Dietwiller
| Dietwiller | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Mulhouse | |
| Kanton | Brunstatt-Didenheim | |
| Gemeindeverband | Mulhouse Alsace Agglomération | |
| Koordinaten | 47° 41′ N, 7° 24′ O | |
| Höhe | 240–304 m | |
| Fläche | 11,06 km² | |
| Einwohner | 1.385 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 125 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68440 | |
| INSEE-Code | 68072 | |
| Website | www.mairie-dietwiller.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Dietwiller (deutsch Dietweiler) ist eine französische Gemeinde mit 1385 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).
Die Gemeinde grenzt im Norden an Eschentzwiller, im Osten an Niffer mit dem Forêt domaniale de la Hardt Sud, im Süden an Schlierbach und im Westen an Landser.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1284 ist der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1648 war Dietwiller habsburgisch, zur Herrschaft Landser gehörend. Im Westfälischen Frieden kam das Dorf mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone.
Dietwiller wurde im 14. Jahrhundert durch die zuchtlose, zeitweilig unbeschäftigte Söldnerbande der „Wilden Engländer“, im 15. Jahrhundert durch die Armagnaken, Söldner, die 1444 von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land gerufen worden waren, heimgesucht. Im Dreißigjährigen Krieg brannten die Schweden 1635 das Dorf nieder. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Dietweiler als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Mülhausen, Bezirk Oberelsaß). Im Zweiten Weltkrieg wurden die Einwohner von 1939 bis 1945 in das Département Lot-et-Garonne evakuiert. Dietwiller erlebte die Befreiung von der Naziherrschaft Ende November 1944.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 397[1] | 324 | 337 | 470 | 1053 | 1258 | 1189 | 1315 | 1439 |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alter Kirchturm. Chorturm der alten Pfarrkirche, die nach dem Bau der neuen Kirche abgebrochen wurde. Am ehemaligen Chorbogen mit 1493 datiert. Spätgotische Maßwerkfenster erhalten. In der Turmhalle ein beachtenswerter Christus am Kreuz (17. Jahrhundert) und eine barocke Maria mit Kind. Im ehemaligen Beinhaus eine Ölberg-Skulpturengruppe aus dem 18. Jahrhundert.
Pfarrkirche Sankt Nikolaus: 1880/81 nach Plänen von Wilhelm Joseph Tugginer in frei gestalteten neuromanischen Formen errichtet. Im hinteren Bereich des Schiffes befinden sich Statuen des heiligen Wendelin und der Jungfrau Maria mit Kind. Die Orgel von Rinckenbach stammt aus dem Jahr 1891.
An der Rue Charles de Gaulle eine ganze Anzahl ein- bzw. anderthalbstöckige Kleinbauern- oder Tagelöhnerhäuser, teils in Fachwerk, teils gemauert. Das Fachwerk in den für das 17. Jahrhundert typischen Formen.[2] Größere Bauten mit gewölbten Kellern im gemauerten Erd-/Kellergeschoss sind Winzerhäuser. Bei der Kirche ein ehemaliges Vogtshaus, ein steinerner Bau mit markanten Eckquadern, Gewölbekeller und Krüppelwalm, datiert 1617. Das ehemalige Schulhaus, jetzt Mairie, aus dem Zweiten Kaiserreich (1869), Die beiden Mittelachsen risalitartig betont mit Dreiecksgiebel und gequaderten Lisenen. Rundbogenfenster im Erdgeschoss. (Vorhalle neu.)
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Turm der ehemaligen Kirche aus dem 12. Jahrhundert
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St. Nikolauskirche, Westseite
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St. Nikolauskirche, Südseite
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 1112–1114.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Mülhausen
- ↑ A. Gardner, M. Grodwohl: La maison paysanne du Sundgau. Colmar 1989, S. 107.
