Die Werft der Deschimag AG Weser in Bremen stellte die Produktion bei Kriegsbeginn auf den U-Bootbau um. Bis Kriegsende fertigte die Werft im Auftrag der Kriegsmarine insgesamt 28 Boote des Typs IX D2. Diese Boote waren für den Einsatz im Indischen Ozean vorgesehen und sollten mit der Gruppe Monsun von improvisierten Basen in Ostasien aus operieren. Der Bauauftrag für U874 erging am 25. August 1941 und umfasste insgesamt 11 Boote dieses Typs. Die Indienststellung erfolgte am 8. April 1944 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Theodor Petersen. Wie die meisten Boote seiner Zeit führte auch U874 ein bootsspezifisches Zeichen am Turm. Es handelte sich um eine goldene Raute auf weißem Grund.[1]
Das Boot wurde nach der Indienststellung der 4.Unterseebootsflottille in Stettin unterstellt. Schwerpunkt der Ausbildung der Besatzung lag auf dem geplanten Einsatz in Süd-Ostasien. Am 1. März 1945 wurde das Boot der 33. U-Flottille zugeteilt. Im selben Monat verließ U874 Kiel und verlegte nach Norwegen.
Am 8. Mai kapitulierte Kommandant Petersen im norwegischen Horten. Anschließend überführte er das Boot über Scapa Flow nach Lisahally, den Hafen von Londonderry, wo U874 am 31. Mai eintraf. Im September und Oktober wurde das Boot zur Besichtigung im Hafen von Liverpool ausgestellt. Im Dezember desselben Jahres wurde U874 von Lisahally nach Moville verbracht. Von dort aus wurde das Boot durch den GeleitzerstörerHMS Mendip auf Position geschleppt und am 21. Dezember um 7:59 Uhr mit Artilleriefeuer versenkt.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1996, ISBN 3-8132-0514-2.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.