Capdrot
| Capdrot | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Lalinde | |
| Gemeindeverband | Communes des Bastides Dordogne-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 41′ N, 0° 55′ O | |
| Höhe | 143–288 m | |
| Fläche | 43,72 km² | |
| Einwohner | 458 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 10 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24540 | |
| INSEE-Code | 24080 | |
| Website | www.capdrot.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Capdrot (Aussprache [kapˈdʁo], okzitanisch Capdròt) ist eine französische Gemeinde mit 458 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Capdrotiens und Capdrotiennes oder Capdrotois und Capdrotoises genannt.[1]
Geografie
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Capdrot liegt etwa 58 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 33 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 39 Kilometer südöstlich von Bergerac am südöstlichen Rand des Départements in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich größtenteils im Einzugsgebiet der Garonne, zu einem kleinen Teil der Dordogne, und wird entwässert vom Dropt, der etwa drei Kilometer östlich des Zentrums der Gemeinde entspringt, vom Flüsschen Soulauret, vom Ruisseau de Moulinio, vom Ruisseau du Moulin Neuf sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Capdrot liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[2] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gebiets von Capdrot zeigt eine bewaldete Hügellandschaft, die vom Tal des Dropt markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 288 m im äußersten Nordosten an der Grenze zur Nachbargemeinde Pays de Belvès, der tiefste Punkt mit 143 m im äußersten Westen beim Austritt des Dropt aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt oberhalb des Dropt-Tals auf etwa 208 m Höhe.
Rund 67 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 31 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 2 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[3]
Umgeben wird Capdrot von den acht Nachbargemeinden:
| Marsalès | Saint-Marcory Pays de Belvès |
Salles-de-Belvès | ||
| Monpazier | Mazeyrolles | |||
| Gaugeac | Soulaures | |||
| Capdrot: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 1.050 | |||
| 1800 | 929 | |||
| 1806 | 1.082 | |||
| 1821 | 1.042 | |||
| 1831 | 1.162 | |||
| 1836 | 1.195 | |||
| 1841 | 1.253 | |||
| 1846 | 1.335 | |||
| 1851 | 1.242 | |||
| 1856 | 1.212 | |||
| 1861 | 1.177 | |||
| 1866 | 1.163 | |||
| 1872 | 1.115 | |||
| 1876 | 1.133 | |||
| 1881 | 1.029 | |||
| 1886 | 1.061 | |||
| 1891 | 1.008 | |||
| 1896 | 1.002 | |||
| 1901 | 1.001 | |||
| 1906 | 947 | |||
| 1911 | 898 | |||
| 1921 | 806 | |||
| 1926 | 710 | |||
| 1931 | 696 | |||
| 1936 | 604 | |||
| 1946 | 522 | |||
| 1954 | 502 | |||
| 1962 | 505 | |||
| 1968 | 435 | |||
| 1975 | 469 | |||
| 1982 | 467 | |||
| 1990 | 502 | |||
| 1999 | 507 | |||
| 2006 | 485 | |||
| 2013 | 500 | |||
| 2020 | 463 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[15][16][17] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Sitz eines bedeutenden Erzpriestertums im Mittelalter zeugt die ehemalige Stiftskirche Notre-Dame-La-Noire von Capdrot heute noch von dieser glanzvollen Vergangenheit. Ursprünglich eine schlichte Kirche, zeichnete sie sich im Laufe des Mittelalters durch ihren Reichtum und Einfluss aus. Im 13. Jahrhundert umfasste ihr Gerichtsbezirk 68 Pfarreien. Dank der in ihren Mauern befindlichen Statue der Schwarzen Madonna, zu der Pilger um Gnade und Schutz pilgerten, war sie ab dem 11. Jahrhundert ein beliebtes Wallfahrtsziel. Daher erhielt das Gotteshaus ihren Namen. 1318 wurde sie durch päpstlichen Erlass zur Stiftskirche erhoben.
Das Gebäude ist aus mittlerem Mauerwerksverband aus Kalksteinen errichtet, die aus unweit gelegenen Steinbrüchen aus dem Tal der Vérone stammen. An der südlichen Wand sind insbesondere auf der rechten Seite trotz Reparaturen Verschiebungen des Mauerwerks zu erkennen. Sie sind die Folgen des Erdbebens von 1490. In der südlichen Fassade gewährt ein rundbogenförmiger Eingang Zutritt zum Kircheninneren. Dieser Zugang wurde nachträglich zum traditionellen Eingangsportal an der Westseite in die Fassade eingelassen. Über diesem erhob sich einst ein runder Glockenturm, wie er auf dem Siegel des Stifts dargestellt ist. Der heutige, viereckig gestaltete Glockenturm besitzt rundbogenförmige Fenster und Schallöffnungen und einen Helm. An der Nordseite ist ein Vorsprung des Transepts zu sehen. Der auf ihm sichtbare, heute zugemauerte Bogen verband einst ein nördliches Seitenschiff mit dem letzten Joch vor dem Chor. Die Ostseite ist eine von außen flach abgeschlossene Apsis mit fünf Fenstern. Die drei mittleren Fenster gehören zur ursprünglichen halbrunden Apsis, die beiden äußeren Fenster zu den beiden Apsidiolen, die zusammen in einem Mauerwerk eingebettet sind. Das mittlere Fenster in der Längsachse ist einem Strebepfeiler integriert, ein architektonisches Element, wie es oft in der Region zu sehen ist. Im Inneren öffnet sich das Hauptschiff der Länge von zwei Jochen und der Breite von einem Joch in das Transept. Dieses besitzt eine Breite von drei Jochen, wobei die beiden nördlichen gewölbt sind. Apsis und Apsidiolen sind mit Apsiskalotten versehen. Die südliche Apsidiole ruht auf einer tiefer liegenden Kapelle, die das Aussehen einer Krypta besitzt. Sie ist die Apsis der ersten Kirche und beim Neubau des 17. Jahrhunderts bewahrt und integriert. Im Transept ruht eine zylindrische Säule auf einer Basis aus gallorömischer Zeit. Im südwestlichen Winkel des gleichen Arms des Transepts befindet sich ein Brunnen aus der Zeit des römischen Tempels, der eine Verehrung des Wassers seit früher Zeit belegt. An der Wand gegenüber der Krypta ist eine Wandmalerei zu sehen, die auf das 16. Jahrhundert datiert wird und die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan darstellt. Am Eingang der linken Apsidiole befindet sich eine Säule mit Kapitell, die offensichtlich keine Stützfunktion ausübt. Es wird vermutet, dass sie ein Teil des Eingangsportals der früheren Kirche war.[18][14][19][20]
- Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption
- Südseite
- Blick im Transept auf die Apsis und Apsidiolen
- Südliche Apsidiole mit Eingang zur Krypta
- Krypta
- Nördliche Apsidiole
- Kapitell der Säule am Eingang der nördlichen Apsidiole
- Nördliche Wand des Langhauses
Der heute liegende Menhir von Peyrecourt im Norden des Gemeindegebiets ist ein Beispiel für megalithische Überreste, die von den uralten Ursprüngen von Capdrot zeugen. Die in den Wäldern um Monpazier verstreuten Menhire und Dolmen belegen die Glaubensvorstellungen der Völker aus der Jungsteinzeit (6500–2300 v. Chr.). Der Sandsteinmenhir von Capdrot hat zahlreiche Legenden hervorgebracht. Er wurde sogar „la man des diable“ (deutsch die Hand des Teufels) genannt, da nur ein böses Wesen in der Lage schien, solche Monumente zu errichten, die sich gen Himmel reckten, als Herausforderung an Gott.[20]
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[21]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 158 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Capdrot erwerbstätig, entsprechend 74,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (20). Die Arbeitslosenquote sank von 10,8 % (2016) auf 8,1 % (2022).[22]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]39 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Capdrot wirtschaftlich aktiv:[22]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 39 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 3 | 7,7 % |
| Baugewerbe | 6 | 15,4 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 8 | 20,5 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 2,6 % |
| Finanzen und Versicherungen | 3 | 7,7 % |
| Immobilien | 1 | 2,6 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 10 | 25,6 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 5 | 12,8 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 5,1 % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf die Kultivierung von Gemüse oder Pilzen.[23] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 37 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 34 im Jahr 2000, auf 23 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 45,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 1067 Hektar im Jahre 1988 auf 811 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg jedoch von 28,8 Hektar auf 40,6 Hektar.[24][25][26]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 660 herabgestufte ehemalige Route nationale 660, die von Bergerac über Monpazier im Westen kommend nach Saint-Médard über Mazeyrolles im Osten führt, durchquert das Gebiet der Gemeinde und verbindet Capdrot im Westen mit der Verkehrsachse Bergerac–Sarlat-la-Canéda, im Osten im weiteren Verlauf mit Cahors. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Julien Buffarot, Weber, geboren in Capdrot, gestorben durch Rädern am 6. August 1637 in Monpazier, war Anführer einer der Revolten der Bauern im 16. und 17. Jahrhundert.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dordogne. habitants.fr, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne. In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale, 1873, S. 54, abgerufen am 14. Oktober 2018 (französisch).
- ↑ France 1750. David Rumsey Map Collection: Cartography Associates, abgerufen am 14. Oktober 2018 (englisch).
- 1 2 Notice Communale Capdrot. EHESS, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seite 81
- ↑ Capdrot (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Capdrot, lieu de mémoire (französisch) ( vom 13. Dezember 2023 im Internet Archive)
- ↑ Histoire de la Collégiale de Capdrot (französisch) ( vom 13. Dezember 2023 im Internet Archive)
- ↑ Histoire des Croquants en Périgord (französisch) ( vom 13. Dezember 2023 im Internet Archive)
- 1 2 Eglise Notre-Dame-de-l’Assomption. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Capdrot (24080). INSEE, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Capdrot (24080). INSEE, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Capdrot (24080). INSEE, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ L’église de Capdrot (französisch) ( vom 13. Dezember 2023 im Internet Archive)
- ↑ Mairie de Capdrot (französisch) ( vom 14. Oktober 2018 im Internet Archive)
- 1 2 Histoire et patrimoine. Gemeinde Capdrot, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- 1 2 Dossier complet Commune de Capdrot (24080). INSEE, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Capdrot. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 17. November 2025 (französisch).

