Trevorit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur selten kleine, oktaedrischeKristalle mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen. Meist findet er sich in Form körniger bis massiger Mineral-Aggregate von schwarzer Farbe mit einem Stich ins Grünliche. Seine Strichfarbe ist dagegen braun bis dunkelbraun. Das Mineral ist im Allgemeinen undurchsichtig und nur in feinsten Splittern durchsichtig.
Entdeckt wurde Trevorit 1920 durch Major Tudor Gruffydd Trevor (1865–1958), dem damaligen Bergbauinspektor für den Bezirk Pretoria (Transvaal, Südafrika), in einer kleinen Nickel-Lagerstätte auf dem Gebiet der Farm Bon Accord nördlich von Barberton in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga. Die Erstbeschreibung erfolgte 1921 durch Andrew F. Crosse, der das Mineral nach seinem Entdecker benannte.[9]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/B.02-040. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall:Sauerstoff=3:4 (Spinelltyp M3O4 und verwandte Verbindungen)“, wo Trevorit zusammen mit Cuprospinell, Franklinit, Jakobsit, Magnesioferrit und Magnetit die Gruppe der „Ferrit-Spinelle“ mit der Systemnummer IV/B.02 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[14]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Trevorit in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall: Sauerstoff = 3: 4 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Chromit, Cochromit, Coulsonit, Cuprospinell, Filipstadit, Franklinit, Gahnit, Galaxit, Hercynit, Jakobsit, Magnesiochromit, Magnesiocoulsonit, Magnesioferrit, Magnetit, Manganochromit, Qandilit, Spinell, Ulvöspinell, Vuorelainenit und Zincochromit die „Spinellgruppe“ mit der Systemnummer 4.BB.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Trevorit die System- und Mineralnummer 07.02.02.05. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mehrfache Oxide (A+B2+)2X4, Spinellgruppe“ in der „Eisen-Untergruppe“, in der auch Magnesioferrit, Jakobsit, Magnetit, Franklinit, Cuprospinell und Brunogeierit eingeordnet sind.
Die erste Analyse einer größeren Anzahl von Proben aus der TyplokalitätBon Accord durch Crosse ergab eine Zusammensetzung von 40,30% Nickeloxid, 49,30% Eisenoxid und 6,50% Siliciumdioxid (Silica) sowie Spuren von Phosphor (0,13%) und Calciumoxid (0,20%). Crosse errechnete aus der empirischen Zusammensetzung einen Metallgehalt von 29,6% Nickel und 35,7% Eisen, gab jedoch in seiner Erstbeschreibung keine chemische Formel an.[9]
Die Zusammensetzung von Trevorit wurde 1923 von Thomas Leonard Walker neu definiert und enthält demzufolge einen Anteil von 31,9% NiO und 68,1% Fe2O3. Die Oxidformel wird von Walker mit NiO·Fe2O3 und die Summenformel mit NiFe2O4 angegeben.[15]
Durch teilweise Substitution von Nickel durch Eisen variiert die chemische Zusammensetzung von Trevorit zwischen NiFe3+2O4 und (Ni6Fe4)Fe2O4. Auch Spuren von Cobalt und Magnesium können auf der Nickelposition eingebaut sein.[8]
Trevorit ist in vielen Eigenschaften dem Magnetit sehr ähnlich und zeigt beispielsweise wie dieser einen starken Magnetismus. Im Gegensatz zu diesem zeigt Trevorit allerdings keine Spaltneigung und bricht mit unebenen Bruchflächen.
Mit einer Mohshärte von 5 gehört Trevorit zu den mittelharten Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Apatit (Härte 5) mit einem Taschenmesser ritzen.
Als seltene Mineralbildung konnte Trevorit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2018) weniger als 20 Fundorte[16] dokumentiert sind. Neben seiner Typlokalität Bon Accord und in der nahe gelegenen Talkgrube Scotia in der Provinz Mpumalanga fand sich Trevorit in Südafrika noch im Bergwerk Karee bei Rustenburg und im Morokweng-Krater in der Provinz Nordwest.
Der bisher einzige bekannte Fundort in Deutschland ist die Bergehalde am Lichtloch 25 der Kupfer-Silberhütte Gottesbelohnung bei Hettstedt in Sachsen-Anhalt.
Europaweit kennt man das Mineral bisher nur aus den Schlackenhalden bei Agios Konstantinos (Kamariza) in der griechischen Gemeinde Lavrio (Attika), von Szklary im polnischen Powiat Ząbkowicki. Ein weiterer Fundort in Italien, genauer die Grube Funtana Raminosa bei Gadoni in der Provinz Nuoro (Sardinien) gilt bisher als nicht gesichert.[17]
Auch in Gesteinsproben vom Mittelatlantischen Rücken, die während einer der Expeditionen des Forschungsschiffs Albatross an der Position 23°58′N, 38°56′W23.966666666667-38.933333333333 gesammelt wurden, konnte Trevorit zusammen mit Cobalt und Magnetit nachgewiesen werden.[18] Ein weiterer Fund im Hydrothermalfeld Logatchev-1 gilt dagegen bisher als fraglich oder konnte nicht verifiziert werden.[17]
Des Weiteren wurde Trevorit als Bestandteil verschiedener Meteorite identifiziert wie unter anderem in einem bisher unbenannten Meteoriten, der 2017 in Kasachstan gefunden wurde; im Steinmeteoriten Khatyrka (Föderationskreis Ferner Osten, Russland) sowie im nahe dem Barringer-Krater in Arizona gefundenen Canyon Diablo.[17]
Aufgrund seiner Seltenheit ist Trevorit trotz seines hohen Nickelgehaltes von fast 17% ohne wirtschaftliche Bedeutung und nur für Mineralsammler von Interesse.
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B. O’Driscoll, P. L. Clay, P. L. Cawthorn, Davide Lenaz, J. Adetunji, A. Kronz:Trevorite: Ni-rich spinel formed by metasomatism and desulfurization processes at Bon Accord, South Africa? In: Mineralogical Magazine. Band78, 2014, S.145–163, doi:10.1180/minmag.2014.078.1.11.
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12Andrew F. Crosse:A rich nickel ore. In: Journal of the Chemical, Metallurgical, and Mining Society of South Africa. Band21, 1921, S.126–127 (rruff.info[PDF; 272kB; abgerufen am 19.August 2018]).
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