Bereits seit 1934 war die DeschimagAGWeser am Aufbau der deutschen U-Bootflotte beteiligt. Ursprünglich für den Bau von Booten des großen und bei Dönitz wenig geschätzten Typs I A vorgesehen, stellte die Werft – zusätzlich zu zwei Booten dieser Klasse – bis 1937 sechs Boote des kleineren Typs VII her. Bereits während dieser Zeit wurde die Werft mit dem Bau von Booten des größeren TypsIX beauftragt, auf dessen Herstellung die DeschimagWerft sich schließlich spezialisierte und von dem bis Kriegsende 113 Stück an die Kriegsmarine ausgeliefert wurden. Der für den Übersee-Einsatz konzipierte TypIXC/40 war ein Zwei-Hüllenboot, das 76 m lang war und einen Durchmesser von 6,84 m hatte. Es erreichte bei Überwasserfahrt eine Geschwindigkeit von 18,3 kn und fuhr unter Wasser maximal 7,5 kn.[1]
Das Boot wurde am 14. April 1944 durch Kapitänleutnant Johannes Rodig in Dienst gestellt und zur Ausbildung in die Ostsee überführt. Kommandant Rodig hatte zuvor als Wachoffizier auf Zerstörern gedient und seine U-Bootausbildung im Jahr 1943 absolviert. U878 war sein erstes U-Bootkommando.[2]
Wie die meisten deutschen U-Boote seiner Zeit verfügte auch U878 über ein bootspezifisches Zeichen, das am Turm geführt wurde. Es handelte sich um die Rückansicht eines stilisierten Kaninchens hinter Käfigdraht.[3]
U878 war bis Januar 1945 der 4. U-Flottille unterstellt. In dieser Zeit unternahm Kommandant Rodig Ausbildungsfahrten in der Ostsee zum Einfahren des Bootes und zur Ausbildung der Besatzung.
Am 30. Januar 1945 lief das Boot von Kiel aus zu seiner ersten Unternehmung aus. Diese führte das Boot zunächst nach Horten und von dort nach Saint-Nazaire. U878 brachte Ende März Versorgungsgüter in die von den alliierten Truppen eingeschlossenen französische Hafenstadt, die von der Wehrmacht zur sogenannten „Festung“ erklärt worden war. Am 6. April lief das Boot wieder aus Saint-Nazaire aus.
U878 wurde am 10. April 1945 südwestlich von Irland durch den britischen Zerstörer HMS Vanquisher mit Wasserbomben versenkt.[4] Alle 51 Besatzungsmitglieder starben bei der Versenkung.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 1997, S. 149, 211. ISBN 3-8132-0512-6.
↑Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966, Karl Müller Verlag, Erlangen 1996, ISBN 3-86070-036-7. Seite 199
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg 1997. ISBN 3-8132-0490-1. Seite 194
↑Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 153.
↑Axel Niestlé: German U-Boat Losses during World War II. Details of Destruction, Frontline Books, London 2014, ISBN 978-1-84832-210-3, Seite 132