Panzerlehrbrigade 9
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Panzerlehrbrigade 9 „Niedersachsen“ | |||
|---|---|---|---|
Verbandsabzeichen | |||
| Aufstellung | 1. Juni 1958 | ||
| Staat | |||
| Streitkräfte | Bundeswehr | ||
| Teilstreitkraft | |||
| Typ | schwere Brigade | ||
| Truppenteile |
| ||
| Stärke | ~ 5300 Soldatinnen und Soldaten | ||
| Unterstellung | |||
| Stationierungsorte | Munster (Sitz des Stabes) | ||
| Marsch | Marsch des Hannoverschen Cambridge-Dragoner-Regiments[1] | ||
| Auszeichnungen | Niedersachsen (2011) | ||
| Website | PzLehrBrig 9 | ||
| Führung | |||
| Kommandeur | Brigadegeneral Stephan Behrenz | ||
| Stv. u. Kdr BrigEinh | Oberst Christian Gnerlich[2] | ||
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 25 | Brigadegeneral Stephan Behrenz | 2. Oktober 2025[7] | – |
| 25 | Brigadegeneral Lutz Kuhn | 28. April 2022[8] | 2. Oktober 2025 |
| 24 | Brigadegeneral Christian Freuding | 6. September 2019 | 28. April 2022 |
| 23 | Brigadegeneral Ullrich Spannuth | 24. April 2017[9] | 6. September 2019 |
| 22 | Brigadegeneral Gunter Schneider | 9. Mai 2014 | 24. April 2017 |
| 21 | Brigadegeneral Norbert Wagner | 30. März 2012 | 9. Mai 2014 |
| 20 | Brigadegeneral Bernd Schütt | 17. September 2010 | 30. März 2012 |
| 19 | Brigadegeneral Wilhelm Grün | 18. Juli 2007 | 17. September 2010 |
| 18 | Brigadegeneral Carsten Jacobson | 25. Februar 2005 | 18. Juli 2007 |
| 17 | Brigadegeneral Richard Roßmanith | 2003 | 2005 |
| 16 | Oberst Gerhard Stelz | 2001 | 2003 |
| 15 | Brigadegeneral Wolf-Joachim Clauß | 2000 | 2001 |
| 14 | Oberst Wolfgang Korte | 1996 | 1999 |
| 13 | Brigadegeneral Erich Becker | 1. Oktober 1990 | 1995 |
| 12 | Oberst Joachim Spiering | 1. Oktober 1987 | 30. September 1990 |
| 11 | Brigadegeneral Georg-Heinrich Roth | 11. Oktober 1982 | 30. September 1987 |
| 10 | Brigadegeneral Helge Hansen | 26. September 1980 | 11. Oktober 1982 |
| 9 | Brigadegeneral Franz Uhle-Wettler | 1. April 1978 | 25. September 1980 |
| 8 | Brigadegeneral Franz-Joachim Freiherr von Rodde | 1. Oktober 1974 | 31. März 1978 |
| 7 | Brigadegeneral Gottfried Ewert | 1. Oktober 1970 | 30. September 1974 |
| 6 | Brigadegeneral Alfred Müller | 1. Oktober 1968 | 30. September 1970 |
| 5 | Brigadegeneral Karl Deichen | 1. Oktober 1966 | 30. September 1968 |
| 4 | Brigadegeneral Karl-Reinhard von Schultzendorff | 1. Oktober 1964 | 30. September 1966 |
| 3 | Brigadegeneral Ernst Philipp | 1. Oktober 1962 | 30. September 1964 |
| 2 | Brigadegeneral Wilhelm Voß | 1. Juni 1961 | 30. September 1962 |
| 1 | Brigadegeneral Wilhelm von Roeder | 1. April 1958 | 31. Mai 1961 |
Beschreibung ausgewählter Brigadeteile
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auftrag und Gliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ führt im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte bodengebundene Spähaufklärung, luftgestützte unbemannte abbildende Lageaufklärung und Gefechtsfeldradaraufklärung sowie Aufklärung mittels Feldnachrichtenkräften und leichten abgesessenen Aufklärungskräften durch. Der Stab unterstützt den Bataillonskommandeur bei der Führung des Bataillons. Weiterhin nimmt er die Aufgaben des Bataillons in allen Führungsgrundgebieten sowie der Verwaltung wahr.
- 1. Kompanie (Versorgungs- und Unterstützungskompanie)
- 2. Kompanie (Spähkompanie)
- 3. Kompanie (Leichte Aufklärungskompanie)
- 4. Kompanie (Technische Aufklärungskompanie)
- 5. Kompanie (Grundausbildungskompanie)
- 6. Kompanie (Ergänzungstruppenteil)
Geschichte und Wappen
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Am 28. Juni 1956 wurde vom Verteidigungsministerium der Aufstellungsbefehl Nr. 20 erlassen, der die Aufstellung eines Panzeraufklärungsbataillon in Lingen an der Ems zum Inhalt hatte. Der damaligen 3. Panzerdivision in Buxtehude unterstellt, bekam es die „Hausnummer“ 3 und wurde nur drei Jahre später in den ehemaligen Fliegerhorst der Wehrmacht, die ehemaligen „Alma Barracks“ der britischen Armee nach Lüneburg verlegt.
Der Auftrag des Bataillons wurde in den 90er-Jahren immer internationaler. Nichts neues, denn schon 1966 hatte man sich mit den zum Teil in Deutschland stationierten niederländischen Aufklärern „Huzaren van Boreel“ befreundet, mit denen eine sehr enge Bindung besteht. So wurde im Juli 2016 nicht nur das eigene 60. Jubiläum, sondern auch noch das 50. Jahr der ältesten Patenschaft zwischen zwei Verbänden von NATO-Staaten begangen. Intensive Kontakte und Freundschaften werden auch mit der niederländischen Kavallerie-Ehreneskorte des Königs gepflegt.
Der erste Auslandseinsatz für das Bataillon fand 1993 unter der Führung der Vereinten Nationen in Somalia statt. Ab 1995 überwachten Lüneburger Spähtrupps den Frieden auf dem Balkan, erst in Bosnien-Herzegowina, dann auch im Kosovo und in Mazedonien sowie später in Kunduz, Mazar e-Sharif, Feyzabad und Kabul. Etwa alle zwei Jahre bekam das Bataillon den Auftrag, eine Aufklärungskompanie für ein Jahr nach Afghanistan zu entsenden. Seit 2015 ist das Bataillon der Panzerlehrbrigade 9 in Munster unterstellt und trägt das schwarze Ärmelband der Brigade. Es ist damit gleichzeitig Teil der 1. Panzerdivision.[11]
Im Jahr 2016 dienen Lüneburger Aufklärer auf drei Kontinenten. Sie sind im Einsatz in Afghanistan, bilden im Irak kurdische Peshmerga gegen den sogenannten Islamischen Staat aus, unterstützen die Vereinten Nationen in Somalia, beteiligen sich weiterhin an der UN-Mission im Kosovo und sind mit einer gemischten Aufklärungskompanie im Norden Malis. Über die Hälfte des Bataillons wurde ab Herbst 2016 im „robusten“ Einsatz rund um die Stadt Gao für die Blauhelmtruppe die Aufklärungsarbeit leisten und hier das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“; das Schwesterbataillon der „Lüneburger“ ablösen.
Das Bataillon, seit 2008 nunmehr unter dem Namen Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ im Heer geführt, versteht sich, wie einige britische und niederländische Einheiten auch, noch als „Kavalleriebataillon“ und somit auch als der Traditionsbewahrer der Kavallerietruppe innerhalb der Bundeswehr. So geht der „goldene Reiter“ des Bataillonsabzeichens auf das Wappen der ersten Kavalleriedivision zurück. Stil und Form der Kavallerie werden gepflegt und gelebt; die jungen Offiziere des Bataillons und seine Soldaten werden in diesem Geist, den modernen Vorgaben der inneren Führung folgend, ausgebildet. Das Bataillon erwarb sich schnell den Spitznamen „von 3“ da in seinen Reihen traditionell der ehemalige deutsche Adel, häufig der Kavallerie sehr verbunden, seine Söhne zu Offizieren ausbilden ließ und lässt.
Am 30. September 2008 wurde dem Bataillon der Beiname „Lüneburg“ und das Fahnenband durch den Inspekteur des Heeres verliehen.[12]
Der Traditionsgruß der Lüneburger Aufklärer lautet: „Horrido! – Johoo!“
Panzergrenadierbataillon 33
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auftrag und Gliederung
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Das Bataillon ist befähigt, innerhalb von 20 Tagen verlegefähig zu sein und dann Einsatzaufträge in „High Intensity Conflicts“ auch im multinationalen Einsatz zu führen bzw. nach kurzer einsatzbezogener Ausbildung im erweiterten Aufgabenspektrum einsatzbereit sein. Im Frieden sichert es dazu durch Ausbildung und Übung die personelle und materielle Aufwuchsfähigkeit. Im Zuge der Umstrukturierung wurde das Panzerbataillon 33 als Panzergrenadierbataillon 33 neu aufgestellt und wird mit dem Schützenpanzer Puma ausgerüstet. Das Bataillon gliedert sich dazu in:
- 1./PzGrenBtl 33: Stabs- und Versorgungskompanie
- 2./PzGrenBtl 33: Einsatzkompanie
- 3./PzGrenBtl 33: Einsatzkompanie
- 4./PzGrenBtl 33: Einsatzkompanie
Wappen und Geschichte
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Der Wappengrund ist in den preußischen Farben Schwarz-Weiß gestaltet. Schwarz und Weiß waren zugleich die Farben der Standarten an den Lanzen der alten preußisch-deutschen Reiterei seit den Befreiungskriegen und sind damit auch Symbol der Panzertruppe, die als Nachfolger der schweren Kavallerie angesehen wird. Die im Inneren des Wappenschildes gezeigte Palme ist Symbol des Bataillons seit 1958.
Im Jahr 1958 wird das Bataillon in Munster mit Panzern des Typs M47 für zunächst zwei Kampfkompanien aufgestellt. Zwei Jahre später erhält der Verband Kampfpanzer M48. Im Jahr 1965 verlegt der Verband von Barme (heute Ortsteil von Dörverden) nach Neustadt am Rübenberge und erhält im Jahr 1966 den Kampfpanzer Leopard 1. Im Jahr 1981 erhält das Bataillon die ersten Kampfpanzer Leopard 2. Nach dem Ende des Kalten Krieges wird das Bataillon im Jahr 1992 aus der Panzerbrigade 3 in Nienburg herausgelöst und der Panzerbrigade 21 in Augustdorf unterstellt. Im Jahr 1999 wird das Bataillon in Albanien und im Kosovo eingesetzt; zwei Jahre später 2001 dann im Kosovo und in Mazedonien. Im Jahr 2002 erfolgt zunächst der Wechsel zur Panzergrenadierbrigade 1 in Hildesheim und dann im Juli 2006 zur Panzerlehrbrigade 9. Von Oktober 2006 bis Februar 2007 waren Teile des Panzerbataillons 33 als Einsatzbataillon der Multinational Taskforce South/PRIZREN im Rahmen der KFOR-Mission eingesetzt. In der ersten Jahreshälfte 2009 war das Bataillon als ORF „Operational Reserve Force“-Bataillon für EUFOR und KFOR auf dem Balkan eingesetzt.[13]
Im Rahmen des ISAF-Einsatzes war das Bataillon Leitverband für das 26. und 27. deutsche Einsatzkontingent im Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz. Mit knapp 400 Soldaten stellte das Bataillon ab Mitte Juni 2011 die Schutzkompanie, die Unterstützungs- und Versorgungskompanie und den Kern des Stabes. Der Einsatz fand bis Mitte März 2012 statt. Von 2011 bis 2013 führte Axel Hardt das Bataillon.[14]
- Das Motto des Bataillons lautet: „Der Geist der Truppe ist ihre Stärke.“.
- Das Motto der 1. Kompanie lautet: „Ohne uns läuft nichts“.
- Ein Motto der Kompanien lautet: „Ein Unmöglich gibt es nicht“.
Panzerlehrbataillon 93
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auftrag und Gliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als eines von drei Panzerbataillonen der Eingreifkräfte des deutschen Heeres ist der Hauptauftrag die Vorbereitung und Teilnahme sowohl an friedenserzwingenden als auch an friedenserhaltenden Operationen der Bundeswehr. Das Panzerlehrbataillon 93 unterstützt die Panzerlehrbrigade 9 und die Truppenschule Munster bei der Aus- und Weiterbildung von militärischen Führern der gepanzerten Kampftruppen. Das Bataillon gliedert sich dazu in:
- 1. Stabs- und Versorgungskompanie
- 2. Kompanie mit Leopard 2
- 3. Kompanie mit Leopard 2
- 4. Kompanie mit Leopard 2
- 5. Kompanie (Einsatzunterstützungskompanie)
Wappen und Geschichte
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Seit dem 1. April 2016 führt das Panzerlehrbataillon 93 anlässlich des 60. Jahrestages der Aufstellung wieder sein ursprüngliches Wappen von 1956, welches das erste Abzeichen eines Verbandes der gerade aufgestellten Bundeswehr überhaupt war. Durch die Truppengattungsfarbe „rosa“ und den stilisierten Kampfpanzer lässt sich bereits auf großer Entfernung erkennen, dass es sich um einen Panzerverband handelt. Durch das stilisierte „L“ wird sofort der Bezug zum einzig bestehenden Panzerlehrbataillon der Bundeswehr und zur Panzerlehrbrigade 9 sowie die Nähe zum „Schwesterbataillon“ Panzergrenadierlehrbataillon 92 im Heimatstandort Munster deutlich. Die gekreuzten Niedersachsenrösser drücken die „sturmfeste und erdverwachsene“ Verbundenheit zum Land Niedersachsen und der Garnison Munster aus.
Das bis zum 1. April 2016 geführte Wappen des Panzerlehrbataillons 93 wurde Ende der 1960er Jahre entworfen. Die Hintergrundfarbe Rot lehnt sich an die damalige Wappenfarbe der Panzerlehrbrigade 9 an. Das „L“ symbolisiert die Zugehörigkeit zur Lehrtruppe; seine leichte Neigung in Verbindung mit der stilisierten Panzerkette drückt Dynamik und Durchschlagskraft aus. Die Zahl 93, welche für die Hausnummer des Bataillons steht, sowie das Eiserne Kreuz als nach außen sichtbares Zeichen der Bundeswehr vervollständigen das Wappen.
Am 1. April 1956 erfolgte die Aufstellung des Panzerlehrbataillons in Munster als erstes Panzerbataillon der Bundeswehr. 1959 erhält es seine heutige Bezeichnung. 1997 verlegt das Bataillon innerhalb Munsters von der Schulz-Kaserne in die Freiherr von Boeselager-Kaserne.
Das Panzerlehrbataillon 93 hat im Laufe seiner Geschichte sein besonderes Leistungsvermögen bei der Durchführung einer Vielzahl von Lehrübungen unter Beweis gestellt. So hat das Panzerlehrbataillon 93 die Informationslehrübungen „Gefechts- und Luftfahrzeuge des Deutschen Heeres“ und „Leistungsvermögen des Deutschen Heeres im gesamten Aufgabenspektrum“ durchgeführt. Aktuell ist das Bataillon für die Durchführung der Informationslehrübung „Das Heer im Einsatz“ verantwortlich. Bereits seit mehreren Jahren sind Soldaten des Bataillons in den internationalen Einsätzen der Bundeswehr bei SFOR, EUFOR, KFOR und ISAF eingesetzt. 2008 / 2009 war das Panzerlehrbataillon 93 als Operational Reserve Force (ORF) – Bataillon im Kosovo eingesetzt. 2011 / 2012 übernahm das Panzerlehrbataillon den Auftrag als Leitverband für die Kampftruppen-OMLT (Operational Mentoring and Liaison Teams) ISAF und die Schutzkompanie Kunduz (27. Einsatzkontingent ISAF). Mit diesen Aufgaben – Mentoring/Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und Schutz eigener sowie schutzbefohlener Kräfte – war das Panzerlehrbataillon in den entscheidenden Bereichen des ISAF-Einsatzes eingesetzt.
Im März 2012 kehrten die letzten Teile des Bataillons nach erfolgreicher Durchführung des Einsatzes nach Munster zurück.
Von 2014 bis 2016 führte David Markus das Bataillon.[15]
Panzergrenadierlehrbataillon 92
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auftrag und Gliederung
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Im Einsatz führt das Bataillon das Gefecht der verbundenen Waffen im Rahmen der Brigade oder als Teil eines Gefechtsverbandes. Im Frieden bildet das Bataillon Wehrpflichtige aus, stellt Kräfte für Einsatzkontingente, führt Lehrübungen für Lehrgänge der Panzertruppenschule durch und stellt damit die Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres zur Schau. Außerdem unterstützt es mit Personal und Material bei Truppenversuchen und beteiligt sich bei nationalen und internationalen Vorhaben und Übungen der übergeordneten Führung. Das Bataillon gliedert sich dazu in folgende Kompanien:
- 1. Stabs- und Versorgungskompanie
- 2. Kompanie mit Schützenpanzer Puma
- 3. Kompanie mit Schützenpanzer Puma
- 4. Kompanie mit Schützenpanzer Puma
Wappen und Geschichte
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Das Wappen des Panzergrenadierbataillons 92 besteht aus vier Elementen. Die Hintergrundfarbe grün steht für die Infanterie. Die gekreuzten Pferdeköpfe deuten auf das Land Niedersachsen, in dem das Bataillon zu Hause ist. Der gezeigte Schützenpanzer ist das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere. Das stilisierte „L“ weist auf die Zugehörigkeit zur Lehrbrigade hin.
Das Panzergrenadierlehrbataillon 92 wird als „Panzergrenadierlehrbataillon Munster-Lager“ am 3. Mai 1956 in Munster aufgestellt[16] und im Hauptlager (später Hindenburg-Kaserne, seit 2025 Unteroffizier-Friederike-Krüger-Kaserne) stationiert. 1958 nimmt der Verband erstmals an einer Lehrveranstaltung teil. Zum 1. Dezember 1959 wird der Verband in seinen heutigen Namen umbenannt.[16] 1959 wird die Panzerlehrbrigade 9 aufgestellt und der Verband verlegt in die Kaserne der Panzertruppenschule. 1959 erprobt das Bataillon den Schützenpanzer HS 30. 1962 wird das Bataillon bei der Sturmflutkatastrophe im Raum Stade verwendet. 1964 ereignet sich in Bergen ein schweres Schießunglück mit neun Toten und zehn Verletzten. 1971 erhält der Verband den Schützenpanzer Marder. 1975 unterstützt der Verband bei der Waldbrandkatastrophe im Raum Eschede. 1989 verlegt das Bataillon wieder in Unteroffizier-Friederike-Krüger-Kaserne (damals: Hindenburg-Kaserne). 2000 nimmt das Bataillon an der Ausbildung des 1. Einsatzkontingents GCONKFOR teil. 2002 wird das Bataillon bei Hochwasserkatastrophe im Wendland eingesetzt und stellt Soldaten für das 5. Kontingent SFOR. 2005 wird das Bataillon erneut in KFOR eingebunden. 2006 wird es bei der Elbeflut im Wendland eingesetzt. Am 30. Juni 2007 wurde die 6.(Feldersatz-)Kompanie aufgelöst. Sie war wiederum vorher die „Schwere Kompanie“ des Bataillons und mit PzMörsern M113 ausgerüstet.
Versorgungsbataillon 141
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auftrag und Gliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Logistikverband einer mechanisierten Brigade setzt es zum einen das Wehrmaterial aller unterstellten Verbände (Panzer, Panzergrenadiere, Panzerartillerie und Pioniere) instand und versorgt die Brigade zum zweiten mit Mengenverbrauchsgütern (Munition, Betriebsstoff, Wasser), sonstigen Gütern und Marketenderwaren. Es ist ebenfalls für die Feldpostorganisation zuständig. Das Versorgungsbataillon gliedert sich dabei in fünf Kompanien:
- 1. Kompanie – Versorgungs- und Unterstützungskompanie in Neustadt am Rübenberge
- 2. Kompanie – Versorgungskompanie in Munster
- 3. Kompanie – Versorgungskompanie in Augustdorf
- 4. Kompanie – Versorgungskompanie in Neustadt am Rübenberge
- 5. Kompanie – Ausbildungskompanie in Munster
Wappen und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Verbandsabzeichen des Versorgungsbataillons 141 zeigt seit 2003 rechts den blauen Neustädter Löwen auf rotem Grund für Niedersachsen, links den silberblauen „Munsteraner Drache“ auf goldenem Grund und steht damit für die Verbundenheit mit den Heimatstützpunkten. In der Mitte zeigt das Wappen das schwarz-weiße Schwert der Panzergrenadierbrigade 1 (jetzt 1. Panzerdivision) auf blauen Grund (Waffenfarbe der Instandsetzungs- und Nachschubtruppe) und damit die Unterstellung zur 1. Panzerdivision. In Form und Farbgebung entspricht das Wappen dem des ehemaligen Instandsetzungsbataillon 141, so dass dessen Tradition fortgesetzt wird.
Das Versorgungsbataillon entstand zum 1. Juli 2015 im Zuge der Neuausrichtung des Heeres aus dem Logistikbataillon 141. Das Logistikbataillon 141 entstand 2003 im Zuge der Reform „Heer der Zukunft“ aus dem Instandsetzungsbataillon 141. KFOR und ISAF folgen.
Deutsch/Britisches Pionierbrückenbataillon 130
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 (DEU/GBR PiBrBtl 130), ist eines von sechs Pionierbataillonen der Bundeswehr auf Brigade-Ebene. Darüber ist es das einzige Deutsch-Britische Bataillon der NATO. Der Verband ist in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in der ostwestfälischen Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen stationiert.
Auftrag und Gliederung
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Die Pionierkompanien des Bataillons führen den Einsatz von Pioniermitteln, die Kampfmittelabwehr und die Sicherung von Infrastruktur. Mit der Schwimmbrückenkompanien verfügt das Bataillon über die einzigen Amphibien M3 im Heer. Darüber hinaus verfügt es über den Pionierpanzer Dachs.[17]
Das Bataillon gliedert sich in fünf Kompanien, davon ist die 4./- ein nicht-aktiver Ergänzungstruppenteil. Des Weiteren sind dem Bataillon im Frieden die 4. und 5. Kompanie des schweren Pionierbataillon 901 (sPiBtl 901) unterstellt. Hinzu kommt eine britische Kompanie. (Gliederung und Bezeichnungen ab Oktober 2021 sind noch zu bestätigen)
- 1./ DEU/GBR PiBrBtl 130: Versorgungs- und Unterstützungskompanie
- 2./ DEU/GBR PiBrBtl 130: Schwimmbrückenkompanie (Amphibie M3)
- 3./ DEU/GBR PiBrBtl 130: Schwimmbrückenkompanie (Amphibie M3)
- 4./ DEU/GBR PiBrBtl 130: Britische Schwimmbrückenkompanie (Amphibie M3)
- 6./ DEU/GBR PiBrBtl 130: Ergänzungstruppenteil
- 2./PzPiBtl 130: Panzerpionierkompanie
- 3./PzPiBtl 130: Panzerpionierkompanie
- 4./PzPiBtl 130: Ergänzungstruppenteil
Für die Ausbildung nutzt das Bataillon unter anderem den Standortübungsplatz in Hille-Wickriede,[18] den 23,5 Hektar großen Pionierübungsplatz (Wasser) in Minden, den 51,2 Hektar großen Pionierübungsplatz (Land) Lerbeck in Porta-Westfalica[19] sowie die Standortschießanlage in Bückeburg-Cammer.
Die militärgeschichtliche Sammlung „Herzog-von-Braunschweig-Kaserne“, die von der Traditionsgemeinschaft „Herzog-von-Braunschweig-Kaserne“ betreut wird, präsentiert die Mindener Pioniergeschichte.[20]
Verbandsabzeichen
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Das Wappenfeld ist dreigeteilt, wobei die Farben grün, rot, weiß für das Land Nordrhein-Westfalen stehen. Im linken oberen Teil symbolisiert die Mühle den Mühlenkreis Minden-Lübbecke, im rechten oberen Teil steht das westfälische Pferd für die Region Westfalen und im unteren Teil die schwarze Brücke für die Pioniertruppe.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1866 werden erstmals die Pionierbataillone 6 und 10, neben diversen Infanterie- und Artillerieregimentern in der Königlich-Preußischen Armee aufgestellt. Diese wurden 1945 durch die britischen Streitkräfte aufgelöst. 1956 erfolgte der Neubau der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne auf dem Gelände des ehemaligen Guts Rodenbeck im damals noch unbesiedelten Westen Mindens. 1959 wurde dort das Pionierbataillon 110 stationiert.
Zum 1. Oktober 1972 erfolgte die offizielle Aufstellung des Amphibischen Pionierbataillons 130 (AmphPiBtl 130) in Minden, die bereits im Januar 1972 begonnen hatte. In der Heeresstruktur 4 unterstand das Bataillon dem ebenfalls in Minden stationierten Pionierkommando 1 unmittelbar und war Teil der Korpstruppen des I. Korps. Aus dem Amphibischen Pionierbataillon 130 ging am 1. Oktober 1993 das Pionierbrückenbataillon 130 (PiBrBtl 130) hervor, welches bereits zum 1. Oktober 1996 in schweres Pionierbataillon 130 (sPiBtl 130) umbenannt wurde. Das Fahnenband des Landes Nordrhein-Westfalen wurde dem Bataillon am 23. Oktober 2014 verliehen.[21] Am 1. Juli 2015 wurde das Bataillon abermals umbenannt und umgegliedert: in Panzerpionierbataillon 130 (PzPiBtl 130).[22] In diesem Zuge wechselte die Unterstellung von der 1. Panzerdivision zur Panzerlehrbrigade 9. Auf dem Pionierübungsplatz (Wasser) in Minden findet alle zwei Jahre ein Tag der offenen Tür statt, zuletzt am 13. September 2025.[23]
Im Rahmen der NATO-Übung Anaconda nahmen Pioniere der vierten Kompanie des schweren Pionierbataillons 901 an einem Brückenschlag über die Weichsel teil. Dabei wurde eine 350 Meter lange Brücke in Zusammenarbeit mit britischen Pionieren errichtet. Am 20. Juli 2019, dem 75. Jahrestag des Stauffenberg-Attentats, erhielt das Bataillon eine neue Truppenfahne.[21] Anfang August 2023 übernahm Oberstleutnant Florian Loges das Kommando über das Bataillon von Oberstleutnant Dr. Stefan Klein.[24] Am 7. Februar 2025 besuchte Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius den Verband.[25]
Kommandeure
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Dienstgrad | Name | von | bis |
|---|---|---|---|
| Oberstleutnant | Frank Söhnholz | 2010 | 2012 |
| Oberstleutnant | Stefan Klein | 26. März 2020 | 1. Aug. 2023 |
| Oberstleutnant | Helge Lammerschmidt[26] | 30. März 2017 | 26. März 2020 |
| Oberstleutnant | Thorsten Schwiering[27] | 27. Mai 2014 | 30. März 2017 |
| Oberstleutnant | Hans-Martin Gieseler[27] | 30. März 2017 | 4. Aug. 2023 |
| Oberstleutnant | Florian Loges[28] | 4. Aug. 2023 | – |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die 3. Panzerdivision der Bundeswehr. In: Relikte in Niedersachsen & Bremen. Manfred Tegge, abgerufen am 20. Februar 2020.
- Referat MA 3: BArch BH 9-9/Panzerlehrbrigade 9. In: Rechercheanwendung invenio. Präsident des Bundesarchivs, 2012, abgerufen am 17. Februar 2020.
- Website der ehemaligen Panzerjägerlehrkompanie 90
- Informationslehrübung 2009
- Website Pionerbrückenbataillon 130.
- Homepage der Traditionsgemeinschaft Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Zentrum Militärmusik der Bundeswehr (Hrsg.): A2-2750/0-0-3 Zuteilung von Truppenmärschen. Version 3.1 Auflage. 13. September 2022 (Anlage 4.1 [PDF; abgerufen am 6. September 2024]).
- ↑ Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 2024. Bernard & Graefe in der Mönch Verlagsgesellschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler 2024, ISBN 978-3-7637-6298-9, S. 191.
- ↑ Übung ANAKONDA 2016: Mindener Pioniere auf dem Weg an die Weichsel. Deutsches Heer, 31. Mai 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.
- ↑ Anakonda-16: Informacje o ćwiczeniu. polnischen Streitkräfte, 6. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016 (polnisch).
- ↑ Germany steps up to lead NATO high readiness force
- ↑ Entscheidungen zur Brigade Litnauen. In: bmvg.de. 6. November 2023, abgerufen am 6. November 2023.
- ↑ Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – Juli 2025. In: bundeswehr.de. 1. August 2025, abgerufen am 4. August 2025.
- ↑ Kommandowechsel bei der Panzerlehrbrigade 9 «Niedersachsen». In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 29. April 2022]).
- ↑ Panzerlehrbrigade 9 unter neuem Kommando. Abgerufen im April 2017.
- ↑ Aufklärungslehrbataillon 3. In: www.deutschesheer.de. Abgerufen am 27. September 2016.
- ↑ www.deutschesheer.de: Geschichte AufklLehrBtl 3. Bundeswehr, 27. September 2016, abgerufen am 27. September 2016.
- ↑ Videobeitrag zur Verleihung des Beinamens Lüneburg
- ↑ 40 Jahre Panzerbataillon 33. (PDF) In: Die Palme Nr. 9. Freundeskreis Panzerbataillon 33, 1998, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Offizielle Vita Axel Hardt als Brigadekommandeur Panzerbrigade 12. (PDF) In: bundeswehr.de. Abgerufen am 19. Januar 2025.
- ↑ Offizielle Vita. (PDF) In: bundeswehr.de. Abgerufen am 20. Januar 2025.
- 1 2 Suchbegriff „Panzergrenadierlehrbataillon 92“. In: Standortdatenbank der Bundeswehr. www.zmsbw.de, abgerufen am 1. Mai 2020.
- ↑ Willi Blank: Panzerpioniere in Minden stellen nach 47 Jahren neue Truppenfahne in Dienst. In: iud.bundeswehr.de. 28. Mai 2019, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. August 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ André Burdich: Mindener Pioniere informieren über Zukunft des Übungsplatzes Hille-Wickriede. In: deutschesheer.de. 7. Juni 2019, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. August 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Drucksache 17/9367 – Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Cornelia Behm, Undine Kurth (Quedlinburg), Agnes Brugger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion – Drucksache 17/9101 – Naturschutz und Forstwirtschaft auf Truppenübungsplätzen in Deutschland. (PDF) In: bundestag.de. Deutscher Bundestag, 20. April 2012, abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Treichel und Steinmeier: Militärgeschichtliche Sammlung in Minden ausgestellt. In: deutschesheer.de. 2. Dezember 2014, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. August 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- 1 2 André Burdich: Panzerpioniere in Minden stellen nach 47 Jahren neue Truppenfahne in Dienst. In: deutschesheer.de. 6. August 2019, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. August 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Standortdatenbank Bundeswehr. In: zmsbw.de. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), abgerufen am 7. August 2019.
- ↑ Henning Wandel Zoé Zacharias: Hereinspaziert auf das Übungsgelände: Alle Fotos vom Tag der offenen Tür der Mindener Pioniere. In: Mindener Tageblatt. 13. September 2025, abgerufen am 17. September 2025.
- ↑ Henning Wandel: "Ich melde mich ab": Mindener Pioniere verabschieden ihren Chef. In: Mindener Tageblatt. 4. August 2023, ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. September 2025. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Mindener Pioniere empfangen Verteidigungsminister Boris Pistorius. In: bundeswehr.de. Abgerufen am 9. Februar 2025.
- ↑ Führungswechsel an der Spitze des Panzerpionierbataillons 130. In: Pioniere. Band 15, 2017, S. 14.
- 1 2 „Oberstleutnant Gieseler geht“ – Übergabe des Kommandos bei den Mindener Pionieren. In: Pioniere. 2015, S. 26.
- ↑ „Ich melde mich ab“: Mindener Pioniere verabschieden ihren Chef. In: mt.de. 4. August 2023, abgerufen am 1. April 2024.
Koordinaten: 52° 59′ 6″ N, 10° 4′ 18″ O

