Oblast Sachalin
| Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Sachalin
Сахалинская область
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nationalität | VZ 1989 | Prozent | VZ 2002 | Prozent | VZ 2010 | Prozent |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Russen | 579.887 | 81,65 | 460.778 | 84,28 | 409.786 | 82,29 |
| Koreaner | 35.191 | 4,95 | 29.592 | 5,41 | 24.993 | 5,02 |
| Ukrainer | 46.216 | 6,51 | 21.831 | 3,99 | 12.136 | 2,44 |
| Tataren | 10.699 | 1,51 | 6.830 | 1,25 | 4.880 | 0,98 |
| Weißrussen | 11.423 | 1,61 | 5.455 | 1,00 | 2.994 | 0,60 |
| Niwchen | 2.008 | 0,28 | 2.450 | 0,45 | 2.290 | 0,46 |
| Kirgisen | 241 | 0,03 | 86 | 0,02 | 1.763 | 0,35 |
| Mordwinen | 5.641 | 0,79 | 2.943 | 0,54 | 1.666 | 0,33 |
| Usbeken | 763 | 0,11 | 298 | 0,05 | 1.518 | 0,30 |
| Armenier | 804 | 0,11 | 1.144 | 0,21 | 1.240 | 0,25 |
| Aserbaidschaner | 951 | 0,13 | 1.138 | 0,21 | 1.155 | 0,23 |
| Tschuwaschen | 2.452 | 0,35 | 1.300 | 0,24 | 822 | 0,17 |
| Moldawier | 1.456 | 0,21 | 751 | 0,14 | 581 | 0,12 |
| Baschkiren | 1.019 | 0,14 | 586 | 0,11 | 527 | 0,11 |
| Russlanddeutsche | 1.230 | 0,17 | 902 | 0,16 | 493 | 0,10 |
| Kasachen | 1.069 | 0,15 | 554 | 0,10 | 428 | 0,09 |
| Einwohner | 710.242 | 100,00 | 546.695 | 100,00 | 497.973 | 100,00 |
Anmerkung: die Anteile beziehen sich auf Gesamtzahl der Einwohner. Also mitsamt dem Personenkreis, der keine Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit gemacht hat (2002 3.387 resp. 2010 24.035 Personen)
Die Bevölkerung des Gebiets besteht zu etwa 85 % aus Russen. Die Koreaner (höchster Anteil in ganz Russland) und Ukrainer sind die bedeutendsten ethnischen Minderheiten in der Oblast Sachalin. Die Zahl der Koreaner – wie auch die Anzahl vieler anderer Volksgruppen – sinkt allerdings stark. Dagegen steigt die Zahl der Niwchen, Kirgisen, Usbeken, Armenier und Aserbaidschaner. Aus dem Nordkaukasus, Transkaukasus und Zentralasien sind seit dem Ende der Sowjetunion einige Tausend Menschen zugewandert, allerdings in weit geringerer Zahl als in anderen Regionen Russlands.
Ureinwohner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ureinwohner Sachalins sind die Niwchen, Nanai, Oroken (auch Ulta, Ulten oder Uilta genannt), Ultschen, Orotschen und Ewenken. Sie sind traditionell Fischer und Rentierzüchter. Die Ainu, die hier bis 1945 lebten, wurden nach Japan deportiert. Ob sich 2010 unter den 219 Japanern auch Ainus befinden, ist nicht bekannt. Die Einheimischen stellen heutzutage nur noch einen Bruchteil der Bevölkerung der Oblast Sachalin und sind teilweise stark russifiziert. Hier eine Übersicht:
| Nationalität | VZ 1989 | Prozent | VZ 2002 | Prozent | VZ 2010 | Prozent |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Niwchen | 2.008 | 0,28 | 2.450 | 0,45 | 2.290 | 0,46 |
| Nanaier | 173 | 0,02 | 159 | 0,03 | 148 | 0,03 |
| Oroken (Ultschen) | 129 | 0,02 | 298 | 0,05 | 259 | 0,05 |
| Orotschen | 212 | 0,03 | 42 | 0,01 | 28 | 0,01 |
| Ewenken | 188 | 0,03 | 243 | 0,04 | 209 | 0,04 |
| Itelmenen | 3 | 0,00 | 8 | 0,00 | 15 | 0,00 |
| Ewenen | 50 | 0,01 | 8 | 0,00 | 15 | 0,00 |
| Einwohner | 710.242 | 100,00 | 546.695 | 100,00 | 497.973 | 100,00 |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Inseln, die erst im 19. Jahrhundert von Russland annektiert worden waren, waren lange zwischen Russland und Japan umstritten. Ende des 19. Jahrhunderts befanden sich etliche Arbeitslager auf Sachalin. Erst 1945 eroberte die Sowjetunion Südsachalin (Karafuto) und die Kurilen von Japan und bildete 1947 die Oblast in heutiger Form, die auf den Nordteil Sachalins beschränkt bereits seit 1932 als Teil der Fernöstlichen Region (Krai) bzw. der Region Chabarowsk bestand.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hauptstadt und einzige größere Stadt der Oblast ist Juschno-Sachalinsk.
Vorwiegend in Nordsachalin werden Erdöl und Erdgas gefördert:[3]
- Sachalin-1 geschätzt auf 307 Mio. t Erdöl, 485 Mrd. m³ Erdgas
- Sachalin-2 geschätzt auf 140 Mio. t Erdöl, 550 Mrd. m³ Erdgas
- Sachalin-3 ungewiss 700 Mio. t Erdöl, 1,3 Billionen m³ Erdgas
- Sachalin-4 geschätzt auf 123 Mio. t Erdöl, 540 Mrd. m³ Erdgas
- Sachalin-5 geschätzt auf 600 Mio. t Erdöl, 600 Mrd. m³ Erdgas
Allerdings verursacht deren Ausbeutung erhebliche Umweltprobleme.[4]
Andere wichtige Industriezweige sind die Fischerei und die Holzindustrie.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gouverneur der Oblast war von August 2007 bis März 2015 der frühere Bürgermeister der Stadt Ocha Alexander Choroschawin, welcher den zurückgetretenen Iwan Malachow ablöste.[5] Nachdem Choroschawin im März 2015 verhaftet wurde und gegen ihn Ermittlungen wegen Korruption eingeleitet wurden, wurde er durch den bisherigen Gouverneur der Oblast Amur, Oleg Koschemjako, ersetzt.
Verwaltungsgliederung und Städte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Oblast Sachalin gliedert sich in 17 Rajons und einen Stadtkreis. Einzige Großstadt der Oblast Sachalin ist deren Verwaltungszentrum Juschno-Sachalinsk, das auch den einzigen Stadtkreis bildet. Insgesamt gibt es in der Oblast 14 Städte und 6 Siedlungen städtischen Typs.
| Name | Russisch | Einwohner (1. Oktober 2021)[2] |
|---|---|---|
| Juschno-Sachalinsk | Южно-Сахалинск | 181.587 |
| Korsakow | Корсаков | 33.950 |
| Cholmsk | Холмск | 25.677 |
| Ocha | Оха | 20.357 |
| Poronaisk | Поронайск | 16.026 |
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Oblast ist per Schiff vom russischen Festland erreichbar. Ebenso gibt es seit 1999 eine Fährverbindung nach Japan. Sachalin unterhält zudem Flugverbindungen nach Russland, Japan, Südkorea und China. Da der Tatarensund zwischen Sachalin und dem Festland an seiner schmalsten Stelle nur sieben Kilometer breit ist, gibt es seit langem eine Idee für eine feste Verbindung durch einen Tunnel, die 2008 neu aufgegriffen wurde. Am Anfang der 1950er Jahre wurde daran gebaut, ohne dass ein Abschnitt fertiggestellt wurde. Es sind noch keine neuen Pläne erarbeitet und kein Baubeginn festgelegt.
Auf der Insel Sachalin bestehen verschiedene Fortbewegungsmöglichkeiten: per Bus (Buslinienverkehr) oder Auto, per Schiff oder mit der Eisenbahn (Siehe Schienenverkehr auf Sachalin). Die Kindereisenbahn Juschno-Sachalinsk verkehrt auf einer 2 km langen Schmalspurstrecke in Juschno-Sachalinsk.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Oblast Sachalin (russisch)
Einzelnachweise und Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- 1 2 Itogi VPN-2020. Tom 1 Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2020. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabelle 5 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Erdöllagerstätten in Russland (25. Januar 2006) ( des vom 28. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Öl- und Gasreichtum gefährdet Ureinwohner und einzigartige Natur
- ↑ Meldung auf dem Stadtportal Ocha (russisch)




