Playfairit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung Pb16(Sb,As)19S44Cl[1] und damit chemisch gesehen eine sulfidähnliche Verbindung aus Blei, Antimon, Arsen, Schwefel und Chlor, die strukturell zu den Sulfosalzen gehört. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Antimon und Arsen können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Playfairit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt tafelige Kristalle, die entlang der Längsachse stark gestreift sind. Ebenso kommt er in Form feinkörniger Mineral-Aggregate und feiner Zwillingslamellen vor. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den bleigrauen bis schwarzen Oberflächen einen metallischen Glanz. Seine Strichfarbe ist rein schwarz.
Entdeckt wurde Playfairit erstmals in Mineralproben aus dem Steinbruch Taylor Pit bei Madoc im Hastings County in der kanadischen Provinz Ontario. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch John Leslie Jambor (1936–2008), der es nach dem schottischen Mathematiker und Geologen John Playfair benannte. Nach Anerkennung durch die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1966-018[1]) veröffentlichte er seine Erstbeschreibung 1967 unter dem Titel New lead sulfantimonides from Madoc, Ontario. Part 2, in der auch Guettardit, Launayit, Sorbyit, Sterryit und Twinnit erstbeschrieben wurden.
Die ursprünglich von Jambor angegebene chemische Formel 16PbS·9Sb2S3[6] (entspricht Pb16Sb18S43[3]) wurde 2008 im Zuge einer Neudefinition der Sulfosalz-Systematik des Sub-Komitees der IMA neu definiert[10] und wird seitdem mit Pb16(Sb,As)19S44Cl[1] angegeben.
Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Playfairit lautet „Pyf“.[2]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.20-040. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Sulfosalze (S: As,Sb,Bi = x)“, wo Playfairit zusammen mit Ciriottiit, Dadsonit, Disulfodadsonit, Launayit, Madocit, Meerschautit, Parasterryit, Pellouxit, Sorbyit und Sterryit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/E.20 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[11]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Playfairit dagegen in die Abteilung „unklassifizierte Sulfosalze“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit von Blei. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Pb“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.LB.55 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Playfairit die System- und Mineralnummer 03.06.04.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,0<z/y<2,49 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[By Cz], A=Metalle, B=Halbmetalle, C=Nichtmetalle“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.06.04.
Außer an seiner Typlokalität im Steinbruch „Taylor pit“ bei Madoc in Kanada konnte Playfairit bisher nur noch in der Grube „Les Cougnasses“ bei Orpierre im französischen Département Hautes-Alpes, in der Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Khaidarkan (auch Aidarken, Chaidarkan oder Khaydarkan) im Rajon Kadamdschai in Kirgisistan sowie im Bergbaubezirk Reese River nahe Austin im Lander County des US-Bundesstaates Nevada gefunden werden (Stand 2025).[12]
John Leslie Jambor:New lead sulfantimonides from Madoc, Ontario. Part 2 - mineral descriptions. In: The Canadian Mineralogist. Band9, 1967, S.191–213 (englisch, rruff.info[PDF; 1,1MB; abgerufen am 4.August 2025]).
Joseph A. Mandarino, A. Kato:New mineral names. In: American Mineralogist. Band53, 1968, S.1421–1427 (englisch, rruff.info[PDF; 493kB; abgerufen am 4.August 2025]).
Yves Moëlo, Emil Makovicky, Nadejda N. Mozgova, John Leslie Jambor, Nigel Cook, Allan Pring, Werner Paar, Ernest H. Nickel, Stephan Graeser, Sven Karup-Møller, Tonči Balic-Žunic, William Gustav Mumme, Filippo Vurro, Dan Topa, Luca Bindi, Klaus Bente, Masaaki Shimizu:Sulfosalt systematics: a review. Report of the sulfosalt sub-committee of the IMA Commission on Ore Mineralogy. In: European Journal of Mineralogy. Band20, 2008, S.7–46 (englisch, rruff.info[PDF; 485kB; abgerufen am 4.August 2025]).
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Playfairite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 4.August 2025]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.135 (englisch).
12John Leslie Jambor:New lead sulfantimonides from Madoc, Ontario. Part 2 - mineral descriptions. In: The Canadian Mineralogist. Band9, 1967, S.191–213 (englisch, rruff.info[PDF; 1,1MB; abgerufen am 4.August 2025]).
1234Joseph A. Mandarino, A. Kato:New mineral names. In: American Mineralogist. Band53, 1968, S.1421–1427 (englisch, rruff.info[PDF; 493kB; abgerufen am 4.August 2025]).
↑Yves Moëlo, Emil Makovicky, Nadejda N. Mozgova, John Leslie Jambor, Nigel Cook, Allan Pring, Werner Paar, Ernest H. Nickel, Stephan Graeser, Sven Karup-Møller, Tonči Balic-Žunic, William Gustav Mumme, Filippo Vurro, Dan Topa, Luca Bindi, Klaus Bente, Masaaki Shimizu:Sulfosalt systematics: a review. Report of the sulfosalt sub-committee of the IMA Commission on Ore Mineralogy. In: European Journal of Mineralogy. Band20, 2008, S.7–46 (englisch, rruff.info[PDF; 485kB; abgerufen am 4.August 2025]).