prostatectomy radiotherapy: an Australian multicenter study. In: Urology. Band 61, Nummer 1, Januar 2003, S. 179–183. PMID 12559292.
  54. Pressemitteilung der ASTRO von Oktober 2012.
  55. Informationen zur Studie (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive)
  56. Pressemitteilung der Universität zu Lübeck
  57. T. E. Schultheiss, W. R. Lee, M. A. Hunt, A. L. Hanlon, R. S. Peter, G. E. Hanks: Late GI and GU complications in the treatment of prostate cancer. In: Int. J. Radiat. Oncol. Biol. Phys. Band 37, Nr. 1, Jan 1997, S. 3–11. PMID 9054871.
  58. N. H. Gilinsky, D. G. Burns, G. O. Barbezat, W. Levin, H. S. Myers, I. N. Marks: The natural history of radiation-induced proctosigmoiditis: an analysis of 88 patients. In: Q. J. Med. Band 52, Nr. 205, 1983, S. 40–53. PMID 6603628.
  59. P. J. Prada et al.: Transperineal injection of hyaluronic acid in the anterior perirectal fat to decrease rectal toxicity from radiation delivered with low-dose-rate brachytherapy for prostate cancer patients. In: Brachytherapy. Band 8, Nr. 2, 2009, S. 210–217. doi:10.1016/j.brachy.2008.11.010. PMID 19213607.
  60. W. R. Noyes, C. C. Hosford, S. E. Schultz: Human collagen injections to reduce rectal dose during radiotherapy. In: Int. J. Radiat. Oncol. Biol. Phys. Band 82, Nr. 5, April 2012, S. 1918–1922. doi:10.1016/j.ijrobp.2011.02.034. PMID 21514738
  61. G. Kovacs et al.: Significant Rectal Dose Reduction During Prostate Cancer Radiotherapy Using Novel Biodegradable Inflatable Balloon System: Interim Results of a Prospective Multi-Center Study. Abstract, ASTRO 2011.
  62. D. Y. Song et al.: A multi-institutional clinical trial of rectal dose reduction via injected polyethylene-glycol hydrogel during intensity modulated radiation therapy for prostate cancer: analysis of dosimetric outcomes. In: International journal of radiation oncology, biology, physics. Band 87, Nummer 1, September 2013, S. 81–87, doi:10.1016/j.ijrobp.2012.12.019. PMID 23414766. PMC 3737267 (freier Volltext).
  63. M. Pinkawa et al.: Application of a spacer gel to optimize three-dimensional conformal and intensity modulated radiotherapy for prostate cancer. In: Radiotherapy and Oncology. Band 100, Nr. 3, September 2011, S. 436–441. doi:10.1016/j.radonc.2011.09.005. PMID 21963289.
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