Chayesit kristallisiert mit hexagonaler Symmetrie und entwickelt tief blaue[7] oder durch Hämatit braun gefärbte, tafelige Kriställchen von meist unter einem Millimeter Größe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen.[3] Das Mineral ist im Normalfall durchsichtig, kann aber durch Gitterfehler, polykristalline Ausbildung oder Fremdeinschlüsse auch nur durchscheinend sein.
Entdeckt wurde Chayesit 1986 von Christiane Wagner und Danielle Velde im Lamproit vom Moon Canyon, Utah und zunächst als Roedderit-artige Phase bezeichnet.[13] Eine genauere Untersuchung, an der außer Wagner und Velde noch Olaf Medenbach und Werner Schreyer beteiligt waren, führte drei Jahre später zur Beschreibung des neuen Minerals Chayesit als Leerstellen(□)-Fe3+-Analog von Roedderit. Benannt wurde es nach dem Petrologen und ehemaligen Präsidenten der „Mineralogical Society of America“ Dr. Felix Chayes.[3]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[15]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Chayesit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Ringsilikate (Cyclosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „[Si6O18]12−-Sechser-Doppelringe“ zu finden, wo es zusammen mit Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Darapiosit, Dusmatovit, Eifelit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Roedderit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit und Yagiit die „Milaritgruppe“ mit der Systemnummer 9.CM.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Chayesit die System- und Mineralnummer 63.02.01a.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ringsilikate: Kondensierte Ringe“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Kondensierte, 6-gliedrige Ringe“ in der „Milarit-Osumilith-Gruppe (Milarit-Osumilith-Untergruppe)“, in der auch Brannockit, Darapiosit, Eifelit, Merrihueit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Sugilith, Yagiit, Dusmatovit, Milarit, Sogdianit, Roedderit, Berezanskit, Shibkovit, Trattnerit, Almarudit, Oftedalit, Klöchit und Friedrichbeckeit eingeordnet sind.
Chayesit hat die Endgliedzusammensetzung K□2Mg2(Mg2Fe3+)[Si12O30] und ist das □-Fe3+-Endglied einer Mischkristallreiche von Roedderit zu Chayesit, der die Austauschreaktionen
Die T1-Position, die die 6er-Doppelringe aufbaut, enthält nur Silicium (Si4+).[3][8]
Die 12-fach koordinierte C-Position ist voll besetzt mit Kalium und etwas Natrium, die 9-fach koordinierte B-Position ist leer oder enthält nur geringe Mengen Na. Die T2-Position enthält Magnesium und bis zu 1 apfu (Atome pro Formeleinheit) Eisen, die oktaedrisch besetzte A-Position ist fast vollständig mit Magnesium besetzt mit geringen Mengen Eisen.[8]
Chayesit bildet sich bei sehr hohen Temperaturen um 1000 bis 1100 °C und niedrigem Druck unter oxidierenden Bedingungen und ist bisher weltweit von sechs verschiedenen Fundstellen dokumentiert worden (Stand 2024).[17]
Danielle Velde, Olaf Medenbach, Christiane Wagner, Werner Schreyer:Chayesite, K(Mg,Fe2+)4Fe3+[Si12O30]: A new rock-forming silicate mineral of the osumilite group from the Moon Canyon (Utah) lamproite. In: American Mineralogist. Band74, 1989, S.1368–1373 (online verfügbar bei minsocam.org[PDF; 489kB; abgerufen am 9.März 2019]).
E. Alietti, M. F. Brigatti, S. Capedri, L. Poppi:The roedderite-chayesite series from Spanish lamproites: crystal chemical characterization. In: Mineralogical Magazine. Band58, 1994, S.655–662 (englisch, rruff.info[PDF; 557kB; abgerufen am 20.September 2020]).
Chayesite In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (englisch).
Chayesite Mineral Data.In:webmineral.com.David Barthelmy;abgerufen am 26.Oktober 2024(englisch).
Chayesite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 26.Oktober 2020(englisch).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.614 (englisch).
↑
Chayesite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 70kB; abgerufen am 20.September 2020]).
12345E. Alietti, M. F. Brigatti, S. Capredi AND L. Poppi:The roedderite-chayesite series from Spanish lamproites: crystal-chemical characterization. In: Mineralogical Magazine. Band58, Dezember 1994, S.655–662 (online verfügbar bei rruff.info[PDF; 556kB; abgerufen am 9.März 2019]).
12Karl Ettinger, Walter Postel, Josef Taucher, Franz Walter:Minerale der Osumilith-Gruppe (Roedderit, Merrihueit, Chayesit und Osumilith) aus dem steirisch-burgenländischen Vulkangebiet, Osterreich. In: Tschermaks mineralogische und petrographische Mitteilungen. Band31, 1996, S.215–234 (zobodat.at[PDF; 3,0MB; abgerufen am 9.März 2019]).
↑Ritsuro Miyawaki, Frédéric Hatert, Marco Pasero, Stuart J. Mills:IMA Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) Newsletter 50. New minerals and nomenclature modifications approved in 2019. In: Mineralogical Magazine. Band83, 2019, S.615–620 (englisch, rruff.info[PDF; 127kB; abgerufen am 20.September 2020]).
↑Localities for Chayesite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 20.September 2020(englisch).