Robinsonit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt schlanke, prismatische Kristalle, die parallel zur c-Achse [001] gestreift sind. Er findet sich aber auch in faserigen bis kompakten Mineral-Aggregaten und verwachsen mit anderen Sulfosalzen. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den bläulich bleigrauen Oberflächen einen metallischen Glanz.
Entdeckt wurde Robinsonit zuerst in der Quecksilber-Grube Red Bird etwa 10 bis 15 Meilen südöstlich von Lovelock im Pershing County des US-Bundesstaates Nevada. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1952 durch Leonard Gascoigne Berry, Joseph John Fahey und Edgar Herbert Bailey, die das Mineral nach dem kanadischen Mineralogen und ehemaligen Professor der Queen’s UniversityStephen Clive Robinson (1911–1981)[7] benannten. Dieser hatte die Verbindung bereits 1947 synthetisiert, die die Identifizierung des Minerals ermöglichte.[8]
Da der Robinsonit bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Robinsonit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[3] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Robinsonit lautet „Rob“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Robinsonit die System- und Mineralnummer 03.06.16.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,0<z/y<2,49 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [By Cz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.06.16.
Als seltene Mineralbildung konnte Robinsonit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher knapp 60 Vorkommen[12] dokumentiert sind (Stand 2025). Außer in seiner Typlokalität, der Red Bird Mine im Pershing County, konnte das Mineral in Nevada noch in der Silver Coin Mine im Humboldt County und der Cove Mine im Lander County entdeckt werden. Die Fireball Ridge Prospektion im Churchill County gilt bisher als fraglich bzw. nicht bestätigt. Des Weiteren fand sich das Mineral in den Vereinigten Staaten nur noch im Owyhee County von Idaho und in der Wells Fargo Mine im Stevens County von Washington.[13]
Der bisher einzige bekannte Fundort in Deutschland ist die ehemalige, aufgelassene Graf Jost-Christian-Zeche bei Wolfsberg (Mansfeld-Südharz) in Sachsen-Anhalt. Auch in Österreich sind mit der Königsalm nahe Senftenberg in Niederösterreich und in der Schweiz mit der Grube Goldene Sonne am Taminser Calanda im Kanton Graubünden ebenfalls bisher nur je ein Fundort bekannt.
L. G. Berry, Joseph J. Fahey, Edgar H. Bailey:Robinsonite, a new lead antimony sulphide. In: American Mineralogist. Band37, 1952, S.438–446 (englisch, rruff.info[PDF; 612kB; abgerufen am 24.März 2025]).
John Leslie Jambor, A. G. Plant:The composition of the lead sulphantimonide, robinsonite. In: The Canadian Mineralogist. Band13, 1975, S.415–417 (englisch, rruff.info[PDF; 263kB; abgerufen am 24.März 2025]).
A. Skowron, I. D. Brown:Refinement of the structure of robinsonite, Pb4Sb6S13. In: Acta Crystallographica. C46, 1990, S.527–531, doi:10.1107/S0108270189008322 (englisch).
Emil Makovicky, Tonči Balić-Žunić, Ljiljana Karanović, Dejan Poleti, Jaroslav Pršek:Structure refinement of natural robinsonite, Pb4Sb6: cation distribution and modular description. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte. 2004, S.49–67, doi:10.1127/0028-3649/2004/2004-0049 (englisch).
Robinsonite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 24.März 2025(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.135 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Robinsonite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 52kB; abgerufen am 24.März 2025]).
↑Robinsonite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 24.März 2025(englisch).
↑L. G. Berry, Joseph J. Fahey, Edgar H. Bailey:Robinsonite, a new lead antimony sulphide. In: American Mineralogist. Band37, 1952, S.438–446 (englisch, rruff.info[PDF; 612kB; abgerufen am 24.März 2025]).