22. Sep. 1943 – 16. Mai 1945 Oblt. z.S. Heinrich Meyer
Einsätze:
eine Unternehmung
Versenkungen:
keine
Verbleib:
am 16. Mai 1945 in der Elbmündung vor Cuxhaven selbstversenkt (keine Toten; langjährige offizielle Version: Minentreffer und nur 4Überlebende)
U 287 war ein deutsches U-Boot vom Typ VIIC der ehemaligen deutschen Kriegsmarine. Es war lange Zeit ausschließlich Ausbildungs- und Versuchs-U-Boot und diente erst ab März 1945 als Frontboot im Atlantik. Auf seiner einzigen Unternehmung konnte es keine Schiffe versenken oder beschädigen und wurde am 16. Mai 1945 in der Elbmündung vor Cuxhaven ohne Verlust an Menschenleben selbstversenkt,[1][2] also mehrere Tage nach Kriegsende. Viele Jahre lang galt ein Minentreffer als Ursache des Verlusts, in dessen Folge angeblich nur vier Mann überlebten, doch ergaben Interviews mit tatsächlich noch lebenden Besatzungsmitgliedern in den 1990er Jahren, dass U287 selbstversenkt und die Legende über den Minentreffer erdacht wurde, womit der Kommandant Heinrich Meyer eine Auslieferung des U-Bootes an die Alliierten vermied. So gingen nur der Kommandant und drei weitere Offiziere als angeblich einzige Überlebende in britische Gefangenschaft.
Der Bauauftrag ging am 5. Juni 1941 an die Vegesacker Werft. Die Kiellegung erfolgte am 8. August 1942; der Stapellauf am 13. August 1943. U287 war als Baunummer 052 Teil einer Bauserie mit den Booten U280 bis U291. In Dienst gestellt wurde das Boot am 22. September 1943 unter dem Kommando von Lt. z.S. Heinrich Meyer. Es trug die Feldpostnummer 20576.
Der einzige Kommandant des Bootes war Oblt. z.S. Heinrich Meyer, ehemaliger Wachoffizier unter Oskar Kusch auf U154. Er kommandierte das Boot vom 22. September 1943 bis zum 16. Mai 1945.
16. Mai 1945 Verlust des Bootes in der Elbmündung, bei der Altenbruch-Reede versenkt.
Eine Woche nach Kriegsende kehrte U287 erfolglos von seiner ersten Unternehmung heim. Es hatte zuvor zwei Wochen lang östlich der Orkneyinseln gekreuzt. Wie für viele andere der im Frühjahr 1945 eingesetzten U-Boote war auch für U287 die erste Fahrt gleichzeitig seine letzte, wenn auch mit einem „guten“ Ende.
In der Elbmündung vor Cuxhaven erfuhr Kommandant Heinrich Meyer, dass der Krieg vorbei war. Die Offiziere beschlossen, die Mannschaften mit Schlauchbooten an Land abzusetzen und das Boot zu versenken. Am Mittwoch, dem 16. Mai 1945, wurde U287 von Heinrich Meyer, dem Leitenden Ingenieur Rainer Kersten und dem 2.Wachoffizier bei Altenbruch selbstversenkt, womit die Offiziere eine Auslieferung des U-Bootes an die Alliierten vermieden. 36 Mann der Besatzung gingen bei Altenbruch (Niedersachsen) an Land und acht Mann bei Glückstadt (Schleswig-Holstein). Von letzteren stellten sich vier Mann den Briten und gaben an, das U-Boot sei durch eine Seemine gesunken und sie seien die einzigen vier Überlebenden, wodurch sie die nach den Kapitulationsbestimmungen verbotene Zerstörung des U-Bootes vertuschen konnten. So gingen nur die vier Offiziere in britische Gefangenschaft. Die Legende war lange Jahre sowohl bei der Royal Navy als auch in Deutschland die offizielle Erklärung für den Verlust des U-Bootes.[2][3]
In einem Bericht heißt es:
„Nach Absetzen der Besatzung mit Schlauchbooten am rechtsseitigen Elbufer sind der Kommandant Oberleutnant zur See Heinrich Meyer, der Leitende Ingenieur und der II.Wachoffizier mit U287 weitergefahren und haben das Boot vor Schelenkuhlen versenkt. Es gab keine Toten.“
Ein Besatzungsmitglied von U 287 und späterer Offizier bei der Bundesmarine, Gerhard Koop, wurde Autor verschiedener Sachbücher über Schiffstechnik und den Zweiten Weltkrieg.
Über den Verbleib des Wracks waren bis November 2005 keine Angaben zu finden.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. Geleitwort von Prof. Dr. Jürgen Rohwer, Mitglied des Präsidiums der Internationalen Kommission für Militärgeschichte. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 1996, ISBN 3-8132-0490-1, S. 160.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 128, 220.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 2008, 3-8132-0514-2, S. 359, 372.
Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maas: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 3: U-Boote, Hilfskreuzer, Minenschiffe, Netzleger. Bernhard & Graefe Verlag, München 1985, ISBN 3-7637-4802-4.
↑Chris Madsen: The Royal Navy and German Naval Disarmament, 1942–1947. Frank Cass, London 1998. S. 180.
12Gerhard Koop: Kampf und Untergang der deutschen U-Boot-Waffe: eine Bilanz in Wort und Bild aus der Sicht des Gegners. Bernard & Graefe, Bonn 1998. S. 195.