Faurilles
| Faurilles | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Sud-Bergeracois | |
| Gemeindeverband | Communes de Portes Sud Périgord | |
| Koordinaten | 44° 42′ N, 0° 42′ O | |
| Höhe | 79–141 m | |
| Fläche | 4,30 km² | |
| Einwohner | 36 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 8 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24560 | |
| INSEE-Code | 24176 | |
Pfarrkirche Saint-Martin | ||
Faurilles (Aussprache [foˈʁij], okzitanisch Faurilhas) ist eine französische Gemeinde mit 36 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Bewohner werden Faurillois und Faurilloises genannt.
Geografie
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Faurilles liegt etwa 53 Kilometer südlich von Périgueux, etwa 46 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 23 Kilometer südöstlich von Bergerac am südlichen Rand des Départements in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Faurilles liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne. Die Bournègue, ein rechter Nebenfluss des Dropt, durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit ihren Nebenflüssen,
- dem Pontet,
- dem Noël,
- dem Rieutord und
- dem Pissarot.[1]
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Faurilles auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[2] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer leicht hügeligen, wenig waldreichen Landschaft mit Höhen unter 150 m. Der topographisch höchste Punkt mit 141 m befindet sich im äußersten Nordosten an der Grenze zur Nachbargemeinde Beaumontois en Périgord, der tiefste Punkt im Süden beim Austritt der Bournègue aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht zwischen der Bournègue und dem Rieutord auf etwa 120 m Höhe.
Rund 86 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden genutzt, rund 14 % sind bewaldet.[3]
Umgeben wird Faurilles von den vier Nachbargemeinden:
| Saint-Léon-d’Issigeac | ||
| Boisse | Beaumontois en Périgord | |
| Sainte-Radegonde |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Faurilles neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Faurilles ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[5]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes ist im 14. Jahrhundert in der Schreibweise Faurilhas belegt. Er steht wahrscheinlich für das okzitanische fauria aus faure (deutsch Schmiede), gefolgt vom einem Diminutiv im Plural -ilha. Er könnte aber auch das lateinische fabrilia (deutsch Schmiedearbeiten), abgeleitet von faber (deutsch Schmied), fortsetzen. In beiden Fällen erinnert der Name von Faurilles an die gleiche handwerkliche Tätigkeit.[6]
Die Besiedlung des Ortes ist auf prähistorische Zeit zurückzuführen. Funde am Lieu-dit Le Moulin-Blanc und unerforschte unterirdische Gänge deuten auf eine sehr frühe menschliche Anwesenheit hin. Das Dorf entwickelte sich ab dem späten Mittelalter südöstlich von Issigeac. Im 13. Jahrhundert wurde dort eine Kirche mit halbrunder Apsis errichtet. In der Folgezeit geriet Faurilles in Vergessenheit, ohne jedoch größere Bedeutung zu erlangen.[7][8]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Faurilles: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 241 | |||
| 1800 | 206 | |||
| 1806 | 217 | |||
| 1821 | 216 | |||
| 1831 | 208 | |||
| 1836 | 225 | |||
| 1841 | 184 | |||
| 1846 | 173 | |||
| 1851 | 186 | |||
| 1856 | 195 | |||
| 1861 | 194 | |||
| 1866 | 187 | |||
| 1872 | 147 | |||
| 1876 | 136 | |||
| 1881 | 146 | |||
| 1886 | 119 | |||
| 1891 | 128 | |||
| 1896 | 136 | |||
| 1901 | 101 | |||
| 1906 | 109 | |||
| 1911 | 117 | |||
| 1921 | 104 | |||
| 1926 | 100 | |||
| 1931 | 91 | |||
| 1936 | 93 | |||
| 1946 | 81 | |||
| 1954 | 81 | |||
| 1962 | 78 | |||
| 1968 | 77 | |||
| 1975 | 65 | |||
| 1982 | 60 | |||
| 1990 | 62 | |||
| 1999 | 63 | |||
| 2006 | 52 | |||
| 2013 | 40 | |||
| 2020 | 36 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche Saint-Martin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die dem heiligen Martin von Tours geweihte Kirche ist im 13. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert umgebaut worden. Ihr einschiffiges Langhaus geht in eine halbrunde Apsis über. Das spitzbogenförmige Eingangsportal befindet sich am Fuß des Glockengiebels, der geschwungene Seiten und zwei rundbogenförmige Fensteröffnungen für die Glocken besitzt.[13]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 14 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Faurilles erwerbstätig, entsprechend 70,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse.[14]
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Faurilles liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[15]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 15 im Jahr 2000, sank auf 10 im Jahr 2010 und auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 42,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 550 Hektar im Jahre 1988 auf 851 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb vergrößerte sich signifikant von 39,3 Hektar auf 106,3 Hektar.[17][18][19]
Wanderweg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Rundweg Boucle de Roquepine – Saint Radegonde besitzt eine Länge von 11 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 71 Meter. Er führt durch die Gemeinden Sainte-Radegonde, Faurilles und Saint-Léon-d’Issigeac.[20]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Faurilles liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Faurilles auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ma commune : Faurilles. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 29. Oktober 2018 (französisch).
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 155–156
- ↑ Faurilles. Gemeinde Issigeac, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Faurilles (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Faurilles. EHESS, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Faurilles (24176). INSEE, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Faurilles (24176). INSEE, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Faurilles (24176). INSEE, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Eglise Saint-Martin. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Dossier complet Commune de Faurilles (24176). INSEE, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Faurilles. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 3. März 2026 (französisch).
- ↑ Boucle de Roquepine – Saint Radegonde. Institut national de l’information géographique et forestière (IGN), 7. März 2018, abgerufen am 29. Oktober 2018 (französisch).
