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Nachbau des Aberkios-Epitaphs im Museo della Civiltà Romana; die erhaltenen Originalfragmente bilden den linken oberen Teil des zentralen Textfeldes
Als Aberkiosinschrift wird eine 22-zeilige, in altgriechischer Sprache verfasste Grabinschrift aus Hieropolis in Phrygien (im Westen der heutigen Türkei) bezeichnet. Sie befand sich auf dem Grab des christlichen Klerikers Aberkios, der vermutlich Bischof von Hieropolis war und um 200 n. Chr. starb. Dem Schlussteil der Inschrift zufolge wurde sie von Aberkios selbst noch zu Lebzeiten verfasst. Der vollständige Text ist nur als Abschrift in einer spätantiken Heiligenvita überliefert. Im 19. Jahrhundert wurden auch Fragmente des originalen Grabsteins aus der Zeit gefunden, sodass sich die spätere Überlieferung des Textes überprüfen und bestätigen lässt. Die Aberkiosinschrift ist ein wichtiges Zeugnis des frühen Christentums und von großer religionshistorischer Bedeutung.
Der metrische Inschriftentext beschreibt mit symbolischen, für den Uneingeweihten schwer verständlichen Ausdrücken christliche Lehren und Kultpraktiken. Aberkios schildert darin, wie er im Auftrag Gottes Rom und verschiedene Gebiete des Nahen Ostens besuchte und dort mit Glaubensgenossen zusammentraf. Frühere Wissenschaftler gingen oft davon aus, dass Aberkios seine Grabinschrift aus Angst vor Christenverfolgungen so verschlüsselte, dass Nicht-Christen sie nicht verstehen könnten. Demgegenüber nimmt die neuere Forschung eher an, dass Aberkios bewusst christliche und nichtchristliche Schlagwörter in seinem Text kombinierte und gezielt mit ihnen spielte, um den Lesern des Grabsteins seine Bildung und sein Interesse sowohl an christlicher als auch an klassisch-griechischer Kultur vor Augen zu führen.
Schörl, Fundort: Alto Ligonha pegmatites, Mosambik, Größe: 3,8x2,8x2,4 cm
Das Mineral Schörl ist ein häufig vorkommendes Ringsilikat aus der Turmalingruppe mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung NaFe2+3Al6(Si6O18)(BO3)3(OH)3(OH).
Schörl ist anhand äußerer Kennzeichen nicht von anderen dunklen Turmalinen wie Fluor-Schörl, Oxy-Schörl, Povondrait, Bosiit, Ferro-Bosiit oder eisenreichen Draviten oder Elbaiten zu unterscheiden. Sie kristallisieren mit trigonaler Symmetrie und bilden schwarze, oft gut ausgebildete, prismatische Kristalle von wenigen Zentimetern Größe, die in seltenen Fällen über einen Meter lang werden können. Die Prismenflächen zeigen oft eine deutliche Streifung in Längsrichtung. Im Dünnschliff zeigt Schörl einen sehr starken Pleochroismus von blass gelblich-braun nach intensiv gelb-braun. Wie alle Minerale der Turmalingruppe ist Schörl stark pyroelektrisch und piezoelektrisch.
Typlokalitäten sind die Seifen in Flusssedimenten des sächsisch-böhmischen Erzgebirges, die seit dem 12. Jahrhundert von eingewanderten Bergleuten aus dem Fichtelgebirge abgebaut wurden. Hier tritt Schörl zusammen mit Zinnstein auf.
Michael Borgolte (* 16. Mai 1948 in Braunschweig) ist ein deutscher Mittelalterhistoriker. Borgolte lehrte von 1991 bis zu seiner Pensionierung 2016 als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Jahrzehntelang erforschte er vormoderne Stiftungen. Borgolte stellte 1988 die in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert vorherrschende juristische Sichtweise auf vormoderne Stiftungen in Frage und erweiterte sie sozialgeschichtlich. Seither haben zahlreiche Publikationen Borgoltes und seiner Schüler das Wissen um das vormoderne Stiftungswesen und seine gesamtgesellschaftliche Bedeutung erheblich erweitert, etwa in der von ihm begründeten Schriftenreihe StiftungsGeschichten, in der interkulturell vergleichend angelegten Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften sowie in seiner Monographie Weltgeschichte als Stiftungsgeschichte von 2017. Seit den späten 1990er Jahren konzentrierte er sich auf die interreligiös und interkulturell vergleichende Betrachtung des mittelalterlichen Europas und der Globalgeschichte im Mittelalter, die in mehreren historischen Darstellungen mündeten.
Zoran Đinđić beim World Economic Forum in Davos 2003
Zoran Đinđić ([ˈzɔran ˈdʑindʑitɕ]ⓘ, serbisch-kyrillischЗоран Ђинђић; *1.August 1952 in Bosanski Šamac, Jugoslawien; †12.März 2003 in Belgrad, Serbien und Montenegro) war ein serbischer Politiker. Đinđić war Oberbürgermeister von Belgrad und von 2001 bis 2003 serbischer Ministerpräsident. Zudem war er mehrere Jahre Parteivorsitzender der Demokratska Stranka (DS). Đinđić engagierte sich zunächst als Oppositionspolitiker gegen den langjährigen serbischen Machthaber Slobodan Milošević. Bei dessen Sturz durch einen friedlichen Aufstand am 5. Oktober 2000 nahm Đinđić eine Schlüsselrolle ein. Anschließend wurde er der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens. Đinđić übernahm die Geschicke eines Landes, das durch die Jugoslawienkriege und die Bombardierungen durch die NATO verwüstet war und wirtschaftlich am Boden lag. Um das Land aus dieser Krise zu führen, strebte er eine Integration Serbiens in Europa an. Er galt als pragmatischer Politiker, der sich auch nicht davor scheute, Entscheidungen zu treffen, die ihm eigentlich widerstrebten, sofern sie aus seiner Sicht notwendig waren. Feinde machte er sich durch seinen Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen in Serbien. Auch die Auslieferung Miloševićs an das Den Haager Kriegsverbrechertribunal machte ihn bei vielen Serben verhasst. 2003 wurde Đinđić von einem Attentäter ermordet.