Lembras
| Lembras Lembrac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Bergerac-2 | |
| Gemeindeverband | Bergeracoise | |
| Koordinaten | 44° 53′ N, 0° 31′ O | |
| Höhe | 39–155 m | |
| Fläche | 10,59 km² | |
| Einwohner | 1.259 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 119 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24100 | |
| INSEE-Code | 24237 | |
| Website | lembras.fr | |
Blick auf Lembras | ||
Lembras (Aussprache [lɛ̃ˈbʁa], okzitanisch Lembrac) ist eine französische Gemeinde mit 1259 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Lembrasiens und Lembrasiennes genannt.
Lembras liegt an der Via Lemovicensis, einem der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich.

Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lembras liegt etwa 37 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 55 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa fünf Kilometer nordöstlich vom Zentrum von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet grenzt unmittelbar an Bergerac im Südwesten des Départements. Es liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Caudeau, der es im Süden begrenzt, und von den Flüsschen Seyze, Tortefeyssole und Ruisseau du Vert sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lembras liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine nach Norden hin waldreiche, gewellte Hügellandschaft auf, die vom breiten Tal des Caudeau begrenzt wird. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im äußersten Nordwesten mit 165 m Höhe in der Nähe des Lieu-dits Pinceguerre an der Grenze zu den Nachbargemeinden Eyraud-Crempse-Maurens und Queyssac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit 39 m Höhe beim Austritt des Caudeau aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum mit der Ortskirche liegt in Hanglage erhöht oberhalb des Tals des Ruisseau du Vert auf etwa 50 m Höhe.
Im Jahr 2006 verteilte sich das Land auf kommunaler Ebene wie folgt: 45,2 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 44,3 % Wälder oder naturnahe Gebiete und 11,1 % künstlich angelegte Flächen.[2]
Umgeben wird Lembras von den sechs Nachbargemeinden:
| Eyraud-Crempse-Maurens | Queyssac | |||
| Lamonzie-Montastruc | ||||
| Bergerac | Saint-Sauveur Creysse | |||
| Lembras: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 596 | |||
| 1800 | 603 | |||
| 1806 | 573 | |||
| 1821 | 679 | |||
| 1831 | 623 | |||
| 1836 | 614 | |||
| 1841 | 624 | |||
| 1846 | 626 | |||
| 1851 | 643 | |||
| 1856 | 594 | |||
| 1861 | 625 | |||
| 1866 | 608 | |||
| 1872 | 582 | |||
| 1876 | 572 | |||
| 1881 | 578 | |||
| 1886 | 563 | |||
| 1891 | 523 | |||
| 1896 | 554 | |||
| 1901 | 524 | |||
| 1906 | 500 | |||
| 1911 | 487 | |||
| 1921 | 468 | |||
| 1926 | 459 | |||
| 1931 | 443 | |||
| 1936 | 464 | |||
| 1946 | 501 | |||
| 1954 | 555 | |||
| 1962 | 570 | |||
| 1968 | 597 | |||
| 1975 | 723 | |||
| 1982 | 977 | |||
| 1990 | 1.174 | |||
| 1999 | 1.194 | |||
| 2006 | 1.178 | |||
| 2013 | 1.213 | |||
| 2020 | 1.241 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||

Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste
- Cyrano-Turm aus dem 15. Jahrhundert
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Schule mit 144 Schülerinnen und Schülern in sechs Klassen im Jahr 2024.[10]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 469 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lembras erwerbstätig, entsprechend 72,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (74,5 %) höher war als bei den Frauen (69,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 41 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (53). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,7 % (2016) auf 8,8 % (2022). Allerdings stieg die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen in diesem Zeitraum von 15,1 % auf 56,5 %.[11]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (40,8 %) war Ende 2024 der Sektor Handel, Transport und diverse Dienstleistungen.[11]
104 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lembras wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 6 | 5,8 % |
| Baugewerbe | 20 | 19,2 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 25 | 24,0 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 1,0 % |
| Finanzen und Versicherungen | 3 | 2,9 % |
| Immobilien | 8 | 7,7 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 19 | 18,3 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 11 | 10,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 11 | 10,6 % |
| Gesamt | 104 |

Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lembras liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine:
- Bergerac blanc, rosé und rouge,
- Côtes de Bergerac blanc und rouge,
- Rosette und
- Pécharmant.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau,[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 22 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 4 im Jahr 2020, ein Rückgang von 81,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 264 Hektar im Jahre 1988 auf 74 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich von 12 Hektar auf 18,4 Hektar.[14][15][16]
Fernwanderwege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch das Gemeindegebiet von Lembras verläuft der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis ähnelt.[17]
Außerdem verläuft der Fernwanderweg GR 361 von Abjat-sur-Bandiat nach Bergerac durch das westliche Gemeindegebiet.[18]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Nationalstraße N 21, die Périgueux mit Bergerac verbindet, durchquert das östliche Gebiet der Gemeinde. Die Departementsstraße D 936E1 zweigt von dieser am Lieu-dit La Ribeyrie ab, durchquert das Zentrum und führt nach Bergerac. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Regionalbusse zweier Linien im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Lembras mit Périgueux und mit Bergerac.[19]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Lembras. Regionale Agentur für Biodiversität von Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Klima Lembras. Climate-Data.org, abgerufen am 19. Juni 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 199
- ↑ L'histoire de Lembras. Gemeinde Lembras, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Lembras. EHESS, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 19. Juni 2026
- ↑ De Lembras. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- 1 2 3 Dossier complet - Commune de Lembras (24237). INSEE, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Lembras. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ GR®654 Via Lemovicensis - De Gué-d’Hossus (Ardennes) à Saint-Palais (Pyrénées-Atlantiques). gr-infos.com, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Les routes du Périgord. routard.com, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Cars régionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).

