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Postlin

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Postlin
Gemeinde Karstädt
Koordinaten: 53° 10′ N, 11° 45′ OKoordinaten: 53° 10′ 25″ N, 11° 44′ 46″ O
Höhe: ca. 30–34 m ü. NHN
Eingemeindung: 1974
Eingemeindet nach: Karstädt
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797
Ortsansicht
Ortsansicht

Postlin ist ein bewohnter Gemeindeteil der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[1]

Geografische Lage

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Postlin liegt nördlich des Kernortes Karstädt. Unmittelbar benachbart sind Dallmin im Nordnordosten, Strehlen und Blüthen im Osten sowie Dargardt und Garlin im Westen. Durch den Ort verlaufen mehrere Ortsstraßen, darunter die Karstädter Straße und der Dargardter Weg (die L 13) als wichtige innerörtliche Verbindungen. Südwestlich verlaufen zudem die Bundesstraße 5 sowie die Bundesautobahn 14. Postlin liegt im Einzugsbereich der Löcknitz; durch den Ort führt der Postliner Graben, der die östlich und westlich gelegenen Flächen in die Löcknitz entwässert. Im Norden der Gemarkung entwässert der Graben I/72 ebenfalls die Löcknitz. Der Ort befindet sich in der flachen Niederungslandschaft der Prignitz auf etwa 32 m ü. NHN, steigt nach Südosten auf rund 34 m ü. NHN an und fällt nach Westen auf rund 30 m ü. NHN ab. Die Bahnstrecke Berlin–Hamburg führt von Süden kommend in nördlicher Richtung westlich der Wohnbebauung entlang.[2] Rund 1,6 Kilometer westlich des breiten Straßendorfes befand sich eine altslawische Siedlung aus dem 9. bis 10. Jahrhundert. Rund 1,8 Kilometer nordnordwestlich lag eine altslawische, vermutlich auch jungslawische Siedlung aus dem 9. bis 12. Jahrhundert.[3]

Geschichte und Etymologie

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Postlin wurde erstmals im Jahr 1345 als in Postelyn urkundlich erwähnt. Weitere Nennungen waren Postelyn im Jahr 1478, Postelin im Jahr 1540, tho Postellin, Postulin im Jahr 1542 und Pesselin im Jahr 1548. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Siedlung eines Mannes namens Postola“[4].

Besitzgeschichte

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Die Besitzgeschichte von Postlin ist durch mehrere Anteile gekennzeichnet. Ein erster Anteil gehörte vor 1478 bis 1872 zum Gut Dallmin, das bis 1799 im Besitz der Familie von Winterfeld und seit 1799 im Besitz der Familie von Jagow war. Dieses Gut verfügte bereits 1478 über Besitz in Postlin und seit 1548 auch über zwei Bauernhöfe des von Kaphengst zu Bresch in Postlin (vgl. zweiter Anteil). Der Gesamtbesitz umfasste damit um 1625 zehn Hufner, einen Kossäten und die Mühle beziehungsweise 1745 vierzehn Bauern und einen Kötter, wobei dieser Besitz etwa zu gleichen Teilen auf die drei Rittergüter in Dallmin aufgeteilt war; 1846 ist zudem die Obrigkeitliche Gerichtsbarkeit belegt.[3] Ein zweiter Anteil befand sich vor 1542 bis nach 1584 im Besitz der Familie von Kaphengst zu Postlin (1542) beziehungsweise zu Bresch (1568), die 1542 über einen Wohnhof in Postlin verfügte. 1568 wurde dieser Besitz wiederkaufsweise an die von Winterfeld zu Dallmin veräußert. Darüber hinaus umfasste der Besitz mehrere, insgesamt vier Bauernhöfe, von denen zwei Höfe 1584 erblich an von Winterfeld zu Dallmin verkauft wurden (vgl. erster Anteil). Der verbliebene Restbesitz gelangte vor 1598 an die Familie Karstedt zu Kaltenhof und befand sich vor 1598 bis nach 1817 in deren Besitz, später zu Klein Linde (1817). Dieser umfasste den von Kaphengst zu Bresch erkauften Besitz in Postlin, wie er für 1598, 1646 und 1686 belegt ist, beziehungsweise 1745 zwei Bauernstellen. Ein dritter Anteil lag vor 1542 bis nach 1817 beim St.-Georgs-Hospital in Perleberg beziehungsweise bei dessen Verwaltern, den Superintendenten daselbst (1817), und umfasste die dem Hospital vor 1542 durch von Winterfeld zu Dallmin überlassenen Einkünfte eines Hofes in Postlin, die für 1542 und 1600 belegt sind. Ein vierter Anteil befand sich vor 1599 bis nach 1645 im Besitz der Familie von Wartenberg zu Nebelin, Dergenthin und anderen Orten, die 1599 gemeinsam mit der Familie von Vielrogge Hebungen von einem Hof in Postlin bezog. Ein fünfter, bereits früh belegter Besitzanteil geht auf das Jahr 1345 zurück, als der Bürger Heinrich Radolf, wie bereits seine Vorfahren, vom Markgrafen mit Einkünften von zwei Wispel in Postlin belehnt war; 1421 ist der Bürger Strelemann und 1422/1425 der Bürger Rulow in Perleberg mit Besitz in Postlin nachweisbar.[5]

13. bis 16. Jahrhundert

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Postlin wurde 1345 erstmals als Dorf erwähnt. In den Jahren 1421 sowie 1422/1425 kam es im Zusammenhang mit mecklenburgischen Raubrittern zu Schadensklagen Perleberger Bürger wegen Übergriffen in Postlin. 1515 werden ein Mühlenhof und ein Mühlenkamp genannt. 1542 bestand ein Wohnhof der Familie von Kaphengst, der später aufgegeben, mit einem Bauern besetzt und 1568 wiederkäuflich veräußert wurde.[5] Der kirchliche Besitz und die Pfarrverhältnisse in Postlin sind bereits 1542 belegt. Zu dieser Zeit bestand ein verpachtetes Pfarrhaus mit zwei Hufen Land sowie Abgaben (Hebungen) von zwei Bauern bei insgesamt 80 Kommunikanten. Der Küster aus Dallmin versah zugleich den Kirchendienst in Postlin und erhielt aus jedem Haus Abgaben von 1½ Scheffel Roggen. Die Kirche verfügte über Einkünfte von 15 Scheffeln Roggen (1581: 15½ Scheffel) sowie über Land zur Aussaat von 1½ Wispel (nur selten bestellt), eine Wiese, die dem Pfarrer zustand, sowie Heiligland im Umfang von drei Scheffeln Aussaat und weiteren Besitz.[6] 1576 umfasste das Dorf 16 Hufner, einen Kossäten und einen Müller.[5]

17. Jahrhundert

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1652 sind zwölf Hauswirte belegt. 1686 bestand die Dorfstruktur aus einem Dreihufner, zwölf Zweihufnern, drei Halbhufnern mit je einer Hufe sowie einem Kötter mit Land zur Aussaat von 1½ Scheffel Wintersaat, dazu eine nach Dallmin gehörige Mühle, ein Schäfer sowie jeweils ein Kuh- und Schweinehirt. Insgesamt umfasste die Feldmark 30 Hufen mit einer Aussaat von 19 Wispel 9½ Scheffel; bewirtschaftet wurde eine Dreifelderwirtschaft mit gutem Wiesenland (8–10 Fuder Heu), mittelmäßiger Weide, begrenzter Waldnutzung und ohne nennenswerte Fischerei. Das Dorf wurde der zweiten Klasse zugeordnet.[5]

18. Jahrhundert

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1719 werden 13 Hufner, drei Kossäten, ein Kötter sowie zwei Hirten ohne Vieh genannt; die Feldmark umfasste weiterhin 30 Hufen. 1734 lebten im Ort 13 Bauern, drei Kossäten und 17 Häuslinge sowie ein Müller, ein Schäfer und ein Hirt bei einer Aussaat von 19 Wispel 9 Scheffel 8 Metzen. 1745 bestand das Dorf aus 16 Bauern und einem Kötter. 1760 werden 13 Hufner, drei Kossäten, ein Kötter, ein Paar Einlieger sowie ein Dorfschäfer genannt. 1791 umfasste Postlin 13 Bauern, drei Halbeinwohner, einen Büdner und neun Hausleute sowie einen Müller bei insgesamt 35 Feuerstellen.[5]

19. Jahrhundert

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Dorfkirche Postlin

1801 wird Postlin mit 13 Ganzbauern, drei Halbeinwohnern, einem Büdner und 13 Einliegern sowie einer Wassermühle bei weiterhin 30 Hufen und 35 Feuerstellen beschrieben. 1819 bestand das Dorf aus 13 Hufenbauern, drei Kossäten, einem Kötter, einem Dorfschäfer, einem Kuhhirten und sieben Paar Einliegern. 1846 zählte der Ort 33 Wohnhäuser. 1852 wird Postlin als hoch gelegenes Dorf mit Dreifelderwirtschaft, zwei- und einschürigen Wiesen sowie begrenzter Viehhaltung zum Eigenbedarf beschrieben; Hauptnahrungsquelle war der Ackerbau, daneben bestanden eine geringe Fischerei in der Löcknitz und eine Mühle. 1860 umfasste das Dorf einschließlich eines Bahnwärterhauses vier öffentliche, 45 Wohn- und 24 Wirtschaftsgebäude. Die Gemarkung maß 1860 insgesamt 3541 Morgen (davon 1822 Morgen Ackerland).[5]

20. Jahrhundert

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1900 bestanden 57 Häuser bei einer Fläche von 928 Hektar. 1907 zeigt die Sozialstruktur eine ausgeprägte Differenzierung mit größeren Bauernwirtschaften (bis 74 Hektar), Halb- und Drittelbauern, zahlreichen kleineren Eigentümern sowie Handwerkern, Bahn- und Postbediensteten und weiteren Berufsgruppen. 1931 zählte Postlin 91 Wohnhäuser bei 929 Hektar Fläche. 1939 bestanden land- und forstwirtschaftliche Betriebe verschiedener Größenklassen sowie Beschäftigte in Industrie, Handwerk, Handel und Verkehr.

1946 wurden im Zuge der Bodenreform 22,71 Hektar enteignet und überwiegend an sechs Altbauern verteilt. 1953 wurde die erste LPG Löcknitztal gegründet (Typ I, ab 1955 Typ III) mit 16 Mitgliedern und 103,06 Hektar; 1960 bestanden eine LPG Typ III mit 71 Mitgliedern und 634,54 Hektar sowie eine LPG Typ I Heimattreue mit zehn Mitgliedern und 92,57 Hektar, die 1967 angeschlossen wurde. 1976 erfolgte die Vereinigung zur LPG Löcknitztal. Verwaltungsmäßig war Postlin eine Gemeinde, wurde 1974 nach Karstädt eingegliedert und ist seitdem sowie nach der Verwaltungsreform 1995 Ortsteil von Karstädt.[5]

Bevölkerungsentwicklung

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Einwohnerentwicklung in Postlin von 1734 bis 1971
Jahr17341772179118011817183718581871189519251939194619641971
Einwohner130163149166183275281328370489459717430383

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Meilenstein an der B 5
  • Die Dorfkirche Postlin ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau, der 1866 tiefgreifend erneuert wurde. Ausstattungsstücke sind unter anderem ein Flügelaltar um 1500, der ebenfalls 1866 restauriert wurde, sowie eine Glocke aus dem Jahr 1564.
  • Der Meilenstein an der B 5 steht unter Denkmalschutz.
Commons: Postlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Auflistung als Gemeindeteil von Karstädt im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 14. Mai 2026
  2. Postlin, Brandenburgviewer, abgerufen am 25. Mai 2026.
  3. 1 2 Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 666
  4. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 133, ISBN 3-937233-17-2.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 667
  6. Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 668