Die Kieler Germaniawerft war hauptsächlich mit dem Bau von Großkampfschiffen beauftragt, dennoch wurden bereits seit 1934 U-Boote, auch für den Export, gefertigt. Nach der Ausweitung des U-Bootbauprogramms wurde die Werft mit einem jährlichen Ausstoß von 42 Booten beauftragt – eine Anzahl, die nie erreicht werden konnte. Hauptsächlich sollten auf der Germaniawerft Boote der U-Bootklasse VII C produziert werden. Ein U-Boot dieser Klasse hatte eine Verdrängung von 761Kubikmeter über und 865Kubikmeter unter Wasser. Die Dieselmaschine gewährleistete eine Überwassergeschwindigkeit von 17Knoten, getaucht fuhr das Boot bis zu acht Knoten. Ein VIIC hatte eine Länge von 67,1Metern, eine Breite von 6,2Metern und einen Tiefgang von 4,8Metern. Üblicherweise waren 44 Mann Besatzung an Bord. Der Auftrag für U225 wurde am 15. August 1940 vergeben. Der Stapellauf fand am 18. Mai 1942 und die Indienststellung unter Oberleutnant Leimkühler am 11. Juli 1942 statt.[1] Das Boot trug als Wappen unter anderem das Crew-Zeichen des Einstellungsjahrgangs des Kommandanten – zwei gekreuzte Degen – und zeitweise einen weißen Spitz als Maling.[2]
Am 11. Juni kam U225 als Ausbildungsboot zur 5. U-Flottille in Kiel und unternahm Übungsfahrten in der Ostsee zum Training der Besatzung. Am 1. Januar 1943 wurde das Boot der 1. U-Flottille unterstellt und in Brest stationiert. Während seiner zwei Feindfahrten mit diesem Boot gelang es Kommandant Leimkühler ein Schiff zu versenken und vier zu beschädigen. Alle diese Erfolge erzielte U225 während einer Geleitzugschlacht vom 27. bis zum 29. Dezember 1942, während derer zwei U-Bootgruppen, nach den Maßgaben der von Karl Dönitz entwickelten Rudeltaktik, den alliierten Geleitzug ONS154 angriffen.
Unter den hierbei von Leimkühler beschädigten Schiffen war die President Franqui, die unter belgischer Flagge fuhr. Der Kapitän der President Francqui, G. Bayot, wurde von U225 gefangen genommen. Fünf belgische Seeleute kamen ums Leben, zweiundfünfzig Besatzungsmitglieder wurden von zwei kanadischen Korvetten der Geleitsicherung, HMCS Prescott und HMCS Shediac, aufgenommen. Die President Francqui wurde später von U 336 versenkt. Auch die Empire Shackleton, Führungsschiff des Geleitzugs ON154, wurde von U225 beschädigt. Das Schiff wurde dann von U123 versenkt. Alle 69 Besatzungsmitglieder überlebten den Angriff. Sie wurden von der HMS Fidelity, der HMCS Shediac und der HMCS Calgary gerettet.[3]
Auf seiner zweiten Unternehmung wurde U225 beim Angriff auf den Geleitzug SC119 von einem Liberator Bomber gesichtet, der sofort einen Angriff einleitete. Während U225 im Begriff war zu tauchen, warf die Liberator aus geringer Höhe sechs Wasserbomben und beobachtete eine Weile später auftreibende Trümmerstücke, sowie eine sich verbreiternde Öllache im Meer. Gemäß früherer Annahmen soll U225 infolge dieses Angriffs am 15. Februar 1943 auf der Position 55°45′0″N, 31°9′0″W55.75-31.15 gesunken sein. Zeitweise wurde auch angenommen, das Boot sei am 21. Februar durch einen Kutter der amerikanischen Küstenwache versenkt worden.[2] Das hat sich inzwischen als falsch herausgestellt; dieser Angriff hatte U 604 gegolten.[4]
Nach aktuellen Erkenntnissen wurde U225 tatsächlich am 22. Februar 1943 durch Wasserbomben der englischen Korvette HMS Dianthus auf der Position 48°37’n, 30°35’w versenkt.[5]
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 82.
12Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings Deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 77.
↑Ian M. Malcolm: "Shipping Company Losses of the Second World War. Book II", Moira Brown, Dundee 2020, ISBN 978-1-65661-255-7, Seite 77
↑Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes-Verlag, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7, S. 105.
↑Axel Niestlé: German U-Boat Losses during World War II. Details of Destruction, Frontline Books, London 2014, ISBN 978-1-84832-210-3, Seite 47