Zinkenit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt vorwiegend dünne, prismatische und entlang der Z-Achse gestreifte, undurchsichtige Kristalle bis etwa 5cm Länge, aber auch radialstrahlige bis verfilzte oder massige Aggregate von weiß- bis stahlgrauer Farbe und metallischem Glanz. Der Strich ist weist normalerweise eine stahlgraue bis schwarze Farbe auf, die sich allerdings in eine rotbraune Farbe ändert, wenn die Strichprobe fein ausgerieben wird.[6] An der Luft kann Zinkenit nach einiger Zeit buntfarbig anlaufen.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.26-010. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze (S: As,Sb,Bi = x)“, wo Zinkenit zusammen mit Scainiit und Tubulit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/E.26 bildet.[8]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zinkenit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Sulfosalze mit PbS als Vorbild“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Galenit-Derivate mit Blei (Pb)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.JB.35a bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Zinkenit die System- und Mineralnummer 03.08.01.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 1 < z/y < 2 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ in der „Zinkenitgruppe“, in der auch Pillait, Pellouxit und Tazieffit eingeordnet sind.
Als eher seltene Mineralbildung kann Zinkenit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Weltweit gelten bisher (Stand: 2017) mehr als 200 Fundorte[10] als bekannt. Neben seiner Typlokalität Grube Jost Christian in Sachsen-Anhalt trat das Mineral in Deutschland auch an mehreren Orten im Schwarzwald in Baden-Württemberg, bei Brandholz im bayerischen Fichtelgebirge, bei Uentrop (Arnsberg) und Nuttlar (Meschede) in Nordrhein-Westfalen, an mehreren Orten der Eifel und bei Raubach in Rheinland-Pfalz, bei Kleinvoigtsberg (Großschirma) in Sachsen sowie Greiz in Thüringen auf.
In der Schweiz fand sich Zinkenit bisher nur am Felsberger Calanda, einem Gipfel des Calenda-Gebirgsstock im Kanton Graubünden.
Bekannt wurden unter anderem die Itos Mine und die San José Mine bei Oruro in Bolivien aufgrund ihrer großen Kristallfunde mit bis zu 5cm Durchmesser, aber auch in anderen Gebieten des Departamento Oruro und des Departamento Potosí konnte Zinkenit gefunden werden.
Zinkenit wird lediglich bei lokaler Anhäufung als Rohstoff zur Bleigewinnung abgebaut. Ansonsten ist es ein eher unbedeutendes Erz und dient Sammlern und Mineralogen als Mineralprobe.
1234567Piers P. K. Smith:Direct imaging of tunnel cations in zinkenite by high-resolution electron microscopy. In: American Mineralogist. Band71, 1986, S.200 (rruff.info[PDF; 806kB; abgerufen am 14.April 2017]).
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Zinkenite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 61kB; abgerufen am 13.April 2017]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.