Die Triola besitzt ein Kunststoffgehäuse. Die eingeblasene Luft gelangt vom Mundstück durch einen Kanal zu einer Druckkammer. Mit den Tasten werden Ventile geöffnet, sodass Luft zu den zugehörigen Tonerzeugern strömen kann. Zur Klangerzeugung dienen Stimmzungen auf einer Stimmplatte, die auf einem Kanzellenkörper sitzt.[1][2] Neben einzelnen Tönen können durch gleichzeitiges Drücken mehrerer Tasten auch Akkorde gespielt werden.[3]
Die Herstellung der Triola begann in den 1960er Jahren in Klingenthal.[4] In der DDR fertigte sie der VEB Klingenthaler Harmonikawerke. Sie wurde unter der Marke Bandmaster vertrieben. Ältere Ausführungen besaßen eine konische beziehungsweise gewölbte Form; spätere Modelle erhielten ein rechteckiges Gehäuse.[1]
In der DDR war die Triola ein weithin bekanntes Kinderinstrument.[5]
Nach der deutschen Wiedervereinigung brach der Absatz ein; zeitweise wurden kaum noch 20 Instrumente monatlich verkauft.[5]
C. A. Seydel Söhne führte die Fertigung nach eigenen Angaben dennoch fort. 2023 berichtete dpa unter Berufung auf den Hersteller von einer Erholung auf mehrere Zehntausend verkaufte Instrumente jährlich.[5]
2025 berichtete der MDR über die internationale Variante Boola. Sie funktioniert nach demselben Prinzip, verwendet aber ein anderes Farbsystem, das auch bei anderen farbcodierten Instrumenten gebräuchlich ist.[6]
Schon in der DDR war die Triola ein beliebtes Kinderinstrument, welches auch in den meisten Kindergärten verwendet wurde. Sie wurde ausschließlich für den Markt der DDR gefertigt und nicht exportiert. Deshalb ist sie in den alten Ländern der BRD auch weitgehend unbekannt. Mittlerweile ist die Triola über die Staatsgrenzen Deutschlands bekannt. Es finden Versuche statt, das Instrument in der musikalischen Früherziehung an Schulen und Kindergärten einzusetzen. Zur Triola sind Notenbücher erhältlich, die an das „Bunte-Tasten-Konzept“ angepasst sind. Dabei hat jede Tonhöhe eine andere Farbe entsprechend der jeweiligen Taste. Somit kann der Spieler, auch wenn er die Rhythmen noch nicht lesen kann, zumindest ein ihm bekanntes Lied spielen.
Die ursprüngliche Triola hatte 12 Tasten und ermöglichte das Spiel in G-Dur bei einem Tonumfang von d¹ bis h². Das spätere Instrument hat je nach Modell einen diatonischen Umfang von acht oder zwölf Tönen, wobei eine komplette C-Dur-Tonleiter spielbar ist. Dies ermöglicht das Spielen einfacher Kinder- und Volkslieder.
Neben der Triola wurden auch andere Instrumente dieser Art entwickelt. Die Coco wurde von Dr. Hans Hoyer in Klingenthal erfunden und basierte, wie auch die Triola, auf dem Prinzip der farbigen Tasten. Der Ton hingegen wurde mit kleinen Kunststoffpfeifen erzeugt.
Zu den professionellen Instrumenten, welche voll chromatisch spielbar und mit einer Klaviatur versehen waren, zählen die Blasharmonika 26, auch Miki genannt, und die Simona.
Blasharmonikas des VEB KHW bzw. VEB Vermona
Blasharmonika Miki, später Bandmaster
Blasharmonika Simona
Spritzguss-Prototyp der alten Triola. Die Triola bekam nach 50.000 quasi unverkäuflichen einfarbigen Exemplaren bunte Tasten.