Ein VII C-Boot hatte eine Länge von 67m und eine Verdrängung von 865m³ unter Wasser. Es verfügte über zwei Dieselmotoren, die über Wasser eine Geschwindigkeit von 17 kn ermöglichten. Bei der Unterwasserfahrt trieben zwei Elektromotoren das Boot zu einer Geschwindigkeit von 7kn an. Die Bewaffnung bestand bis 1944 aus einer 8,8cm Kanone und einer 2,0cm Flak an Deck, sowie vier Bugtorpedorohren und einem Hecktorpedorohr. Üblicherweise führte ein VII C-Boot 14 Torpedos mit sich.
Hardo Rodler von Roithberg wurde am 14. Februar 1918 in Wien geboren und trat 1937 in die Kriegsmarine ein. Er fuhr zunächst als Wachoffizier auf dem Zerstörer Karl Galster. Ab Oktober 1939 schulte er als Kompanieoffizier angehende Offiziere der Kriegsmarine im Formaldienst bei der 4.Schiffsstammabteilung in Wilhelmshaven. Diesen Posten bekleidete er bis zum Beginn seiner U-Bootausbildung im Sommer 1940. Im Anschluss fuhr Hardo Rodler von Roithberg zunächst als 2.Wachoffizier auf dem, durch den Roman „Das Boot“ bekannt gewordenen U96 unter Kapitänleutnant Heinrich Lehmann-Willenbrock. Im August übernahm Rodler von Roithberg das Kommando auf U 24. Dieses Kommando dauerte an bis zum Mai 1942, als das Boot schließlich ins Schwarze Meer überführt wurde. Hardo Rodler von Roithberg erhielt im Juni desselben Jahres[1] das Kommando auf U71, das er bis Mai 1943 behielt. Im Anschluss an die Baubelehrung bei der Blohm & Voss Werft in Hamburg trat Oberleutnant zur See Rodler von Roithberg das Kommando auf U989 an, das er bis zur Versenkung des Bootes im Frühjahr 1945 innehatte.
Bei Indienststellung war U 989 zunächst der 5. U-Flottille unterstellt, die ihren Stützpunkt in Kiel hatte. Die erste Feindfahrt führte das Boot von dort aus in das Operationsgebiet nordwestlich von Irland und endete in Brest, wo U989 der dort ansässigen 9. U-Flottille unterstellt wurde. Von Brest aus nahm das Boot am Angriff auf die alliierte Invasionsflotte teil. Im August 1944 wurde U989 nach Norwegen überführt. Das Boot wurde der 33. U-Flottille unterstellt. Es folgten Fahrten nach Flensburg, wo sich im dortigen Kielseng ein U-Bootstützpunkt befand, später nach Kiel und schließlich nach Horten.
Beim Angriff auf die Flotte der Alliierten im Verlauf der Invasion wurde U989 von mehreren Flugzeugen –einer Vickers Wellington, einer B-24 Liberator und einigen Mosquitos– angegriffen. Der Kommandant wurde von den Geschossen der Bordwaffen am Schenkel verwundet, und das Boot musste nach Brest zurücklaufen. Schon einen Tag später, am 8. Juni, lief U989 allerdings bereits wieder aus.
Auf der Überführungsfahrt nach Norwegen sichtete der Ausguck von U 989 den amerikanischen Dampfer Louis Kossuth und attackierte ihn mit einem dreifachen Torpedoschuss – einem sogenannten „Dreierfächer“ – mit lageunabhängigen Torpedos. Durch das Sehrohr konnte Kommandant Rodler von Roithberg beobachten, dass der Frachter im Anschluss an eine Detonation gestoppt liegen blieb, aber nicht sank.
23. August 1944, ein Schiff beschädigt: US-amerikanischer Frachtdampfer Louis Kossuth
Drei Tage später, auf derselben Fahrt, griff U 989 einen britischen Frachter an und versenkte ihn.
26. August 1944, britischer Frachter Ashmun J. Clough mit 1791 BRT versenkt (Lage50.166667-1.683333)
Am 7. Februar lief U 989 vom Stützpunkt Horten zu seiner letzten Fahrt aus. Als Einsatzgebiet war der Nordatlantik vorgesehen, das Boot sollte nahe der Färöer-Inseln operieren. Eine Woche später wurde U 989 von Schiffen der britischen 10. Escortgroup aufgespürt (Lage61.6-1.583333). Dieser britische Jagdverband hatte in Scapa Flow Brennstoff übernommen und war erst vor kurzem wieder in diesem Gebiet eingetroffen. HMS Bayntun ortete U989 am 14. Februar mit ASDIC-Signalen und begann daraufhin, gemeinsam mit den Fregatten HMS Loch Eck, HMS Braithwaite und HMS Loch Dunvegan das Boot mit Wasserbombenwerfern und Granatwerfern zu attackieren. Nur zwei Überlebenden, einer war der Kommandant, gelang es, nach dem unterseeischen Zerbersten von U989 die Wasseroberfläche zu erreichen. Beide wurden von den britischen Fregatten geborgen, verstarben aber nach kurzer Zeit, da sie anscheinend in zu großer Tiefe ohne Tauchretter ausgestiegen waren.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 3: Deutsche U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 2001, ISBN 3-8132-0513-4.
↑Die Angaben sind widersprüchlich: Die Wehrmachtauskunftstelle gibt den 30. Juni als Datum des Kommandantenwechsels an. Laut KTB des Bootes war Walter Flachsenberg jedoch bis zum 3. Juli Kommandant