am 23. März 1945 vor der irischen Nordküste selbstversenkt
U 1003 war ein deutsches Unterseeboot des Typs VII C, ein sogenanntes „Atlantikboot“. Es wurde durch die Kriegsmarine während des U-Boot-Krieges im Nordatlantik eingesetzt.
Ein Typ VII C-Boot erreichte, getrieben von zwei Dieselmotoren bei der Überwasserfahrt eine Geschwindigkeit von 17 Knoten, hatte eine maximale Reichweite von 6500 sm und konnte unter Wasser mithilfe der zwei Elektromotoren 7,8 Knoten Fahrt machen, bei einer maximalen Reichweite von 80 sm.
Wie viele Boote seiner Zeit war U 1003 mit einem Schnorchel ausgerüstet: Einem Be- und Entlüftungsschlauch, der an einem ausklappbaren Mast aufgehängt war und am oberen Ende über einen Schwimmer verfügte, der den Schnorchelausgang über Wasser hielt. Der Schnorchel gewährleistete gleichzeitig die Abfuhr der Dieselgase, als auch die Frischluftzufuhr zur Ermöglichung längerer Unterwasserfahrten. Der Schnorchel galt trotz dieser Konzeption als unbeliebt bei Offizieren und Besatzungen. Schon bei mäßigem Wellengang konnte der Schnorchel unter die Wasseroberfläche geraten. Dadurch kam es im Boot zur Veränderung des Luftdrucks und somit zu Trommelfell- und Augenschäden bei der Besatzung. Einerseits bestand bei zu tiefem Unterschneiden des Bootes die Gefahr, dass die Dieselmotoren abgewürgt wurden, andererseits konnte das Abgas aus den Ansaugschächten der Motoren austreten, die im Inneren des Bootes lagen, wodurch die Kohlenmonoxidbelastung stetig zunahm.[1] Veröffentlichungen des Oberkommandos der Kriegsmarine wiesen ab Herbst 1944 auf weitere Gefahren des Schnorchelns hin. Es konnte festgestellt werden, dass manche Beeinträchtigungen erst einige Stunden nach Abschluss eines Schnorchel-Tauchgangs auftraten. Besatzungsmitglieder hatten von Schwindelanfällen im Anschluss an die Wiederbelüftung des Bootes berichtet. In einigen Fällen sei es den Männern nur unter größter Kraftanstrengung gelungen, das Turmluk zu öffnen, und herausgetretene Brückenwachen seien während des Aufenthalts an der frischen Luft noch eine halbe Stunde nach Wachantritt kollabiert.
9. Dezember 1943 bis 23. März 1945 Werner Strübing
Werner Strübing wurde am 25. Mai 1907 in Glückstadt geboren. Seine U-Bootausbildung absolvierte er im Sommer 1943. Im Anschluss an den Kommandantenlehrgang bei der 24. U-Flottille in Memel fuhr Werner Strübing als überplanmäßiger WO auf UD 4. Im August 1944 wurde er zum Oberleutnant zur See befördert. Seit Indienststellung von U 1003 hatte er das Kommando inne. Bei der selbsteingeleiteten Versenkung des schwerbeschädigten Bootes kam Kommandant Werner Strübing am 23. März 1945 gemeinsam mit 15 Besatzungsmitgliedern ums Leben.
Die kanadische FregatteHMCS New Glasgow sichtete den Schnorchel von U 1003 an der Backbordseite des Schiffs und bereitete sich daraufhin auf einen Wasserbombenangriff vor. HMCS New Glasgow wurde aber selber beschädigt, als das U-Boot direkt unterhalb der Brücke mit der Fregatte kollidierte und rief Verstärkung heran. Es folgte eine gewaltige U-Boot-Jagd über Stunden hinweg mit 14 alliierten Schiffen (Escort-Group C-4, Support Group 25 und Support Group 26). Dem Kommandanten gelang es mit dem schwer beschädigten U-Boot zu entkommen und es auf den Meeresgrund zu legen, um Reparaturen vornehmen zu können. Durch die schwerwiegenden Schäden wurde die Mannschaft aber gezwungen, das Boot am 23. März 1945 vor der irischen Nordküste, acht bis zehn Meilen nördlich des Leuchtturms Inistrahull (Malin Head), selbst zu versenken 55°25′N, 6°53′W55.416666666667-6.8833333333333. Oberleutnant zur See der Reserve Werner Strübing und 15 Besatzungsmitglieder starben. 33 Besatzungsmitglieder wurden von der HMCS Thetford Mines aufgefischt, von denen aber zwei weitere starben und auf See bestattet wurden.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1999, ISBN 3-8132-0514-2.
Ulrich Gabler: Unterseebotbau. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1997, ISBN 3-7637-5958-1.