Der Bauauftrag von U 1228, U 1227, U 1229, U 1230, U 1231, U 1232, U 1233, U 1234 und U 1235 wurde am 14. Oktober 1941 an die Deutsche Werft AG in Hamburg-Finkenwerder vergeben. Das Boot erhielt die Baunummer 391 sowie die zeitweilige Bezeichnung „Neubau 391“, bevor die Kiellegung am 16. Februar 1943 letztlich begann. Der Stapellauf erfolgte am 2. Oktober 1943, und die Indienststellung unter dem erfahrenen Oberleutnant zur See Friedrich-Wilhelm Marienfeld fand am 22. Dezember 1943, zwei Tage vor Weihnachten, feierlich statt. Anschließend ging U 1228 für 14 Tage zum UAK nach Kiel, wo es zur Identifikation an der Steuer- und Backbordseite eine Raute, mit zwei so genannten „Werftbalken“ unter der Raute, führte.[1]
Ereignisse vom 23. Dezember 1943 bis zum 4. September 1944
Nach Abschluss der Schnorchelübungen im Oslofjord lief U 1228Kristiansand am 12. September an, wo man Ergänzungen an Brennstoff und Proviant durchführte. Wenige Tage später jedoch musste das Boot den U-Stützpunkt Bergen zur Reparatur des Ruders, des Echolotes und des GHG anlaufen, wo es 15. September eintraf. Die Reparatur dauerte nicht lange, und U 1228 lief schließlich zur 1. Feindfahrt aus. Der BdU beorderte U 1228, U 218 und U 858 in das Gebiet nordwestlich von Bergen, wo die Boote das schwer beschädigte und liegengebliebene U 867 zum Hafen schleppen sollten, doch als nur U 858 das Ziel erreichte, war U 867 bereits selbst versenkt worden. Auf dem Weg zu U 867 wurde U 1228 von einem britischen Liberator-Bomber attackiert und schwer beschädigt. Als Resultat des Angriffes fiel einer der Dieselmotoren vollständig aus, und das Schnorchelventil blieb verschlossen. Dies gab Oberleutnant Marienfeld den Anlass, die Fahrt abzubrechen. Zudem kam eines der Besatzungsmitglieder, der Matrosenobergefreite Matthias Mittler, durch eine CO2-Vergiftung ums Leben. Nach dieser Feindfahrt erhielt das Boot ein Turmemblem: einen Marienkäfer, der sich auf U 1228's Schnorchelkopf festklammert.[2]
Am 12. Oktober lief U 1228 zu seiner 2. Feindfahrt aus. Auf dieser 79 Tage langen Fahrt operierte das Boot, ohne einen Luftangriff oder eine Wasserbombenjagd, im Westatlantik, vor der kanadischen Ostküste und in der Cabot-Straße, wo Oberleutnant Marienfeld am 25. November um 02:30 Uhr die kanadische Korvette der Flower-KlasseHMCS Shawinigan (K 136) torpedierte und zerstörte, ohne einen Überlebenden zu hinterlassen. Auf dem Rückweg verlegte U 1228 über Bergen, Stavanger, Farsund und Kristiansand in die Werft nach Kiel, wo das Boot wahrscheinlich eine Schnelltauchback vom Typ A oder B erhielt.
Anfang April verlegten das frisch überholte U 1228, U 481 unter Kapitänleutnant Klaus Andersen, U 541 unter Kapitänleutnant Kurt Petersen, U 926 unter Oberleutnant zur See Hellmut Rehren und U 2328 unter Kapitänleutnant Peter Lawrence über Kiel nach Horten, wo U 481, U 541 und U 1228 zur Feindfahrt ausgerüstet wurden.
U 1228 nach seiner Kapitulation am 17. Mai 1945, von einem der Eskortzerstörer aus gesehen
Am 9. April verließ U 1228 zum letzten Mal Horten und verlegte nach Kristiansand, um einige Ergänzungen durchzuführen. Als Operationsgebiete waren der Nord- und Mittelatlantik vorgesehen, doch es konnten keine Versenkungen erzielt werden. Nach der Kapitulation des Reiches am 8. Mai entschied sich Oberleutnant Marienfeld, die USA anzulaufen und dort zu kapitulieren.
Blick von U 1228’s Turm auf U 234 (links) und U 805 und U 873 im Vordergrund
Das Boot wurde zum Portsmouth Navy Yard verholt, wo zu diesem Zeitpunkt auch das Typ X B Boot U 234, das Typ IX D2 Boot U 873 und das Typ IX C/40 Boot U 805 lagen. U 1228, U 805, U 873, U 858 und U 234 wurden schließlich der US-Navy als Kriegsbeute zugesprochen und als USS U 1228, USS U 805, USS U 873, USS U 858 und USS 234 für Testzwecke in Dienst gestellt. U 1228 wurde jedoch Anfang Februar 1946 bei der „Operation Scuppered“, im Golf von Maine durch einen Torpedo des US-amerikanischen U-Bootes USS Sirago während eines Testes kontrolliert zerstört. Das Wrack liegt noch immer auf der Position auf der Position 42°,32' N – 69°,37' W im ehemaligen Marineplanquadrat CA 3253.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.