Die Werft der Deschimag AG Weser war bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in das U-Boot-Bauprogramm von Reichs- und Kriegsmarine eingebunden. Während des Krieges fertigte diese Werft in erster Linie Boote der „großen“ Typen an. U871 wurde am 25. August 1941 als Teil des zwölften Bauauftrages der an die Deschimag AG Weser erging, in Auftrag gegeben. Der Auftrag umfasste die Boote U 865 bis U 877. Es handelte sich um ein Zwei-Hüllenboot, das für den überseeischen Einsatz konzipiert war. Ein IX D2-Boot war 87,58 m lang und hatte einen Durchmesser von 7,50 m. Ein Boot dieses Typs konnte bei Überwasserfahrt eine Geschwindigkeit von 19,2 kn erreichen und fuhr unter Wasser maximal 6,9 kn.[1]
Wie viele Boote seiner Zeit trug auch U871 ein spezifisches Symbol am Turm. Es handelte sich um eine stark stilisierte comic-artige Darstellung der Bremer Stadtmusikanten.[2]
Das Boot wurde nach der Indienststellung als Ausbildungsboot der 4. Unterseebootflottille zugeteilt, die in Stettin stationiert war. Im August kam U871 als Frontboot zur 12. U-Flottille. Von Trondheim aus lief Kommandant Ganzer am 31. August 1944 zu seiner einzigen Unternehmung mit diesem Boot aus. U871 sollte sich den Booten der sogenannten Gruppe Monsun anschließen, die im Indischen Ozean operierten. Üblicherweise wurden diese Boote von erfahrenen Kommandanten geführt. Ganzer hatte jedoch seine U-Bootausbildung erst im Vorjahr abgeschlossen und U871 war sein erstes Kommando. Er hatte allerdings bereits zu Kriegsbeginn Gelegenheit gehabt, an Bord des BlockadebrechersErmland Erfahrungen in südostasiatischen Gewässern zu sammeln.
Während der Anfahrt ins Einsatzgebiet wurde das Boot Ende September nordwestlich der Azoren von einem B-17 Bomber angegriffen. U871 wurde am 26. September 1944 durch Wasserbomben versenkt, wobei alle 69 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.[3]
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.