Village-Neuf
| Village-Neuf | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Mulhouse | |
| Kanton | Saint-Louis | |
| Gemeindeverband | Saint-Louis Agglomération | |
| Koordinaten | 47° 36′ N, 7° 34′ O | |
| Höhe | 232–250 m | |
| Fläche | 6,83 km² | |
| Einwohner | 4.709 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 689 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68128 | |
| INSEE-Code | 68349 | |
| Website | https://www.mairie-village-neuf.fr/ | |
Rathaus (Mairie) | ||
Village-Neuf (deutsch Neudorf, elsässisch Neidorf) ist eine französische Gemeinde mit 4709 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse und zum Kanton Saint-Louis.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Village-Neuf liegt rechts des Canal de Huningue und links des Rheines rund 9 km nördlich der Schweizer Stadt Basel. Sie grenzt im Norden an Rosenau, im Osten an den Rhein, im Süden an Hüningen und im Westen an Saint-Louis (Ortsteil Neuweg).
Geschichte
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Das Fischerdorf Groß-Hüningen musste der Festung Hüningen weichen und die Bewohner wurden in das 1684 durch königliches Dekret wenige Kilometer rheinabwärts auf der Rheininsel Aoust gegründete Bourg Neuf d’Aoust (seit 1704 Village-Neuf (le village neuf de Grand-Huningue)[1]) umgesiedelt.[2] 1687 wurde das alte Dorf vollständig abgebrochen. Aufgrund der Grenzlage und der Nähe zur Festung litt das Dorf unter den vielen deutsch-französischen Kriegen. Insbesondere während der Belagerung der Festung im Winter 1813/1814 gab es schwere Schäden. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Einwohner im September 1939 in den Südwesten Frankreichs evakuiert (hauptsächlich ins Département Gers). Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 war eine Rückkehr in das von den Deutschen besetzte Elsass möglich. Village Neuf wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Die Nähe zum Rhein brachte Hochwassergefahren mit sich – erst 1838 wurde ein Hochwasserdamm gebaut. Endgültige Sicherheit brachte die Tullasche Rheinkorrektion. 1855 starben 150 Einwohner an der Cholera.[3] Schon immer war Neudorf als Gemüselieferant für Basel wichtig. Die Belieferung der Stadt war durch ein besonderes Grenzabkommen geregelt.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen zeigt eine silberne Eule auf rotem Grund und wurde vom alten Dorf Groß-Hüningen übernommen. Das alte Dorf Groß-Hüningen wurde von Bernhard von Weimar seinem Bankier Henri Herwart aus Lyon geschenkt. Wie viele Dörfer übernahm Groß-Hüningen das Wappen seines Grundherrn in veränderter Form. Das Wappen der Familie Herwart zeigte eine rote Eule auf weißem Grund.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2018 |
| Einwohner | 2517 | 2729 | 2811 | 2922 | 2920 | 3108 | 3529 | 4356 |
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Rheinhafen endet das vom Bahnhof Saint-Louis kommende Bahngleis, das nur mit Güterzügen befahren wird.
Partnerstädte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1982 besteht eine Partnerschaft zur südfranzösischen Stadt Geaune und seit 1988 zur früheren Gemeinde und heutigem Lörracher Stadtteil Haagen.[4] Zahlreiche gegenseitige Schulbesuche und Vereinsaktivitäten sind das Zeichen dieser lebendigen Partnerschaft. Auch Gedenktage wie der Volkstrauertag werden gemeinsam begangen.[5]
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sankt Nikolaus-Kirche (Église Saint Nicholas) ist ein neugotisches Bauwerk von 1902–07. Sie hatte einen Vorgängerbau von 1771, der seinerseits die Gründungskirche von 1687 ersetzt hatte.
Die Ecole Vauban ist ein stattlicher Schulhausbau aus der Zeit des Zweiten Kaiserreichs (1855). Die Fassadenmitte unter einem Dreiecksgiebel ist betont durch einen Rundbogeneingang, einen Balkon, eine mit Pilastern gegliederte Fenster/Tür/Fenster-Gruppe, diese mit einem ädikulaartigen Aufbau über der Balkontür.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 638.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ später unter deutscher Herrschaft Neudorf
- ↑ Stocker, S. 21
- ↑ Eugen A. Meier: Rund um den Baselstab. Band 3 Markgräflerland - Sundgau, S. 284
- ↑ Badische Zeitung: Städtetreffen Village Neuf, Lörrach und Geaune
- ↑ Badische Zeitung: Gedenken über Grenzen hinweg. Feiern zum Volkstrauertag, 14. November 2008
