Die Deutschen Werke Kiel AG war die erste deutsche Werft, welche nach dem Ersten Weltkrieg wieder U-Boote baute. Zunächst wurden unter höchster Geheimhaltung ab 1935 kleine Modelle vom TypIIA gefertigt, danach stellte die Deutsche Werke Kiel AG dann bis zum Kriegsausbruch hauptsächlich Überwasserkriegsschiffe her. Erst mit Kriegsausbruch wurde die Werft dann wieder in großem Rahmen in das U-Bootbauprogramm der Kriegsmarine miteinbezogen. U147 war eines von 15Booten des TypsIID, die nach Kriegsbeginn bei dieser Werft in Auftrag gegeben wurden. Die Boote des TypII wurden in Erinnerung an die ersten Gefährte, mit denen sich Menschen aufs Meer wagten, „Einbäume“ genannt. Ein IID-Boot war 44m lang, hatte unter Wasser eine Verdrängung von 364t und die zwei 205PS starken Elektromotoren ermöglichten eine Geschwindigkeit von 7,4kn. Über Wasser erreichte ein IID-Boot, angetrieben durch zwei Dieselmotoren, eine Geschwindigkeit von 12,7kn.
11. Dezember 1940 bis 4. April 1941 Reinhard Hardegen
Reinhard Hardegen war zehn Tage bevor er das Kommando auf U147 übernahm, zum Kapitänleutnant befördert worden. Er unternahm eine Feindfahrt mit diesem Boot im Nordatlantik und übergab im April 1941 das Kommando an seinen Ersten Wachoffizier (I.WO) Eberhard Wetjen.
5. April 1941 bis 2. Juni 1941 Eberhard Wetjen
Eberhard Wetjen wurde am 18. Dezember 1914 im Landkreis Celle geboren und trat 1936 in die Kriegsmarine ein. Er war somit Mitglied von Crew36. Bis Sommer 1940 diente er als Wachoffizier auf dem TorpedobootFalke und als Adjutant bei der 7.Torpedoboots-Flottille. Gegen Ende desselben Jahres schloss Wetjen seine U-Bootausbildung ab und kam im Februar 1941 als I.WO auf U147. Zwei Monate später übernahm er das Kommando auf diesem Boot.
U147 wurde zunächst der 1. U-Flottille als Ausbildungsboot zugeteilt, aber noch im selben Monat zu der 22. U-Flottille – einer neu aufgestellten Schulflottille – als Schulboot überstellt. Ab Sommer 1941 fuhr es schließlich als Frontboot bei der 3. U-Flottille.
Im Frühling 1941 unternahm Kommandant Hardegen mit U147 zwei Feindfahrten, während derer er im Nordatlantik, nahe den Shetland- und den Orkney-Inseln operierte. U147 gelang es, eines der Schiffe des Konvois HX-109, der von Erich Topp entdeckt worden war, zu versenken.
2. März 1941 norwegischer Frachter Augvald (Lage59.5-7.5) mit 4.811 BRT versenkt
Wegen Treibstoffmangels brach das Boot die weitere Verfolgung des Geleitzugs ab und machte sich auf die Rückreise nach Kiel, wo Kapitänleutnant Hardegen das Kommando an seinen I.WO Eberhard Wetjen übergab. Der neue Kommandant unternahm zunächst eine kurze Ausbildungsfahrt von Kiel aus, während der das Boot im Nordatlantik operierte, einen Frachtdampfer versenkte und schließlich, Mitte Mai in Bergen einlief.
27. April 1941 norwegischer Frachter Rimfakse (Lage60.166667-8.9) mit 1.334 BRT versenkt
Während einer zweiten Fahrt, die ebenfalls der Schulung dienen sollte, versenkte das Boot einen britischen Dampfer, welcher zum Konvoi HX-127 gehörte. Anschließend patrouillierte U147 im Nordkanal weiter und stieß auf den Geleitzug OB320. Wetjen entschloss sich zum Angriff und beschädigte ein Handelsschiff, bevor das U-Boot durch Feindeinwirkung versenkt wurde.
31. Mai 1941 britischer Frachter Gravelines (Lage56-11.216667) mit 2.491 BRT versenkt.
2. Juni 1941 belgischer Frachter Mokambo mit 4.996 BRT beschädigt.
U 147 wurde von dem Zerstörer HMS Wanderer und der Korvette HMS Periwinkle am 2.Juni 1941 nordwestlich von Irland im Nordatlantik versenkt (Lage56.38-10.24). Alle 26Mann der Besatzung kamen dabei ums Leben.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 3: Deutsche U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0513-4.
U 147 Lebenslauf des Bootes auf: uboat.net, einer ausführlichen Seite über deutsche U-Boote, ihre Kommandanten und ihre alliierten Gegner (in englischer Sprache).