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Gageac-et-Rouillac

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Gageac-et-Rouillac
Gajac e Rolhàs
Gageac-et-Rouillac (Frankreich)
Gageac-et-Rouillac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Sud-Bergeracois
Gemeindeverband Bergeracoise
Koordinaten 44° 48′ N,  21′ OKoordinaten: 44° 48′ N,  21′ O
Höhe 29–146 m
Fläche 13,99 km²
Einwohner 422 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 30 Einw./km²
Postleitzahl 24240
INSEE-Code
Website www.gageac-et-rouillac.fr

Blick in den Ort Gageac-et-Rouillac

Gageac-et-Rouillac (Aussprache [ɡaˈʒak e ʁuˈjak], okzitanisch Gajac e Rolhàs) ist eine französische Gemeinde mit 422 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Gageacois und Gageacoises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Gageac-et-Rouillac liegt etwa 52 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 69 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 12 Kilometer südwestlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre am südwestlichen Rand des Départements. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Gardonnette, von den Flüsschen Moiron, Merlan, Ruisseau de la Peyronnette und Ruisseau du Vacher sowie von mehreren kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Gageac-et-Rouillac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine kaum bewaldete, jedoch mit zahlreichen Weinbergen geprägte, gewellte Hügellandschaft auf, die im Norden von dem breiten Tal der Dordogne begrenzt wird und von Tälern der genannten Flüsse durchzogen wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Süden unweit des Weilers Lestévénie auf 146 m Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Norden mit 28 m Höhe beim Austritt der Gardonnette aus dem Gemeindegebiet. Die Gemeinde weist kein eigentliches Zentrum auf. Das Bürgermeisteramt liegt auf etwa 113 m Höhe.

Rund 92 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend auf Areale mit Dauerkulturen genutzt, rund 8 % sind bewaldet.[2]

Umgeben wird Gageac-et-Rouillac von den sechs Nachbargemeinden:

Gardonne Lamonzie-Saint-Martin
Saussignac Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Pomport
Monestier Cunèges

Natürliche und technologische Risiken

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Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Gageac-et-Rouillac

Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Gageac-et-Rouillac ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind insgesamt über drei Viertel des Gemeindegebiets, im Bereich der Schwemmebene der Dordogne im Norden von einer mittleren Gefahr, ansonsten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1996, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.[4]

Etymologie und Geschichte

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Es bleibt nichts übrig von der ehemaligen Kirche von Gageac, einem Dorf, das sehr früh Sitz eines Erzpriestertums war, angezeigt in den Schriften zu Beginn des 12. Jahrhunderts in Archip. Gaiacensis (deutsch Erzpriestertum Gaiac) im Jahre 1109. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert gebaut und nach dem Verlust ihrer Funktion umgestaltet. Ein Beleg stellt Forteresse de Gaiac im Jahre 1377 dar. Eine Erwähnung im 16. Jahrhundert, Guyadensis (1555), scheint fehlerhaft zu sein, denn ein -c- kann sich nicht zu einem -d- ändern. Gageac kommt von einem gallorömischen Personennamen, Gaius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Gaiacum, Anwesen des Gaius). Er ist als Vorname belegt und gleichermaßen bekannt in der Form Caius bei den Römern.

Der Name von Rouillac erscheint ebenfalls sehr früh in einem Text über die Bezeichnung einer heute verschwundenen Kirche in Santa Maria de Rolas im Jahre 1110. Eine erneute Erwähnung des Gebäudes im 14. Jahrhundert erfolgte mit Beata Maria de Rolhanis (1374). Danach wurde der Name des Dorfes als Rolhac im Jahre 1496 belegt. Er stammt von einem Personennamen gallischen Ursprungs, Regulius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde.[5]

Archivdokumente belegen, dass Gageac im 12. Jahrhundert Sitz eines Erzpriestertums mit 53 Pfarreien war. Dieses erstreckte sich über ein recht großes Gebiet, das das gesamte Gardonnette-Becken und den Unterlauf des Flusses Dropt umfasste. Das Erzpriestertum unterstand einem Mitglied des Domkapitels von Périgueux, und die Pfarrei stand unter dem Patronat des Bischofs. Um 1225 wurde der Sitz des Erzpriestertums von Gageac nach Flaugeac verlegt. Boisserie de Masmontet führt diese Verlegung auf die Zerstörung der alten Burg während der Kriege zwischen Ludwig VIII. von Frankreich und Heinrich III. von England zurück. Im Jahr 1251 erwähnt der Seigneur von Bergerac, Hélie Rudel der Ältere, in seinem Testament „Ländereien in Gageac“, was darauf hindeutet, dass damals dieses Gebiet zum ausgedehnten Herrschaftsgebiet von Bergerac gehörte. Kurz vor 1336 brachte Arnaud II. de Durfort, ein treuer Verbündeter des englischen Königs, die Ländereien von Gageac in seinen Besitz und wurde somit der erste Seigneur. Nun durch den Bach Gardonnette von Rouillac getrennt, erhielt die Herrschaft Gageac die Bezeichnung der Gerichtsbarkeit. Erst 1827, lange nach der Französischen Revolution, wurden die beiden Pfarreien zur Gemeinde Gageac und Rouillac zusammengelegt.[6]

Im 12. Jahrhundert diente die Festung Gageac als Wachturm der Burg Duras und bestand aus einem Donjon, der vom ersten Stock aus zugänglich war. Im 14. Jahrhundert wurde die Festung durch den Bau eines separaten Gebäudes verstärkt und bot nun Platz für mehrere hundert Mann. Über einen abnehmbaren Steg im ersten Stock konnte man sich zwischen den beiden Gebäuden bewegen. Während des Hundertjährigen Krieges belagerte Connétable Bertrand du Guesclin die Burg fünf Tage lang, bevor er sie eroberte.[7]

Bevölkerungsentwicklung

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Gageac-et-Rouillac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
456
1800
 
542
1806
 
554
1821
 
591
1831
 
798
1836
 
771
1841
 
750
1846
 
717
1851
 
674
1856
 
687
1861
 
694
1866
 
703
1872
 
636
1876
 
665
1881
 
631
1886
 
560
1891
 
509
1896
 
515
1901
 
530
1906
 
533
1911
 
539
1921
 
520
1926
 
509
1931
 
506
1936
 
510
1946
 
481
1954
 
487
1962
 
459
1968
 
451
1975
 
356
1982
 
395
1990
 
440
1999
 
435
2006
 
451
2013
 
423
2020
 
478
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Schloss Gageac

Sehenswürdigkeiten

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  • Schloss Gageac, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, Umbau im 16. Jahrhundert, seit 1948 als Monument historique eingeschrieben
  • Frühere Chartreuse von Rouillac

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[10]

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 202 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Gageac-et-Rouillac erwerbstätig, entsprechend 77,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (82,3 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (72,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 16 Personen im Jahr 2022 etwas niedriger als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 8,3 % (2016) auf 8,0 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 16,2 %.[11]

Branchen und Betriebe

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41 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Gageac-et-Rouillac wirtschaftlich aktiv:[11]

Branche
Anzahl%
Gesamt41
Fertigung, Bergbau und andere Industrien37,3 %
Baugewerbe1126,8 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1024,4 %
Finanzen und Versicherungen12,4 %
Immobilien12,4 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1024,4 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln24,9 %
Andere Dienstleistungen37,3 %

Gageac-et-Rouillac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) des Bergerac-Weins mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac und des Saussignac-Weins.[12]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 30 im Jahr 2000, auf 27 im Jahr 2010 und auf 21 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 40 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 902 Hektar im Jahre 1988 auf 724 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 25,8 Hektar auf 35,14[14][15]

Gageac-et-Rouillac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Gageac-et-Rouillac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  3. Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  4. Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seiten 164–165
  6. L’historique de la commune. Gemeinde Gageac-et-Rouillac, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  7. Château de Gageac. Perigord.com, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  8. Notice Communale Gageac-et-Rouillac. EHESS, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  9. Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 30. März 2026
  10. École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  11. 1 2 Dossier complet Commune de Gageac-et-Rouillac (24193). INSEE, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  12. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  13. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  16. GR6 - Randonnée de Ste Foy-la-Grande (Gironde) à Eyzies-de-Tayac-Sireuil (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).
  17. La voie de Vézelay. Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“, abgerufen am 30. März 2026 (französisch).