Habsheim
| Habsheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Mulhouse | |
| Kanton | Rixheim | |
| Gemeindeverband | Mulhouse Alsace Agglomération | |
| Koordinaten | 47° 44′ N, 7° 25′ O | |
| Höhe | 236–318 m | |
| Fläche | 15,63 km² | |
| Einwohner | 5.076 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 325 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68440 | |
| INSEE-Code | 68118 | |
| Website | https://www.mairie-habsheim.fr/ | |
Mairie Habsheim | ||
Habsheim (elsässisch Habse) ist eine französische Gemeinde mit 5076 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde liegt im Kanton Rixheim.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt am Rand der Oberrheinebene, etwa sieben Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Mülhausen.
Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Habsheims Gemarkung dehnt sich im Osten auf der Schotterebene des Rheins aus. Da sich der Rhein, teils noch im Pleistozän, der Eiszeit, teils nacheiszeitlich wieder eingetieft hat, weist die Ebene unterschiedliche Niveaus auf. Niedrige Raine lassen die entsprechenden Erosionsränder erkennen. Das oberste Niveau der Ebene, die so genannte Niederterrasse, auf der sich auch das Dorf ausgebreitet hat, entspricht dem Aufschüttungsniveau in der letzten Kaltzeit (Würm-Kaltzeit). Die Sande, Kiese und Geröllmassen sind sehr wasserdurchlässig, sodass der Mühlbach, wie alle Bäche, welche die Sundgauhügel nach Osten verlassen, in den Schottern versinkt. Durch die nacheiszeitliche Eintiefung des Rheins in die Niederterrasse entstand um Petit-Landau eine etwas niedriger liegende Flussaue, die bis zur Rheinkorrektion Überschwemmungsgebiet des vielarmigen Rheins war. Die trockenen Böden der Niederterrasse wurden weitgehend dem Wald überlassen (Harthwald). Da die Aue mit einer dünnen Lehmschicht überdeckt ist, ist hier (z. B. um Petit-Landau) eine landwirtschaftliche Nutzung möglich.
Im Westen hat die Gemarkung Anteil am lössbedeckten Tertiärhügelland des Sundgaus. Unter der Lössdecke bilden Sedimente der tertiären Grabenfüllung den Untergrund, also Schichten, die im Oligozän im einsinkenden Graben abgelagert wurden. Hier im Hügelland, wo dank der Lössbedeckung besonders wertvolles Ackerland zur Verfügung steht, befindet sich der agrarisch gut nutzbare Gemarkungsteil.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Besiedlung erfolgte bereits in der Jungsteinzeit (Funde am Landserer Weg, wo man auch auf eisenzeitliche Funde stieß). Bekannt sind Spuren einer Römerstraße mit einer Straßenstation (einer Mansio). Südlich des Dorfes wurde eine größere gallorömische Niederlassung entdeckt.[1]
Das erste Mal wurde Habsheim urkundlich erwähnt im Jahre 757 unter dem Namen Habuhinesheim, Wohnstatt des Habuchino, eines fränkischen Herrn, in einer Schenkung an das Kloster St. Gallen (Regnum Francorum online, UBSG I, 021).
Der Ortsname, ein germanischer Personenname mit der Endung -heim, deutet auf eine frühe fränkische Gründung hin, wie auch das St. Martinspatrozinium der Kirche. Eine Entstehung bereits in der alemannischen Landnahmezeit ist aber nicht unwahrscheinlich.[2] Gestützt wird diese Annahme durch den Fund eines Alemannengrabs nahe Habsheim. Im Mittelalter existierten in unmittelbarer Nachbarschaft von Habsheim zwei Siedlungen: Oberdorf, das im 15. Jahrhundert abging, wie auch ein jüngerer Weiler Ratzheim, der wohl schon im 14. Jahrhundert verschwand.
Habsheim gehörte zum Stammgut der Habsburger, die hier an der Straße nach Basel eine Zollstelle einrichteten, dem Ort Markt- und später städtische Rechte verliehen. Sie sicherten den Ort mit einer hölzernen Umzäunung (daher die überlieferte Bezeichnung „die eichene Stadt“), später mit einer Stadtmauer. Im Mühlhauserkrieg wurde die Stadt 1468 von den Schweizern verwüstet. (Das sich von den Habsburgern bedroht fühlende Mühlhausen hatte sich mit den Eidgenossen verbündet.) Eine weitere Zerstörung erfolgte 1633 im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden. Trotz städtischer Rechte konnte sich Habsheim nie zu einem ausgeprägten Stadtwesen entwickeln. Es stand im Schatten des mächtigeren Mühlhausen und des habsburgischen Verwaltungs- und Gerichtssitzes Landser.[3]
Im Westfälischen Frieden 1648 kam Habsheim mit dem gesamten elsässischen Besitz der Habsburger an Frankreich. 1789 wurde es französischer Kantonshauptort. Der Bau der Eisenbahnlinie Mülhausen-Basel (1840) brachte dem Ort einen gewissen Standortvorteil.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Habsheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Mülhausen, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg blieb Habsheim unter deutscher Kontrolle und von Kriegsschäden verschont. Die Thalbahn war eine 24,6 km lange militärische Feldbahn von Habsheim über Tagsdorf nach Altkirch und Wahlbach. Sie wurde von deutschen Soldaten und rumänischen Kriegsgefangenen gebaut. Der Flugplatz Mühlhausen-Habsheim wurde von der deutschen Luftwaffe benützt. Im Zweiten Weltkrieg gelangte Habsheim nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung. Die Einwohner waren bereits 1939 vorsorglich in den Südwesten Frankreichs (Département Gers) evakuiert worden. Ab 1940 war eine Rückkehr ins besetzte Elsass möglich. Einer der wichtigsten französischen Widerstandskämpfer, Colonel Fabien, fand bei einer Explosion im Habsheiner Rathaus im Dezember 1944 den Tod. Die mit heftigen Kämpfen verbundene Befreiung Mühlhausens am 21. November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny bedeutete auch für Habsheim die Befreiung von der Naziherrschaft. Die Situation blieb aber bis in den Januar 1945 kritisch, da die im Hardtwald verschanzten Deutschen noch immer hartnäckig den Brückenkopf Elsass – insbesondere den Rheinübergang bei Chalampé-Neuenburg verteidigten.
Am 26. Juni 1988 stürzte auf dem Flugplatz Mülhausen-Habsheim ein Airbus A320-100 der Air France bei einem Demonstrationsflug (Air-France-Flug 296) ab und forderte drei Todesopfer.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1910[4] | 1936 | 1941 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2019 |
| Einwohner | 2024 | 2124 | 2081 | 1874 | 2207 | 2560 | 3644 | 3799 | 4313 | 4684 | 4999 |
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Habsheim liegt an der Bahnstrecke Strasbourg–Basel und der Autoroute A 35 (Anschluss 33). Durch den Ort führt die Départementsstraße 201, die von der Staatsgrenze bei Basel bis zur Île Napoléon führt.
Auf dem Gebiet von Rixheim und von Habsheim befindet sich der Flugplatz Mülhausen-Habsheim, der seit 1909 besteht und hauptsächlich der Hobbyfliegerei dient. Während des Ersten Weltkriegs war hier zeitweise auch Ernst Udet stationiert, seinerzeit ein Angehöriger der Jagdstaffel 15 (Jasta 15).
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühklassizistische Kirche St. Martin von 1787 bis 1798. Der Turm ist mit Ausnahme des Glockengeschosses und des Turmhelms noch mittelalterlich (13. Jahrhundert). Der Hochaltar (St. Martin) 18. Jahrhundert. Seitenaltäre und Orgel 1820.
Kapelle Notre-Dame-des Champs (Friedhofskapelle): Bereits im 14. Jahrhundert eine Wallfahrtsstätte. Vergrößert 1493. Wertvolle spätestgotische Skulpturen des frühen 16. Jahrhunderts. Die thronende Muttergottes mit Kind aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Auf der Empore ein Haupt des Johannes, 17. Jahrhundert.
Das Dorfhuss mit seinen Erdgeschossarkaden ist im Kern ein spätgotischer Bau von 1578. Spätere Veränderungen: Ein paar Fenster mit spätgotisch gekehlten Rahmungen und Pfosten haben sich erhalten. Alle andern Fenster (wohl im 19. Jahrhundert) verändert. Ursprünglich vielleicht mit Staffelgiebeln.
Alte Poststation, 63 Rue du Général de Gaulle. Stattlicher Bau von 1867, einst mit großen Stallungen. Die Gebäudemitte betont durch einen Giebel und einen konsolengestützten Balkon mit bemerkenswert feinem Brüstungsgitter.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- René Biéri: Das Madonnenbild U. L. im Felde bei Habsheim und seine Beziehung zur Schweiz. In: Jurablätter: Monatsschrift für Heimat- und Volkskunde, Bd. 11, Heft 3, 1949, S. 43–51 (archiviert in E-Periodica der ETH Zürich).
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 538–540.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ A. Munck u. a.: Le Guide du Sundgau. Strasbourg 1989, S. 128.
- ↑ E. Reinhard: Die Siedlungen im Sundgau. Bühl/Baden 1965.
- ↑ Wie Anm. 2, S. 144. S. 144.
- ↑ Kreis Mülhausen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 17. Februar 2026.



