U 889 durchlief vom 4.August 1944 bis zum 14.März 1945 als Ausbildungsboot in der Ostsee bei der 4. U-Flottille, einer in Stettin stationierten Ausbildungsflottille, die Schulung zum Frontboot. Ab dem 15.März 1945 unterstand es der 33. U-Flottille, einer in Flensburg stationierten Frontflottille, als Frontboot.
Am 2.April 1945 lief es von Horten zu seiner ersten und einzigen Feindfahrt aus. Nach Ergänzungen in Kristiansand operierte es im Nordatlantik, vor der Ostküste Kanadas und bei Neufundland. Gegnerische Schiffe wurden weder versenkt noch beschädigt. Nach 41 Seetagen kapitulierte es am 13.Mai 1945 im kanadischen Hafen von Shelburne (Nova Scotia) nahe Halifax.
Zur Abwehr feindlicher Flugzeuge verfügte U889 über eine der modernsten Flugabwehrkanonen (Flak) der Wehrmacht, nämlich den 3,7-cm-Flak-Zwilling 43, hier mit zwei nebeneinander (und nicht übereinander) liegenden Rohren. Außerdem war es mit zwei 2-cm-FlakC/38 ausgerüstet, ebenso jeweils Zwillingsgeschütze.
Ein wichtiger Teil der Ausrüstung waren die damals hochmodernen und ebenso geheimen Funkmessbeobachtungsgeräte (FuMB), worunter man auf Deutsch damals auch Radarwarngeräte verstand. Dazu gehörte bei U889 das FuMB1 (Metox), das FuMB7 (Naxos) und das FuMB26 (Tunis). Auf dem Foto(Bild) erkennt man links am Bildrand die Bali-Antenne des Metox. In der Mitte, oben auf dem Antennenmast, den der Matrose mit der rechten Hand dreht, dem Betrachter zugewandt, die „Fliege“-Antenne des Naxos. Markant daran ist der zwei Rosenblättern ähnelnde Dipol (Schmetterlingsantenne) im Zentrum des durch ein Drahtgeflecht gebildeten Parabolreflektors. Dahinter, ganz oben auf dem Mast, befindet sich die kreisrunde Hornantenne für das Tunis. Rechts ist eine weitere kreisrunde Antenne zu sehen, und zwar die Rahmenantenne für den UKW-Empfang.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.