Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ (PzBrig 45) ist eine Brigade des Heeres der Bundeswehr, die dauerhaft in Litauen stationiert und der 10. Panzerdivision unterstellt ist. Sie wurde am 1. April 2025 formal in Dienst gestellt,[1] der Aufstellungsappell fand am 22. Mai 2025 in Vilnius statt.[2][3] Die Brigade soll bis Ende 2027 einsatzbereit sein.[4] Die Brigade wird häufig in den Medien schlicht Litauen-Brigade genannt.[5]
Die Brigade ist der erste Großverband, den die Bundeswehr dauerhaft im Ausland stationiert. Bislang war das Jägerbataillon 291 als einziger Kampftruppen-Verband des Heeres im Ausland (hier: Frankreich) stationiert. Daneben existieren jedoch auch diverse weitere Dienststellen im Ausland für Ausbildungs- und Verbindungszwecke oder im Rahmen multinationaler Verbände.
Neben den bis Anfang 2026 neu aufgestellten bzw. der Brigade unterstellten Truppenteilen (siehe Aktuelle Gliederung) wird ihr weiterer Aufwuchs bis 2027 fortgesetzt. Die beiden bisher in Augustdorf und Oberviechtach stationierten Bataillone sollen von ihren bisherigen Standorten nach Litauen verlegt werden.[11] Zudem werden für die Brigade das Panzerartilleriebataillon 455, das Versorgungsbataillon 456, die selbständige Aufklärungskompanie 450 und die selbständige Panzerpionierkompanie 450 zunächst in Deutschland neu aufgestellt und schrittweise nach Litauen verlegt.[12]
Als Stationierungsorte sind neben der Kaserne in Rukla am Rande des Truppenübungsplatz Gaižiūnai, im Nordosten der zweitgrößten Stadt Litauens Kaunas, eine neu zu errichtende Kaserne am Rande des Truppenübungsplatz Rūdninkai südlich der litauischen Hauptstadt Vilnius vorgesehen. Daneben wird auch das bereits durch die NATO-Battlegroup genutzte Camp Adrian Rohn am Rande des Truppenübungsplatz Pabradė weitergenutzt. Hinzu kommen zwei Depots, „Storage Area A“ in Ukmergė und „Storage Area B“ in Zapalskiai (in unmittelbarer Nähe des Flughafens Šiauliai).[18] In Rūdninkai und Rukla werden Wohnheimunterkünfte errichtet werden; Einrichtungen für die Kinderbetreuung und schulische Versorgung sind in Kaunas und Vilnius geplant. Übergangsweise sollen bestehende militärische Liegenschaften in Nemenčinė und Rokantiškės genutzt werden.[12]
Am 8. April 2024 flog ein Vorkommando bestehend aus 21 Soldaten nach Litauen und richtete im Piromontas-Viertel im Stadtteil Šnipiškės von Vilnius ein Büro ein.[22] Es wurde von Oberst André Hastenrath geführt[23] und auf dem Weg nach Litauen von Alfons Mais begleitet.[24] Auch eine Bundeswehrverwaltungsstelle ist seit diesem Datum mit einer Anfangsbefähigung vor Ort. Zur Aufnahme der Brigade wird seit 2024 der Truppenübungsplatz Rūdninkai hergerichtet.[22]
Am 23. September 2024 traf BrigadegeneralChristoph Huber in Vilnius ein. Damit wurde das Vorauskommando offiziell zum Aufstellungsstab mit 150 Personen. Huber führte ihn bis zur Indienststellung der Brigade 2025 und ist seitdem der erste Kommandeur der Panzerbrigade 45.[25] Ein am 13. September 2024 mit Litauen geschlossenes Abkommen zur Stationierung wurde am 31. Januar 2025 im Deutschen Bundestag als Gesetz verabschiedet.[26] Das Abkommen basiert auf dem NATO-Truppenstatut und bildet den rechtlichen Rahmen für die Stationierung der Brigade und den Aufenthalt deutscher Soldaten in Litauen.[27]
Am 1. April 2025 wurde die Brigade formal in Dienst gestellt und umfasste zu diesem Zeitpunkt den Stab, eine Stabsunterstützungs- und eine Fernmeldekompanie, außerdem wurde ihr die Führungsverantwortung für den deutschen Anteil der bereits bestehenden NATO-Battlegroup übertragen.[7] Der feierliche Aufstellungsappell mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius fand am 22.Mai 2025 auf dem Kathedralenplatz in Vilnius statt, dabei erhielt die Brigade offiziell den Beinamen „Litauen“.[2][3]
Am 29. Januar 2026 wurden das Panzergrenadierbataillon 122 und das Panzerbataillon 203 im Rahmen eines feierlichen Appells offiziell der Panzerbrigade 45 unterstellt[8], sind jedoch bis zur Fertigstellung der notwendigen Infrastruktur weiterhin in Deutschland stationiert.[28] Die Multinational Battlegroup Lithuania wurde am 4. Februar 2026 in ihrer Gesamtheit der Brigade unterstellt. Die Brigade erreichte damit eine Stärke von rund 2.800 Soldaten, von denen zu dem Zeitpunkt rund 1.800 in Litauen stationiert waren. 500 Soldaten der Battlegroup gehören den Streitkräften anderer NATO-Staaten an.[28]
Das Wappen der Panzerbrigade 45 vereint die beiden Länder Deutschland und Litauen. Auf der linken Seite (heraldisch „rechts“) befindet sich ein Stauferlöwe in schwarz und rot auf gelbem Grund. Der Löwe symbolisiert die Zugehörigkeit zur 10. Panzerdivision und deren Verteidigungsbereitschaft. Auf der rechten Seite (heraldisch „links“) ist der achteckige Gediminas-Turm in rot auf grünem Grund abgebildet, ein Wahrzeichen der litauischen Hauptstadt Vilnius und der einzige verbliebene Turm der Oberen Burg der Stadt. Er soll ein Symbol für die dauerhafte Stationierung in Litauen sein sowie die enge Verbindung mit den litauischen Streitkräften zum Ausdruck bringen. Die beiden Seiten werden durch ein gerades, nach unten gerichtetes Schwert mit Jagiellonenkreuz voneinander getrennt.[30]
„Das Wappen enthält die Nationalfarben der Bundesrepublik Deutschland sowie die Farben der Republik Litauen – Gold, Grün, Schwarz, Rot. Dies ist ein Ausdruck für die enge Bindung der Brigade Litauen zu ihrer Gastnation, mit deren Schutz sie vom deutschen Volk beauftragt wurde.“[7]
Der Marsch der Panzerbrigade 45 ist Schild der Freiheit.[2]
12345Redaktionsteam Koordinierungsstelle Brigade Litauen im BMVg:Brigade Litauen – Zwischenbilanz des Leuchtturmprojektes der Zeitenwende aus Sicht der federführenden Abteilung im BMVg. In: Zu Gleich. Band29, Nr.2, 2024, S.22–25.
↑Deutscher Bundestag (Hrsg.):Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 11. März 2024 eingegangenen Antworten der Bundesregierung. 15.März 2024, S.71 (BT-Drs. 20/10665).