Die BWI betreut rund 1.200 Bundeswehr-Liegenschaften in Deutschland und ist mit den eigenen Betriebsstandorten ebenfalls bundesweit vertreten. So betreibt die BWI fünf Rechenzentren („Data Center“) in Strausberg, Wilhelmshaven, Bonn, Köln und Biere bei Magdeburg[9], drei Techniker-Standorte in Bogen, Dresden und Germersheim, 25 Service-Center (SC) im gesamten Bundesgebiet, zehn Standorte des Auskunfts- und Vermittlungsdienstes (A&V-Dienst), vier User Help Desks (UHD) in Berlin, Hannover, Meckenheim und München sowie drei Betriebskompetenzzentren (BKZ) in Bonn, München und Rheinbach. An den Standorten Strausberg (Barnim-Kaserne), Wildflecken (Rhön-Kaserne) und Roth (Otto-Lilienthal-Kaserne) wird der neue „Rechenzentrumsverbund“ entstehen.[10]
Mit dem am 28. Dezember 2016 geschlossenen Leistungsvertrag ist die BWI weiterhin mit dem Betrieb und der Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr beauftragt. Zu den Leistungen gehören neben dem kompletten Betrieb der mehr als 180.000 IT-Arbeitsplätze der Bundeswehr das komplette Software-Management, der Betrieb der Telekommunikation, der Rechenzentren, der Datennetze und der zentralen Verfahren wie E-Mail, Internet und Intranet der Bundeswehr sowie der Support der Bundeswehrnutzer. Zudem ist die BWI für die IT-Sicherheit der von ihr betriebenen IT-Infrastruktur verantwortlich, betreibt SAP für die Bundeswehr und unterstützt bei der Entwicklung und Einführung neuer SAP-Verfahren.
Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben der BWI, die IT-Infrastruktur der Bundeswehr beispielsweise durch die Realisierung einer Bundeswehr-Cloud weiterzuentwickeln. Ein weiteres Digitalisierungsvorhaben der BWI ist die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Hier schafft die BWI zusammen mit der Bundeswehr die Grundlagen für die Einführung einer digitalen Gesundheits- und Patientenakte.[11] Im Bereich der militärischen IT unterstützt die BWI die Bundeswehr unter anderem mit der Entwicklung und dem Betrieb von IT-Services bei der Digitalisierung landbasierter Operationen (D-LBO), etwa für ein Battle Management System.[12][13]
Ein weiteres Aufgabenfeld der BWI ist die Weiterentwicklung des IT-Systems der Bundeswehr. Hierzu betreibt die BWI ein eigenes Innovationsmanagement samt Abteilung innoX. Dieses ist dafür zuständig, Ideen und Konzepte in Realisierungsprojekte zu überführen, die Eingang ins Portfolio der BWI finden.[14] So wurde beispielsweise mit Fraunhofer FHR, Fraunhofer IOSB und ATOS ein Radarsystem zur Aufklärung durch Wände erprobt.[15] Frühere Systeme nutzten hierfür WLAN-Verbindungssignale.[16][17]
Zudem ist seit Beginn des Jahres 2020 der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw), der zuvor eine dreijährige Pilotphase erfolgreich durchlaufen hat, als Abteilung der BWI verstetigt. Der CIHBw wurde im März 2017 unter Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung gegründet, um als „schnelles Beiboot“ die digitale Transformation der Bundeswehr zu unterstützen und als Schnittstelle zwischen Bundeswehr und Start-up-Szene, mögliche Dual-Use-Produkte und digitale Innovationen weltweit für die Bundeswehr zu identifizieren und voranzutreiben. Der Hub schafft eine Infrastruktur für das Netzwerken, den Wissenstransfer und die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und relevanten externen Akteuren.[18]