Warschauer Pakt
| Warschauer Pakt (Warschauer Vertragsorganisation) WV | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Logo der Organisation | |||||||
| Englische Bezeichnung | Warsaw Pact, Treaty of Warsaw Warsaw Treaty Organization of Friendship, Cooperation, and Mutual Assistance | ||||||
| Französische Bezeichnung | Pacte de Varsovie | ||||||
| Russische Bezeichnung | Организация Варшавского договора | ||||||
| Sitz der Organe | Moskau, Lwiw | ||||||
| Mitgliedstaaten | 8:
| ||||||
| Gründung | 14. Mai 1955 | ||||||
| Auflösung | 1. Juli 1991 | ||||||
| Auflösung der Militärstrukturen am 31. März 1991 | |||||||
| Mitgliedstaat | Bulgarien | DDR | Polen | Rumänien | Tschechoslowakei | Sowjetunion | Ungarn |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7. September 1967 | 6. April 1967 | 19. November 1970 | 24. April 1968 | 12. Mai 1967 | 10. Juli 1969 | ||
| 7. September 1967 | 15. März 1967 | 12. Mai 1972 | 17. März 1967 | 12. Juni 1964 | 18. Mai 1967 | ||
| 6. April 1967 | 15. März 1967 | 12. November 1970 | 1. März 1967 | 1. März 1967 | 16. Mai 1968 | ||
| 19. November 1970 | 12. Mai 1972 | 12. November 1970 | 16. August 1968 | 7. Juli 1970 | 24. Februar 1972 | ||
| 24. April 1968 | 17. März 1967 | 1. März 1967 | 16. August 1968 | 6. Mai 1967 | 14. Juni 1968 | ||
| 12. Mai 1967 | 12. Juni 1964 | 1. März 1967 | 7. Juli 1970 | 6. Mai 1967 | 7. September 1967 | ||
| 10. Juli 1969 | 18. Mai 1967 | 16. Mai 1968 | 24. Februar 1972 | 14. Juni 1968 | 7. September 1967 |
Die Hegemonie der Sowjetunion wurde durch die bilateralen Bündnisverträge noch verstärkt, da diese eine unmittelbare Beistandsverpflichtung bei einem bewaffneten Angriff vorsahen, die auch in den meisten Verträgen sich nicht nur auf Europa beschränkte.
In der dritten Generation der Verträge über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand erfolgte nach der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) im August 1975 die Einbeziehung der Breschnew-Doktrin und der ökonomischen Integration. Zudem wurde die Laufzeit der Verträge auf 25 Jahre festgelegt. Die DDR unterzeichnete am 7. Oktober 1975 mit der Sowjetunion diesen neuen Vertrag sowie später weitere mit Ungarn (24. März 1977), Polen (29. Mai 1977), Bulgarien (14. September 1977) und der Tschechoslowakei (3. Oktober 1977).
Ungarischer Volksaufstand
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Durch den Reformkurs der ungarischen Regierung unter Imre Nagy und während des Volksaufstandes vom 23. Oktober bis zum 4. November 1956 proklamierte Nagy am 1. November 1956 die Neutralität Ungarns und den Austritt aus dem Warschauer Pakt. Drei Tage später intervenierte die Sowjetarmee und setzte Panzerverbände zur Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn ein. Bei den Kämpfen, die in Budapest bis zum 15. November dauerten, kamen nach offiziellen Angaben 2.700 Menschen ums Leben. In späteren Gerichtsverfahren wurden 200 Menschen zum Tode verurteilt, Zehntausende kamen in Internierungslager.[12]
Intervention in der Tschechoslowakei und Austritt Albaniens
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR im August 1968, an dem sich die Sowjetunion, Polen, Ungarn und Bulgarien mit Soldaten beteiligten und bei dem 98 Tschechen und Slowaken sowie etwa 50 Soldaten der Interventionstruppen ums Leben kamen, trat Albanien am 13. September 1968 unter Bruch der Vertragsbestimmungen formell aus dem Bündnis aus. Die Mitgliedschaft ruhte bereits seit dem 1. Februar 1962, als 1961 die diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion abgebrochen wurden. Nach dem Austritt aus dem Militärbündnis wurde Albanien zunehmend durch die Volksrepublik China gestützt.
Großmanöver
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Vom 12. bis 18. Oktober 1970 wurde das bis dahin größte Manöver des Bündnisses in der DDR erstmals unter der Bezeichnung „Waffenbrüderschaft der Bruderarmeen der Länder der sozialistischen Gemeinschaft“[13] durchgeführt. Im September 1980 wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Militärbündnisses mit dem Großmanöver „Waffenbrüderschaft 80“ und 40.000 Soldaten aus sieben Teilnehmerstaaten das umfangreichste Manöver in der Geschichte des Warschauer Pakts abgehalten.
Nuklearpläne
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 13. September 2008 stellten Hans Rühle, der ehemalige Chef des Planungsstabes im Bonner Bundesministerium der Verteidigung, und sein Sohn Michael, der Leiter des Planungsstabes in der politischen Abteilung der NATO in Brüssel, in einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung Planungen für einen Ersteinsatz von Atomwaffen des Warschauer Paktes im Kriegsfall gegen die NATO in Westeuropa vor (siehe auch: Nuklearwaffen in Deutschland, Geschichte der Massenvernichtungswaffen in Polen).
Laut Rühle seien diese Planungen überraschend gewesen, da man bisher davon ausgegangen sei, dass der Warschauer Pakt zuerst konventionelle Waffen einsetzen würde. Aus freigegebenen polnischen und tschechoslowakischen Dokumenten sowie aus Dokumenten der NVA werde den Autoren zufolge deutlich, dass der Warschauer Pakt ab dem Jahr 1961 einen präventiven nuklearen Erstschlag gegen die NATO plante. Als Beispiel führen sie die Großübung „Buria“ von 1961 an, bei der trainiert wurde, den Schlag präventiv drei Minuten vor einem beginnenden Angriff der NATO durchzuführen. Dabei sollten laut Rühle 422 nukleare Gefechtsköpfe auf westdeutschem Boden zur Explosion kommen.
Ab etwa 1964 habe der Warschauer Pakt einen begrenzten präventiven Nuklearkrieg mit über 1000 Nuklearwaffen gegen Westeuropa geplant. Konventionelle Truppen hätten später Westeuropa innerhalb weniger Tage besetzen sollen. Dabei wäre die Verstrahlung und die darauf folgende Kampfunfähigkeit der ersten Angriffswelle der eigenen Truppen hingenommen worden.[14]
Erst unter Michail Gorbatschow seien diese Kriegspläne 1986 geändert worden. „Einzig die DDR arbeitete auf alter Grundlage weiter. Noch in der Übung ‚Stabstraining 1989‘ plante sie die Verwüstung grenznaher Landstriche Schleswig-Holsteins durch 76 teilweise großkalibrige Nuklearwaffen“, so Rühle.[14]
Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 19. November 1990 wurde anlässlich des KSZE-Gipfeltreffens in Paris von den 22 Regierungschefs der Mitgliedsländer der North Atlantic Treaty Organization (NATO) und des Warschauer Paktes (WP) der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag) über gegenseitige Rüstungsbeschränkungen unterzeichnet. Am 17. Juli 1992 trat er vorläufig, am 9. November 1992 endgültig in Kraft, als der Warschauer Vertrag längst für aufgehoben erklärt war.
Auflösung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 26. April 1985 wurde der Warschauer Vertrag zuletzt um 20 Jahre verlängert[15][16] und hätte sich automatisch um jeweils weitere zehn Jahre verlängert.
Im Zuge der von Gorbatschow in der UdSSR eingeleiteten Perestroika kamen zunehmend Zweifel an der Breschnew-Doktrin auf. Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges und der sowjetischen Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde endgültig klar, dass Freiheitsbestrebungen in den anderen Warschauer-Pakt-Staaten nicht mehr gewaltsam unterdrückt werden konnten. Daraufhin begannen die anderen Mitgliedstaaten, auf einen Abzug der sowjetischen Truppen aus ihren Ländern und die Auflösung des Warschauer Pakts zu drängen. Obwohl die sowjetische Führung eine gleichzeitige Auflösung von NATO und Warschauer Pakt bevorzugt hätte, gab sie schließlich nach.
Am 24. September 1990 unterzeichneten Rainer Eppelmann als Minister für Abrüstung und Verteidigung (MfAV) der DDR und der Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Pakts, der sowjetische Armeegeneral Pjotr G. Luschew, in Ost-Berlin ein Protokoll über die Herauslösung der Nationalen Volksarmee aus der militärischen Organisation des Bündnisses. Am 2. Oktober, unmittelbar vor der Wiedervereinigung, wurde die NVA aufgelöst.
Während des KSZE-Gipfeltreffens vom 19. bis 21. November 1990 in Paris gaben die Staaten der Warschauer Vertragsorganisation und der NATO eine Gemeinsame Erklärung ab, in der sie ihre frühere Verpflichtung zum Nichtangriff bekräftigten. Sie definierten sich gegenseitig nicht mehr als Gegner, sondern als Partner, die gewillt sind, „einander die Hand zur Freundschaft zu reichen“. Die Erklärung schloss sich an den im März 1989 in Wien ausgehandelten KSE-Vertrag an. Auf der Konferenz wurde auch die Charta von Paris unterzeichnet, ein grundlegendes internationales Abkommen über die Schaffung einer neuen friedlichen Ordnung in Europa nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende der Ost-West-Konfrontation.[17]
Die militärischen Strukturen des Bündnisses wurden am 31. März 1991, der Warschauer Pakt hierzu selbst am 1. Juli 1991 offiziell aufgelöst. Die in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn stationierten sowjetischen Truppen wurden abgezogen; in Deutschland blieb auf ehemaligem DDR-Gebiet dagegen bis Ende August 1994 die sowjetische (ab 22. Dezember 1991 russische) Westgruppe der Truppen (WGT, vormals GSSD) stationiert, deren Abzug früher als geplant beendet werden konnte.[18]
Nachdem die NATO bereits 1990 den im Warschauer Pakt zusammengeschlossenen Staaten eine freundschaftliche Zusammenarbeit angeboten hatte, folgte 1991 der Nordatlantische Kooperationsrat, bei dem es um die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen Staaten des Warschauer Vertrags, den GUS-Staaten und den NATO-Staaten ging.[19]
Organisation
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Politischer Beratender Ausschuss (PBA)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Leitung und Koordinierung des Warschauer Pakts war die Aufgabe des einmal jährlich in Moskau tagenden Politischen Beratenden Ausschusses (PBA), der sich auch als „WP-Gipfeltreffen“ darstellte, als höchstes Entscheidungsgremium des Bündnisses. Der Generalsekretär des PBA war zugleich Leiter des Vereinten Sekretariats, das als Exekutivorgan angesehen wurde und unterstützt wurde durch ständige Kommissionen, darunter auch eine Verbindungsstelle zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).
Die Mitgliedstaaten wurden im PBA vertreten durch:
- die Ersten bzw. Generalsekretäre der Zentralkomitees (ZK) der sozialistischen und kommunistischen Parteien,
- die Regierungschefs und
- die Außenminister.
Der Vorsitz wechselte.
Die erste Tagung des Politischen Beratenden Ausschusses wurde vom 27. bis 28. Januar 1956 in Prag abgehalten. Als Beobachter nahmen auch Vertreter der Mongolischen Volksrepublik teil.
Zudem gab es auch Konferenzen der Minister für auswärtige Angelegenheiten der Staaten des Warschauer Vertrages. Erstmals am 27./28. April 1959 in Warschau, an der auch die Volksrepublik China beteiligt war.
Komitee der Verteidigungsminister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings, die auch als ein Grund für den Austritt Albaniens aus dem Bündnis gesehen wurde, wuchs auch der Druck auf die Sowjetunion, den Mitgliedstaaten mehr Mitspracherechte zu gewähren. Ab 1969 wurde hierzu das Komitee der Verteidigungsminister als Koordinierungsstelle für militärische Fragen gebildet. Dem Komitee gehörten – neben den Verteidigungsministern als stellvertretende Oberbefehlshaber – der sowjetische Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte und zugleich 1. Stellvertreter des Verteidigungsministers der Sowjetunion sowie deren Generalstabschef an.
Militärrat des Vereinten Oberkommandos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dem Komitee angegliedert waren ein Militärrat des Vereinten Oberkommandos unter der Führung des Oberbefehlshabers der Vereinten Streitkräfte und der stellvertretenden Verteidigungsminister, die regelmäßig zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit der Streitkräfte tagten und berieten, sowie ein Technisches Komitee.
Vereintes Oberkommando
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Gründung des Warschauer Paktes 1955 wurde entsprechend den Artikeln 5 und 6 des Warschauer Vertrages ein streng vertrauliches Protokoll zur Schaffung eines Vereinten Kommandos der Streitkräfte der Teilnehmerstaaten gefasst.[20] Die Teilnehmerstaaten waren verpflichtet, Teile ihrer nationalen Streitkräfte für die Vereinten Streitkräfte bereitzustellen. Zu Beginn des Bündnisses stellte die Sowjetunion mit rund 75 Prozent des Personals das größte Kontingent, da die weiteren Teilnehmerstaaten sich erst in der Phase des Aufbaus und der Modernisierung ihrer Streitkräfte befanden. Kontingente der DDR wurden ab dem 24. Mai 1958 den Vereinten Streitkräften zugeordnet, da die NVA erst am 1. März 1956 gegründet wurde und sich ebenfalls noch im Aufbau befand. Danach sollten die Mitgliedstaaten dem Vereinten Oberkommando folgende Kontingente an Landtruppen und Luftwaffenverbänden als Beitrag zur Verfügung stellen:
| Mitgliedsland | Anzahl der Landtruppendivisionen | Anzahl der Luftwaffendivisionen |
|---|---|---|
| 32 | 34 | |
| 14 | 10 | |
| Umfang durch gesondertes Abkommen | Umfang durch gesondertes Abkommen | |
| 11 | 7 | |
| 6 | 2 | |
| 8 | 4 | |
| 7 | 4 | |
| nur Koordination, keine Unterstellung | nur Koordination, keine Unterstellung |
Die Seestreitkräfte der Mitgliedsländer Bulgarien, Polen und Rumänien wurden alle dem Vereinten Oberkommando eingegliedert. Albanien koordiniert die Maßnahmen ihrer Marine nur mit dem Vereinten Oberkommando. Die Sowjetunion stellte die 4. Flotte und die Schwarzmeerflotte zur Verfügung. Als 4. Flotte wurde die 4. Baltische Rotbannerflotte bezeichnet, die am 24. Dezember 1955 zusammen mit der 8. Baltischen Rotbannerflotte zur Baltischen Flotte zusammengelegt wurde.
Zum ersten VSK-Oberkommandierenden wurde der Marschall der Sowjetunion Iwan Stepanowitsch Konew ernannt. Der Oberkommandierende war stets ein sowjetischer General, der zugleich die Funktion des ersten Stellvertreters des sowjetischen Verteidigungsministers ausübte und somit diesem direkt unterstand. Der Stab der Vereinten Streitkräfte (andere Bezeichnung: Stab der Vereinigten Bewaffneten Streitkräfte, OVS) wurde von einem Stellvertreter, gleichfalls einem sowjetischen General, geführt. Erster Chef des Stabes war der sowjetische Armeegeneral Alexei Innokentjewitsch Antonow. Das Hauptquartier des Vereinten Oberkommandos befand sich ab 1972 in Moskau und in Teilen auch in Lwiw (Lemberg).
Im Frieden umfasste der Aufgabenbereich:
- die Führung und Koordination von multinationalen Manövern,
- die operative Planung und Dislozierungsentscheidungen,
- die Organisation von Ausbildung, Ausrüstung und Führungskontrolle und
- die enge Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Generalstab, der die Kontrolle über die komplette Luftverteidigung und Versorgung ausübte.
Dem Vereinten Oberkommando unterstellt waren zuletzt:
- die sowjetischen Streitkräfte in den europäischen Staaten:
- Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
- Nordgruppe der Truppen (NGT) in Polen
- Zentrale Gruppe der Truppen (ZGT) in der ČSSR
- Südgruppe der Truppen (SGT) in Ungarn
- die gesamten Truppen der Nationalen Volksarmee der DDR
- einzelne Truppenkontingente der Mitgliedstaaten
- die gesamte Luftverteidigungsorganisation innerhalb des Bündnisses
- die Vereinten Seestreitkräfte
- Sowjetische Baltische Flotte
- Volksmarine der DDR
- Polnische Seekriegsflotte
In Kriegszeiten hatte das Vereinigte Oberkommando keine operativen Aufgaben; die vollständige Befehlsgewalt über alle Land-, Luft- und Seestreitkräfte der Mitgliedstaaten hätte der Generalstab der Sowjetunion übernommen.
Oberkommandierender der Vereinten Streitkräfte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Name | von | bis | |
|---|---|---|---|
| 1. | Marschall der Sowjetunion Iwan Konew | 14. Mai 1955 | 1960 |
| 2. | Marschall der Sowjetunion Andrei Gretschko | 1960 | Juli 1967 |
| 3. | Marschall der Sowjetunion Iwan Jakubowski | Juli 1967 | 30. November 1976 |
| 4. | Marschall der Sowjetunion Wiktor Kulikow | 1977 | 2. Februar 1989 |
| 5. | Armeegeneral Pjotr Luschew[21][22] | 2. Februar 1989 | 1991 |
Generalstabschef der Vereinten Streitkräfte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Name | von | bis | |
|---|---|---|---|
| 1. | Armeegeneral Alexei Antonow | 1955 | 16. Juni 1962 |
| 2. | Armeegeneral Pawel Batow | 1962 | 1965 |
| 3. | Armeegeneral Michail Kasakow | 1965 | 1968 |
| 4. | Armeegeneral Sergei Schtemenko | 1968 | 1976 |
| 5. | Armeegeneral Anatoli Gribkow | 1976 | 1989 |
| 6. | Armeegeneral Wladimir Lobow | 1989 | 1990 |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Torsten Diedrich, Winfried Heinemann, Christian F. Ostermann (Hrsg.): Der Warschauer Pakt. Von der Gründung bis zum Zusammenbruch 1955 bis 1991. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-504-1.
- Torsten Diedrich, Walter Süß (Hrsg.): Militär und Staatssicherheit im Sicherheitskonzept der Teilnehmerstaaten des Warschauer Paktes. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-610-9.
- Mary Ann Heiss, S. Victor Papacosma (Hrsg.): NATO and the Warsaw Pact – Intrabloc Conflicts. Kent State University Press, Kent 2008, ISBN 978-0-87338-936-5.
- Dieter Krüger: Am Abgrund? Das Zeitalter der Bündnisse: Nordatlantische Allianz und Warschauer Pakt 1947 bis 1991. Parzellers Buchverlag, Fulda 2013, ISBN 978-3-7900-0459-5.
- Vojtech Mastny, Malcolm Byrne (Hrsg.): A Cardboard Castle. An Inside History of the Warsaw Pact, 1955–1991. Central European University Press, Budapest 2005, ISBN 963-7326-08-1.
- Frank Umbach: Das rote Bündnis. Entwicklung und Zerfall des Warschauer Pakts, 1955–1991. Christoph Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-362-6.
- Wilfried Düchs: Die Organisation der Warschauer-Pakt-Staaten als „Partieller Bundesstaat“? Univ. Diss., Würzburg 1976.
- Gottfried Zieger: Der Warschauer Pakt. Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung, Hannover 1974.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Warschauer Pakt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand zwischen der Volksrepublik Albanien, der Volksrepublik Bulgarien, der Ungarischen Volksrepublik, der Deutschen Demokratischen Republik, der Volksrepublik Polen, der Rumänischen Volksrepublik, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der Tschechoslowakischen Republik („Warschauer Vertrag“ bzw. „Warschauer Pakt“) (14. Mai 1955). In: documentArchiv.de (Hrsg.), Stand: 17. April 2009
- Dokumentensammlungen aus Archiven des Warschauer Vertrages, vom Parallel History Project on NATO and the Warsaw Pact (PHP)
- Kriegsplanungen des Warschauer Paktes bei nzz.ch
- Rosalia Romaniec: Das Ende eines Bündnisses, Deutsche Welle, 1. Juli 2016
- Der Warschauer Pakt – Kantonsschule Sursee ( vom 21. Februar 2009 im Internet Archive)
- Regierungserklärung von Otto Grotewohl nach Gründung des Warschauer Paktes
- Überblick über die Stationierung der Truppen 1989 ( vom 7. Dezember 2013 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Protokoll über die Herauslösung der Truppen der NVA aus den VSK der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages vom 24. September 1990 (BA-MA, DVW 1/44532); am 2. Oktober 1990 endete die fast 35-jährige Existenz der NVA. Näher dazu Rüdiger Wenzke in: Der Warschauer Pakt. Von der Gründung bis zum Zusammenbruch 1955 bis 1991 (= Militärgeschichte der DDR. Bd. 16). Im Auftrag des MGFA hrsg. von Torsten Diedrich, Winfried Heinemann und Christian F. Ostermann, Ch. Links, Berlin 2009, S. 109 f.; vgl. dazu Die NVA wird aus dem Warschauer Vertrag entlassen, MDR Fernsehen, 24. September 1990 (1:26 min).
- ↑ Bei der Außenministerkonferenz in Berlin 1954 hatte Wjatscheslaw Molotow tatsächlich den Beitritt der Sowjetunion zur NATO erfolglos vorgeschlagen.
- ↑ Bundesarchiv (PDF; 0,3 MB)
- ↑ GBl. DDR 1955 S. 381, 392.
- ↑ Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung vom 18. Januar 1956 im Gesetzblatt der DDR, Teil I Nr. 8 vom 24. Januar 1956, S. 81ff., Digitalisat.
- ↑ BI-Universallexikon A–Z, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1988, ISBN 3-323-00199-0.
- ↑ Vgl. unter anderem: Zentraler Ausschuß für Jugendweihe der DDR (Redaktionskollegium), Verlag Neues Leben, Berlin 1983, ISBN 3-355-00493-6.
- ↑ Oliver Bange, Bernd Lemke: Einleitung. In: dies. (Hrsg.): Wege zur Wiedervereinigung: Die beiden deutschen Staaten in ihren Bündnissen 1970 bis 1990 (= Beiträge zur Militärgeschichte, Bd. 75). Oldenbourg, München 2013, S. 1–29, hier S. 1, Fn. 1.
- ↑ Wolfgang Mueller: Der Warschauer Pakt und Österreich 1955–1991. In: Manfried Rauchensteiner (Hrsg.): Zwischen den Blöcken. NATO, Warschauer Pakt und Österreich. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2010, S. 135–191, hier S. 135, Anm. 1.
- ↑ Lothar Schröter: Bedrohungsvorstellungen in der DDR-Führung in den 50er Jahren - Theorieansätze, Reflexionen in der Militärdoktrin und Sichtweisen im historischen Prozeß. In: Jürgen Rohwer (Hrsg.): Feindbilder und Militärstrategien seit 1945. Referate einer Tagung des Arbeitskreises für Wehrforschung in Bonn-Bad Godesberg am 28. und 29.11.1990. Bremen 1992, S. 94 f.
- ↑ Sicherheit und Frieden. Handbuch der militärischen Verflechtungen – Militärbündnisse, Rüstungen, Strategien – Analysen zur Sicherheitspolitik, ISBN 3-8132-0266-6, S. 39 ff.
- ↑ Vor 65 Jahren: Ungarischer Volksaufstand . Bundeszentrale für politische Bildung, 20.10.2021.
- ↑ Vgl. dazu auch Punkt 1 der Ordnung Nr. 030/9/007 des Ministers für Nationale Verteidigung über die Festigung der Waffenbrüderschaftsbeziehungen zwischen der Nationalen Volksarmee und den Bruderarmeen der sozialistischen Gemeinschaft – Waffenbrüderschaftsordnung – vom 20. September 1983, S. 1 (AMBl. B13-2/1).
- 1 2 Hans Rühle, Michael Rühle: Der Warschaupakt plante den nuklearen Überfall auf Westeuropa. In: Neue Zürcher Zeitung vom 13. September 2008, S. 9. Abgerufen am 22. August 2010.
- ↑ Vor 25 Jahren: Ende des Warschauer Paktes, bpb, 30. März 2016.
- ↑ Georg Paul Hefty: Der Umsturz war nicht beabsichtigt, FAZ.net, 28. Februar 2021.
- ↑ Vgl. dazu Peter Schlotter: Die KSZE im Ost-West-Konflikt: Wirkung einer internationalen Institution (= Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Bd. 32), Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1999, ISBN 3-593-36122-1, S. 90–93.
- ↑ Die russische Armee zieht ab – was bleibt?, MDR.de, 14. Dezember 2020.
- ↑ Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2000, ISBN 3-89331-489-X, S. 331 f.
- ↑ Beschluss der Warschauer-Pakt-Mächte über die Einrichtung eines gemeinsamen Oberkommandos vom 14. Mai 1955 (PDF; 9,9 kB)
- ↑ Eintrag bei Vera und Donald Blinken: Open Society Archives.
- ↑ Februar 1989 – Ereignisse. In: chroniknet.de. Abgerufen am 22. Januar 2017.
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dazu z. B. Wolfgang Mueller: Die Gründung des Warschauer Pakts und der österreichische Staatsvertrag, in: Manfried Rauchensteiner: Zwischen den Blöcken: NATO, Warschauer Pakt und Österreich, Böhlau, 2010, S. 143 ff.
- ↑ Erklärung des Ministerpräsidenten der DDR, Otto Grotewohl, auf der ersten Sitzung der Warschauer Konferenz vom 11. Mai 1955 (Bundesarchiv; PDF).
- Warschauer Pakt
- Vertrag (20. Jahrhundert)
- Völkerrechtlicher Vertrag (Sowjetunion)
- Völkerrechtlicher Vertrag (DDR)
- Völkerrechtlicher Vertrag (Tschechoslowakei)
- Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Albanien)
- Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Bulgarien)
- Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Polen)
- Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Rumänien)
- Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Ungarn)
- Militärbündnis (20. Jahrhundert)
- Zwischenstaatliche Kooperation in Europa
- Geopolitik
- Organisation (Politik)
- Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Sowjetunion
- Polnisch-sowjetische Beziehungen
- Terminologie des Kalten Krieges
- Ostblockstaaten
- Gründung einer politischen Organisation 1955
- Aufgelöst 1991





