Violarit ist in jeder Form undurchsichtig und bildet nur nierige bis massige, metallisch glänzendeAggregatformen aus. Im normalen Tageslicht zeigt er meist eine grauviolette Farbe, die sich im Auflicht zu einem deutlich sichtbaren Violett steigert. Auf der Strichtafel hinterlässt das Mineral allerdings einen schwarzen Strich.
Entdeckt wurde Violarit in der „Vermilion Mine“ bei Denison in der kanadischen Provinz Ontario. Beschrieben wurde es 1924 von Waldemar Lindgren und W. Myron Davy, die das Mineral in Anlehnung an seine Farbe nach dem lateinischen Wort „violaceus“ für violett benannten.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Violarit dagegen in die Abteilung „Metallsulfide mit M:S=3:4 und 2:3“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach dem genauen Stoffmengenverhältnis. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „M:S=3:4“ zu finden, wo es zusammen mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Daubréelith, Fletcherit, Florensovit, Greigit, Indit, Kalininit, Linneit, Malanit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit und Xingzhongit die „Linneitgruppe“ mit der Systemnummer 2.DA.05 bildet.[7]
Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation, die sich im Aufbau nach der 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik richtet, führt in der Gruppe 2.DA.05 auch die nach 2009 neu beschriebenen Spinelle Berndlehmannit, Cuprokalininit, Joegoldsteinit, Nickeltyrrellit und Shiranuiit auf. Die Spinelle Ezochiit und Grimmit werden hier zusammen mit Ferrodimolybdänit (FeMo2S4), Zaykovit (Rh3Se4) und Zolenskyit (FeCr2S4) der allgemeineren Gruppe 2.DA (Metallsulfide mit M:S=3:4) zugewiesen.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Violarit die System- und Mineralnummer 02.10.01.08. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=3:4“ in der „Linneitgruppe (Isometrisch: Fd3m)“, in der auch Linneit, Carrollit, Fletcherit, Tyrrellit, Bornhardtit, Siegenit, Polydymit, Trüstedtit, Greigit, Daubréelith, Indit, Kalininit, Florensovit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Malanit, Ferrorhodsit und Cadmoindit eingeordnet sind.
Als relativ seltene Mineralbildung kann Violarit an verschiedenen Orten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er jedoch wenig verbreitet. Weltweit sind bisher etwas mehr als 400 Vorkommen für Violarit dokumentiert (Stand 2025).[10] Neben seiner Typlokalität „Vermilion Mine“ bei Denison trat das Mineral noch in vielen weiteren Minen in den Provinzen Ontario, Manitoba und Québec sowie bei St. Stephen in der Provinz New Brunswick, in der „Tilt Cove Mine“ bei Betts Cove auf Neufundland, in der „Rottenstone Mine“ in der Provinz Saskatchewan und in der Wellgreen Cu-Ni-PGE-Lagerstätte bei Kluane nahe Whitehorse in Yukon auf.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Afghanistan, Ägypten, Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Botswana, Brasilien, Bulgarien, China, Finnland, Frankreich, Grönland, Indien, Italien, Japan, Kasachstan, Nord- und Südkorea, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, auf den Philippinen, in Russland, Sambia, Schweden, Simbabwe, der Slowakei, in Spanien, Südafrika, Tschechien, im Vereinigten Königreich (Großbritannien), den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Vietnam.[11]
Violarite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 30.Januar 2025(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Violarite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 30.Januar 2025(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.93 (englisch).
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Violarite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 48kB; abgerufen am 30.Januar 2025]).
↑Ferdinando Bosi, Cristian Biagioni, Marco Pasero:Nomenclature and classification of the spinel supergroup. In: European Journal of Mineralogy. Band31, Nr.1, 12.September 2018, S.183–192, doi:10.1127/ejm/2019/0031-2788 (englisch).