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Fraisse

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Fraisse
Fraisse (Frankreich)
Fraisse (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de la Force
Gemeindeverband Agglomération Bergeracoise
Koordinaten 44° 56′ N,  18′ OKoordinaten: 44° 56′ N,  18′ O
Höhe 39–135 m
Fläche 21,50 km²
Einwohner 171 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 8 Einw./km²
Postleitzahl 24130
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie) und Pfarrkirche

Fraisse (Aussprache [fʁɛs], okzitanisch Fraisse) ist eine französische Gemeinde mit 171 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Fraissois und Fraissoises genannt.

Die Lidoire in der Nähe von Fraisse
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Fraisse liegt etwa 43 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 17 Kilometer nordwestlich von Bergerac und etwa 44 Kilometer östlich von Libourne am südwestlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Landais, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Fraisse liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne und wird entwässert von der Lidoire, den Flüsschen Martarieux, Gouyne und der gleichnamigen Gouyne sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Umgeben wird Fraisse von den sieben Nachbargemeinden:

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Fraisse liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine bewaldete, gewellte Hügellandschaft. Der topografisch höchste Punkt mit 135 m Höhe befindet sich nordöstlich des Zentrums, der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 39 m Höhe beim Austritt der Gouyne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 101 m Höhe.

Rund 75 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 25 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt.[2]

Natürliche Risiken

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Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Fraisse

Naturrisiken manifestieren sich in Fraisse neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer nur geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

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Der Name des Dorfes ist bereits im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Frayce belegt, im 14. Jahrhundert in der latinisierten Form Fraxinus prope Mussidanum (deutsch in der Nähe von Mussidan) im Jahre 1364, dann Frayssinus im Jahre 1440. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts war die Schreibweise Fraysse geläufig. Der Dorfname geht auf das okzitanische fraisse zurück, das vom lateinischen fraxinus (deutsch Esche) stammt. Der Name ist relativ wenig verbreitet in der Dordogne, wohl aber in anderen Gebieten Frankreichs.[5]

Steingeräte, die an mehreren Stellen des Gemeindegebiets gefunden wurden, belegen, dass an diese Stellen vom Altpaläolithikum bis zur Jungsteinzeit besiedelt waren. Nicht weit von der Departementsstraße D 13 wurden eine Furt und ein Brückenjoch gefunden, die zu einer Straßentrasse in gallorömischer Zeit gehören könnten. Die ehemalige Kirche wurde in der Nähe dieser Stelle errichtet wie die meisten der dem heiligen Martin von Tours geweihten Stätten, da dieser als Schutzpatron der Reisenden gilt. Allerdings wurden diese auch an der Stelle von ehemaligen heidnischen Kultstätten gebaut. Eine frühere Erdhügelburg ist in der Nähe einer einstigen Wassermühle zu erkennen, die seit 1668 nicht mehr in Betrieb ist. Fraisse unterstand der Kastellanei von Mussidan und seinen Seigneurs. Der religiöse Einfluss auf die Geschicke von Fraisse war beträchtlich durch die Präsenz des Templerordens und nach seinem Verbot durch die des Johanniterordens. Das Wappen der Gemeinde erinnert daran und zeigt ein Malteserkreuz über einer Esche. Während des Hundertjährigen Kriegs hatte die Gemeinde keinen Pfarrer, und als Nicolas Tenent versuchte, diese Rolle im Jahre 1489 zu übernehmen, traf er auf den Widerstand der Gemeindemitglieder, vor allem, als es um die Erhebung des Zehnts ging. Ähnlich erging es Jacques Tardieu, der nach dem Widerruf des Edikts von Nantes diese Abgabe eintreiben wollte. Zahlreiche Einwohner waren aber in der Zwischenzeit zum Protestantismus übergetreten, wie das Grab der Familie Dessaigne-Lajonie beweist. Während des Ersten Kaiserreichs weigerte sich ein Schmied seiner Einberufung nachzukommen und versteckte sich an einem Ort, der später le Pin du Forgeron (deutsch die Kiefer des Schmieds) genannt wurde. Der Gemeinderat verlangte im Jahre 1861 die Verlegung einer Eisenbahntrasse nahe an Fraisse, um die bedeutenden wirtschaftlichen Tätigkeiten, Weinbau und Forstwirtschaft zu fördern. Noch heute sind vier Fünftel des Territoriums der Gemeinde mit See-Kiefern oder Eichen bepflanzt.[6]

Einwohnerentwicklung

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Beaupouyet
Saint-Géraud-de-Corps
Saint-Géry Bosset
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Georges-Blancaneix
Monfaucon Saint-Pierre-d’Eyraud
Fraisse: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
612
1800
 
405
1806
 
506
1821
 
562
1831
 
546
1836
 
539
1841
 
526
1846
 
514
1851
 
495
1856
 
527
1861
 
526
1866
 
540
1872
 
465
1876
 
480
1881
 
489
1886
 
473
1891
 
453
1896
 
423
1901
 
401
1906
 
375
1911
 
366
1921
 
279
1926
 
299
1931
 
272
1936
 
267
1946
 
254
1954
 
243
1962
 
190
1968
 
170
1975
 
140
1982
 
129
1990
 
120
1999
 
157
2006
 
152
2013
 
160
2020
 
172
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

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Die Martin von Tours geweihte Kirche von Fraisse wurde im 19. Jahrhundert im neuromanischen Stil als Neubau errichtet. Sie besitzt einen einfachen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes mit einer halbrunden Apsis. Der Eingang befindet sich am Fuß des dreigeteilten, spitz zulaufenden Glockenturms und gewährt Einlass in das Kircheninnere über eine Vorhalle.[9]

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 97 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Fraisse erwerbstätig, entsprechend 86,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (85,2 %) niedriger war als bei den Frauen (87,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 12 Personen im Jahr 2022 identisch mit der im Jahr 2016 (12). Die Arbeitslosenquote sank aufgrund eines höheren Beschäftigungsgrads von 14,0 % (2016) auf 12,6 % (2022).[10]

Branchen und Betriebe

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14 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Fraisse wirtschaftlich aktiv:[10]

Branche
Anzahl%
Gesamt14
Baugewerbe321,4 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie321,4 %
Information und Kommunikation17,1 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten321,4 %
Andere Dienstleistungen428,6 %

Fraisse liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[11]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 15 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 63,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 402 Hektar im Jahre 1988 auf 212 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 21,2 Hektar auf 30,3 Hektar.[13][14][15]

Fraisse liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 20 ist die wichtigste Verkehrsader der Gemeinde, wenngleich sie nicht durch das Zentrum führt. Sie verläuft vielmehr durch den westlichen Teil des Gemeindegebiets, nach Norden in Richtung Mussidan, nach Süden über Le Fleix in Richtung Sainte-Foy-la-Grande. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Persönlichkeiten

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  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Fraisse (Dordogne) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  4. Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seite 163
  6. Fraisse (französisch) (Memento vom 10. September 2016 im Internet Archive)
  7. Notice Communale Fraisse. EHESS, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  8. Populations légales 2006. INSEE, abgerufen am 26. März 2026 (französisch)., Populations légales 2013. INSEE, abgerufen am 26. März 2026 (französisch)., Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  9. Eglise Saint-Martin. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  10. 1 2 Dossier complet Commune de Fraisse (24191). INSEE, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Fraisse. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).
  16. Sereirrof (französisch) (Memento vom 10. November 2018 im Internet Archive)
  17. Sereirrof. Galerie Schwab Beaubourg, 2024, abgerufen am 26. März 2026 (französisch).