Panzerhaubitze 2000
| Panzerhaubitze 2000 | |
|---|---|
Niederländische PzH 2000 (Afghanistan, 2009) | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 5 (Geschützführer, Fahrer, Richtkanonier, Munitionskanonier 1, Munitionskanonier 2) |
| Länge | 11,69 m |
| Breite | 3,50 m |
| Höhe | 3,46 m |
| Masse | 49 t Leergewicht 57,66 t (mit Dachschutz) |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | Panzerstahl zurüstbarer Dachschutz |
| Hauptbewaffnung | 155-mm-Haubitze L/52 mit 60 Geschossen und 288 Treibladungsmodulen |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Maschinengewehr |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | aufgeladener 8-Zylinder-Dieselmotor MTU 881 Ka-500 1.000 PS (735 kW) |
| Federung | Drehstabfederung |
| Geschwindigkeit | Straße 60 km/h, Gelände 45 km/h[1] |
| Leistung/Gewicht | 13,4 kW (18 PS)/t |
| Reichweite | 420 km |
| Bezeichnung | Panzerhaubitze 2000 |
|---|---|
| Typ | Panzerhaubitze |
| Besatzung | 3–5 |
| Motor | MTU 881 Ka-500, wassergekühlter 8-Zylinder-Dieselmotor |
| Leistung | 735 kW (1000 PS) |
| Getriebe | Hydromechanisches Schalt-, Wende- und Lenk-Getriebe Renk HSWL 284-C mit 4 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen |
| Fahrwerk | drehstabgefedertes Stützrollenlaufwerk |
| Länge über alles | 11.669 mm |
| Breite über alles | 3500 mm |
| Höhe über alles | 3460 mm |
| Bodenfreiheit | 440 mm |
| Watfähigkeit | 1100 mm ohne Vorbereitung 1500 mm mit Tauchhydraulik |
| Grabenüberschreitfähigkeit | 3000 mm |
| Kletterfähigkeit | 1000 mm |
| Steigfähigkeit | 60 % |
| Querneigung | 30 % |
| Gefechtsgewicht | 55.800 kg 57.660 kg (mit Dachschutz) |
| Höchstgeschwindigkeit Straße | 60 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit Gelände | 45 km/h |
| Kraftstoffmenge | 1000 Liter |
| Reichweite (Fahrstrecke) | 420 km |
| maximale Schussweite | abhängig vom Typ der Munition 30 km und mehr |
| Bewaffnung | 155-mm-Haubitze L/52, ein Maschinengewehr |
| Munition | 60 Geschosse und 48 Beuteltreibladungen oder 288 Treibladungsmodule |
| Munitionstyp | Effektive Schussweite
(km) |
|---|---|
| Standardgeschoss M107 | 24 |
| Standardgeschoss z. B. DM121, M1712, NM269 | 30 |
| HEER oder ERFB mit Base Bleed | 40 |
| V-Lap mit zusätzlichem Raketenantrieb | 56 |
| Vulcano Ballistic Extended Range | 50 |
| Vulcano Guided Long Range | 70 |
Einsatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einsatzprofil
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Das Einsatzprofil der PzH 2000 wurde primär für die Bedrohungslage des Kalten Krieges konzipiert, zu dessen Zeit die Entwicklung begann. Sie sollte in der Lage sein, motorisierten Verbänden zu folgen, schnell in Stellung zu gehen und nach der Ausführung des Feuerauftrages schnell die Stellung zu wechseln, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen. Durch diese sogenannte “shoot-and-scoot”-Fähigkeit (deutsch etwa: ‚Feuern und abhauen‘) ist es dem Gegner nahezu unmöglich, die Haubitze mit seinem Gegenfeuer wirksam zu bekämpfen. Durch ihre Panzerung sollte ein Feuerkampf auch unter feindlichem Beschuss möglich sein. Die Feuerleit- und Positionsbestimmungsausrüstung ermöglicht den einzelnen Fahrzeugen ein hohes Maß an Autonomie. Vorbereitete Feuerstellungen sind nicht mehr notwendig, da aus jeder beliebigen Stellung geschossen werden kann.[19]
Die Unterstützung durch eine Feuerleitstelle ist nicht erforderlich. Das Einsatzprofil sieht vor, dass ein Zug in gedeckter Aufstellung auf ein Feuerkommando wartet. Wird es per Datenfunk übermittelt, fahren die Geschütze in eine erkundete Stellung, führen das Feuerkommando aus und beziehen eine neue gedeckte Aufstellung oder fahren zum Ladeplatz; dort kann aufmunitioniert werden. Der Zeitraum vom Empfang des Feuerkommandos bis zum Verlassen der Stellung beträgt maximal zwei Minuten.[20]
Bei der Bundeswehr ist die PzH 2000 in den Panzerartilleriebataillonen eingesetzt. Diese Bataillone sind einer Brigade oder einer Division als Divisionstruppen direkt unterstellt, ein Bataillon ist Teil der Deutsch-Französischen Brigade. Hauptaufgabe ist die Feuerunterstützung der eigenen Kampftruppen und der Kampf mit Feuer in die Tiefe gegen Hochwertziele wie Gefechtsstände. Die kleinste taktische Einheit ist der Zug, der aus vier Haubitzen, einem Zugführer-MTW M113 und einem Feuerleit-MTW besteht.
Einsätze bei der Bundeswehr
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Ihre ersten Kampfeinsätze bestritt die PzH 2000 in Afghanistan während der Operation Medusa (2006) und der Schlacht von Chora (2007) in der südafghanischen Provinz Kandahar, bei der drei niederländische Haubitzen die Streitkräfte der Koalition unterstützten. Während der Operation Medusa wurden über viertausend Geschosse verschossen. Während der Schlacht von Chora zeigte sich, dass die von den Panzerhaubitzen bereitgestellte Feuerunterstützung in Verbindung mit Luftnahunterstützung sehr effektiv war. Ziele konnten wirksam bis in 42 km Entfernung bekämpft werden.[13]
Als Reaktion auf die Angriffe der Taliban gegen die Bundeswehr vom 2. April 2010, bei denen drei Soldaten fielen, forderte der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg „schwere Waffen für Afghanistan“.[21] Im Mai 2010 wurden drei Panzerhaubitzen 2000 nach Afghanistan verlegt, deren Einsatzbereitschaft bis Ende Juni hergestellt war. Im Rahmen eines Übungsschießens zur Ermittlung genauer Schusswerte vor Ort sowie zu Zwecken der „Show of Force“ waren bis dahin insgesamt 20 Geschosse Spreng-, Leucht- und Nebelmunition verschossen worden.[22] Am 10. Juli 2010 kamen die Haubitzen dann durch das Artillerielehrregiment 345 aus Kusel erstmals zum Einsatz, um die Bergung eines bei einem IED-Anschlag beschädigten Fahrzeugs zu ermöglichen.[23] Dabei wurden fünf Schuss scharfer Munition abgefeuert.[24] Zwei weitere Geschütze folgten Anfang 2011.[25]
Verschleiß und technische Mängel in der Ukraine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mitte August 2022 waren alle zehn PzH 2000, welche die ukrainische Armee zur Abwehr des russischen Angriffs erhalten hatte, nach intensiver Nutzung an der Front nicht mehr einsatzfähig. Es fehlte an Ersatzteilen. Die Pulverrückstände in den Rohren waren nach hoher Schussbelastung erheblich und führten zu technischen Schwierigkeiten. Auch gab es Bedienfehler. Da die technische Fernunterstützung durch die Artillerieschule nicht ausreichte, wurden einzelne PzH 2000 in Litauen instand gesetzt. Dabei ergaben sich Probleme bei Ersatzteilen, die weder durch die Industrie noch durch die Bundeswehr kurzfristig geliefert werden konnten.[26][27]
2023 traten durch die intensiven Einsätze weitere Verschleißerscheinungen auf. Berichtet wurde von zeitweiligem Überhitzen der Elektronik. Bei Ausfällen der teilautomatisierten Munitionszufuhr mussten die Soldaten manuell und damit langsamer laden. Auch litt die Justierung der Zielerfassung unter Verschleiß und es wurde von Abnutzungsspuren an der Hardware berichtet. Da die PzH 2000 im Ukraineeinsatz erstmals extrem hoch belastet wurden, traten dabei zuvor nicht bekannte Probleme auf.[28] Andererseits wurde die prognostizierte Rohrlebensdauer von 4.500 Schuss mit bis zu 20.000 Schuss bei Weitem übertroffen.[29] Laut Gründer der Entwicklungsgesellschaft FAC GmbH, Frank Abels, deuten die Defekte wohl auf falsche Nutzung der PzH 2000 hin. Demnach wurde die Haubitze entwickelt, um innerhalb von 10 Sekunden 5 Schuss abzufeuern, und daraufhin innerhalb von 30 Sekunden die Stellung zu verlassen. In der Ukraine würde die Waffe für Dauerbeschuss genutzt, für das die Waffe nicht vorgesehen sei. Als Folge seien Beschädigungen am Lader, am Kompressor oder am Rohr durch Überhitzung wahrscheinlich.[30]
Nutzerstaaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben der Bundeswehr befindet sich das Geschütz noch in sieben weiteren europäischen Armeen und Katar im Einsatz oder Zulauf. Das Fahrzeug wurde darüber hinaus von den Streitkräften Schwedens, Finnlands, Norwegens, der Türkei und Australiens getestet. Jedoch entschieden sich alle diese Länder gegen eine Einführung der Panzerhaubitze 2000. Australien verwarf im März 2012 die Anschaffungspläne.[31] Schweden entschied sich für das 2002 von Bofors präsentierte Artilleriesystem Archer. Die Türkei baut die südkoreanischen Panzerhaubitze K9 Thunder in Lizenz (T-155 Fırtına). Rumänien bestellte am 9. Juli 2024 54 Panzerhaubitzen K9 und 36 Munitionsversorgungsfahrzeuge K10 für rund 1 Milliarde US-Dollar. Die Fahrzeuge sollen 2027 bis 2029 zulaufen; die meisten sollen in Rumänien selbst produziert werden.[32]
Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bundeswehr, die ursprünglich 185 Haubitzen beschaffte, unterhielt im aktiven Dienst aus Kosten- und Bedarfsgründen nur 153 Stück des verbesserten Typs PzH 2000 A1.[33] Im März 2010 gab der damalige Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans-Otto Budde, bekannt, dass die deutsche Artillerietruppe aus Kostengründen um zwölf PzH 2000 verringert werden soll.[34] Ein Jahr später wurde im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr die Zahl der PzH 2000 um rund 45 Prozent reduziert (von 148 auf 81 Stück).[35]
Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa (Russische Streitkräfte haben im März 2014 die ukrainische Halbinsel Krim besetzt und Russland hat sie annektiert; Russland unterstützt bzw. führt seit April 2014 den Krieg im Donbass) beschloss das Kabinett Merkel III Anfang 2016, die Anzahl der Haubitzen wieder auf 101 zu erhöhen.[36] Stand 2021 waren bei der Bundeswehr 108 PzH 2000 im Dienst.[37]
Anfang Mai 2022 gab Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bekannt, dass die Bundesrepublik Deutschland als Reaktion auf den Russischen Überfall sieben eingelagerte PzH 2000 an die Ukraine liefert.[38] Diese trafen im Juni 2022 dort ein.[39] Am 28. Juni 2022 beschlossen die Bundesregierung und die Regierung der Niederlande, der Ukraine je drei weitere PzH 2000 zu liefern.[40] Am 19. September 2022 kündigte Verteidigungsministerin Lambrecht an, dass Deutschland weitere 4 Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine liefert; damit stieg die Zahl der von Deutschland abgegebenen Geschütze auf 14.[41]
Die an die Ukraine abgegebenen 14 Waffensysteme werden durch Nachbeschaffung in den nächsten Jahren ersetzt.[42] Zunächst genehmigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im März 2023 den Kauf von zehn Haubitzen für 184 Millionen Euro.[43][44] Im Mai 2023 wurde bekannt, dass die Bundeswehr acht vorhandene Panzerhaubitzen zur Ersatzteilgewinnung ausschlachtet. Dies war notwendig, um die Bestellung weiterer 12 Haubitzen aus dem Rahmenvertrag mit KNDS Deutschland (ehemals KMW) zu ermöglichen. Hintergrund dieser Vorgehensweise war, dass der Rahmenvertrag nur den Kauf von 10 Haubitzen zzgl. jeweils 3 Losen à 6 Panzerhaubitzen ermöglichte und die Finanzierung aus einer der angesprochenen Haushaltstellen lediglich den Ersatz der abgegebenen 14 Systeme erlaubte. Am 24. Mai 2023 stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung der weiteren 12 Systeme zu. Der Zulauf der 10 Haubitzen aus der ersten Bestellung soll 2025/26 erfolgen.[45][46] Anfang April 2024 gab Rheinmetall bekannt, mit der Lieferung von Kernkomponenten für alle bestellten 22 Panzerhaubitzen 2000 beauftragt worden zu sein.[47]
Griechenland
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Griechenland entschied sich im Jahr 2001 für die Panzerhaubitze 2000. In den Jahren 2003 und 2004 wurden insgesamt 24 Exemplare vom Typ PzH 2000HEL an das griechische Heer geliefert. Die PzH 2000HEL hat eine zusätzliche Nachtsichtoptik für den Fahrer und eine digitalisierte Datenfunkanlage. Das Stromerzeugungsaggregat fehlt; der Tarnanstrich folgt einem anderen Schema als bei den übrigen Nutzerländern. Die Beschaffung weiterer Fahrzeuge war angedacht.[48] Im Oktober 2009 wurde die griechische Staatsschuldenkrise publik.
Italien
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Italien war der erste Exportkunde für die PzH 2000. Insgesamt erhielt das italienische Heer 70 Geschütze. Die ersten beiden Fahrzeuge wurden von Krauss-Maffei-Wegmann (seit 8. April 2024 KNDS Deutschland) geliefert und sind nicht mehr in Dienst, alle weiteren fertigte ein Firmenkonsortium aus Iveco, Fiat und Oto Melara.[49] Sechs wurden 2022 an die Ukraine abgegeben.[50]
Katar
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mai 2009 stimmte der Bundessicherheitsrat Deutschlands einer Lieferung von 24 PzH 2000 aus Deutschland nach Katar zu.[51] Die erste Auslieferung von drei Haubitzen erfolgte im Herbst 2015.[52]
Kroatien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Dezember 2014 unterzeichnete Kroatien einen Kaufvertrag über zwölf Panzerhaubitzen aus ehemaligen Beständen der Bundeswehr, die in zwei Tranchen bis 2016 ausgeliefert werden sollten.[53] Bis 2017 wurden 16 Haubitzen bei den kroatischen Streitkräften eingeführt, von denen sich Stand 2019 12 im aktiven Dienst befanden.[54]
Litauen
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Im Februar 2015 erklärte der damalige litauische Verteidigungsminister Olekas, dass Litauen beabsichtige, PzH 2000 aus Deutschland zu kaufen.[55] Die Bundesregierung bestätigte im April 2015 Pläne, aus Beständen der Bundeswehr 12 gebrauchte Exemplare der PzH 2000 nach Litauen zu liefern.[56] Die Vereinbarung umfasste schließlich 21 Haubitzen, von denen 16 Exemplare vom „General Romualdas Giedraitis“-Artillerie-Bataillon genutzt werden und dort die seit dem Jahr 2000 von Dänemark gelieferten Haubitzen des Typs M101 (105 mm) ersetzen.[57] Neben den PzH 2000 umfasste der Vertrag auch die Lieferung von 26 M577 Führungs- und Funkpanzer sowie 6 Bergepanzer 2. Die ersten PzH 2000 wurden im Juni 2016 übergeben und die letzte im März 2022.[58][59]
Niederlande
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Niederlande entschieden sich 2002 für die Beschaffung von 57 PzH 2000 und gegen drei Konkurrenten (die britische AS90, die US-amerikanische M109A6 Paladin und die südafrikanische Denel G6). Ursprünglich sollten die PzH von 2004 bis 2009 ausgeliefert werden. Da die niederländischen Streitkräfte umfassend reorganisiert wurden, sank der Bedarf auf 39 PzH. Von diesen waren zeitweise nur 24 im aktiven Dienst.[60] Die Ausbildung der Soldaten fand in der Artillerieschule in Idar-Oberstein und auf dem angrenzenden Truppenübungsplatz Baumholder statt.
Die Regierung der Niederlande hat der Ukraine insgesamt 8 ihrer PzH 2000 überlassen, um deren Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen russischen Überfall seit dem 24. Februar 2022 zu unterstützen.[61]
Im Oktober 2022 teilte das niederländische Verteidigungsministerium mit, 10 Panzerhaubitzen 2000 zu reaktivieren, um 4 statt 3 Panzerhaubitzenbatterien in Dienst zu haben. Dadurch haben sowohl die 13 Lichte Brigade als auch die 43 Gemechaniseerde Brigade je ein Artilleriebataillon. Insgesamt nutzt das niederländische Heer seitdem 46 PzH 2000.[62]
Ungarn
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Im Dezember 2018 bestellte Ungarn bei Krauss-Maffei Wegmann (seit 8. April 2024 KNDS Deutschland) 24 PzH 2000. Teil dieses Vertrages waren außerdem der Kauf von 44 Leopard 2A7+ und weiteren 12 gebrauchten Leopard 2A4 zu Schulungszwecken.[63][64]
Ukraine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang Mai 2022 gab die damalige deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht die Lieferung von sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine bekannt.[65] Eine unbekannte Anzahl von Panzerhaubitzen wurde im Juni 2022 an die Ukraine übergeben.[65] Die Niederlande lieferten fünf weitere.[66] Ende Juni 2022 gaben die Niederlande und Deutschland bekannt, der Ukraine jeweils weitere drei Panzerhaubitzen 2000 zu liefern.[67] Am 19. September 2022 erklärte Verteidigungsministerin Lambrecht, dass Deutschland vier weitere Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine liefern werde; damit stieg deren Zahl auf insgesamt 14 von der Bundeswehr an die Ukraine abgegebene PzH 2000.[41] Ende Oktober wurde bekannt, dass Italien der Ukraine auch sechs PzH 2000 geliefert hat.[68] Stand 2023 befanden sich damit 28 PzH 2000 in ukrainischen Beständen.
Im Februar 2024 wurde eine weitere Lieferung von 18 PzH 2000 an die Ukraine als Hilfsleistung der Bundesregierung angekündigt, deren Auslieferung von Ende 2025 bis 2027 erfolgen soll.[69][70] Im September 2024 kündigte Verteidigungsminister Pistorius eine zusätzliche Lieferung von 12 PzH 2000 an die Ukraine an, davon sechs noch vor Ende 2024 und die übrigen im Laufe des Jahres 2025.[71][72] Im selben Monat wurde bekannt, dass die versprochenen Haubitzen aus Beständen der Streitkräfte Katars stammen werden, welche im Gegenzug neue RCH 155-Systeme erhalten.[73] Nach Abschluss aller o.g Lieferungen soll die Ukraine über 54 PzH 2000 verfügen, was drei Artilleriebataillonen entspricht.[74]
Stand Dezember 2025 waren laut Oryx-Blog 3 Panzerhaubitzen vollständig zerstört sowie eine weitere leicht beschädigt.[75]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schneider, Wolfgang: Panzerhaubitze 2000: Entwicklung – Technik – Einsatz. 1. Auflage. Motorbuch, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-613-04558-3.
- Peter Blume: Panzerhaubitzen der Bundeswehr 1956-Heute. Tankograd Militärfahrzeuge Special, No 5026. 2. Auflage. Tankograd Publishing – Verlag Jochen Vollert, Erlangen 2021.
- Clemens Niesner: Panzerhaubitze 2000. = PzH 2000 155 mm Self-Propelled Howitzer. Vollert Tankograd Publishing, Erlangen 2009 (Tankograd Militärfahrzeug. Spezial 5025, ZDB-ID 2408112-7).
- Christopher F. Foss (Hrsg.): Jane’s Armour & Artillery. 2009–2010. Jane’s Information Group Inc, Coulsdon u. a. 2009, ISBN 978-0-7106-2882-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Panzerhaubitze 2000. In: bundeswehr.de.
- Panzerhaubitze 2000. In: knds.de. KNDS Deutschland
- Panzerhaubitze 2000. In: whq-forum.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar).
- Bundeswehr: 60 Sekunden Bundeswehr: Panzerhaubitze 2000 auf YouTube, 25. Mai 2016, abgerufen am 4. November 2023 (deutsch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Panzerhaubitze 2000 – Technische Daten. In: deutschesheer.de. Bundesministerium der Verteidigung, 10. Januar 2011, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2011; abgerufen am 26. April 2022.
- ↑ Qualifikation der Lenkmunition Vulcano abgeschlossen. In: esut.de. 18. September 2019, abgerufen am 13. September 2022.
- ↑ Dorothee Frank: Deutsch-niederländische Kooperation zur Panzerhaubitze. In: Behörden Spiegel. 18. Dezember 2020, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2021; abgerufen am 24. Januar 2021.
- ↑ Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 16 f.
- 1 2 Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 14.
- ↑ PzH 2000 Howitzer Inside & Outside View – Live Fire (ab 0:02:35) auf YouTube, abgerufen am 23. April 2022.
- ↑ PzH 2000 155mm Self-Propelled Howitzer. In: army-technology.com. GlobalData Plc, 12. Juni 2001, abgerufen am 26. April 2022 (englisch).
- ↑ John Pike: PzH 2000 (Panzerhaubitze 2000). In: fas.org. Federation of American Scientists, 29. September 1999, abgerufen am 26. April 2022 (englisch).
- ↑ Frank Schauka: Panzerhaubitzen 2000 nach vier Wochen im Ukraine-Einsatz reparaturbedürftig. In: dbwv.de. Deutscher BundeswehrVerband e. V., Interessenvertretung aller Menschen der Bundeswehr, 29. Juli 2022, abgerufen am 9. August 2022: „Bei der Bundeswehr geht man nach Informationen des Nachrichtenmagazins davon aus, dass die Probleme mit der hohen Feuergeschwindigkeit zusammenhängen, mit der die ukrainischen Streitkräfte die Geschütze beim Kampf gegen die russischen Invasoren einsetzen; der Lademechanismus der Haubitze werde dadurch enorm belastet. Bei der Truppe gelten bereits 100 Schuss pro Tag als hochintensiver Einsatz. Die Ukrainer schossen offenbar erheblich mehr Granaten ab.“
- ↑ PzH2000. In: kmweg.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 19. März 2012; abgerufen am 15. Juni 2011.
- ↑ Diehl Stiftung & Co KG: Lenkmunition VULCANO – Qualifikation, Truppeneinführung kann starten | Diehl Defence. 22. Oktober 2019, abgerufen am 24. Mai 2025.
- 1 2 3 Christopher Foss: Jane’s Armour and Artillery 2009–2010. S. 746.
- 1 2 Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 45.
- ↑ Beschreibung des Lademechanismus www.deutschesheer.de. Abgerufen am 17. November 2009.
- ↑ Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 13.
- ↑ Nichtstabilisierte Periskope – PERI-RTNL 80. (PDF) Zeiss, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2008; abgerufen am 2. Januar 2010 (englisch): „it is planned as a low cost version, designed to budget“
- ↑ Motoren für schwere Fahrzeuge. In: MTU-online.com. MTU Friedrichshafen, 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2012; abgerufen am 25. April 2022.
- ↑ Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 15.
- ↑ Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 44.
- ↑ www.Waffenhq.de ( vom 5. Mai 2010 im Internet Archive) Private Webseite. Abgerufen am 12. Dezember 2013.
- ↑ Guttenberg sieht keinen Bedarf für neues Mandat: Stichwort Panzerhaubitze 2000 ( vom 16. April 2010 im Internet Archive), abgerufen am 25. Mai 2010.
- ↑ Bundeswehr – Aktuell, Ausgabe 25, 28. Juni 2010, Treffer im Ziel. Nach Testschüssen sind die Panzerhaubitzen 2000 in Kunduz einsatzbereit.
- ↑ Bundeswehr setzt schwere Artillerie gegen Aufständische ein- spiegel.de, 11. Juli 2010.
- ↑ faz.net: Mit großem Kaliber gegen die Taliban, abgerufen am 13. Juli 2010.
- ↑ Artilleriereserve für Nordafghanistan, abgerufen am 21. Februar 2011.
- ↑ Waffenhilfe für die Ukraine: Panzerhaubitzen wegen Ersatzteilmangels außer Gefecht. In: aus Der Spiegel 47/2022. 18. November 2022, abgerufen am 20. Januar 2023.
- ↑ Kaputte Panzerhaubitzen im Ukraine-Krieg: Wie Deutschland hinter den Kulissen die wichtige Waffe zu reparieren versucht. In: Business Insider. Abgerufen am 13. August 2022.
- ↑ tagesschau.de: Panzerhaubitze 2000: Wichtige Waffe für die Ukrainer. Abgerufen am 4. April 2023.
- ↑ n-tv Nachrichten: Rheinmetall-Chef räumt Verluste deutscher Waffen in Ukraine ein. Abgerufen am 11. Juni 2023.
- ↑ Säbelzahnmöwe: Interview mit dem Erfinder der Panzerhaubitze 2000 - Konzeption, Entwicklungsgeschichte etc. Interview auf YouTube. 26. September 2022, abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Rethink of Defence projects to save billions. ABC Online, 3. Mai 2012, abgerufen am 3. Mai 2012.
- ↑ soldat-und-technik.de
- ↑ Bundeswehrplan 2009 Anlage 8
- ↑ Weser-Ems-Kurier, abgerufen am 19. Juni 2010 ( vom 30. Juli 2010 im Internet Archive)
- ↑ augengeradeaus.net Künftig noch 225 Leos bei der Bundeswehr (mit Korrektur); Thomas Wiegold, abgerufen am 11. Februar 2012.
- ↑ augengeradeaus.net Die neue Großgeräte-Liste: Weg von den Obergrenzen; Thomas Wiegold, veröffentlicht am 27. Januar 2016, abgerufen am 24. Januar 2021.
- ↑ André Henkel: Mittel der Panzerabwehr. In: Europäische Sicherheit & Technik (esut). 6. September 2021, abgerufen am 6. September 2021.
- ↑ Deutschland liefert Panzerhaubitzen. In: tagesschau.de. 6. Mai 2022, abgerufen am 23. Juni 2022.
- ↑ Panzerhaubitzen in Ukraine eingetroffen. In: tagesschau.de. 21. Juni 2022, abgerufen am 23. Juni 2022.
- ↑ Weitere Panzerhaubitzen für die Ukraine. In: ZDF.de. 28. Juni 2022, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juni 2022; abgerufen am 29. Juni 2022.
- 1 2 http://www.bmvg.de:/ Ukraine erhält vier weitere Panzerhaubitzen 2000
- ↑ Bundeswehr will nach Abgabe an die Ukraine neue Panzerhaubitzen beschaffen. In: Europäische Sicherheit & Technik (esut). 5. Januar 2023, abgerufen am 9. März 2023.
- ↑ Bundestag genehmigt zehn neue Panzerhaubitzen 2000. 29. März 2023, abgerufen am 25. Dezember 2024.
- ↑ KNDS (KMW+NEXTER Defense Systems): Bundeswehr bestellt zehn neue Panzerhaubitzen PzH 2000. In: www.knds.de. 30. März 2023, abgerufen am 9. September 2023.
- ↑ Brigadegeneral a. D. Heribert Hupka, Präsident des Freundeskreis der Artillerietruppe e. V., in „Zu Gleich“, 1/2023, S. 74
- ↑ Gerhard Heiming: Beschaffung von 18 Leopard 2 A8 und 12 Panzerhaubitzen 2000 genehmigt. In: Europäische Sicherheit & Technik (esut.de). 24. Mai 2023, abgerufen am 9. September 2023.
- ↑ Pressemitteilung: Rheinmetall mit der Fertigung von 22 Fahrgestellen und Waffenanlagen für die Panzerhaubitze 2000 beauftragt. In: rheinmetall.com. 2. April 2024, abgerufen am 2. April 2024.
- ↑ Clemens Niesner: Militärfahrzeuge Spezial No. 5025 Panzerhaubitze 2000. Tankograd Publishing, S. 46.
- ↑ PzH 2000 (Panzerhaubitze 2000) Self-Propelled Gun www.militaryfactory.com. Englisch, abgerufen am 6. Januar 2011.
- ↑ Italy approves the supply to Ukraine of PzH 2000 & M109 155mm howitzers and M270 rocket launchers. armyrecognition.com, 30. Oktober 2022
- ↑ Zeitung: Lieferung von 24 Panzerhaubitzen an Emirat Katar genehmigt ( vom 20. September 2011 im Internet Archive)
- ↑ Deutschland liefert Kampfpanzer nach Katar Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2015.
- ↑ Croatia orders PzH 2000 howitzers ( vom 11. Dezember 2014 im Internet Archive) www.janes.com. Englisch, abgerufen am 18. Februar 2015.
- ↑ PzH 2000 – powerful, modern and effective. In: hrvatski-vojnik.hr. 12. Februar 2020, abgerufen am 24. September 2021 (englisch).
- ↑ Oficialu: Lietuva iš Vokietijos ketina įsigyti galingų ginklų ( vom 19. Februar 2015 im Internet Archive) (Tageszeitung Lietuvos rytas)
- ↑ Deutschland schickt Panzerhaubitzen nach Litauen, Die Welt
- ↑ Lithuania orders German PzH 2000s, Jane's 29. September 2015
- ↑ German Howitzers Delivered to Lithuania. In: defence24.com. 28. Juni 2016, abgerufen am 24. September 2021 (englisch).
- ↑ Litauen hat die letzte überholte PzH 2000 erhalten. In: Europäische Sicherheit & Technik (esut.de). 22. März 2022, abgerufen am 23. März 2022.
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