Chamosit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt überwiegend schuppige, oolithische oder massige Mineral-Aggregate von grauer, graugrüner, brauner oder schwarzer Farbe.
Erstmals beschrieben wurde Chamosit 1820 durch Pierre Berthier, der das Mineral nach seiner TyplokalitätChamoson (Gemeinde des Bezirks Conthey im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis, Schweiz) benannte.
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Chamosit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Schichtsilikate (Phyllosilikate)“, wo er zusammen mit den inzwischen als Varietäten diskreditierten Mineralen Delessit und Thuringit sowie im Anhang mit Gonyerit und Pennantit die „Reihe der Ferro-Ferri-Chlorite (Leptochlorite)“ mit der System-Nr. VIII/E.09d bildete.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/H.23-30. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Schichtsilikate“, wo Chamosit zusammen mit Baileychlor, Borocookeit, Cookeit, Donbassit, Franklinfurnaceit, Gonyerit, Jadarit, Klinochlor, Manandonit, Nimit, Pennantit und Sudoit die „Chloritgruppe“ bildet.[4]
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Chamosit in die Abteilung der „Schichtsilikate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Silikatschichten, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Schichtsilikate (Phyllosilikate) mit Glimmertafeln, zusammengesetzt aus tetraedrischen und oktaedrischen Netzen“ zu finden ist, wo es zusammen mit Baileychlor, Borocookeit, Cookeit, Donbassit, Franklinfurnaceit, Glagolevit, Gonyerit, Klinochlor, Nimit, Odinit, Orthochamosit (diskreditiert), Pennantit und Sudoit die „Chloritgruppe“ mit der System-Nr. 9.EC.55 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Chamosit ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Schichtsilikatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Baileychlor, Borocookeit, Cookeit, Donbassit, Klinochlor, Nimit, Orthochamosit, Pennantit und Sudoit in der „Chloritgruppe (Tri-Dioktaedrisch)“ mit der System-Nr. 71.04.01 innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen, abwechselnd 1:1, 2:1 und oktaedrisch“ zu finden.
Auch auf dem Meeresboden des Mittelatlantischen Rückens, genauer der „Markov-Tiefe“ der Sierra-Leone-Bruchzone wurden schon Proben von Chamosit aufgenommen.[11]
Chamosit gehört neben einigen anderen zu den auf dem Mars entdeckten Mineralen.[12]
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X (englisch).
↑David Barthelmy:Chamosite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 21.Oktober 2022(englisch).
12345
Chamosite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 84kB; abgerufen am 21.Oktober 2022]).
12345Chamosite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 21.Oktober 2022(englisch).
↑Martin Okrusch, Siegfried Matthes:Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer, Berlin [u.a.] 2005, ISBN 3-540-23812-3, S.105,301ff.
↑
Fundortliste für Chamosit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 21. Oktober 2022.
↑Edward A. Cloutis, Michael A. Craig, John F. Mustard, Roman V. Kruzelecky, Wes R. Jamroz, Alan Scott, David L. Bish, François Poulet, Jean-Pierre Bibring, Penelope L. King:Stability of hydrated minerals on Mars. In: Geophysical Research Letters. Band34, Nr.20, 2007, doi:10.1029/2007GL031267 (englisch, agupubs.onlinelibrary.wiley.com[PDF; 146kB; abgerufen am 21.Oktober 2022]).