Pezuls
| Pezuls | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Kanton Lalinde | |
| Gemeindeverband | Bastides Dordogne-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 55′ N, 0° 48′ O | |
| Höhe | 75–213 m | |
| Fläche | 10,38 km² | |
| Einwohner | 113 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 11 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24510 | |
| INSEE-Code | 24327 | |
| Website | www.pezuls.com | |
Pezuls (Aussprache [pəˈzyl], okzitanisch Pesulh) ist eine französische Gemeinde mit 113 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Bewohner werden Pezulois und Pezuloises genannt.
Geografie
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Pezuls liegt etwa 31 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 32 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 26 Kilometer ostnordöstlich von Bergerac am Übergang der Landschaft des Périgord noir zum Bergeracois. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Rèze, das hier entspringt.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Pezuls liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine bewaldete, hügelige Landschaft, die vom Tal der Rèze durchschnitten wird und deren Erhebungen Höhen von 200 m übersteigen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Norden mit 213 m nahe des Lieu-dits le Bos. Der tiefste Punkt liegt auf 75 m Höhe im äußersten Südosten beim Austritt der Rèze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Tal der Rèze auf etwa 110 m Höhe.
Rund 62 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 38 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend als Grünland, genutzt (Stand 2018).[2]
Umgeben wird Pezuls von den fünf Nachbargemeinden:
| Sainte-Foy-de-Longas | Val de Louyre et Caudeau | |
| Paunat | ||
| Mauzac-et-Grand-Castang | Trémolat |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Pezuls als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen.
Weil das Gemeindegebiet stark bewaldet ist, besteht im gesamten Gebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3] Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein départements- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden (PidPFCI) für die Periode 2019–2029 entwickelt.[4][5]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Gemeindegebiets im Norden und im Osten von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitale Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt.[6] Die Dürreperiode im Jahr 2005 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Pezuls besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürze anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.[7]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erst am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Name von Pezuls in Parochia (deutsch Pfarrei, Kirche) de Pesulio erwähnt, stets in einer latinisierten Form, wenig später in Castrum de Pesuli (1370). Die erwähnte Burg scheint keine Überreste hinterlassen zu haben. Der Name des Dorfes, geschrieben als Pézul am Ende des 19. Jahrhunderts, kommt wahrscheinlich von einem gallorömischen Personennamen, Petilius, abgeleitet von Petius, fundus unausgesprochen (deutsch die Güter von). Petius ist der Ursprung von Pézy im Département Eure-et-Loir.[8]
Pezuls liegt am Verlauf einer Römerstraße, die von Bordeaux nach Brive-la-Gaillarde führte. Eine gallorömische Besiedlung ist sehr wahrscheinlich. Darauf deutet unter anderem ein an die Kirche angrenzendes Gelände namens „La Caminade“ hin, ein Name, der auf das gallische Wort caminum (deutsch Weg) zurückgeht.
Aus dem Jahr 1283 ist überliefert, dass Mönche der Abtei Paunat den Ort regelmäßig aufsuchten. Es ist sogar anzunehmen, dass die heutige Kirche ursprünglich die Kapelle war, die jenen Mönchen vorbehalten war, während sich die eigentliche Pfarrkirche nordwestlich des Dorfes, in Richtung Fontrémolasse, befand. Von Letzterer ist heute jedoch keine Spur mehr erhalten.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Pezuls zu einem Durchgangsort, insbesondere auf dem Weg zum Bahnhof von Trémolat, was zu einigen baulichen Veränderungen im Ortskern führte.
Der Befall der Weinberge durch die Reblaus in den Jahren 1877 bis 1883 löste eine starke Abwanderung vom Land aus, und der Erste Weltkrieg führte schließlich zu einem weiteren, beträchtlichen Rückgang der Dorfbevölkerung.[9]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Pezuls: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 500 | |||
| 1800 | 431 | |||
| 1806 | 422 | |||
| 1821 | 483 | |||
| 1831 | 517 | |||
| 1836 | 496 | |||
| 1841 | 473 | |||
| 1846 | 505 | |||
| 1851 | 525 | |||
| 1856 | 504 | |||
| 1861 | 526 | |||
| 1866 | 472 | |||
| 1872 | 481 | |||
| 1876 | 507 | |||
| 1881 | 474 | |||
| 1886 | 444 | |||
| 1891 | 406 | |||
| 1896 | 323 | |||
| 1901 | 262 | |||
| 1906 | 305 | |||
| 1911 | 312 | |||
| 1921 | 233 | |||
| 1926 | 248 | |||
| 1931 | 218 | |||
| 1936 | 221 | |||
| 1946 | 191 | |||
| 1954 | 172 | |||
| 1962 | 177 | |||
| 1968 | 138 | |||
| 1975 | 119 | |||
| 1982 | 133 | |||
| 1990 | 130 | |||
| 1999 | 137 | |||
| 2006 | 123 | |||
| 2013 | 111 | |||
| 2020 | 128 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[10] INSEE ab 2006[11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Sainte-Anne
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2023 waren 44 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Pezuls erwerbstätig, entsprechend 78,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (76,0 %) wesentlich niedriger war als bei den Frauen (80,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 5 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (9). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 20,5 % (2017) auf 11,4 % (2023).[12]
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Milcherzeugung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 17 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 10 im Jahr 2000, auf 4 im Jahr 2010 und auf 3 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 82,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 271 Hektar im Jahre 1988 auf 213 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb vergrößerte sich beträchtlich von 15,9 Hektar auf 79,9 Hektar.[14][15][16]
Fernwanderweg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der 1339 Kilometer lange Fernwanderweg GR 6 von Sainte-Foy-la-Grande (Département Gironde) nach Saint-Paul-sur-Ubaye (Département Alpes-de-Haute-Provence) verläuft entlang der südlichen Gemeindegrenze.[17]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 703 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 703 von Lalinde nach Bretenoux durchquert das Gemeindegebiet von Pezuls. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Plan de Protection des Forêts Contre les Incendies. (PDF) Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung, 2. Juli 2019, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Plans Départementaux et Inter-Départementaux de Protection des Forêts contre les Incendies. Region Nouvelle-Aquitaine, 13. November 2025, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Retrait-gonflement des argiles dans la construction. Ministerium für ökologischen Wandel, Regionalplanung, Verkehr, Stadt und Wohnen, 9. April 2026, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität und internationale Verhandlungen über Klima und Natur, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 267
- ↑ Pezuls (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Pezuls (französisch) ( vom 23. November 2025 im Internet Archive)
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2026
- ↑ Dossier complet - Commune de Pezuls (24327). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Pezuls. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ GR6 - De la Gironde aux Alpes-de-Haute-Provence. gr-infos.com, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
