Entdeckt wurde Eifelit 1983 in einem Gneis-Xenolith vom Ettringer Bellerberg in der Eifel, Deutschland und wurde von K. Abraham, W. Gebert, O. Medenbach, W. Schreyer und G. Hentschel nach seinem Fundort, der Eifel in Deutschland benannt.[3]
21 Jahre später, im Jahr 2004 sammelte die Raumsonde Stardust Staubproben im Schweif des Kometen81P/Wild 2, in denen Eifelit nachgewiesen werden konnte.[7][8]
Da der Eifelit erst 1980 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eifelit ebenfalls in die Abteilung der „Ringsilikate“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Ringe, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „[Si6O18]12−-Sechser-Doppelringe“ zu finden ist. Darin gehört es mit Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Dusmatovit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Roedderit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit und Yagiit zur „Milaritgruppe“ mit der System-Nr. 9.CM.05.[9]
Die Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) wird von „Hudson Institute of Mineralogy“ in der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführt. Hier gehört Eifelit in die Klasse „Silicate und Germanate“ und die Abteilung der „Ringsilikate“ (englisch[Cyclosilicates). Diese ist weiter unterteilt nach der Zähligkeit und Multiplizität der Silicatringe und Eifelit wird in der Unterabteilung „sechser-Doppelringe“ (englischSi6O18]2- 6-membered double rings) mit der Systemnummer 9.CM geführt, zusammen mit den zuvor aufgeführten Mineralen der Milarit-Gruppe, den neu hinzugekommenen Mineralen Aluminosugilith und Laurentthomasit sowie dem verwandten Mineral Faizievit.[10]
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Eifelit in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Ringsilikate: Kondensierte Ringe“ ein. Hier ist er in der „Milarit-Osumilith-Gruppe (Milarit-Osumilith-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 63.02.01a innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Kondensierte, 6-gliedrige Ringe“ zu finden.[11]
Eifelit ist isotyp zu Milarit, d.h., es kristallisiert mit der gleichen Struktur wie Milarit. Die 12-fach koordinierte C-Position ist fast voll besetzt mit Kalium (K+). Die 9-fach koordinierten B-Position ist ebenfalls voll besetzt mit Natrium (Na+). Magnesium (Mg2+) und Natrium füllen zu etwa gleichen Teilen die 6-fach koordinierte A-Position und die tetraedrisch koordinierten T2-Position enthält Magnesium (Mg2+) und geringe Mengen anderer zweiwertiger Kationen. Die T1-Position, die die 6er-Doppelringe aufbaut, enthält nur Silicium (Si4+). Eifelit ist eines der wenigen Silikate, in dem Natrium mit oktaedrischer Koordination eingebaut wird.[3]
Die beiden einzigen bislang (2024) dokumentierten terrestrische Vorkommen von Eifelit liegen in der Laacher See Region der Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland.[12] Die Typlokalität ist der Steinbruch der Firma A. Casper an Ettringer Bellerberg, 2 km nördlich von Mayen.[3] Dieser sehr mineralreiche Fundort ist die Typlokalität von 13 Mineralen (Stand 2016), davon allein 4 aus der Milaritgruppe: Almarudit, Eifelit, Friedrichbeckeit und Osumilith-(Mg). Weiterhin wurden hier die Milaritgruppenminerale Chayesit, Merrihueit, Roedderit und Trattnerit nachgewiesen.[13]
Weiterhin wurde Eifelit nur noch im Rothenberg-Steinbruch bei Bell nachgewiesen.[12]
Eifelit bildet sich kontaktmetamorph bei hohen Temperaturen um 900°C und niedrigen Druck. Es wird angenommen, dass er sich direkt aus einer alkalireichen, Silizium- und Magnesium-haltigen und aluminiumarmen Gasphase abscheidet.[3]
Bei der Untersuchung von Staubproben des Kometen 81P/Wild 2 konnte Eifelit extraterrestrischen Ursprungs nachgewiesen werden. Eifelit ist demnach ein Kondensat aus der Gasphase solarer Nebel und zusammen mit Kalifeldspat wesentlicher Träger von Kalium, das spektroskopisch im Schweif von Kometen nachgewiesen werden konnte.[7][8]
Eifelite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 17.August 2017]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234567P. J. Dunn, G. Y. Chao, J. D. Grice, J. A. Ferraiolo, M. Fleischer, A. Pabst, J. A. Zilczer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band69, 1983, S.565–569 (minsocam.org[PDF; 658kB; abgerufen am 17.August 2017]).
12M. Fulle, P. Molaro, L. Buzzi, and P. Valisa:Potassium detection and Lithium depletion in comets C/2011 L4 (Panstarrs) and C/1965 S1 (Ikeya-Seki). In: Astrophysical Journal Letters. Band771, 2013 (iop.org[PDF; 371kB; abgerufen am 17.August 2017]).