Nimit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung (Ni,Mg,Al)6(Si,Al)4O10(OH)8[1] und damit ein Nickel-Magnesium-Aluminium-Silikat mit zusätzlichen Hydroxidionen. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Nickel, Magnesium und Aluminium beziehungsweise Silicium und Aluminium können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals. Strukturell gehört Nimit zu den Schichtsilikaten (Phyllosilikaten).
Nimit kristallisiert im monoklinischen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form von unregelmäßigen Körnern bis etwa 0,5Millimeter Größe in massigen Mineral-Aggregaten oder -gängen (auch Adern, englischveins) gefunden werden. Das Mineral ist durchscheinend und im Allgemeinen von gelblichgrüner Farbe.
In einer Anmerkung bei der Vorstellung der neuen Minerale vom Dezember 1969 drückt Michael Fleischer sein Bedauern aus, dass die Autoren nicht den alten Namen Schuchardtit verwendeten, der von mehreren Autoren für synthetische Nickel-Chlorite verwendet wurde. Er weist allerdings auch darauf hin, dass alle verfügbaren Analysen von natürlichem Schuchardit einen Gehalt von Ni<Mg zeigen und empfiehlt daher, diesen Namen nur noch als Synonym zu verwenden.[3]
Nimit wurde während der Gründungsphase der International Mineralogical Association (IMA) erstbeschrieben und hat daher noch keine IMA-Nummer, sondern erhielt zusammen mit anderen Mineralen eine nachträgliche Anerkennung von mehr als 60% der Kommissionsmitglieder für neue Minerale, Nomenklatur und Klassifikation (CNMNC). In einem zusammenfassenden Report wurde die Anerkennung 1971 publiziert.[9] Infolgedessen wird das Mineral unter der Summenanerkennung „1971s.p.“ (special procedure) geführt.[1] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Nimit lautet „Nim“.[2]
Bei der Zusammenfassung der Empfehlungen des AIPEA-Nomenklaturausschusses (englischSummary of recommendations of the AIPEA nomenclature committee) 1980 wird die Definition für das Mineral Nimit nochmals präzisiert und Schuchardtit als nickelhaltige Varietät von Klinochlor diskreditiert:
“Nimite is the preferred term for the trioctahedral chlorite with Ni dominant (Hiemstra & de Waal 1968a). Specimens previously termed schuchardtite have Ni<Mg (Fleischer 1969b) and should be called nickeloan clinochlore. Brindley & De Souza (1975) also have shown that some "schuchardtites" are transitional between chlorite and vermiculite.”
„Nimit ist die bevorzugte Bezeichnung für den trioktaedrischen Chlorit mit dominierendem Ni (Hiemstra & de Waal 1968a). Proben, die früher als Schuchardtit bezeichnet wurden, haben Ni<Mg (Fleischer 1969b) und sollten als nickelhaltige Klinochlore bezeichnet werden. Brindley & De Souza (1975) haben außerdem gezeigt, dass einige „Schuchardtite“ einen Übergang zwischen Chlorit und Vermiculit darstellen.“[12]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Nimit die System- und Mineralnummer 71.04.01.05. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Schichtsilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen, abwechselnd 1:1, 2:1 und oktaedrisch“ in der „Chloritgruppe (Tri-Dioktaedrisch)“, in der auch Donbassit, Cookeit, Sudoit, Klinochlor, Baileychlor, Chamosit, Pennantit und Borocookeit eingeordnet sind.
Mit einer Mohshärte von 3[7] gehört Nimit zu den mittelharten Mineralen, dass sich wie das Referenzmineral Calcit (Härte 3) mit einer Kupfermünze ritzen lässt.
Als seltene Mineralbildung konnte Nimit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2024). Seine Typlokalitäten Bon Accord und Scotia bei Barberton sind dabei die bisher einzigen bekannten Fundorte in Südafrika.[14]
In Deutschland konnte das Mineral bisher nur in der ehemaligen Eisenerz-Grube Braunesumpf bei Hüttenrode in Sachsen-Anhalt und in einem Nickelerzvorkommen am Hohberg bei Sohland an der Spree in Sachsen gefunden werden.
Innerhalb von Europa kennt man Nimit noch aus Castagno in der Gemeinde Gambassi Terme (Florenz, Toskana) in Italien, aus mehreren Nickellagerstätten in der Umgebung von Ząbkowice Śląskie (deutschFrankenstein) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien, aus Eibenthal und der Manganlagerstätte Tolovanu nahe Iacobeni (Suceava) in Rumänien sowie von einem Pyroxenit-Ausbiss bei Ahníkov in Tschechien.
Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem die Smaragdgruben im Wadi Sikait im Gouvernement al-Bahr al-ahmar (deutschGouvernement des Roten Meeres) in Ägypten, die Goldfields-Esperance (Siberia-Komplex bzw. englisch Siberia Goldfield) in Westaustralien, die Cu-Ni-PGE-Lagerstätte Broken Hammer im Wisner Township (Ontario) in Kanada, die Erzgrube Guerrero I bei Taxco de Alarcón in Mexiko, im Flusstal des Buruktal bei Swetly in der russischen Oblast Orenburg (Wolga), die Nickelgrube Çaldağ bei Turgutlu in der Türkei sowie einige Gruben und Steinbrüche in verschiedenen Staaten der USA.[14]
S. A. Hiemstra, S. A. De Waal:Nickel minerals from Barberton, II. Nimite, a nickelian chlorite. In: National Institute of Metallurgy (South Africa) Research Report. Band344, 1968, S.1–10 (englisch).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band54, 1969, S.1737–1742;hier:1739–1740 (englisch, rruff.info[PDF; 439kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
S. A. De Waal:Nickel minerals from Barberton, South Africa: II. Nimite, a nickel-rich chlorite. In: American Mineralogist. Band55, 1970, S.18–30 (englisch, rruff.info[PDF; 771kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
S. Guggenheim, John M. Adams, D. Bain, F. Bergaya, M. Brigatti, V. Drits, M. Formoso, E. Galán, T. Kogure, Helge Stanjek:Summary of recommendations of nomenclature committees relevant to clay mineralogy: report of the Association Internationale pour l’Etude des Argiles (AIPEA) Nomenclature Committee for 2006. In: Clays and clay minerals. Band54, Nr.6, 2006, S.61–772;hier:770, doi:10.1346/CCMN.2006.0540610 (englisch, cnmnc.units.it[PDF; 182kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
12Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band54, 1969, S.1737–1742;hier:1739–1740 (englisch, rruff.info[PDF; 439kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
12345Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.673 (englisch).
12David Barthelmy:Nimite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 1.Januar 2025(englisch).
1234567
Nimite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 77kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
123456Nimite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 1.Januar 2025(englisch).
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International Mineralogical Association: Commission on New Minerals and Mineral Names. In: Mineralogical Magazine. Band38, März 1971, S.102–105;hier:103 (englisch, rruff.info[PDF; 178kB; abgerufen am 1.Januar 2025]).
↑S. W. Bailey:Summary of recommendations of the AIPEA nomenclature committee. In: Canadian Mineralogist. Band18, 1980, S.143–150 (englisch, rruff.info[PDF; 5,3MB; abgerufen am 1.Januar 2025]).